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  • 18. März 2019 - 17:45:53
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Autor Thema: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen  (Gelesen 1200 mal)

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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #30 am: 14. Februar 2019 - 15:56:59 »

"Hornblower"


Miniserie. Sehr nett gemacht.
Nichts für Knöppezähler, aber gut gemachte Unterhaltung, für Leute mit
Interesse an Napoleonik und Seefahrt ..
Die Briten sehen ja auch ganz ordentlich aus. Sehr lustig - vielleicht nur im O-Ton - die Franzosen mit ihrem wirklich schwer als solches zu identifizierenden Französisch. Da hätte man ruhig auch einfach Franzosen nehmen können oder halt synchronisieren.
Den 1. Teil mit Hornblower als Seekadett fand ich am besten.
Später mit der Bretagne, die eher wie Spanien aussieht, fällt's ein bisserl ab und erinnert dann eher an Sharpe.  ;)

Ich muss mir mal "Old Ironsides" nochmal anschauen. Wirkt erstmal echt beeindruckend!
« Letzte Änderung: 14. Februar 2019 - 15:58:51 von Pappenheimer »
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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #31 am: 14. Februar 2019 - 17:02:20 »

Aus den Hornblower und den Aubrey Geschichten lassen sich eigentlich schöne Szenarien für Sharpe Practice ableiten. Mir fehlen noch entsprechende kolonialen Gebäude. Da hoffe ich ja noch auf einen entsprechenden Kickstarter von Jens  ;)
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Riothamus

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #32 am: 15. Februar 2019 - 12:22:37 »

Forester hat ja auch u.a. zeitgenössische Zeitungsberichte verwurstet. Daher bleibt die Story vergleichsweise realistisch.
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Gruß

Riothamus

JensN

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #33 am: 15. Februar 2019 - 12:34:01 »

Mir fehlen noch entsprechende kolonialen Gebäude. Da hoffe ich ja noch auf einen entsprechenden Kickstarter von Jens  ;)



Ähhh, da guck mal den Piraten Kickstarter und ggf. den Spanien Italien. Da wäre dann alles drin. zwar hast Du dann auch andere Sachen, aber die kann man immer brauchen.

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #34 am: 15. Februar 2019 - 21:28:26 »

"Old Ironsides"
USA 1926
Regie: James Cruze
Darsteller: Charles Farrell, Esther Ralston,Wallace Beery, George Bancroft

Handlung: Die USA beraten 1798 wie man auf die Bedrohung durch die Piraten von Tripolis reagieren soll. Endlich werden Schiffe gebaut. 1803 entschließt sich ein Junge auf der "Constitution" anzuheuern. Doch wird er im Hafen von Boston durch den Seemann Bos'n shanghait und auf das Handelsschiff "Esther" verschleppt, wohin der Halunke auch Bancroft, einen Masterguner der "Constitution" lockt. Trotz der Versicherung der Marine, das Meer sei nun sicher, wird die Barke "Esther" von Piraten erbeutet und in den Hafen von Tripolis verschleppt. Während der junge Mann, den die anderen "Commodore" nennen und seine Freunde in den Steinbruch müssen, wird seine Geliebte, die Tochter des Schiffseigners von den Piraten auf die "Esther" gebracht, um sie darauf als Geschenk dem Sultan zu schicken. Doch unterdessen beschließt Commander Preble Tripolis anzugreifen, nachdem der tapfere Stephen Decatur die "USS Philadelphia", die in die Hände der Feinde gefallen war, zerstört hatte. Rechtzeitig entkommen der "Commodore" und 3 andere der Sklaverei und werden von der "USS Constitution" aufgelesen. In einem großen Kampf wird nicht nur ein Fort der Piraten erstürmt und die gegnerische Fregatte "Algier" versenkt, sondern auch die "Esther" zurückerobert.

