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Autor Thema: Kanonendonner über'm Meer - Filme mit großen Segelschiffen  (Gelesen 5671 mal)

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Pappenheimer

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"Küste der Piraten" (1960)
« Antwort #75 am: 12. Juni 2019 - 09:28:15 »

Das ist ein Schmankerl mit den US-Schauspielern und WK2-Veteranen Lex Barker und John Kitzmiller. Leider ist das aber auch schon fast alles Positive, was man über den Streifen sagen kann.

"Küste der Piraten"
I, F 1960
Regie: Domenico Paolella
Darsteller: Lex Barker, Estella Blain, Livio Lorenzon, Liana Orfei, Loris Gizzi, John Kitzmiller

Handlung: Im 17. Jh. (?) kommt Capitano Luis Monterrey nach Hispaniola, um eine Lieferung Silber abzuholen. Doch der Auftrag wird dem Piraten Olonese durch den Gouverneur verraten und dieser überfällt das Silberschiff "Victoria". Zurück auf Hispaniola wird Monterrey zu Deportation verurteilt. Aber bei der Überfahrt gelingt es ihm und anderen das Schiff in ihre Gewalt zu bringen und damit zu den Piraten nach Tortuga zu segeln. Sie schließen sich Oloneses Angriff auf Veracruz an und nur wenige überleben den Kampf, da Olonese sie im Stich lässt. Als dann der Krieg zwischen Briten und Spaniern ausbricht, gelingt es Monterrey die meisten Piraten für die Sache Spaniens zu gewinnen. Olonese aber und der Gouverneur beschließen die Piraten an die Briten auszuliefern und Tortuga, wo Monterrey die Stellung hält zu vernichten. Natürlich kann Monterrey alle Pläne durchkreuzen und gewinnt obendrein die Nichte des Gouverneurs, die sich ehedem gegen ihn wegen seiner bürgerlichen Herkunft sträubte.

Der Film soll auf dem Gardasee gedreht worden sein. Das erkennt man auch an den Schiffen, die etwa wie in "Der Schwarze Korsar" aussehen und offensichtlich nicht hochseetauglich sind. Insgesamt sehen sie aber doch besser aus als in z.B. "Der schwarze Seeteufel" und dadurch wirkt der ganze Film ein wenig aufwendiger. Die Kostüme sind genretypisch für die Zeit.
Die Handlung zeigt wieder dasselbe Schema wie in allen italienischen Piratenfilmen, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Spanier können nicht die Bösen sein. Vielleicht wäre da das überwiegend italienische Publikum nicht mitgegangen. Daher sind entgegen der Geschichte fast alle Piraten hier Spanier, die sich am Ende sogar bereitwillig wieder den Spaniern anschließen, um gegen die Briten zu kämpfen, die wie in "Die Ritter der grauen Galeere" als heimtückische Strippenzieher charakterisiert werden, die finstere spanische Intriganten kaufen. Auch die Behauptung mit der übermächtigen englischen Flotte ist natürlich für die Mitte des 17. Jh. - so das denn die Handlungszeit sein soll - völliger Unfug.
Barker, Lorenzon und Kitzmiller heben das schauspielerische Niveau im Vergleich zu vergleichbaren Massenprodukten. Liana Orfei hat praktisch die gleiche Rolle wie in "Der schwarze Seeteufel" als exotische, etwas naive Piratenbraut, die als Nebenrolle primär theatralisch draufgehen muss.

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Pappenheimer

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"Christopher Columbus" (1949)
« Antwort #76 am: 13. Juni 2019 - 16:33:07 »

Derzeit ist scheinbar ein Klassiker in der Arte-Mediathek. Mal kein Piratenfilm im klassischen Sinne, aber teilweise interessant für die Entwicklung des Genres.
Nicht wundern, wenn man zahlreiche Passagen des Films weder aus anderen Filmen, noch aus Geschichtsbüchern kennt.  ;)

"Christopher Columbus"
GB 1949
Regie: David MacDonald
Darsteller: Frederic March, Florence Eldridge, Francis Lister, James Robertson Justice, Ronald Adam

