Epochen > Absolutismus und Revolution
Was sind die Unterschiede zwischen dem SYW und den Napoleonischen Kriegen
DonVoss:
Obwohl mich das Forumsprogramm auf meine Nekromantie hinweist, will ich doch kein neues Thema aufmachen...
Während ich in Vietnam am Strand lag und mir die Sonne auf den Pelz brennen lies, hatte ich eine etwas untypische Reiselektüre zur Hand: Die Kriegskunst!
Bekanntlich die General de Brigade-Variante für den SYW und eine vorzügliche kleine Lesearbeit, wenn man einen gekühlten Bananajuice zur Hand hat (auch wenn einen die schlanke, mandeläugige, reizend lächelnde Bedienung etwas ablenken mag)...
Obwohl ich das Regelwerk dank seiner vielen Tabellen und Modifikatoren etwas missraten finde (erinnert irgendwie schon sehr an die Avalon Hill-Spiele und die 90er), fand ich doch einige der Auffassungen und Änderungen zu den Napo-Grundregeln sehr inspirierend...
Festgelegte Befehle, nur eine Änderung pro Runde
Am meisten beeindruckte mich das fetsgelegte Befehlssystem bei Die Kriegskunst. Man muss zu beginn der Schlacht jeder Brigade einen Befehl zuweisen. Diese Befehle müssen ausgeführt werden, auch wenn sie offensichtlich falsch sind.
Der C-i-C ht die Möglichkeit mit einem Würfelwurf einen Brigadebefehl pro Runde zu ändern. Hat man aber z.B. 4 Brigaden braucht es schon seine Zeit um auf eine neue Situation einzugehen.
Brigadebefehle
Super interessant fand ich, dass Befehle jeweils den einzelnen Brigaden zugewiesen werden und diese Brigaden auch zusammenbleiben müssen. Man kann zwar angeschlossene Kanonen zurücklassen, aber Inf. muss gemeinsam vorgehen etc.
Von meinen BROM-Spielen her war ich es gewohnt, dass man auch mal 1-2 Battallione nach rechts um den Wald schickt, um den Gegner zu umgehen.
Befehle müssen dabei einer gengnerischen Truppformation oder einem Geländemerkmal zugewiesen sein (\"Gehen Sie auf den Mühlberg und halten Sie ihn!\").
Linien dürfen nur schwenken
Sehr schön abgebildet ist die eingeschränkte Beweglichkeit der Inf. in Linie.
Konnte man bei BROM noch den Commandstand irgendwo hinbewegen und das ganze Battallion wimmelte einfach nach, ist man bei die Kriegskunst doch schpn sehr behindert in der Bewegung. Richtig schwenken wie bei Warhammer. Bei ner Grundbewegung von 6-8\" ist das schon ziemlich langsam... :thumbup:
Auch die Formationswechsel brauchen einiges an Zeit und gehen nicht automatisch.
Boni für 2. Reihe
Der Spieler wird bei die Kriegskunst ermitigt seine Inf. mindestens in 2 Reihen vorrücken zu lassen.
Man erhält einen Moralbonus wenn man hinter sich noch eigene Truppen weiß und es gibt eine schöne Regel angeschlagene Truppen aus der 1. Reihe mit frischen aus der 2. tauschen zu lassen.
Abgeknickter Haken nur für Veteranen und Elite
Neben den dicken Regeln, die mMn sehr schön den SYW-Flair einfangen, gibt es ein paar kleinere Sonderregeln, die das Regelwerk zu bieten hat. Dazu gehört das kleine Häkchen, dass Kav.-Angriffe abwehren hilft, ohne gleich komplett ins Karree gehen zu müssen.
Nationalitäten
Ein paar Sonderregeln gibts zu den Nationaleigenschaften (Russen hlten mit \"Hold\"-Befehl länger aus, Preussen marschieren etwas schneller etc.) runde das Ganze ab.