Dieser Film ist gigantisch. Es spielt dabei eigentlich keine Rolle, dass die größeren Schiffe von der Betakelung etc. einfach nicht in die Zeit passen und dass z.B. die Matrosen nicht in Hängematten sondern wie in einem Schiff des späteren 19.Jh. die Auswanderer in solchen Betten schlafen. Dennoch sind die Szenen auf See einfach beachtlich und die Seeschlacht am Ende mit einem atemberaubenden Aufwand gedreht. Wie da die Seesoldaten über das Schiff wuseln und die Masten krachen, ist echt eine Wucht. So einen langen Stummfilm anzuschauen, ist natürlich eine Herausforderung. Vielleicht ne schöne CD nebenbei hören. Aber das lohnt sich für Fans des Genres. Das sind mal echt große Schiffe und Massen an Statisten!
Die Darsteller sind ausgezeichnet und Esther Ralston ist einfach bildschön. Dass sie einfach ne 20er-Jahre Frisur trägt (wie sich bei den Kostümen eh kaum Mühe gegeben wurde) spielt da nicht soooo die Rolle.

Darsteller ****
Bilder ****
Schiffe ****
Story ***
« Letzte Änderung: 19. Februar 2019 - 09:24:20 von Pappenheimer »
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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #35 am: 18. Februar 2019 - 10:07:46 »

"Der Schwarze Korsar"
Italien 1976
Regie: Sergio Sollima
Darsteller: Kabir Bedi, Carole André, Mel Ferrer, Sal Borgese

Handlung: Da seine beiden Brüder, der Rote und der Grüne Korsar (sic. - man wartet noch auf den Orangen, Rosa und Lila Korsar  ;D ), naiv nach Maracaibo hineinspaziert sind und von den Häschern des fiesen Herzogs Van Gould ermordet wurden, sinnt der Schwarze Korsar nun auf Rache. Er erlebt einen Genozid an Indios und somit schließt sich eine "Indianerin" (eindeutig ne Italienerin mit so ner Art Hippieoutfit) der Rachecombo an. In Tortuga gerät der Schwarze Korsar mit L'Olonois und den anderen weniger edelmütigen Piratenanführern - die sind ja auch keine Italiener auf Rachetour - aneinander. Daher will der Schwarze Korsar Van Gould im Alleingang umlegen. Erst auf der Fahrt erkennt er, dass er sich in Van Goulds Tochter verliebt hat und setzt sie auf dem Meer aus. Spanier (erkennt man schön an gelbroten Schärpen und Kunstlederwesten!) werden nun zu Dutzenden von Django äh dem Schwarzen Korsar praktisch allein niedergemetzelt. Doch er kommt einfach nicht an Van Gould ran. Derweil greifen die anderen Piraten um L'Olonois Maracaibo von Land aus an, wobei Mönche gezwungen werden die Sturmleitern zu tragen. Da der Schwarze Korsar die Verstärkungen aus der Zitadelle alleine aufhält - kein Witz! - können die Piraten endlich die Mauern erstürmen und Maracaibo plündern. Der Schwarze Korsar kann mit Hilfe eines edelmütigen Spaniers entkommen und greift am Ende Van Goulds "Galeone" an. Das gelingt weil der Hilfspirat des Schwarzen Korsaren, Henry Morgan (sic!), einen tollen Plan hat. Doch der Schwarze Korsar kann Van Gould nicht töten, weil ihn die Geister seiner Brüder daran hindern(echt wahr!)...

Jepp, das ist ein irrer Mix aus Italowestern, Piratenfilm, Romanze, Horrorfilm und ein bisschen Hippiekram. Die ganzen Kamerafahrten und auch z.T. die Bauten erinnern an Italowestern. Natürlich funktioniert das dramatisch nicht mit Degen und Steinschlosspistole (die bezeichnenderweise hier wie ein Revolver klingt), dass der Held die Feinde zu Dutzenden abschlachtet. Auch wenn er praktisch allein ein Schiff kapert wirkt das einfach nur lächerlich. Amüsant und unfreiwillig komisch auch die Gang von Van Gould, wo einer - kein Witz - ne Rüstung aus nem Sandalenfilm trägt und die Typen so nen Mix aus fiesem mexikanischem Räuber und Sandalenfilmbarbaren! Die Schiffe sind ein Brüller. Dank Heckmotor können sie offenbar auch gegen den Wind segeln (der einfach nicht auf die "Regie" hören will). Das Piraten"schiff" des Schwarzen Korsaren ergibt einfach garkeinen Sinn, ist ein umgebautes modernes Fischerboot oder sowas. Die "Galeone" sieht mit den viel zu kurzen Masten aus wie ein Spielzeug. Gedreht wurde scheinbar auf einem Binnengewässer, da das Piraten"schiff" offenbar garnicht hochseetauglich ist (nur mal drauf achten wie nah die Stückpforten an der Wasserlinie liegen).
Interessant der irre Mix aus historischen Aspekten (Mönche beim Angriff auf Maracaibo, hist. Piraten) und Fiktion. Die Festung allerdings ist ein schönes Setting.
Leider kann die Masse der Schauspieler nicht schauspielern und Mel Ferrer, der damals offenbar auf solche europäischen Low-Budget-Filme angewiesen war, hat offenbar keine Lust auch nur die Miene zu verziehen. Amüsant die Menge an Italowesternschauspielern oder Sal Borgese, den man als Prügelopfer aus Bud Spencer-Filmen kennt.

