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Autor Thema: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen  (Gelesen 3067 mal)

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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #45 am: 28. Februar 2019 - 10:06:25 »

Bei der Fülle an Filmen, die mittlerweile ja in schon dem dritten Thread behandelt werden, fällt mir immer mehr auf das Ich echt wenig fernsehe und ins Kino bin.

Denn die vielzahl der hier angesprochenen Filme kenne ich nicht, ob wohl Piraten, Western und Mantel & Degen Filme ich sehr gerne ansehe.

Ok einen habe ich noch, den ich als Piraten Film nicht sonderlich mag "Die Piratenbraut".
Ich kann nicht sagen warum ich ihn nicht mag.
Ist meines Erachtens auch ne Frage, wann man verfügbare Zeit zum gucken hatte. Als ich Kind war, liefen diese Filme am Wochenende oder manchmal auch unter der Woche so um 14 oder 15 Uhr auf den Dritten Programmen. Wir haben die damals auch auf VHS aufgenommen, weil ich so wild drauf war, sogar ziemlichen Schund. Aber als Kind fand ich die alle toll, außer vielleicht einer war zu langweilig. Vereinzelt liefen diese Filme sogar auf Pro7 nachmittags in der Zeit, als es noch Fernsehansager gab. Ich entsinne mich, dass mal Arabella Kiesbauer irgendeinen Piratenfilmklassiker sowas wie "Der Seeräuber" (Sea Hawk) angekündigt hat. Diese Ansagen hat man oft auch mit aufgenommen, wenn man nicht eine präzise VPS-Zeit in der Fernsehzeitschrift fand. Oh, was waren das noch für Zeiten!

Beim Kino ist's ja auch die Frage, wo man wohnt. In Freiburg laufen viele kleine Produktionen in Kunstkinos, sag ich jetzt mal. Leider gibt's da keine Swashbuckler-Filme, aber die sind ja eh m.E. ausgestorben. In Görlitz habe ich so um 2002 rum aber auch in einem normalen Kino die "Graf von Monte Christo"-Verfilmung geschaut, die damals gerade rein kam. Hat mir auch recht gut gefallen.

Ich mag die "Piratenbraut" auch nicht, trotz Geena Davis, die sich alle Mühe gibt. Wirkt irgendwie alles arg aufgesetzt, auch wenn das Layout schon ein bisschen "Piraten der Karibik" vorweg nimmt, ist's damals gefloppt.
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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #46 am: 28. Februar 2019 - 11:49:03 »

"Unter der Flagge des Tigers"
F, E, I 1966
Regie: Roy Rowland
Darsteller: Gérard Barray, Antonella Lualdi, Terence Morgan, Geneviève Casile, Gianni Esposito

Handlung Frankreich 1790er: Robert Surcouf ist avanciert zum Lieutenant und will die Tochter des reichen Werftbesitzers Blaise heiraten, doch diesem ist der Offizier nicht gut genug und Surcouf verlässt Saint Malo. Er segelt in den Indischen Ozean, wo er erfährt, dass die Briten eine Blockade auf den Hafen von  Île de France gelegt haben. Surcouf gelingt es trotz aller Widerstände die Blockade nicht nur zu durchbrechen, sondern auch erfolgreich Schiffe des Feindes zu plündern. Als man ihm und seiner Mannschaft den Anteil an der Beute vorenthalten will, muss er sich nach Paris begeben, um den Rat der 500 zu überzeugen. Hier schafft er die Gunst von Kaiserin Joséphine (sic.) zu erlangen und setzt seine Ziele durch. Nach einigen Intrigen der bösen Briten schafft es Surcouf die deutlich überlegene HMS Kent zu kapern. Gerade rechtzeitig kehrt er aus dem Indischen Ozean nach St. Malo zurück, um die Heirat seiner geliebten Marie-Cathérine mit einem Schurken zu vereiteln.

