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Autor Thema: Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte  (Gelesen 14278 mal)

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njetkulturny

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Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte
« Antwort #45 am: 26. Juli 2015 - 12:28:02 »

Einen Dank für diese Zeitreise. Ich bin zwar etwas jünger, aber die 70er sind durch die Photos auch noch vor Augen. Angefixt ausgerechnet durch Sandokan, ritten meine Playmobil Figuren als Rebellen durchs Zimmer, den Munitionsgurt ersetzt durch Gummibänder und widerstanden der Oppression.

Das wurde erst später zum Wargaming als ich die Plastikfiguren entdeckte, auch wenn ich nicht mehr weiß, wann und wo das passierte. Ich war jung und hatte Taschengeld.

Das schöne an den Hongkong Figuren und Fahrzeugen in den Beuteln war ja auch immer die nicht wirklich historisch stimmige Mischung.
Und unsereins hat natürlich ohne irgendwelche Lehrbücher angefangen, den 2. Weltkrieg nachzustellen.
Da wurden dann die gelben Figuren mit den komischen Mützen dann zu Franzosen, weil ja die im \"längsten Tag\" in Frankreich waren. Später fand ich dann raus, das diese Figuren das DAK darstellten, aber deutsche Figuren hatten doch eigentlich einen Feuerwehrhelm auf.

Und es dauerte auch etwas, bis ich den Fehler im Matchbox Katalog verstanden hatte:
Ein Halbkettenfahrzeug mit US-Stern schiesst mit Flak auf eine deutsche Me 109. Die flogen doch gar nicht im Pazifik !?! Und US Bodentruppen gibt es doch gar nicht, die hatten doch nur Schiffe und Flugzeuge. Da half dann auch nicht das der spätere Schüler vom Geschichtslehrer mit Anekdoten vom Rückzug an der Ostfront eingedeckt wurde.

Das dann solche Gefechte ohne historische Vorbilder im kompletten Garten (Sandkästen sind was für Anfänger) mit allem was an Fusstruppen vorhanden war (Airfix, Atlantic, Matchbox und Haufenweise Hongkong), selbstgebauten Holzschiffen (3. Klasse Werkunterricht) und jedem verfügbaren Flugzeugmodell ausgefochten wurden und dabei Verluste in großen Zahlen auftraten, die Jahre später bei Gartenarbeiten immer wieder zu Ausgrabungen führten, darf man auch auf wenig Ablenkung durch TV und anderes schieben.

Ich frage mich heute noch, welche Vorbilder die Chinesen für ihre Panzer genommen haben. Denn die Teile in diesen Tüten reichten von richtigen Panzer IV über T-54 zu VW Käfer ähnlichen Panzerwagen oder Geräten mit Turm mit Laufrollen aber ohne Ketten, die keine Ähnlichkeit mit tatsächlichen Fahrzeugen aufwiesen. Aber man hatte sie und dann wurden sie auch eingesetzt. Neben allem was von Roskopf oder Roco in die Finger zu kriegen war. Und Matchbox Bausätze gab es beim Supermarkt ums Eck ein ganzes Regal voll (und auch den Katalog mit den neuen Erkenntnissen zur Geschichte).

Gruß njetkulturny
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\"Spiderman ist ein Pionier des Internets. Er war als erstes im Web\"

\"Frag doch die Axt, ob Holz ein spaltbares Material ist. Ab morgen bedrohe ich die Welt mit meinen Holzbomben.\"

thrifles (Koppi)

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Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte
« Antwort #46 am: 26. Juli 2015 - 12:45:18 »

Ja. Kampf um Rom hat mich auch wirklich geprägt. Heute noch ist das Dark Age eine meiner Lieblingsepochen. Irgendwie war ich immer traurig, das King Arthur nicht ein Krieger wie Witigis war - Prinz Eisenherz war prima -, sondern ein Ritter. Wie happy war ich, als ich irgendwann während des Studiums den historischen Arthur entdeckte.
Die Roland Comics hatte ich mal bei meinem Cousin im Urlaub gelesen. Die kamen mir aber komisch vor, denn in Comics mussten Menschen lustig aussehen, sonst sind sie ja keine Comics. Ausnahme war Prinz Eisenherz. Aber das war ja auch Prinz Eisenherz.
Nur das mit dem singenden Schwert hatte ich nicht kapiert. War das wie in der Hitparade oder wie bei der Disco (oh, ich verfalle wieder in die Zeitreise).
Diese Sphärenklänge aus dem Film hatten mich nicht überzeugt. Solche Klänge waren den göttlichen Erscheinungen in Ben Hur, Das Gewand, Quo Vadis vorbehalten.
Diese bunten Kinder Bücher kenne ich nicht. Da muss ich mal schauen. Der französische Kurierfahrer ist ja spitze.
Ach ... kennt Ihr die Comic Reihe der Zweite Weltkrieg in Bildern von Pierre Dupuis? Fand ich auch klasse.
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 http://www.dminis.com/thrifles/galleries/

