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  • 17. Januar 2021 - 16:01:31
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Endlich wieder da!

Autor Thema: HoW: Italien 1742-1748  (Gelesen 5485 mal)

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Pappenheimer

  • Edelmann
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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
Camposanto 1743
« Antwort #90 am: 12. Januar 2021 - 10:28:16 »

Vor einer Weile ging's mal wieder zur├╝ck nach Bella Italia - nat├╝rlich nur mit meinen Szenarien. Um das Spiel f├╝r 2 Spieler und den Abend machbar zu lassen, habe ich mal nichts an den Vorgaben meines alten Szenarios ge├Ąndert.

Ej├ęrcito espa├▒ol
CinC Gages (Dith.)

1. GL Duc de Atriaco (Dep.) : 2 x Cuir., 1 x Drag.
2. GL Macdonald (Dash.) : 2 x Guards (large)
3. GL Ramirez (Dep.) : 3 x inf., 1 x light artillery
4. MdC Gravina (Dep.) : 3 x inf.
5. GL Mariani (Dep.) : 2 x inf. (Walloon)
6. MdC Torre (Dep.) : 2 x Drag.


BP: 7

Arm├ęe alli├ęe
Feldmarschal Graf Traun (Dash.)

1 Pestalluzi (Dep.) ? 2 x Cuir. (├Âsterr. u. sardische Kav.)
2 independent : 1xlight inf., 1xmed. artillery
3 GL Aspremont (Dash.) wounded on a 8-12: 3 x inf. (Sard.), 1 light artillery
4 Colloredo (Dep.): 3 x inf. (Austrian)
5 FML Pyersberg (Dep.) : 2 x Cuir, 1 x Hus. (small)
6 FML Ciceri (Dep.) ? : 1 x Cuir., 1 x Drag.

BP: 6

Neben der Vernichtung der jeweiligen Gegenseite gab es noch die M├Âglichkeit
f├╝r die ├ľsterreicher die beiden Br├╝cken zu besetzen w├Ąhrend noch mind. 2 spanische Brigaden auf der falschen Flussseite waren
und
f├╝r die Spanier die Siegbedingung die Ausgangsposition des ├Âsterr. Zentrums einnehmen.



Ich habe Feldmarschall Traun gespielt und Pallas Athene hat de Gages ├╝bernommen.


Beide Armeen sind aufmarschiert, die Spanier links und die verb├╝ndeten ├ľsterreicher und Piemontesen rechts. Bayerische Kavallerie als piemontesische Kavallerie.
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Mar├ęchal Davout

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #91 am: 12. Januar 2021 - 11:09:32 »

Sch├Ân, sch├Ân! Hier ist mal wieder etwas Platz f├╝r die Truppen zu man├Âvrieren :) Freue mich drauf!
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D.J.

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #92 am: 12. Januar 2021 - 11:16:38 »

Oooh ... du verw├Âhnst uns (mich) wieder mit Lesefutter!  :D
Im Moment komme ich leider nicht nach, aber ich lese mit so ich kann *freu*
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Wer K├Âlsch trinkt, verliert die Kontrolle ├╝ber sein Leben

Pappenheimer

  • Edelmann
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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
1. Teil: Die Spanier legen los
« Antwort #93 am: 12. Januar 2021 - 14:27:49 »

Sch├Ân, sch├Ân! Hier ist mal wieder etwas Platz f├╝r die Truppen zu man├Âvrieren :) Freue mich drauf!
Dabei war der Tisch diesmal nur 2,20 x 1,80, da ich nicht soviel Aufwand betreiben wollte mit dem K├╝chentisch. Nach wie vor w├Ąre ne gescheite Platte besser. Aber ich habe bislang keinen Schreiner gefunden, der mir sowas bauen w├╝rde.


Die Spanier begannen gleich einmal mit einem forschen Vormarsch und kamen auch gleich in Feuerreichweite. Ihr Infanteriefeuer war auch erstaunlich pr├Ązise.

Wie in der historischen Schlacht riss mein weit nach links ausschwenkender Kavalleriefl├╝gel, der wohl f├╝r einen Flankenangriff so ausgreifend konzipiert war zu einer bedenklichen L├╝cke zwischen meinem linken Fl├╝gel und meinem Zentrum. Daher lie├č ich sogleich meine ├Âsterreichischge Infanterie unter Colloredo eine Art Angriffskolonne formieren und hinter dem ersten Treffen, das Aspremont unterstand entlang marschieren und das f├╝hrende Bataillon sogleich neben der piemontesischen Artillerie den Feuerkampf gegen die anr├╝ckenden Spanier aufnehmen.


