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  • 28. November 2020 - 11:15:25
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Autor Thema: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48  (Gelesen 2436 mal)

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Pappenheimer

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Ringen um Simbach
« Antwort #60 am: 20. Oktober 2020 - 09:24:25 »

Nun ├╝berschlugen sich die Ereignisse.

Minuzzi hat sich selbst zu Fabretti begeben. Die bayerischen Hohenzollern-Dragoner machten kehrt und sollten anscheinend bis gegen den Inn zur├╝ck gehen. Doch es brach Chaos aus, als eines von Fabrettis Bataillonen von meinen Batterien und den eintreffenden ├Âsterr. Grenadieren unter GFWM Platz unter Feuer genommen wurde. Die M├Ąnner gerieten in Panik und fl├╝chteten.
Fabretti wurde von einer Kugel getroffen (9). Die ├Âsterreichischen Grenadiere nahmen ihn gefangen.

Zeitgleich f├╝hrte Obrist Th├╝rheim seine Grenadiere in einem w├╝tenden Angriff gegen Simbach. Die dort stehenden bayerischen Musketiere verloren gleich den Mut und r├Ąumten das Dorf ohne ernsthaften Widerstand.
Selbst die bayerische Artillerie geriet in Schwierigkeiten, da die geschickt Deckung suchenden Panduren sie gezielt unter Feuer nahmen.


Damit hatte sich das Schlachtfeld grundlegend ge├Ąndert.
(V.l.n.r.:  ) Die siegreiche ├Âsterreichische Reiterei hatte Preysings agressive Versuche abgewehrt.
Im Zentrum war Th├╝rheim mit seinen wenigen Mannen erfolgreich gegen Gabrieli vorgegangen. Seine Leute hatten aber auch geschickt beispielsweise die Wasserm├╝hle genutzt, w├Ąhrend Gabrieli seine nummerische ├ťbermacht garnicht zur Geltung brachte.
Weiter n├Ârdlich bei der Stra├če nach Neuburg waren endlich GFWM Platz und FZM Th├╝ngen so nah heran gekommen, dass sie Fabretti in ernsthafte Schwierigkeiten brachten. Lange konnten hier die wenigen verbliebenen bayerischen Truppen, deren R├╝ckzugsweg ├╝ber die Simbacher Br├╝cke scheinbar obendrein abgeschnitten schien nicht mehr durchhalten.
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D.J.

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #61 am: 20. Oktober 2020 - 09:42:42 »

Diesen Spielbericht bzw. den Link dazu habe ich mir abgespeichert und werde ihn die Tage in Ruhe lesen :)
Da freue ich mich schon drauf, auch wenn ich vermutlich wenig konstruktives zur Diskussion beitragen kann.
Aber auf alle F├Ąlle Danke f├╝r deine M├╝hen :)
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Pappenheimer

  • Edelmann
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Finale K├Ąmpfe um Simbach
« Antwort #62 am: 20. Oktober 2020 - 10:08:51 »

St. Ignon und Lucchesis Adjudant (Dith.) zogen nun all ihre Reiterei f├╝r den entscheidenden Schlag zusammen. Da Preysing zuvor durch den Beschuss durch Th├╝rheims Panduren seine Raymond-K├╝rassiere eingeb├╝├čt hatte, verf├╝gte er nicht mehr ├╝ber viel, was er diesem Ansturm entgegen setzen konnte.


So verwundert es wenig, dass die ├Âsterreichischen K├╝rassiere und Dragoner nun Preysings bayerische Husaren und Dragoner in die Flucht schlugen.

Endlich f├╝hrte Gabrieli seine bayerischen Musketiere und Grenadiere heran um ein weiteres Vordringen meiner Reiterei zu unterbinden.


Zwischen Erlach und Simbach hingegen gelang den Bayern ein seltener Coup. Forg├íchs Grenadiere waren deutlich unterlegen und die H├Ąlfte von ihnen wurde vernichtet und warf die Musketen weg, da die Bayern von allen Seiten auf sie eindrangen.

Derweil nahmen Gabrielis Bayern das Dorf Simbach derma├čen unter Feuer, dass Th├╝rheim keine andere Wahl zu haben glaubte, als seine Grenadiere wieder heraus zu nehmen.