Der erste Film zu Surcouf des Regieduos Rowland/Bergonzelli weist zwar auch einige Logikfehler auf - wann soll denn das spielen, wenn der Rat der 500 das entscheidende Gremium ist, dann doch während des Direktoriums (1795-99), aber warum ist dann von Kaiserin Joséphine die Rede? - die auch leider an den signifikanten Stellen der Handlung stecken, aber dafür ist die Handlung in sich doch stimmiger und immerhin flott inszeniert.
Auch hier stören die furchtbaren Frisuren (v.a. die wie völlige Fremdkörper wirkenden BÄRTE!), aber die Handlung mit Lady Margaret dominiert immerhin nicht so arg. So kommt stärker Barray zum Tragen, der mit seinen Gesten einfach als ein klassischer Darsteller dieses Genres wirkt.
Ich habe den Film als Kind geliebt, auch wenn mir wohl schon mit 8 oder 10 der Quatsch mit den Uniformen und der komischen Kaiserin aufgefallen ist. Immerhin erinnert die Handlung nochmal stärker an Motive aus dem echten Leben des französischen Seehelden Robert Surcouf, der auch ruhig mal eine angemessene Verfilmung À la Hornblower-Serie vertragen könnte.

Darsteller **
Bilder **
Schiffe ***
Story **
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D.J.

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #47 am: 28. Februar 2019 - 12:48:15 »

Bei der Fülle an Filmen, die mittlerweile ja in schon dem dritten Thread behandelt werden, fällt mir immer mehr auf das Ich echt wenig fernsehe und ins Kino bin.

Denn die vielzahl der hier angesprochenen Filme kenne ich nicht, ob wohl Piraten, Western und Mantel & Degen Filme ich sehr gerne ansehe.

Ok einen habe ich noch, den ich als Piraten Film nicht sonderlich mag "Die Piratenbraut".
Ich kann nicht sagen warum ich ihn nicht mag.

Ist meines Erachtens auch ne Frage, wann man verfügbare Zeit zum gucken hatte. Als ich Kind war, liefen diese Filme am Wochenende oder manchmal auch unter der Woche so um 14 oder 15 Uhr auf den Dritten Programmen. Wir haben die damals auch auf VHS aufgenommen, weil ich so wild drauf war, sogar ziemlichen Schund. Aber als Kind fand ich die alle toll, außer vielleicht einer war zu langweilig. Vereinzelt liefen diese Filme sogar auf Pro7 nachmittags in der Zeit, als es noch Fernsehansager gab. Ich entsinne mich, dass mal Arabella Kiesbauer irgendeinen Piratenfilmklassiker sowas wie "Der Seeräuber" (Sea Hawk) angekündigt hat. Diese Ansagen hat man oft auch mit aufgenommen, wenn man nicht eine präzise VPS-Zeit in der Fernsehzeitschrift fand. Oh, was waren das noch für Zeiten!

Ja, dem stimme ich zu. Dazu kommt auch ein gewisses Lebensalter ;)
Wenn man erstmal eine ganze Reihe Milestones abgelebt hat, kann man eben auch auf einen reichen Schatz an gelesener Triviallitertur und Filme zurückgreifen.
Auch bei mir war es das große Video-Fieber, die Auswahl aus drei TV Programmen die diesen Namen noch verdienten und einem kleinen Kino, dass Sonntags immer die "Kinder-Matinèe" brachte.
1,50 DM Eintritt, dazu Popcorn und Cola für zum selben Preis und dann flimmerten in Doppelvorstellungen die tollsten Filme über die Leinwand.
Wenn das Publikum alt genug war (12+) kamen manchmal auch solche kulturell hochwertigen Schinken wie Ben Hur (danach wurden unser Klappräder zu Streitwagen), Für eine Handvoll Dollar (anschließend gab es eine merkwürdige Form der Mumps-Epidemie bei uns im Viertel, weil mindestens ein Drittel aller Jungs ziemlich breitbeinig rumliefen), Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen (ohne Worte. Das Vingster Baggerloch war aber in jenem Sommer irgendwie leerer als sonst  :-\ ) und natürlich Mantel und Degenfilme!
Nimm diesen Hieb!
Spür diesen Stich!
Elender Bub'!
:D
Also mach dir mal keinen Kopf, Plasti. Hier sidn offenbar Waldorf und Statler zwei alte Säcke, die sich einen Spaß aus solchen Filmen machen ;)


« Letzte Änderung: 28. Februar 2019 - 12:53:47 von D.J. »
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Keiner von uns kommt hier lebend raus! Also hört auf, euch wie Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen, spaziert in der Sonne, springt ins Meer, sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern, seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit.
(Sir Philip Anthony Hopkins)

Plasti

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #48 am: 28. Februar 2019 - 17:44:01 »

Männers ich bin auch schon über die 50 hinaus.
Habe mir sogar damals, von meinen ersten Sommer Job mit 14 meinen ersten Fernseher und einen Videorecorder gekauft.Trotzallem waren wir doch mehr draußen unterwegs als vor der Kiste zusitzen.
Ok manchen Fil haben wir doch öfter angesehen, dafür dann andere gar nicht.
Das witzige dabei ist, das der Job in einer Videothek war ::)
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D.J.