Darsteller **
Bilder **
Schiffe
Story **
« Letzte Änderung: 25. Februar 2019 - 09:52:00 von Pappenheimer »
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Plasti

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #36 am: 18. Februar 2019 - 19:15:37 »

Na nach der Beschreibung müsste sich den ja echt ansehen ;D.
Um sich selbst davon kugeln zu können.
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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #37 am: 19. Februar 2019 - 09:22:08 »

Naja, nur zu! Gibt's auf YT unter "Der rote Korsar" - also nicht der Film mit Burt Lancaster!
"Old Ironsides" fand ich bislang unter den alten Schinken wirklich den besten. Es kommen hier aber noch mehr Klassiker. Da viele davon heute scheinbar nicht mehr großartig vermarktet werden, findet man sie auf YT.

Ein Beispiel für die Piratenfilmschwemme der 50er/60er ist:

"Piraten von Tortuga"
USA 1961
Regie: Robert D. Webb
Darsteller: Ken Scott, Letícia Román, Dave King, Robert Stephens

Handlung: England zur Zeit von Charles II.. Anfangs denkt man, das soll irgendwann im 18.Jh. spielen, da die karnevalesken Kostüme doch eher an Mitte 18.Jh. erinnern. Also aufgepasst! Der Kaper Bart Pexton kommt nach London, um dort von der Admiralität den Auftrag zu erhalten gegen den von der Krone fallengelassenen Henry Morgan vorzugehen. Derweil schleicht sich die "Tänzerin" Meg auf sein Schiff, wo sich kurz darauf auch ein paar Offiziere einstellen, die ihre "eleganten" Fummel dann gegen piratige Klamotten vertauschen. Auf dem Meer gibt's das zu erwartende Balzverhalten um das Gossenmädchen. Auch ein "Enterkampf" kommt vor. Pexton bringt seine Beute nach Jamaika, das von der Flotte Sir Henry Morgans blockiert und ausgehungert wird (wie das gehen soll, wo doch offensichtlich auf Jamaika zahlreiche Landwirtschaft existiert, erfährt man nicht). Hier entwirft er nachdem er Tortuga ausspioniert hat einen Plan zu einem Angriff auf das Piratennest. Doch der fiese Kaufmann Randolph verrät den Plan an Morgan. Beinahe missglückt er, doch gelingt Pexton im Alleingang das Pulvermagazin der Zitadelle von Tortuga zu sprengen. Pexton wird durch Randolphs frühere Anklagen vor Gericht gestellt. Doch rettet ihn dann irgendwie Megs Aussage, der mittlerweile der Gouverneur von Jamaika verfallen ist.