Er lie├č sie durch Panduren ersetzen.

Gabrieli dachte mit denen leichtes Spiel zu haben und lie├č Simbach mit gef├Ąlltem Bajonett st├╝rmen. Th├╝rheim schickte seinen Panduren Grenadiere zur Hilfe, welche eines der bayerischen Bataillone in der Flanke fasste. Doch ohne Erfolg.


Th├╝rheims Grenadiere wurden abgeschlagen und viele ertranken im Simbach. Seine verzweifelt sich wehrenden Panduren wurden von Gabrielis bayerischen Musketieren niedergemacht. Die bayerische Fahne wurde wieder in Simbach gehisst. "Victoria!" klang es durch das Dorf.


Gleichzeitig hatte St.Ignon all seine Eskadronen zusammengezogen und diese ├Âsterreichische Kavallerie st├╝rmte auf ein bayerisches Bataillon zu. Dieses behielt allerdings die Nerven und schlug mit einer heftigen Salve die angreifenden ├Âsterreichischen K├╝rassiere zur├╝ck.
Das war wohl die letzte Chance meiner Reiterei die Schlacht zu entscheiden.


Doch die Entscheidung fiel am n├Ârdlichen Ufer des Simbachs.

Zwar konnte ein letzter Bajonettangriff von Forg├íchs ├Âsterr. Grenadieren von den erbitterten bayerischen Grenadieren abgewehrt werden.

Daf├╝r aber waren nun GFWM Platz und FZM Th├╝ngen angekommen und griffen in die K├Ąmpfe ein. Platz ├Âsterr. Grenadiere und Th├╝ngens F├╝siliere schossen die armen bayerischen Hohenzollern-Dragoner zusammen. Kopflos suchten sie das Heil in der Flucht. Viele Pferde rutschten die steilen Uferb├Âschungen hinab, so dass die Dragoner in den Simbach st├╝rzten. Th├╝ngens F├╝siliere setzten Fabrettis abziehenden Musketieren nach und rangen sie in einem kurzen ungleichen Kampf nieder.


Die Bayern n├Ârdlich des Simbachs gerieten ins v├Âllige Chaos. Nur noch die bayerischen Grenadiere waren ├╝brig.

Gabrielis bayerische Infanterie ballte sich rund um Simbach und inmitten der H├Ąuser.


Fabretti ritt allein dem Simbachufer zu. "Rette sich, wer kann!" war die Losung.


Das war die Entscheidung. Die Armee des gefangenen Minuzzi war geschlagen. Er hatte keine berittenen Truppen mehr au├čer den gesammelten Grenadieren zu Pferd. Die Tr├╝mmer seiner Armee hatten keine einzige Chance als auf die bald ├╝berf├╝llte Innbr├╝cke nach Braunau zu zustr├Âmen.


Hier die Verluste (aus dem HoW-Forum kopiert) :
5th turn
Bavarians: 5 p. (Hessian dragoons lost)
Austrians: 9 p. (1 x cuir. under Lucchesi lost, Lucchesi captured (later replaced by a dithering commander))

6th turn
Bavarians: 3 p. (1 x Raymond cuir. lost (shot down by pandours!), 1 bn. under Fabretti lost (shot down by Austrian musketry and artillery), Minuzzi wounded and captured)
Austrians: 9 (8,5) p.

7th turn
Bavarians: 1,5 p. (1 x Bav. hussars lost, 1 x Gabrieli-dragoons lost both in HtH-fighting)
Austrians: 8 p. (1 x gren. under Forgách)

8th turn
Bavarians: -0,5 p. (Gabrieli-dragoons lost, 1 bn. under Fabretti lost)
Austrians: 7,5 p. (7 p.) (pandours routed in Simbach)

Total losses:
Bavarians: 2 x bn., 2 x drag., 1 x cuir., 1 x hus.1 x Hess. drag.
1 general wounded and captured (Lucchesi)

Austrians: 1 x cuirassiers, 1 x pandours, 1 x gren., (1 x gren. rallying)
1 general captured (Minuzzi)
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Mar├ęchal Davout

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #63 am: 20. Oktober 2020 - 10:55:37 »

Danke f├╝r den Spielbericht! Das war also die Conclusio... Das Vorgehen der bayrischen Kavallerie war in dieser Weise dann doch sehr verlustreich und taktisch so nicht wirklich notwendig, wenn ich das richtig sehe.
In Simbach blockierte sich dann die bayrische Infanterie gegenseitig und es sieht teilweise auch so aus, als ob deren Artillerie dort auch nicht wirklich ein sinnvolles Schussfeld hat.