Handlung: Nach seinem erfolglosen Versuch in Lissabon Gehör zu erhalten, begibt sich Columbus in den 1480ern mit einem Trick an den spanischen Hof. Hier wird er von Joanna de Torres unterstützt und erhält eine Audienz beim Königspaar. Besonders der Höfling Bobadilla, der Interesse am Mittelmeerhandel hat, versucht nun Columbus Erfolg zu verhindern. Über Jahre ziehen sich Columbus Bemühungen vor einer Kommission hin. Derweil verliebt sich Beatriz de Pezara scheinbar in Columbus, der überlegt ob er diese Cousine Bobadillas heiraten soll. Er entscheidet sich dagegen, überrascht aber König Ferdinand als dieser Beatriz bedrängt und stößt den König um. Nun gelingt Bobadilla endlich Columbus einzureden, dass er dadurch zwangsläufig den Hof verlassen muss. Königin Isabella wird von ihrem ehemaligen Beichtvater Talavera überzeugt auf eigene Faust Columbus zurück zu holen und entgegen der Meinung König Ferdinands zu unterstützen.
Nun kann Columbus endlich aufbrechen. Außer dem Notar Diego hat Columbus aber keine Freunde an Bord, auch wenn der Maat der Santa Maria stets zu ihm hält. Die Besatzung will rasch umkehren. Als es zur lange befürchteten Meuterei kommt, schafft es Columbus die Mannschaft abzulenken und eine Frist von 3 Tagen heraus zu handeln. Columbus sichtet als erster ein Licht, welches auf Land hindeutet in der Nacht des letzten Tages. Endlich erreichen sie San Salvador und Columbus kann triumphierend nach Spanien heimkehren.
Hier versucht sein Intimfeind Bobadilla die Errungenschaften klein zu reden. Als Columbus einiger Verfehlungen entgegen den Anweisungen des Königspaares bezichtigt wird, ist Bobadilla froh Columbus absetzen und in Ketten nach Spanien zurückschicken zu dürfen. Hier erhält Columbus trotz seiner Verachtung gegenüber den Herrschern eine Wiedereinsetzung in seine Rechte.

Etwa die Hälfte des Films spielt in den Pappkulissen, die überwiegend den Königshof repräsentieren sollen. Um so mehr erstaunt es, wenn dann später tatsächlich Nachbauten der drei berühmten Schiffe zu sehen sind. auffällig hierbei teilweise die Ungenauigkeit, wie wenn die Niña teilweise mit falscher Takelage dargestellt wird. Auch die Ureinwohner wirken wenig glaubhaft. Das Kostümbild ist für die Entstehungszeit typisch theatermäßig.
Die ganze Story, dass Columbus ein quasi Nebenbuhler König Ferdinands von Aragon war, ist sehr eigenwillig. Während der Rest der Handlung eher gediegen bis langweilig daher kommt, sind die Dramatisierungen irgendwie deplatziert.
Typisch für Columbus-Filme wird wieder die Mär kolportiert, dass selbst gebildete Leute 1492 nicht wussten, dass die Erde eine Kugel ist, auch wenn das bereits seit der Antike Lehrmeinung war. Komischerweise taucht ja auch die Weltkugel im Mittelalter immer wieder in der Ikonographie auf... Der wahre Charakter Columbus verschwindet hier hinter dem Geniekult (ich musste da an den Schiller-Film aus dem Dritten Reich denken).
Interessant ist bei allen Schwächen doch der Aufwand des Films, wenn er mal das Parkett der höfischen Intrigen verlässt, die trotz ein paar schöner Frauen enorm langweilt. Leider ist die Bildqualität sehr miserabel, was den Sehgenuss obendrein trübt.

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« Letzte Änderung: 13. Juni 2019 - 16:49:26 von Pappenheimer »
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Der Größte aller Freibeuter (1970)
« Antwort #77 am: 25. Juni 2019 - 21:31:33 »

Nun wieder auf eher gewohnten Kurs, also nen "klassischer" Piratenfilm aus italienischen Film(schrott)schmiede.