Insgesamt viele schöne Ideen... :thumbup:
Cheers,
DV
Davout:
--- Zitat von: \'DonVoss\',\'index.php?page=Thread&postID=128180#post128180 ---Boni für 2. Reihe
Der Spieler wird bei die Kriegskunst ermitigt seine Inf. mindestens in 2 Reihen vorrücken zu lassen.
Man erhält einen Moralbonus wenn man hinter sich noch eigene Truppen weiß und es gibt eine schöne Regel angeschlagene Truppen aus der 1. Reihe mit frischen aus der 2. tauschen zu lassen.
--- Ende Zitat ---
Was meinst du mit in 2 Reihen vorrücken? Meist wurden die Truppen in 2 Treffen aufgestellt, sowas findet sich aber auch sehr klassisch in vielen napoleonischen Schlachten. Die anderen beiden lesen sich sich ja geradezu wie bei Age of Battles - ich halte beides für fragwürdig.
SYW kann man sowieso nicht generalisieren, da es ein recht langer Krieg war und im Verlauf eine deutliche Entwicklung erkennbar war. Es gab dann nicht nur Brigaden, sondern Divisionen, Brigadeartillerie, Reserven usw. Ein deutliches Merkmal des SYW in Europa im Gegensatz zu den napoleonischen Kriegen war die große Geschützzahl im Vergleich zur sonstigen Truppenzahl.
Spezialitäten waren z.B. die Grenadiere, die auch als Plänkler kämpften und die Vorposten stellten, Allroundeliten also.
Bei genauerer Betrachtung dürften sich einige Unterschiede zur Napozeit in Luft auflösen und man wird wohl darauf kommen, dass viele Fähigkeiten seit dem SYW sogar stark nachgelassen hatten.
Grüße
Gunter
tattergreis:
Natürlich meint er in 2 Treffen.
Das Verwenden von (mind.) 2 Treffen war üblich, so dass Regelauthoren entweder einen Bonus oder nen Malus verwenden, um die Spieler dazu zu bewegen. Nach meinen Informationen gab es auch genaue Prozeduren, wie ein Bataillon durch ein anderes ersetzt wurde, aber das ist Dir sicher bekannt. Man kann darüber streiten, inwieweit solche Manöer unter Feindbeschuss durchgeführt wurden, aber wenn man tabletop realistisch gestalten will, hat man eh ne Menge Probleme vor sich.
Bei Deinen restlichen Ausführungen kann ich Dir nur zustimmen, besonders die steigende Geschützzahl lässt mich erschaudern, ich ziehe mittlerweile den WAS vor, da war die sch. Artillerie unbeweglicher und nicht spätestens in der dritten Runde grundsätzlich auf dem Missionziel.
cheers
Nikfu:
Aus praktischer Erfahrung: DKK ist ein wirklich gutes Regelwerk welches sich einerseits gut spielt, andererseits die Eigenheiten des 7yw sehr gut abbildet. Ist bei unserer Gruppe klar DAS Regelwerk zum 7yw. Und die Limitierung der befehlsfreiheit mag zwar für manche ungewöhnlich sein, trifft es aber auf den Punkt. Und die moralfaktoren sind besser als GdB, so sehr es mich schmerzt das zuzugeben...
Davout:
Generell finde ich es nicht so gut, wenn in Regelwerken der Spieler zu bestimmtem Verhalten gedrängt oder gezwungen wird. Meist werden dadurch die taktischen Möglichkeiten der Epoche sogar weiter eingeschränkt als es realistisch wäre. Wahrscheinlich ist das den leidigen Auswirkungen von Turnierspielen geschuldet. Welche Aktionen zur Spielepoche passen kann man am besten in kleiner Runde am Spieltisch besprechen. Gentlemen agreements sollten allgemein Teil des historischen Tabletops sein.
Ein wesentliches Merkmal des 18. Jh. scheint der grundsätzlich geringe Handlungsspielrahmen der Unterführer gewesen zu sein, wobei man sich natürlich fragen kann, ob der später wirklich so viel größer war.
Grüße
Gunter
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