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #49 am: 01. März 2019 - 07:48:30 »

Männers ich bin auch schon über die 50 hinaus.

Glaube ich nicht.
Du klingst einfach zu jung ;D

Habe mir sogar damals, von meinen ersten Sommer Job mit 14 meinen ersten Fernseher und einen Videorecorder gekauft.Trotzallem waren wir doch mehr draußen unterwegs als vor der Kiste zusitzen.
Ok manchen Film haben wir doch öfter angesehen, dafür dann andere gar nicht.
Das witzige dabei ist, das der Job in einer Videothek war ::)

Naja, wir waren auch viel draußen. Aber trotzdem gab es auch Tage, da hockten wir zu dritt oder viert vor einem Minifernseher, um uns Futter für unsere Spiele zu holen. Oder wir saßen Sonntags in dem kleinen Kino ;) Und anschließend wurde draußen alles nachgespielt oder im Versteck (einem kleinen, selbstgebauten Verschlag an einem Trümmergrundstück, die es in den 70ern in Köln noch überall gab) darüber gefachsimpelt ;)
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Plasti

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #50 am: 01. März 2019 - 18:32:00 »

@D.J.
Danke :-*

Ok von meinem Benehmen bin ich es wahrlich nicht immer ;D.

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D.J.

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #51 am: 02. März 2019 - 05:28:43 »

@D.J.
Danke :-*

Ok von meinem Benehmen bin ich es wahrlich nicht immer ;D.

Um es mit Theo Lingen zu sagen:
"Traurig, traurig, traurig. Setzen, Nietnagel. Sechs."
:D
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Plasti

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #52 am: 02. März 2019 - 10:50:39 »

Komme mir manchmal wie Pfeiffer mit "drei" F vor ;D
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Grenadier Christian

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #53 am: 02. März 2019 - 14:06:34 »

Mal was anderes, da mir gerade die DVD in die Hände fiel... kein Seekriegsfilm, kein Piratenfilm im engeren Sinne, aber ein fein umgesetztes, interessantes nautisches Thema.

"Piraten im Karibischen Meer" (OT: Reap the Wild Wind)

Ein Farbfilmspektakel der Paramount aus dem Jahr 1942, Regie: Cecil B. de Mille.

In den 1840er Jahren angesiedelt, konzentriert sich der Film auf Strandräuber vor den Florida Keys. Ein von Captain Stuart (John Wayne) geführtes Segelschiff scheitert durch Sabotage auf einem Riff. Gerettet durch die resolut-patente Loxi Claibourne (Paulette Goddard), muss er seiner Reederei Rede und Antwort stehen, gegen seinen (vermeintlichen) Rivalen um die Patronage des alten Reeders Devereaux, den Anwalt Tolliver (Ray Milland), der sich zudem als Rivale um die Gunst Miss Claibournes herausstellt. Trotz des Scheiterns wird Captain Stuart das erste Dampfschiff der Reederei anvertraut, doch der König der Strandräuber von Key West, King Cutler, plant bereits den nächsten Coup...

Visuell hervorragend. Wunderbar bunt in Technicolor, kombiniert der Film gelungene Modellaufnahmen der diversen Dampf- und Segelschiffe, Unterwasserszenen mit Tauchern und Riesenkraken und ansprechende Antebellum-South-Ästhetik. Sehr straffe Regie durch de Mille, gut gespielt vom Trio Wayne/Goddard/Milland und dem angemessen dämonischen Raymond Massey als Schurken.

Sehenswert und m.E. sehr viel besser als der thematisch ähnliche (auch dadurch, dass John Wayne die Hauptrolle spielte) "Im Bann der Roten Hexe" (Wake of the Red Witch) von Republic (1949). Jener ist m.E. zu lang und zu kompliziert im Plot, die "Piraten" sind dagegen auf die Minute sauber inszeniert.