"Der Größte aller Freibeuter"
I, 1970
Regie: Antonio Mollica
Darsteller: Robert Woods, Tania Alvarado, Armando Carvo

Handlung: Karibik 1763 (so heißt es). Die Nationen haben sich darauf geeinigt allesamt die Piraten zu jagen. Daher sind die Meere rot von Blut (so das Intro). Jeffry Brook hat sein Schiff beim Würfeln verloren. Darum kommt er auf den absurden Plan etwas anzustellen, damit er verhaftet und dann deportiert wird. Das Gefangenenschiff will er da kapern. Der bekloppte Plan geht auf, da die Ketten aus Alu oder sowas sind. Wozu die Ketten überhaupt von drei Mann zerbrochen werden müssen, wenn Brook die Handschellen alleine klein kriegt, erfährt man nicht... Er hat jetzt jedenfalls ein Schiff voll geiler Weiber und ner Menge offenbar brauchbarer Seeleute. Dann kapert er zahlreiche Schiffe, u.a. sein altes, ne Art Äppelkahn... Er kann eigentlich keine Häfen anlaufen, da die Vereinten Nationen beschlossen haben, ihn daran zu hindern. Auf der Insel San Luisan gerät Brook und seine bescheuertsten Galgenvögel in die Fänge von Jackson, einem ergeizigen Engländer, der die Portugiesen von der Insel vertreiben will. Dann stiehlt sich Brook mit seinen Leuten wieder davon und kapert ein großes Kriegsschiff mit 25 Kanonen, das er angeblich irgendwie für den Angriff aufs Fort braucht. Er lässt sich doch auf Jacksons Plan ein, weil er auf die Gefahr scharf ist. Dann erobert Brook aber das Fort fast im Alleingang, während die Leute von Jackson die Garnison nieder machen. Am Ende verlässt Brook die Insel ohne ne rechte Motivation, vielleicht um seinen fetten Kumpel auf dem Meer zu bestatten.

Die Handlung ist völlig konfus und das Gesamtgebilde wirkt, als habe man 3 Stunden Material irgendwie beliebig zusammen geschnitten. So kommt mal ein Aufstand von Indianern (?) vor, der dann wieder keine Rolle spielt oder auch warum sich Brooks Trulla an Jackson ranmacht ist obskur und auch die Funktion des Geistlichen und warum er die Engländer ins Fort lassen will, ist unverständlich.
Die Ausstattung ist ein absurder Mix. Sehr strange das mehrfach gleiche Muster. Brook kapert ein Schiff und der Kapitän wird in seiner Kajüte von Brook umgelegt, statt die Seesoldaten zu kommandieren. Die Klamotten passen weder zu 1763, noch in sonst irgendeine Zeit. "Portugiesen" mit Morionen, Brook mit nem "Dreispitz" und so ner Art Hemd, das eher an eine Zwangsjacke erinnert.
Überhaupt kommt mir Robert Woods wie ne Art nicht durchtrainierter Giuliano Gemma für Arme vor. Sein ganzer Charakter entspricht ähnlich wie die rüden gewollt peppigen Dialoge eher Italowestern. Auch professionelle Kritiken haben wie bei einem anderen Werk, einem tatsächlichen Italowestern, des Regisseurs betont, dass er sein Handwerkszeug einfach nicht beherrscht und das Ergebnis einfach öde ist. So auch hier.
Dabei ist der Aufwand erstaunlich, da zahlreiche Handlungsorte und Schiffe vorkommen. Letzteres mag aus anderen Filmen zusammengeschnitten sein, da man vor allem bei den Schiffskämpfen unlogische Szenen (Breitseiten von Schiffen, die man in der Totalen garnicht sieht) präsentiert bekommt.
Typisches Spätprodukt der Schwemme an italienischen Filmen dieses Genres.
Eine Besonderheit allerdings, dass die positiven Figuren durchweg Engländer sein sollen, auch wenn sie aussehen wie Italiener...

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« Letzte Änderung: 24. September 2019 - 13:12:35 von Pappenheimer »
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"Pirat der sieben Meere" (1962)
« Antwort #78 am: 23. September 2019 - 08:53:06 »

Nun mal ein Klassiker des Genres aus Italien. Offenbar vor dem Hintergrund, dass um 1960 auch in UK zahlreiche Streifen zu Elisabeth I. erschienen.

"Pirat der sieben Meere"
I, 1962
Regie: Rudolph Maté
Darsteller: Rod Taylor, Irene Worth, Keith Michell, Edy Vessel, Mario Girotti

Handlung: Es geht mit zahlreichen Freiheiten um das Leben von Sir Francis Drake, wobei der Fokus fast eher auf seinen Gefährten Malcom Marsh gelegt wird. So erleben wir Drakes Weltumseglung. Auch bei der Barbington-Verschwörung spielen Drake und Marsh eine entscheidende Rolle und retten die Königin. Daraufhin befiehlt der König von Spanien den Angriff der Armada, die von Drake geschlagen werden kann. Drake muss sich bei der Königin dafür einsetzen, dass nicht Marshs Geliebte das Schicksal ihres Verlobten, Barbington ereilt, der sie in die Affäre hinein gezogen hatte, als er Maria Stuart hatte befreien wollen.