\" ... Artillerieeinheiten der wichtigsten Nationen (Preußen, Österreich, Russland, Großbritannien ...) sind \"gefärbt\". Das Holz der Kanonen ist bei den Preußen z.B. blau, weil das die Farbe der Nation im Spiel ist (grün für Russland usw.). Das alles sieht scheiße und spielzeugmäßig aus...\"
Zitat aus einer Besprechung von Napoleon Total War

Strand

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Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte
« Antwort #47 am: 26. Juli 2015 - 12:54:48 »

Alix und Roland waren Pflichtlektüre.  :thumbup: Allerdings habe ich die Bücher nie besessen. Die Stadtbücherei (Gibt es so etwas heute überhaupt noch?) war mein großer Freund in Zeiten, wo man sich noch gar keine Gedanken an Geldausgeben für Bücher machte, weil eh unerschwinglich.
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Hanno Barka

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Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte
« Antwort #48 am: 26. Juli 2015 - 20:36:53 »

Oh ja - ein Kampf um Rom... :) Ausserdem Hannibal von Mirko Jelusich, Karawannen nach Peking von Herrmann Schreiber, Ein Weltreich zu erobern von Mary Renault und nicht zu vergessen Flammender Kristall von Mary Steward, die damit meine Liebe zu den Dark Ages erweckte...
Roland und Prinz Eisenherz - *schwelg...
Irgendwie realisiert man, daß man alt wird, wenn sich dann jemand mit bereits ein paar Jahren TTG Erfahrung im Forum anmeldet und man realisiert, daß der Gute noch gar nicht geboren war, als man selber mit dem Hobby begonnen hat :D

Auch noch ein wichtiger Einfluß aus meiner Kindheit - die Verfilmungen von Krieg und Frieden, sowohl die Hollywoodschmonzette als auch der Vierteiler von Bondartschuk - tja warum hab ich nur eine russische Napoarmee? ;)
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Mit meiner brandneuen ergonomischen Gamingtastatur geschrieben. Kryptische Wortschöpfungen sind tastatur-, geschicklichkeits- und koordinationsbedingt und nicht als Zeichen geistigen Verfalls zu werten!

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Frank

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Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte
« Antwort #49 am: 27. Juli 2015 - 13:08:32 »

Zitat
kennt Ihr die Comic Reihe der Zweite Weltkrieg in Bildern von Pierre Dupuis? Fand ich auch klasse.

Jau, kenne ich auch noch. Fand ich aber nicht so lustig, weil die Deutschen immer verloren haben. :)

Dummerweise waren die Hefte teilweise grottig verleimt, sodass sie bald das zeitliche gesegnet haben.

\"Menschen und Waffen\" hatte ich ebenfalls. Band 1 als Kind und Band 2 habe ich mir in späten Jahren für ein kleines Vermögen in der Bucht geschossen. Im Nachhinein ein Fehler. Band 1 war genial, aber Band 2 nur noch ein müder Abklatsch.

In einem der Bände war eine deutsche sMG-Besatzung aus dem 1. Weltkrieg abgebildet. Mit Pickelhauben. Anstelle der Regimentsnummern hat der Zeichner einfach die MG-Bedienung durchnummeriert. Auch eine nette Idee.  :D
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Ein kleines Licht in dunkler Nacht,
das hat uns Jesus Christ gebracht,
doch wenn ich auf das Heute seh´
dann tun mir meine Augen weh.

Tumbertor

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Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte
« Antwort #50 am: 27. Juli 2015 - 13:50:24 »

Ja, historisch nicht ganz korrekt, aber dafür war die Dramatik nicht zu übertreffen. Hier ein Flammenwerfer im Einsatz ( man bedenke, ein Kinderbuch ! ):
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970 - 01:00:00 von 1438153421 »
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Sonic

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Tabletop im Jahr 1975 - eine kleine persönliche Geschichte
« Antwort #51 am: 27. Juli 2015 - 20:35:27 »

Auch von mir das Prädikat \"Lesenswert*

Zu diesen Zeiten war ich zwar noch Flüssig aber da ich ja historisch und Geschichtlich interessiert bin ist es ja ganz interessant mal was aus der \"Steinzeit\" zu hören *Seitenhieb*

:D

Meine ersten Erfahrungen mit Tabletop waren Heroquest und Star Quest. Dann mit Abstand Battletech und dann Warhammer 40K und dann hörte es nicht auf ;)
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