Darsteller: *****
Bilder: *****
Schiffe: ****
Story: ****

Vier Sterne hinsichtlich der Schiffe, da sie nicht unbedingt im Mittelpunkt der Handlung stehen, in allen Szenen und sonstigen Belangen aber sehr fein und glaubwürdig umgesetzt sind. Die Story ist auch etwas vorhersehbar, aber sauber inszeniert.
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Hasta la Beuteltier siempre!

D.J.

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #54 am: 03. März 2019 - 08:27:20 »

Danke dir für den Tipp :)
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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #55 am: 03. März 2019 - 20:31:51 »

@ Grenadier Christian
Kann mich auch an den Film entsinnen und muss sagen, dass ich v.a. die Massenszenen im Hafen durchaus beeindruckend fand. John Wayne gefällt mir in dem Film sogar besser als in vielen Western, weil er hier nicht so ein strahlender Held ist, sondern eher ein Charakter mit Fehlern, auch sympathisch und selbst die Kostüme sind für 1940er ganz ordentlich.
Ich hatte mal den ähnlichen "The Bucaneer's girl" angefangen (auch um Schiffseigner und Versicherungen in der 1. Hälfte des 19.Jh.), aber fand die Handlung irgendwie langweilig.
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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #56 am: 04. März 2019 - 11:08:07 »

"Die Ritter der Grauen Galeere"
I 1962
Regie: Franco Montemurro
Darsteller: Amedeo Narazzi, Danielle de Metz, Renato Baldini, Aldo Bufi Landi

Handlung: Florida 1660. Durch den Verrat des Franzosen de Gouges gelangt nicht nur die Festung Carolina in spanische Hand, sondern wird auch der Gouverneur ermordet. De Gouges regiert daraufhin mit aller Härte vor allem gegen seine französischen Landsleute. Doch fürchtet er den ominösen Ruiz, einen Pirat mit roter Maske, der auch gefangene Franzosen gerne befreit. Dieser hat Solange, die Tochter des ermordeten Gouverneurs in seiner Obhut. Schließlich will de Gouges mithilfe der Engländer fliehen, denen er nicht nur Fort Carolina sondern auch ein mit Gold beladenes Schiff ausliefern will. Ruiz bekommt von der Sache Wind und schließt sich mit dem Kapitän des Goldschiffes, Carlos, zusammen, dessen Mannschaft er vor den gedungenen Schurken von de Gouges rettet. Anschließend wollen die Piraten Fort Carolina stürmen, doch werden sie von dem weniger uneigennützigen Bandenmitglied Real verraten. De Gouges versucht nun doch noch das Heft des Handelns an sich zu reißen indem er Solange entführt und diese gegen das Goldschiff tauscht. Doch das Schiff der Engländer, das ihn aufnehmen soll, wird von Carlos gekapert und so fällt er auf den alten Trick herein und stirbt letztlich, während die meisten der Helden kaum Verluste verbuchen müssen...

Dies ist eines jener Massenprodukte aus einer italienischen Filmschmiede. Typisch für italienische Filme dieser Sorte die wenig bis garnicht schauspielernden Darsteller. Immerhin kann man Danielle de Metz gut anschauen, auch wenn die restlichen weiblichen Rollen nervig sind.
Immerhin orientiert sich das Kostümbild in groben Zügen an die zweite Hälfte des 17. Jh. (vgl. z.B. "Die Piraten von Tortuga"). Die Rachestory klingt stark von "Le Bossu" entlehnt. Entsprechend sind die Piraten eher ne unglaubhafte Crew. Es mangelt vor allem an irgendwie sympathischen Charakteren und dass der Bösewicht durchweg offenbar nur Schiss hat und nichtmal nen Sidekick besitzt, der ihm Mut einflößen könnte, nervt.
Leider gibt's auch wenig logisches in der Handlung. Z.B. das mit der Übergabe von Carolina an die Engländer wird offenbar am Ende vergessen, kommt nicht mehr vor. Auch ist es irgendwann unlogisch warum immernoch spanische Soldaten bis zum Schluss de Gouges beistehen, wo er schon nach etwa der Hälfte des Films als Verräter erkennbar wird und nichtmal die Soldaten durch Bestechungen auf seine Seite zieht. Ich habe mich überhaupt gefragt, wozu die Engländer de Gouges brauchen, um das spanische Goldschiff zu nehmen, wenn sie doch selber am Ende ein so starkes Schiff haben, das das Goldschiff dann kapern kann(?). Offenbar haben die Segelschiffe aller Seiten ziemlich moderne Technik, denn sie finden mitten auf dem Meer im Handumdrehen die Schiffe, die sie suchen (z.B. die Piraten von Ruiz'Schiff das englische Schiff, dann kurz darauf die Piraten auf dem engl. Schiff das Goldschiff ...).