Was hat Pallas Athene hinterher zu ihrem Vorgehen gesagt?

Sch├Âne Bilder wie immer und insgesamt gut verst├Ąndlich!
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Pappenheimer

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #64 am: 20. Oktober 2020 - 12:19:21 »

Was hat Pallas Athene hinterher zu ihrem Vorgehen gesagt?
Sie meinte, dass sie am Anfang lieber agressiver sein wollte, dass ich sie nicht gegen den Inn dr├╝ckte. Das Problem f├╝r die Bayern ist ja auch, dass die Masse ihrer Truppen einen sehr beengten Raum hat. D.h., dass sie eigentlich keinen Platz f├╝r R├╝ckz├╝ge haben. Als Inferior Einheiten m├╝ssen sie 40 cm von ihren Gegner entfernt stehen, um sich zu sammeln.

Die Kavallerie agressiv einzusetzen, war wahrscheinlich der gro├če Fehler. In Eilm├Ąrschen mit Gabrieli (6 Bataillone Infanterie!) nach Westen (d.h. Richtung dem Wald) zu ziehen ist von daher schwer, weil Minuzzi Dithering ist. D.h. dass selbst wenn Gabrieli mal ne 6 gew├╝rfelt hat, musste man nachw├╝rfeln und auf eine 1-2 wurde die Bewegung in eine normale statt einer doppelten umgewandelt.

Ich h├Ątte als Bayer sukzessive Fabretti und die Hohenzollern-Dragoner ├╝ber die Simbach-Br├╝cke zur├╝ck gezogen und dann die bayerische Kavallerie im Raum zwischen Inn und dem Dorf Simbach massiert um sie in dem Fall einzusetzen, wenn sich die ├Âsterr. Kavallerie an Gabrielis Bataillonen ne blutige Nase geholt h├Ątte (dass das m├Âglich war, sieht man ja an der einen Salve der Bayern, wo sie meine K├╝rassiere abwehrten). Linieninfanterie - auch inferior - mit Kavallerie zu knacken ist m.E. ein Va-banque-Spiel. Die bayerischen Grenadiere in Erlach waren m.E. von Anfang an auf verlorenem Posten. Sind aber auch nur einen halben Punkt wert und h├Ątten umzingelt auch die Waffen strecken d├╝rfen.
Die ├ľsterreicher haben ja immerhin prinzipiell das Problem mit der Artillerie au├čer in Simbach nicht den Bach ├╝berqueren zu k├Ânnen. Deswegen w├Ąre Simbach anzuz├╝nden, wenn alle relevanten Truppen gerettet w├Ąren, die gro├če Option.
Dass FML Marschall mit seiner starken Ari und seinen 4 Bataillonen ne Rolle gespielt h├Ątte, w├Ąre eh unwahrscheinlich gewesen (gut bei uns hat er auch 2-mal das Vorr├╝cken verweigert).
Dennoch war es insgesamt ja ziemlich knapp. Pallas Athene h├Ątte nur eine einzige Einheit am Ende weniger verlieren d├╝rfen - also z.B. mit ein bisschen Gl├╝ck die Hohenzollern-Dragoner retten und mit voller Geschwindigkeit an den Inn ziehen.
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tattergreis

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #65 am: 21. Oktober 2020 - 12:38:39 »

Die Schlacht war mal wieder ein interessanter Einblick in Deine Feldherrenkunst, nat├╝rlich w├╝rde ich meine Truppen anders befehligen, ich bin mir jedoch sicher, dass Deine Aktionen bei HoW angemessener sind. Mir war z.B. gar nicht bewusst, dass das Verlegen der Truppen des Bayerngenerals Gabrielli von den F├╝hrungseigenschaften von Minuzzi abh├Ąngt. Und welch enormen Einfluss die Truppenqualit├Ąt haben kann (nicht muss), ist mir nicht wirklich klar und mangels Zuordnungskompetenz f├╝r meine ├ťberlegungen nicht relevant.