Die ganze Handlung des Films ergibt wenig Sinn. Dass mehrfach behauptet wird, dass die Engländer wegen der Spanier nicht mit Kriegsschiffen Tortuga angreifen können, ist einfach unlogisch. Henry Morgans alternative Story, dass er garkein Vizegouverneur von Jamaika, sondern ein Schurke geworden/geblieben ist, funktioniert leider auch nicht.
Hinzu kommt, dass die Schauspieler einfach langweilig agieren. Selbst Dave Kings Dauergrinsen kann darüber nicht hinweg täuschen, dass Ken Scott und seine "Offiziere" samt dem Rest der Mannschaft ein unsäglich müder Haufen sind. Stephens erscheint auch eher unbeholfen als böse. Der Versuch die Italienerin Letícia Román irgendwie als kesse Schönheit zu vermarkten, funktioniert auch nicht recht, sosehr sie sich auch räkelt.
Ein Hauptproblem ist aber wohl, dass man Außenaufnahmen wie der Teufel das Weihwasser scheute. Egal ob auf dem Schiff oder auf "Tortuga" - wohl 95 % gedreht im Studio. Die Schiffe sind alle dasselbe Modell, auch wenn sie mal "Schaluppe" genannt werden. Immerhin passen sie von der Bauart grob in die 2.Hälfte des 17.Jh.. Insgesamt kommt einfach kein Piratenfeeling auf.
Die magere Ausstattung tut ihr übriges. Amüsant die Kajüte des Kapitäns, wobei die Fenster wie so bemaltes Papier aussehen, was wohl dazu dienen soll, dass man garnicht erst im Hintergrund andeuten braucht, dass das Schiff auf dem Wasser ist.
Müder, langweiliger Film; aus Nostalgiegründen angeschaut, weil ich den als Kind auf Video aufgenommen hatte.

Edit: Die selben Schiffe tauchen auch in "König der Piraten" (Raiders of the Seven Seas) mit John Payne von 1953 auf! Erkennt man einmal an der wie eine schwedische Flagge aussehenden Fahne an einem der Schiffe.

Darsteller *
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« Letzte Änderung: 19. Februar 2019 - 11:41:40 von Pappenheimer »
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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #38 am: 19. Februar 2019 - 18:08:50 »

"Der rote Korsar" mit Burt Lancaster und Eva Bartok aber auch "Der scharlachrote Pirat" mit Robert Shaw, James Earl Jones und Geneviève Bujold habe ich als Kind geliebt.
Das waren perfekte SO-Nachmittagsfilme.
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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #39 am: 25. Februar 2019 - 09:45:29 »

"Blackbeard the pirate"
USA 1952
Regie: Raoul Walsh
Darsteller: Robert Newton, Linda Darnell, Keith Andes

Handlung: Edwina Mansfield will an Bord von Charles Bellamys Schiff im Hafen von Port Royal gehen, doch dieses ist mittlerweile in der Hand von Blackbeard, der Bellamy aufgehängt hat. In Edwinas Gefolge befindet sich der Wundarzt Maynard, der Blackbeard von einer Kugel befreit. Unterwegs wird Edwina mit der ganzen Wahrheit konfrontiert und verliert ihren Schatz an Blackbeard, der ihn auf einer Insel versteckt. Anschließend greift Sir Henry Morgan, den Maynard hasst, die Piraten an, fällt aber auf einen Trick Blackbeards herein. Sir Henry Morgan, mittlerweile zum Gouverneur von Jamaika befördert, bewirbt sich um Edwinas Hand, die als Hofdame am englischen Hof den Aufstieg Morgans zum Lord bewerkstelligen soll. Doch sie flieht mit Maynard auf Blackbeards Schiff, wo sie erneut auf Blackbeard trifft, der unterdessen seine Mannschaft aus den Gefängnissen der Engländer befreit hat. Morgan wagt nunmehr nicht mehr ernsthaft mit Blackbeard zu kämpfen, der Edwina als ein Schutzschild missbraucht. Morgan ist immernoch insgeheim Pirat und will nur Blackbeard als seinen Konkurrenten aus dem Weg räumen. Schließlich kommt es zur Meuterei in Blackbeards Mannschaft, als die begreift, dass er ihr den abgemachten Anteil vorenthält...