Meine Dragoner st├╝rzten sich auf ihre spanischen Gegen├╝ber - nicht zuletzt um zu verhindern, dass die Wallonischen Garden die spanische Reiterei durchqueren und dann mit ihrem Feuer meine Kavallerie vor sich her treiben konnten. Die Attacke war gleich erfolgreich. Die spanischen Reiter wurden zur Retirade gezwungen und mussten bis an den Ortsrand von Camposanto zur├╝ck.


Dummerweise hielten meine Dragoner nun nicht an, sondern st├╝rmten entgegen meinem Befehl weiter - genau in das Bataillon Wallonen dahinter hinein. Ein gut gezieltes Abwehrfeuer und meine Dragoner waren in die Flucht geschlagen!
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Pappenheimer

  • Edelmann
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    • Wackershofen Anno Domini / Landleben 17.Jh.
2. Teil: Wendet sich das Blatt?
« Antwort #94 am: 14. Januar 2021 - 11:37:31 »


Nachdem die Spanier offenbar mein Zentrum und dort insbesondere mein piemontesisches erstes Treffen weich geklopf hatten, beschloss de Gages einen ungest├╝men Angriff, der wohl seines Erachtens den Durchbruch und eine fr├╝he Entscheidung bringen sollte. Die Entscheidung brachte dieser Bajonettangriff - aber anders als von ihm erhofft. Das Abwehrfeuer meiner dezimierten Piemontesen streckte schon etliche spanische Angreifer nieder. Auch im Nahkampf hielten die Piemontesen stand und warfen den Feind vollkommen zur├╝ck.

Da de Gages offenbar vorhatte mittells seiner Gardeinfantarie meinen linken Fl├╝gel vom Schlachtfeld zu dr├Ąngen, sah ich keine andere Chance als dort die Attacke als beste Verteidigung zu w├Ąhlen. Auch spekulierte ich dadurch zumindest eines der Gardebataillone der Wallonen zumindest zum R├╝ckzug zu zwingen.


Das Resultat allerdings war, dass nicht nur meine anst├╝rmenden piemontesischen Dragoner in die Flucht geschlagen wurden, sondern auch das attackierte Battailon Wallonen zerschlagen wurde.


An meinem rechten Fl├╝gel ging ich die Gefahr ein, dass eine offene Flanke die spanischen Dragoner heran locken w├╝rde. Es schien mir aber f├╝r den Moment wichtiger die besonders effektiv mit Kart├Ątschen meine piemontesische Infanterie niederhaltende spanische Batterie zu vertreiben. Daher nutzte ich einen befl├╝gelnden Befehl Pestaluzzis und griff mit aller Wucht die spanische Batterie an, die im ersten Ansturm schwer getroffen wurde, so dass die Kanoniere ihre Gesch├╝tze verlie├čen und entlang der Linie sich zur├╝ck zogen.


Die unweit in wilder Flucht zur├╝ck rennenden abgeschlagenen spanischen Infanteristen rissen dann die sich sammelnden Artilleristen mit sich. Dies war ein ├╝berragender Erfolg nachdem am Anfang alles nach einem deutlichen Sieg f├╝r de Gages ausgesehen hatte.


Im Zentrum versuchte nun de Gages die Lage zu stabilisieren indem er das erste durch das zweite Treffen ersetzen lie├č soweit das m├Âglich war. Ich hielt meine angeschlagene piemontesische Infanterie zur├╝ck um ihr Erholung zu g├Ânnen, setzte aber mit meiner ├Âsterreichischen Infanterie nach, um den Spaniern keine Ruhe zu g├Ânnen.

Am Waldrand an meinem linken Fl├╝gel krachten erneut beide Seiten aufeinander. Hier zahlte sich aus, dass ich noch immer an Reiterei eine gewisse ├ťbermacht besa├č, auch wenn mich das Feuer des verbliebenen wallonischen Gardebattalions Sorgen bereitete.


Auch wenn in den K├Ąmpfen am Wald meine Reiterei schwer Federn lassen musste und ich sie anschlie├čend zur├╝ckziehen musste, war dieser Kampf insgesamt erfolgreich. Ein weiteres spanisches Kavallerieregiment wurde im Nahkampf vernichtend geschlagen. Die im Zentrum zum R├╝ckzug gezwungenen spanischen Bataillone durchquerten die sich dort sammelnden geschlagenen spanischen Reiter, die nicht mehr dazu bereit waren sich zu sammeln.