Ich hab ja schon geschrieben, dass f├╝r mich der Schl├╝ssel zum Sieg f├╝r ├ľ. der erfolgreiche ├ťbergang ├╝ber den Simbach ist, um das zu pr├Ązisieren: schon der erfolgreiche ├ťbergang von 5 Conte Lucchesi  und 6 Comte de St. Ignon (4 K├╝rassier- und 2 Dragonereinheiten) gef├Ąhrdet die gesamte Stellung der Bayern. Um dies zu kontern, h├Ątte B. (-ayern) m.E. sofort mit der Kavallerie die ├╝bergehenden Reiter ├╝ber den Bach zur├╝ckwerfen m├╝ssen (weshalb ich den aggressiven Einsatz der bayerischen Kavallerie prinzipiell in Ordnung finde, er aber
mit allen zur Verf├╝gung stehenden Truppen in guter Ordnung h├Ątte geschehen sollen).
Auch wenn der Kav-angriff Bs nicht erfolgreich ist, ist die Schw├Ąchung der gr├Âssten gegnerischen Gefahr die Verluste wert.

Wenn der ├ťbergang in Simbach neutralisiert werden kann (Abbrennen), dann stehen B. mehr Truppen f├╝r die Abwehr an anderen Orten zur Verf├╝gung (Economy of Force). Dann w├Ąre eventuell das Errichten einer Abwehrfront durch Infanterie und Artillerie gegen 5 und 6 und nachfolgende Truppen m├Âglich gewesen. Die Platzierung der Artillerie au├čerhalb der Reichweite der Panduren in der M├╝hle und etwas entfernt vom (brennenden) Simbach w├Ąre dabei zu bedenken gewesen.

Dass ich alle Truppen Bs m├Âglichst schnell ├╝ber den Simbach gebracht h├Ątte, habe ich schon erw├Ąhnt, konzentriert ├╝berleben Truppen einfach besser.

Ich h├Ątte die Panduren und Grenadiere weniger aggressiv eingesetzt, solange die Artillerie noch nicht zur Verf├╝gung steht, aber anscheinend sind die Panduren wehrhafter als von mir vermutet. Ich neige dazu, erst meine Kr├Ąfte zu versammeln, aber ich spiele auch ohne Rundenbeschr├Ąnkungen.
So wie Pappenheimer spielt, ist zugegebener weise interessanter anzuschauen und wie gesagt bei HoW h├Âchstwahrscheinlich effektiver.

cheers

« Letzte ├änderung: 21. Oktober 2020 - 12:40:44 von tattergreis »
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Pappenheimer

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #66 am: 21. Oktober 2020 - 16:20:51 »

Erstmal: astreine Analyse.

Ja, dass ein Dithering Oberkommandeur so reinhaut, ist schon hart, aber man kann das gegebenenfalls auch mit in die eigenen Kalkulationen als Spieler einbeziehen. Dithering CinC k├Ânnen einfach n├╝scht. Sie k├Ânnen nicht unterst├╝tzen beim Abbau von Hits und auch keine Befehlshaber "upgraden".
Dennoch wurde Simbach ja auch mal von einem Spieler (ich glaube, nichtmal ich) gewonnen als Bayer. Das Szenario war leicht anders, aber die Problematik mit den schlechten Truppen doch die Gleiche.