Die Handlung ist ein bunter Mix aus historischen Elementen und Fantasy. Nicht von Ungefähr erinnert Edwina Mansfields Name an Morgans Protegé in seinen frühen Jahren auf Jamaika. Dass Blackbeard garnicht in Henry Morgans Lebenszeit passt, spielt kaum eine Rolle. Während die Handlung eher mäßig und wenig originell wirkt, sind die Höhepunkte eindeutig dort zu verzeichnen, wenn vorrangig die geradezu comichaften Charaktere aus Blackbeards Mannschaft auftreten, allen voran Robert Newton als Blackbeard der genüsslich mit den Augen rollt und seine ganze Schauspielkunst aufbietet, während Andes als sein Gegenspieler blass wirkt. Linda Darnell als eine resolute Damsel in Distress ist eine Augenweide.
Die Ausstattung ist damaliger Standard mit Schiffen deren Segel wie von Geisterhand gesetzt werden und eher aus heutiger Sicht unfreiwillig komisch wirkenden Gefechten.

Darsteller ***
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« Letzte Änderung: 27. Februar 2019 - 09:20:37 von Pappenheimer »
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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #40 am: 27. Februar 2019 - 09:19:51 »

"Donner über dem Indischen Ozean"
F, E, I 1966
Regie: Roy Rowland
Darsteller: Gérard Barray, Antonella Lualdi, Terence Morgan, Geneviève Casile, Gianni Esposito

Handlung: Wohl 1803, denn Frankreich wurde durch Großbritannien erneut der Krieg erklärt. Surcouf wird zu Napoléon gerufen, der ihn beauftragt mit 2 Linienschiffen in den Indischen Ozean zurückzukehren, um an geheime Pläne der verbliebenen französischen Stützpunkte zu gelangen, die wohl schon in die Hände der Engländer gefallen sind. Surcouf zieht es vor mit seiner "Revenant" zu segeln. Durch einen Trick erbeutet er eine britische Fregatte mit der er verkleidet in den Hafen von Lord Blackwoods Festung einläuft. Hier gelingt es ihm mit Hilfe von Lady Margaret nach der Vernichtung der Pläne zu entkommen.
Dann übergibt er das Kommando über die "Revenant" an seinen Bruder Nicolas, der allerdings von Indern gefangen wird. Darum muss Surcouf doch auf der "Confiance" nach Port Louis zurückkehren, obwohl ihn seine Gemahlin zurückhalten will. Entgegen seiner Erwartungen will ihm der Gouverneur keine Männer zuteilen, sondern sogar die "Confiance" beschlagnahmen. Geschickt gelingt Surcouf die Flucht. Der schurkische Lord Blackwood fordert von Surcouf, dass er sich an seines Bruders statt gefangen gibt. Schließlich tut er es. In einem finalen Kampf wird Surcouf von Nicolas und seinen Männern befreit und Lord Blackwood getötet.

Die fiktive Story ist natürlich einigermaßen Banane. Warum sollen die Briten nicht wissen, wo die franz. Stützpunkte liegen? Aber auch die Handlung im Detail ist teilweise regelrecht bescheuert. So laufen die beiden französischen "Fregatten" Confiance und Revenant in den Hafen der Briten z.B. ein ohne von den Festungsbatterien beschossen zu werden. Das ergibt einfach keinen Sinn.
Am schlimmsten sind aber die Kostüme, v.a. die "Uniformen". Dabei spielt es keine Rolle, dass die Franzosen schon 1803 (?) Kaiseradler haben. Nein! Teilweise sind die Franzosen die Rotröcke und die Briten bekommen recht miese französische Uniformen. Ein Teil der Uniformen sieht aus wie aus einem Film, der eher in den 1830ern spielen soll. Hinzu kommen karnevalesk anmutende Hütchen. Sowohl die Zweispitze der normalen Soldaten (eher vom Format her Carabinieri 1966 in Italien!), als auch die komischen Tschakos, bis hin zu albernen Dreispitzchen für die britischen Offiziere. Die tollsten Teile sind allerdings so ein Mix aus Zipfelmütze und äh Bärenfellmützenkalpak oder sowas. Sieht auf jeden Fall zum Schießen aus. Dass die Briten auch französische Uniformen tragen und die Franzosen die Gleichen, ist einfach nur verwirrend.
Besonders störend aber ist die Explosionsfrisur von Lady Margaret mit den Tonnen von Schminke. Irgendwie wird mir wohl dieses Monstrum von Frisur und die Pappwände im Verlies von Lord Blackwood am meisten an dem Streifen im Kopf bleiben.
Einzig interessanter Aspekt des Cast der Auftritt von Aldo Sambrell als "la Bombarde" einen mit Tromblons den Weg freiballernden Maat oder sowas von Robert Surcouf. Ansonsten ist die Mannschaft von Surcouf ein ziemlich lahmer Haufen, so dass man leider nur Gérard Barray den Abenteurer abnehmen kann.
Insgesamt auch als Abenteuer etwas arg müde. Dass fast alles in Blackwoods Festung spielt, macht das Ganze noch dröger.
Man merkt dass der Film als eine Art Abfallprodukt 1966 zusammen mit "Unter der Flagge des Tigers" sozusagen als Sequel gleich mitgedreht wurde. Manche Szenen wie das Abfeuern der Geschütze wird einfach wiederverwendet.
Komischerweise sehen die Schiffe insgesamt ganz ordentlich aus, auch wenn die Confiance plötzlich zu groß wirkt, da man wohl dasselbe Schiff, das im 1. Teil die "HMS Kent" spielte, wieder verwerten wollte.