Außergewöhnlich für einen italienischen Swashbuckler ist, dass die Handlung doch sehr umfangreich ist. Der Film teilt sich ungefähr gleichmäßig in eine Hälfte, die auf See spielt und eine am Hof von Königin Elisabeth. Die englischen Rollen sind überwiegend mit damals namenhaften englischsprachigen Stars besetzt, außer Barbington, der von Mario Girotti gespielt wurde. Girotti hatte damit mal wieder eine typische Rolle für den Zeitpunkt der Karriere, eines im Grunde aussichtslosen jungen Schwärmers, der irgendwann drauf geht.
Einige Szenen wurden im Golf von Neapel gedreht, was dafür spricht, dass zumindest zum Teil Schiffs"nach"bauten verwendet wurden. Die Schiffe wirken im Grunde durchweg lächerlich, mit seltsam anmutenden Masten und Segeln, aber immerhin besser als in "Der schwarze Seeteufel" (1961). Für damalige Verhältnisse ein wohl sehr aufwendiger Film.
Immerhin schauspielern wenigstens Rod Taylor und Irene Worth über Mittelmaß und deutlich besser als bei zeitgleichen italienischen Produktionen.

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L'Odyssée Du Capitaine Blood (1991)
« Antwort #79 am: 01. Oktober 2019 - 13:47:10 »

Ich kannte den Film bislang garnicht, was daran liegen mag, dass es eine französisch-russische Koproduktion ist - allerdings deutlich eher russisch als Französisch vom Cast her. Ich habe noch nirgends ne deutschsprachige Version oder Besprechung des Streifens gesehen. In Russland lief er wohl auch im Kino, in Frankreich auf FR3 im Fernsehen.

"L'Odyssée Du Capitaine Blood"
UDSSR, F, 1991
Regie: Andrei Prachenko
Darsteller: Yves Lambrecht, Valérie Jeannet, Leonid Yarmolnik, Mindaugas Capas

Handlung: Blood ist ein Arzt in England, als die Monmouth-Rebellion über die Gegend hereinbricht. Dr. Blood weigert sich, sich den Rebellen anzuschließen, versorgt aber einen ihrer Verwundeten und wird daher in die Karibik deportiert, wo er als Sklave leben muss. Als die Spanier mit einer Galeone den Hafen angreifen, nutzt Blood die Gelegenheit und kapert zusammen mit anderen Deportierten das Schiff. Da er anschließend den grausamen Gouverneur Bishop über die Planke laufen lässt, wird dieser sein erklärter Feind.
Blood segelt mit seinem Schiff nach Tortuga. Der französische Gouverneur dort zeigt sich höchst angetan von Blood. Kapitän Blood trifft aber auch auf Levasseur, einem schurkischen Piratenanführer, der Bloods Erfolg neidisch beäugt. Dennoch gelingt es Levasseur mit Blood einen Vertrag auszuhandeln. Statt sich daran zu halten, entführt Levasseur die Tochter und den Sohn des Gouverneurs von Tortuga. Blood befreit beide und bricht indem er Levasseur verstümmelt entgültig mit diesem. Vor der Küste von Peru muss Blood feststellen, dass Levasseur ihm zuvorgekommen ist beim Angriff auf einen reichen spanischen Stützpunkt, den sie gemeinsam als Ziel anvisiert hatten. Mittlerweile ist Levasseur auf Bishops Seite übergelaufen. Doch Blood gelingt es mithilfe einiger Tricks nicht nur mit seinem Zweidecker "Arabelle" zu entkommen, sondern auch mittels eines Branders Bishop das Gold des peruanischen Hafens abzujagen.
Derweil wird ein britischer Lord entsandt um Blood seine Amnestie zu überbringen, denn es ist 1688 und es kommt zu einem Umsturz in England. Der Lord wird allerdings von Levasseur gefangen genommen und Blood befreit den Lord und die schöne Nichte von Gouverneur Bishop. Blood ahnt, dass ihm die Amnestie zwar nutzen würde, doch fragt sich, was aus seiner Piratenmannschaft dann würde. Schließlich wird er von Bishops Flotte eingeholt und ergibt sich ins scheinbar unvermeidliche. Auf Barbados überlässt Blood den Engländern seine Schätze. Aber wird auch er sich unterwerfen und Offizier der Engländer?