So floh die zweite von drei berittenen Einheiten von de Gages rechtem Kavalleriefl├╝gel durch Camposanto ├╝ber die Panarobr├╝cke womit dieser mehr oder minder zerschlagen war. De Gages w├╝rde es nun schwer haben seinerseits seinen rechten Fl├╝gel zu behaupten, der nur noch aus den sich am Panaroufer sammelnden Dragonern und den auf die H├Ąlfte geschrumpften wallonischen Garden bestand.
Zu seiner Erleichterung mochte dienen, dass ich meine gesamte Reiterei vom linken Kavalleriefl├╝gel hinter den Wald zur├╝ck genommen hatte. Ich hielt es f├╝r wichtiger nun diese Truppen soweit zu sammeln, dass ich sie sp├Ąter wieder geschlossen vorf├╝hren konnte.
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Mar├ęchal Davout

  • Edelmann
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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #95 am: 14. Januar 2021 - 12:09:47 »

Spannende Entwicklung! Ich kann dem Geschehen auch sehr gut folgen - wird diesmal auch durch deine Ich-Erz├Ąhlperspektive gut unterst├╝tzt. Da harre ich doch der Conclusio...
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D.J.

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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #96 am: 14. Januar 2021 - 13:15:00 »

Ich habe gestern begonnen hier mitzulesen und konnte super folgen. Vielen lieben Dank f├╝r deine M├╝hen :)
Wenn ich das richtig sehe, hast du deine Reiterei schlecht im Zaum ;)
"Dummerweise hielten meine Dragoner nun nicht an, sondern st├╝rmten entgegen meinem Befehl weiter - genau in das Bataillon Wallonen dahinter hinein. Ein gut gezieltes Abwehrfeuer und meine Dragoner waren in die Flucht geschlagen!"
Ernsthafte Frage:
Ist das regeltechnisch bedingt?
Wenn ja, finde ich das sehr gut umgesetzt, denn nicht immer l├Ąuft alles nach dem Gusto des Befehlshabers.

Bisher sehr spannend zu lesen! Danke dir :)
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Pappenheimer

  • Edelmann
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Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #97 am: 15. Januar 2021 - 11:13:23 »

Ernsthafte Frage:
Ist das regeltechnisch bedingt?
Wenn ja, finde ich das sehr gut umgesetzt, denn nicht immer l├Ąuft alles nach dem Gusto des Befehlshabers.
Ja, das stammt aus den Regeln. Es gibt den "Cavalry pursuit". Das bedeutet, dass die Kavallerie, wenn sie einen Gegner im Nahkampf vernichtet oder zum R├╝ckzug (mit 4 Hits beim Gegner) gezwungen hat, diesem folgen kann - ich glaube eine Bewegung (bei 1:72 25 cm). Das passiert auf eine 4-6. Wenn man dagegen votiert wird das W├╝rfelergebnis -1 genommen, spricht man sich daf├╝r aus, dann +1. Bei "inferior units" - also schlechten Einheiten - wird 1 abgezogen, bei Superior Einheiten eins drauf gerechnet. Das ist ja auch logisch, da Superior Einheiten eh mehr aushalten und die Verfolgung nicht soviel ausmacht.
Ich habe mich dagegen entschieden, dass die Dragoner verfolgen, dann aber eine 5 gew├╝rfelt. 5-1 (f├╝r dagegen) machte 4. D.h. dass meine Dragoner die Verfolgung begannen. Die wallonischen Garden standen meinen Dragonern genau im Weg und so rannten sie ihnen in die Arme. Da ich schon aus dem Nahkampf einige Hits kassiert hatte (aber eben weniger als 4) waren die Dragoner sofort gebrochen.

Ich denke, dass v.a. Kavallerie schwer zu steuern ist und von daher finde ich die Regelung plausibel.
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D.J.

  • Bauer
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  • Beitr├Ąge: 890
Re: HoW: Italien 1742-1748
« Antwort #98 am: 15. Januar 2021 - 11:28:25 »

Danke dir :)
Ja, das klingt plausibel, denn so wie ich die Kavallerie dieser Zeit verstehe, waren die noch sehr "oben auf" und blickten auf andere (im wahrsten Sinne des Wortes) hinab. Da ist so ein ungest├╝mes Verhalten dann perfekt widergegeben.
Dann werde ich das f├╝r mich bei Kugelhagel auch noch einmal nachlesen und dann notfalls einfach entsprechend "hausregeln" und zur Pflicht machen, weil mir das sehr gut gefallen hat, in deinem Spiel. Das war ein sehr cineastischer Moment :)
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