Ich h├Ątte die Panduren und Grenadiere weniger aggressiv eingesetzt, solange die Artillerie noch nicht zur Verf├╝gung steht, aber anscheinend sind die Panduren wehrhafter als von mir vermutet. Ich neige dazu, erst meine Kr├Ąfte zu versammeln, aber ich spiele auch ohne Rundenbeschr├Ąnkungen.
Panduren sind eigentlich recht schwach. Obendrein war es nur ne kleine Einheit, was ich f├╝r Panduren auch f├╝r richtig halte (?).
Ausnahme bei leichter Infanterie sind bei mir Grassins etc., weil dich ja eher wie so ne Art eigenst├Ąndiges Freikorps agierten, also Kav.+leichte Infanterie.
Panduren sind Standard Class light infantry. D.h. die k├Ąmpfen und schie├čen wie Inferior Infantry. Datt ist jetzt nicht der Hit. Aber daf├╝r k├Ânnen sie mit einem Evade angreifenden Kavalleristen ausweichen und zuvor noch schie├čen (halt nicht sooo besonders gut). Ihre St├Ąrke besteht darin, dass sie wie Artillerie Difficult Target sind, also schwer zu treffen, was ja auch plausibel ist. Deswegen sind die au├čer auf freiem Feld f├╝r Kavallerie auch ne harte Nuss und wenn auch recht ineffektiv sehr nervt├Âtend. Ich hab da einfach 1-2 mal ne 5 gew├╝rfelt und dadurch einiges an Gl├╝ck gehabt.   8) Im Nahkampf in Simbach hatten die armen Panduren ja dann auch keine Chance.

Auf die Artillerie zu warten ist halt so eine Sache. Nachher steckt sie fest (ne 1 gew├╝rfelt) oder sowas und Du vertr├Âdelst die ganze Zeit. Au├čerdem MUSSTE ich ja so schnell wie m├Âglich angreifen, da ich in Runde 8 verloren h├Ątte, wenn ich die Bayern nicht besiegt h├Ątte.
Laut dem ├ľsterr. Standardwerk ist die Menge der im Einsatz gewesenen Artillerie sowieso auf ├Âsterr. Seite strittig. Kann schon sein, dass die so gut wie alle Artillerie auch in der Schlacht zur├╝cklie├čen, weil Berlichingen die sich ja dann auch bewahrheitende Chance erkannt hatte mit einem Schlag den Feldzug in Bayern f├╝r dieses Jahr (1743) entscheiden zu k├Ânnen indem sich ein irrer General mit dem Drittel der bayerischen Armee ihnen in den Weg stellte. Die M├Âglichkeit durfte man sich nicht entgehen lassen - auch wenn die zeitgen. Quellen den ├Âsterr. Kampf als schwieriger und heroischer darstellten. Es h├Ątte ja auch die Option gegeben, dass Minuzzi zusammen geschissen wurde und auf Seckendorffs Anweisung doch das Feld r├Ąumte und den Anschluss an Seckendorffs bayerischer Hauptarmee gesucht h├Ątte.  :-X
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tattergreis

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #67 am: 21. Oktober 2020 - 17:03:10 »

Wiki ├╝ber Panduren:
Zitat
Each Pandur carried four single-shot pistols, a fighting knife and a small knife.


Zitat
indem sich ein irrer General mit dem Drittel der bayerischen Armee ihnen in den Weg stellte
Und trotzdem ist er Dithering? Gibt es f├╝r Crazy-Ass Motherf... keinen Bonus?

Wie gesagt fehlt mir die Routine der Zeitnot, Jarovit kann ein Lied davon singen dass unsere SYW-oder-was-auch-immer-Schlachten meist unentschieden enden. Bin halt alt und will nicht mehr so schnell...siegen. 8)
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Pappenheimer

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #68 am: 22. Oktober 2020 - 13:25:49 »

1.
Wiki ├╝ber Panduren:

2.
 indem sich ein irrer General mit dem Drittel der bayerischen Armee ihnen in den Weg stellte
Und trotzdem ist er Dithering? Gibt es f├╝r Crazy-Ass Motherf... keinen Bonus?
[/quote]
1.
Ich h├Ątte jetzt gedacht, dass zumindest die fr├╝hen Panduren sehr individuell bewaffnet waren und erst dann in Flandern vielleicht eher "normal" wirkten, als Trenck schon keinen gro├čen Einfluss mehr auf sie hatte. Was besseres als "Standard light infantry" gibt's halt auch nicht in HoW, auch wenn die Panduren scheinbar die beste leichte Infanterie ihrer Zeit waren.