Darsteller *
Bilder *
Schiffe *
Story **
« Letzte Änderung: 04. März 2019 - 13:07:09 von Pappenheimer »
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Pappenheimer

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #57 am: 05. März 2019 - 09:54:20 »

"König der Piraten" - "Raiders of the Seven Seas"
USA 1953
Regie: Sidney Salkow
Darsteller: John Payne, Donna Reed, Gerald Mohr, Henry Brandon

Handlung: Im 17. Jh. fällt der Admiral des Sultans von Marokko, Barbarossa (also nicht zu verwechseln mit den algerischen Seeräubern desselben Namens), bei seinem Herrn in Ungnade, rettet sich ans Meer und entert dort mal fix ein spanisches Schiff, dessen weiße (!) Sklaven er zu seiner Mannschaft macht. Sie werden Seeräuber und greifen als nächstes mit einem Trick Tortuga an, wo anstelle des Gouverneurs die Gräfin Alida regiert. Alida wird als Geisel genommen um Lösegeld in Höhe von 50.000 Goldstücken (sic!) zu erpressen. Der Gouverneur betraut Alidas Verlobten Kapitän Salcedo mit der Übergabe. Doch erweist sich dieser als heimtückisch und Barbarossa behält die Geisel und das Geld streicht er auch ein. Allerdings hat Alida die Spanier zum Versteck der Piraten gelockt und diese machen dem Piratennest den Garaus während Barbarossa fort ist. Als er zurückkehrt schwört er den Spaniern Rache und plündert diese noch rücksichtsloser aus. Endlich wird Gräfin Alida nach einem weiteren Zerwürfnis mit Barbarossa mit der Hilfe des verräterischen Piraten Ramon zu Kapitän Salcedo gebracht, der durch Ramon auch den Plan Barbarossas erfährt Havanna von Land anzugreifen. Da Salcedo durch die Beförderung Kapitän Goitis zum General beschämt ist, beschließt er diesen ins offene Messer laufen zu lassen indem er sich von ihm die Masse der spanischen Truppen ausbedingt, um Barbarossas Flotte anzugreifen. Goiti fällt durch gekränkten Stolz darauf herein und stirbt bei Barabarossas Angriff auf Havanna. Derweil zerstört Salcedo die in einer Bucht liegende Flotte der Piraten, die zu spät von Alida gewarnt werden. Doch noch ist nicht alles verloren, denn Barbarossa hat nun eine neue Idee wie er sich von der Insel retten kann; die Flucht kann nur übers Meer gehen und Salcedos Hass will er sich dabei zunutze machen ...

Dieser amerikanische Film überracht durch seine sehr umfangreiche und wechselhafte Handlung und das alles in weniger als 90 Minuten. Ein Mittel dazu ist, dass viele Enterkämpfe nur kurz angedeutet wurden. Die Geliebte wider willen, die den Fiesling eigentlich auserkoren hatte, ist ein typisches Motiv der frühen Piratenfilme. Ungefähr so zänkisch wie Donna Reed hier ist auch Maureen O'Hara in The Black Swan. Immerhin ist hier der Bösewicht eine ernstzunehmendere Gefahr und letztlich tatsächlich recht gerissen. Mit dem Harem des Sultans, Sklaven, Angriffe auf Schiffe, Duelle und manche hübsche Frau sind hier auch wirklich recht viele Piratenthemen aufgegriffen, so dass selten Langeweile aufkommt. Mit nem naiven kleinen Jungen, der als ne Art Masterbrain alle spanischen Schiffe auf 100 Meilen auskundschaftet, und einem freundlichen rundlichen Kerl, gibt's auch die typischen Sidekicks. Was mir besonders gefiel war allerdings das Ende, nicht dieser obligatorische finale Zweikampf zwischen dem Helden und seinem Gegenspieler, wenngleich das Ende Mr. Trump wohl nicht gefallen dürfte. ;D Denn da empfiehlt der Junge nämlich Barbarossa einfach nach Nordwesten zu einem Land namens Amerika zu segeln, das jeden aufnehmen würde, der frei sein will.
Damals war das freilich als eine Art Patriotismus in Zeiten des Koreakrieges gemeint.