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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #41 am: 27. Februar 2019 - 14:11:45 »

Wenn ich keinen Bock mehr auf das tausendste Piratenschiff habe, geht es hier mit Mantel- und Degenfilmen in einem anderen Thread weiter. Ich habe die auch als Kind heiß und innig geliebt. Egal ob "Entführt"(David Balfour) - oder "Musketier"-Verfilmungen. Hauptsache klirrende Degen und Action... Ein Genre das trotz (oder wegen) modernen Wiederbelebungsversuchen (elfundneunzigste D'Artagnan-Verfilmung...) scheinbar gestorben ist. 
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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #42 am: 27. Februar 2019 - 15:22:57 »

Wenn ich keinen Bock mehr auf das tausendste Piratenschiff habe, geht es hier mit Mantel- und Degenfilmen in einem anderen Thread weiter.

Auja!
Da wäre ich sofort als Abonaut dabei :)

Ich habe die auch als Kind heiß und innig geliebt. Egal ob "Entführt"(David Balfour) - oder "Musketier"-Verfilmungen. Hauptsache klirrende Degen und Action... Ein Genre das trotz (oder wegen) modernen Wiederbelebungsversuchen (elfundneunzigste D'Artagnan-Verfilmung...) scheinbar gestorben ist.

Egal wie oft verfilmt, Mantel- Degenfilme sind für mich einfach zeitlos :)
David Balfour, der Weihnachtsmehrteiler vom ZDF ... alter Verwalter, ich bin ja ein richtig Alter!  :o
Der Mann in der eisernen Maske (alt und neu) und all die anderen Verfilmungen mit Richard Chamberlain, Michael York ... das wäre ein Thread, den ich umgehend entern würde :D
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So, jetzt nimmt sich jeder noch ein Eis und dann reiten wir los. :D

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #43 am: 27. Februar 2019 - 17:46:33 »


David Balfour, der Weihnachtsmehrteiler vom ZDF ... alter Verwalter, ich bin ja ein richtig Alter!  :o
Der Mann in der eisernen Maske (alt und neu) und all die anderen Verfilmungen mit Richard Chamberlain, Michael York ... das wäre ein Thread, den ich umgehend entern würde :D
Ja, der vom ZDF. Trotz des Zeitkolorits m.E. noch heute sehenswert und der mit Alan Lad. Komischerweise deutlich interessanter als die geupdatete TV-Verfilmung mit Armand Assante (den ich als Schauspieler eigentlich mag). 
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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #44 am: 27. Februar 2019 - 19:17:36 »

Bei der Fülle an Filmen, die mittlerweile ja in schon dem dritten Thread behandelt werden, fällt mir immer mehr auf das Ich echt wenig fernsehe und ins Kino bin.

Denn die vielzahl der hier angesprochenen Filme kenne ich nicht, ob wohl Piraten, Western und Mantel & Degen Filme ich sehr gerne ansehe.

Ok einen habe ich noch, den ich als Piraten Film nicht sonderlich mag "Die Piratenbraut".
Ich kann nicht sagen warum ich ihn nicht mag.
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