2.
Er hat halt innerhalb der Schlacht nicht besonders geschickt agiert - mein Eindruck von dem wenigen, was man wirklich ├╝ber die bayerische Seite wei├č. Er hat vor den K├Ąmpfen um Erlach sein eigenes Regiment und die Dragoner ├╝ber den Simbach zur├╝ck genommen. Als die ├ľsterreicher ernsthaft angriffen, scheint Minuzzi ja auch nicht einfach den R├╝ckzug oder sowas eingeleitet zu haben. Leider habe ich bislang keine besonderen Notizen ├╝ber Minuzzi finden k├Ânnen, auch kein Portr├Ąt oder sowas online, was nat├╝rlich bei seinem hohen Rang ein bisschen erstaunte. FM Seckendorff wollte Minuzzi nach Simbach auf jeden Fall der Prozess machen.
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Pappenheimer

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Huttenheim Juni 1744
« Antwort #69 am: 19. November 2020 - 17:58:34 »

Um den guten tattergreis bei der Stange zu halten, mache ich hier mal ein Fass auf.

"The stage is set" wie es so doll hei├čt f├╝r das Gefecht bei Huttenheim.

Das Gefecht war ein kleines Gepl├Ąnkel vor den Toren der alten Festung Philippsburg. Graf Seckendorff hat dort seine lange f├╝r neutral erkl├Ąrte etwa 10.000 Mann "starke" bayerische bzw. kaiserliche Armee zusammen gezogen. Prinz Karl nahm dem alten Haudegen diese Neutralit├Ąt einfach nicht mehr ab, was daran liegen mochte, dass sich Seckendorff recht unbem├Ąntelt mit dem Mar├ęchal de Coigny ├╝ber einen kommenden Feldzug beriet, wobei die kaiserliche Armee zusammen mit den hessischen Streitkr├Ąften unter Generalleutnant Clement eine gewisse Rolle spielen sollte. Die Vereinigung dieser Truppen wollte Prinz Karl nat├╝rlich verhindern. Es kam ihm dabei zupass, dass seine leichten Truppen den gegnerischen haushoch qualitativ wie auch nummerisch ├╝berlegen waren und Coigny wie Seckendorff offensichtlich von Anfang an die Gr├Â├če von Karls her immens ├╝bersch├Ątzten.
Anfang Juni 1744 begann Prinz Karl die Beteuerungen Seckendorffs zu ignorieren. Ein Trupp Husaren griff ein gr├Â├čeres Detachments der Freisch├Ąrler unter dem ber├╝chtigten Anf├╝hrer Gschray an, welche von Neudorf auf den Ort Huttenheim zur├╝ck geworfen wurden. In der Gegend trafen die verfolgenden Husaren Nad├ísdys auf ein f├╝r die damalige Zeit typisches Kontingent verschiedener bayerischer Kavallerieregimenter, welche man damals f├╝r solche Aktionen oft scheinbar willk├╝rlich zusammen mixte. Die Husaren wurden zur├╝ck geworfen, einer der Husaren fiel und vier wurden gefangen, w├Ąhrend die Bayern 19 Mann verloren, welche in die H├Ąnde der Husaren geraten waren. Mein Szenario spinnt das Ganze weiter und geht davon aus, dass Prinz Karl einige Truppen gegen Gschrays Leutchen in Huttenheim entsendete und daraus ein gr├Â├čeres Gefecht entstand.

Hier meine Karte:


Meine Ordre de Bataille:
Austrians

Prince Charles of Lorraine (Dith.) - replaced by Traun (Dash.) if wounded or captured


1) FML Nadásdy (Dash.) - Austrian Advance guard
2 x hussars

2) Obrist Th├╝rheim (Dash.)
2 x Grenadiers (small)

3) Franz von der Trenck (Dash.)
2 x pandours (small)

4) GFWM Locatelli (Dep.)
3 x dragoons

5) G.d.Cav. Hohenembs (Dep.)
2 x cuirassiers

6) FML Schulenburg (Dep.)
3 x fusiliers
1 x light artillery

7) FML B├Ąrnklau (Dep.)
3 x fusiliers
1 x light artillery

8) Independent
1 x medium artillery

BP: 5


Bavarian or Imperial army

FM Graf Seckendorff (Dash.)