Die Schiffe sind die üblichen Modelle und ein wilder Mix aus verschiedenen Zeiten, recht viele sehen aber immerhin nach 17. Jh. aus. Die Spanier haben einheitliche Uniformen. Immerhin wurde sich beim Kostümbild ein bisschen mehr Mühe gegeben als sonst, auch wenn v.a. die Damen einfach No-Period-Dinger mit Hauptsache tiefem Ausschnitt tragen.
Payne macht seine Sache etwas besser als in "Tripoli". Der Rest des Cast ist allerdings wiederum recht hölzern.

Darsteller **
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« Letzte Änderung: 19. März 2019 - 17:38:03 von Pappenheimer »
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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #58 am: 19. März 2019 - 17:55:16 »

Da der Film als einer der größten Rohrkrepierer des Kinos in die Geschichte einging und ich ja das Kino liebe (war am letzten WE allein zweimal drinne), hier mein Review zu "Die Piratenbraut".

"Die Piratenbraut"
USA, F, D, I 1995
Regie: Renny Harlin
Darsteller: Geena Davis, Matthew Modine, Frank Langella, Patrick Mallahide

Handlung: Morgan Adams ist eine Piratin in der Karibik. Sie will nicht nur den Tod ihres Vaters rächen, sondern auch einen wertvollen Schatz heben. Dummerweise kreuzt sie den Weg des kleinen Diebs William Shaw in einem Hafen, den sie nun bei ihrem Unterfangen nicht mehr abschütteln kann, weil sie glaubt er sei Arzt und könne ihr bei der Entzifferung einer Karte helfen. Kurz vor dem Ziel muss sie sich noch mit ihrer Mannschaft rumschlagen und dann schnappt ihr auch noch ihr größter Konkurrent Dawg mit Hilfe des inkompetenten wie manipulierbaren englischen Gouverneurs den Zaster vor der Nase weg. Schließlich schafft es aber Morgan Dawgs Schiff zu stellen und ein irrwitziger Kampf entbrennt.

Ja, kreativ ist der Film nicht gerade. Es gibt zwar ne Menge, was zu einem gescheiten Piratenfilm gehört. Hochnäsige Engländer, nen Farbiger als Handlanger der Guten usw. aber der Funke will nicht recht überspringen. Der Film scheitert ein bisschen auch an den wenigen ernstzunehmenden Gegenspielern und auch überhaupt an den Schauspielern. Geena Davis hat dabei ihre Sache noch am besten gemacht und ihr wäre ein besserer Film zu wünschen gewesen, denn zumindest ich finde sie als Besetzung für eine selbstbewusste Piratin hervorragend - kein Wunder war sie damals ja eh aufs Actionfach festgelegt. Das Design erinnert stark an Comics, man muss nur mal die Waffen und die irgendwie plump wirkenden Schiffe anschauen. Aber dafür ist die Handlung nicht amüsant genug. Es gibt wohl auch genug Explosionen. Aber es mangelt am Charme. Auch wirken die Figuren insgesamt doch zu modern und wenig romantisch, was schonmal an den Frisuren liegt und an diesem Halbnackt-Look - praktisch die meisten haben Westen oder so Dinger über nackten Oberkörpern, scheinbar ohne sich einen Sonnenbrand zu holen. Vielleicht hatten die im 17.Jh. auch ne unheimlich tolle Sonnencreme...
Was mir gut gefallen hatte, waren die Handlungsorte und wie die Insel z.B. gefilmt wurde oder der Hafen.

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Re: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen
« Antwort #59 am: 19. März 2019 - 18:04:43 »

Jepp das war ein Megaflop ;D

Vielen Dank das Du Dich trotzdem "erbarmt" hast über den Film zu schreiben.


Kennt jemand noch "Dotterbart" ;D
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