1) Independent (Gschray)
1 x light inferior infantry (small) - in Huttenheim

2) Independent
1 x hussars (Frangipani)

3) Obrist von Lerchenfeld (Dep.)
2 x Grenadiers (small) - one of them in the redoubt)
1 x light artillery

4) Obrist Fabretti (Dep.)
2 x musketeers
1 x light artillery

5) FML Frohberg (Dep.) - Bavarian left wing cavalry in the fortress
1 x cuirassiers
2 x dragoons

6) GM le Roy (Dep.)
1 x Grenadiere zu Pferd (elite)
1 x K├╝rassiere (elite)

7) FML Preysing (Dep.) - in the Fortress
4 x musketeers
1 x medium artillery

8) GM Tavannes (Dep.)
1 x cuirassiers
1 x dragoons


BP: 5


Der Spieltisch hat die ungew├Âhnlichen Abmessungen von 1,60 x ca. 2,00 m, was daran lag, dass ich einfach keine Lust zu mehr Aufwand hatte, da wir unter der Woche spielten.
Ich und ein Bekannter spielten die Bayern, w├Ąhrend Pallas Athene mit einer Freundin die ├ľsterreicher ├╝bernahm (bevor jemand fragt, das waren nur 2 Haushalte am Tisch).

Hier noch ein Foto zum weiteren Spekulieren ├╝ber den Ausgang oder die ersten Bewegungen. Leider passte nicht alles aufs Foto. Glaubt mir einfach, dass ich mich an meinen eigenen Plan hielt.  :D
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tattergreis

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #70 am: 19. November 2020 - 18:22:31 »

na dann Prost
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D.J.

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #71 am: 20. November 2020 - 06:07:56 »

Ich freu mich drauf :)
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Mar├ęchal Davout

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Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
« Antwort #72 am: 20. November 2020 - 09:28:41 »

Ich auch 😊
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Pappenheimer

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Huttenheim 1744
« Antwort #73 am: 24. November 2020 - 10:08:15 »

"An Seine Majest├Ąt Kaiser Karl dem Siebenten, zu allen Zeiten Mehrer des Reiches ÔÇŽ.

Wenn mir hochgedachte Majest├Ąt erlauben wollen, so will Ihro kaiserliche Majest├Ąt unterth├Ąnigst vom letztens gegen die Truppen der K├Ânigin von Ungarn vorgefallenes Treffen vor den Thoren von der kaiserlichen Festung Philippsburg berichten.
Als von allen Seiten das Heranr├╝cken des Feindes gemeldet wurde, da schloss ich mich dem Gros der kaiserlichen Infanterie an, die von Feldmarschall-Lieutenant von Preysing kommandiert wurde. Feldmarschall-Lieutenant von Frohberg lie├č mir durch einen Boten melden, da├č er selbstst├Ąndig seine Stellung hinter den Festungsgr├Ąben abandoniert h├Ątte, da er und Obrist Fabretti eine gr├Â├čere Menge feindlicher Kavallerie von einem Wald vorr├╝cken sahen.


Unsere Bataillone verlie├čen auch sogleich geschwind die Festung. Doch der Feind schaffte es noch vor unserem Eintreffen mit gro├čer ├ťbermacht den Obristen von Lerchenfeld mit seinen wenigen Grenadieren anzufallen, der eine kleine Schanze im Vorfeld der Festung deckte.


Auch zahlreiche Artillerie vermochten die Truppen der K├Ânigin von Ungarn aufzufahren, umb damit insonderlich Lerchenfelds Stellungen zu beschie├čen.


W├Ąhrend Lerchenfeld beinahe vollkommen von gegnerischen Grenadieren und den Trenckschen Halsabschneidern umzingelt wurde, warf sich Feldmarschall-Lieutenant Frohberg mit seinen K├╝rassieren voraus den feindlichen Husaren entgegen. Fabretti versuchte mit seinen Musketieren Lerchenfeld beyzustehen und mit seiner leichten Artillerie die Reihen der heran brausenden gegnerischen K├╝rassiere, die ihn zu ├╝berrennen drohten, zu lichten.


Derweil hatte das Feuer der Parteyg├Ąnger unter Gschray, die in dem Dorfe Huttenheim lagen wenig bewirkt. Gschray wurde von einer Menge Infanterie angegriffen, w├Ąhrend der Gegner mit einigen Dragonerregimentern Huttenheim zu umgehen trachtete.


Gschrays Hilferuf nutzte ihm wenig. Die nahe bey stehenden Frangipani-Husaren waren zu schwach, umb sich allein auf den Gegner zu werfen und w├Ąren wohl auch von den feindlichen Dragonern geworfen worden und Tavennes und le Roy konnten mit ihrer zahlreichen Reiterey unm├Âglich rechtzeitig bey der Hand seyn, obwohl sie in Eilm├Ąrschen vorr├╝ckten. So konnte die gegnerische Infanterie Huttenheim besetzen und wir mu├čten f├╝rchten, da├č es schwierig werden w├╝rde sie dort wieder hinaus zu werfen.


Gschrays M├Ąnner waren entweder in alle Winde zerstreut oder gefangen genommen worden. Immerhin ersp├Ąhte ich durch mein Perspektiv, da├č sich le Roy anschickte ein vorgeschobenes einzelnes gegnerisches Dragonerregiment anzugreifen, welches schwerlich durch die anderen Succurs erhalten w├╝rde. Das war von daher umb so g├╝nstiger, da ansonsten das Gel├Ąnde durch einen Rheinarm und einen Teich f├╝r unsere Reiterey wenig favorable war. ÔÇŽ"
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Pappenheimer

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Huttenheim 1744
« Antwort #74 am: 24. November 2020 - 18:19:56 »


"Die infamen Panduren dieses gro├čen R├Ąubers Trenck mu├čten bald feststellen, da├č es ihnen nichts nutzte, al├č sie versuchten rasch ihrer Gefangennahme durch Preysings Musketiers zu entgehen, welche Lerchenfelds Grenadieren zur H├╝lfe eilten. Denn unsere guten Grenadiere schossen den Halunken vom Pferd.


Ein heftiger Kampf entbrannte auf breiter Front. Zwar hatten Lerchenfelds Grenadiere einen Angriff der feindlichen Grenadiere abgewiesen, wurden dann aber doch noch zur R├Ąumung der Schanze unter hohen Verlusten gezwungen, al├č eine zweyte Welle heran wogte. Immerhin erlitten auch die Angreifer so hohe Verluste, da├č sie au├čer Standes waren Lerchenfelds Schanze ihrerseits zu besetzen.
Dennoch wurde die Lage f├╝r uns brenzlig. Denn Fabrettis Musketiere, die Lerchenfelds Flanke deckten, wurden von gegnerischen K├╝rassieren ├╝ber den Haufen geworfen, obwohl Kart├Ątschen von Fabrettis Artillerie in die Menge der Reiter der K├Ânigin von Ungarn hielten.
Feldmarschall-Lieutenant von Frohberg indessen mu├čte angesichts der starken gegnerischen Husaren zum Theil hinter die Festungsgr├Ąben zur├╝ck.


Immerhin gelang es un├č alsobald Preysings Infanterie zu entwickeln, welche mit zween Bataillons in den Kampf umb die Redoute eingreifen konnte. Die Panduren hielten sich aber ├╝berall Deckung suchend lange.


Ein heftiger Zusammenprall der Reiterey beider Seiten hatte an unserem rechten Fl├╝gel zu einer Entscheidung gef├╝hrt.


Geworfen von un├čeren Frangipani-Husaren und schwerer Kavallerie wurde eines der feindlichen Dragonerregiment nahe Huttenheim in die Flucht geschlagen. Dabey gelang es le Roy seiner Reiterey die Z├╝gel anzulegen, da├č sie nicht etwa in die Feuerreichweite der gegnerischen Besatzung von Huttenheim selbst geriet.


Beunruhigend war hingegen nun, es mochte gegen 9 Uhr seyn, die Lage auf unserer linken Flanke. ÔÇŽ"
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