Das Ende des Films fand ich ziemlich überraschend.
Am überraschendsten war aber der Aufwand. Man sieht echte Schiffe. Also nicht so Nusschalen, sondern richtig fette Teile, die grob in die Handlungszeit passen mit den charakteristischen riesigen Heckaufbauten wie großen Laternen, Türmchen usw.. Der Mix aus richtigen Schiffen und Modellen ist wirklich gelungen. Auch die Menge an Settings: Häfen, Kneipen, Palästen etc. ist beachtlich. Der Anfang des 2-Teilers (lief im franz. TV scheinbar als 2-teiler) kommt etwas unbeholfen daher. Dass nunmal die Engländer allesamt wie Russen oder Franzosen aussehen, naja, das muss man halt verschmerzen (wie die Engländer in den Surcouf-Filmen, die Italiener waren). Das Kostümbild ist ein eigenwilliger Mix. Der Lord z.B. wirkt wie aus nem zeitgenössischen Modestich, andere Figuren doch sehr anachronistisch. Die Kanonen sind oftmals irgendwie zu klein. Die Kanoniere müssen sich ja beinahe hinlegen, um die abzufeuern - aber das war wohl nötig, wenn man Zweidecker darstellen wollte.
Wer nen Piratenfilm mit wirklich massig Action, Enterkämpfen und so weiter sehen will, ist man hier gut bedient. Yves Lambrecht und Leonied Yarmolnik sind exzellente Gegenspieler. Auch der Rest des Cast weiß zu unterhalten. Was vielleicht fehlt, ist ein bisschen Humor.

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« Letzte Änderung: 01. Oktober 2019 - 13:49:54 von Pappenheimer »
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"The Pirate of the Black Hawk" 1958
« Antwort #80 am: 12. März 2020 - 12:14:58 »

Gestern bin ich zufällig auf dieses Juwel gestoßen. Da die Bildqualität miserabel war und sich die Darsteller unter den "Piraten" arg ähnelten, kann ich auch was von der Handlung durcheinander gebracht haben.

"The Pirate of the Black Hawk"
I, F 1958
Regie: Sergio Griecho
Darsteller: Mijanou Bardot, Gérard Landry, Andrea Aureli, Ettore Manni, Pina Bottin

Handlung: Im 16. Jahrhundert (?) ermächtigt sich der fiese Manfredo der Herrschaft über ein Herzogtum wobei ihm die Barbareskenpiraten beistehen. Der vorige Herzog wird von den Fieslingen in einer Burgruine (?) ermordet. Ein Seeräuber, der sich the Black Hawk nennt, vernichtet daraufhin die Barbaresken. Manfredo sucht nun auf unterschiedliche Weise the Black Hawk und seinem Anhang Herr zu werden. Einmal gerät einer der Anführer in seine Fänge, wird dann aber befreit. Der Versuch Manfredo mithilfe seiner Konkubine zu stürzen scheitert, da diese bei einem geheimen Treffen erwischt wird. Schließlich versuchen sich die "Seeräuber" getarnt als der Französische Gesandte und sein Gefolge in das Schloss des Usurpators einzuschleichen und die Herzogin, die legitime Tochter des ermordeten Herzogs samt dessen Sohn zu befreien. Doch wird der Plan durchschaut. Die Herzogin, der Prinz und ihr vermeintlicher Retter flüchten sich ins Verlies, wo sie festsitzen und irgendwie durch einströmendes Wasser ertränkt werden sollen. Scheinbar gab's zu der Zeit schon wasserdicht abschließende Türen(???), denn sonst würde das ja nicht funktionieren. Als die anderen "Seeräuber" vom Misslingen des Plans erfahren, greifen sie mit der unzufriedenen Bevölkerung das Schloss an und befreien die Herzogin. Der Usurpator wird gestürzt und der Sohn des ermordeten Herzogs besteigt den Thron.

Der Film ist ein Paradebeispiel fürs italienische Kino dieser Zeit.
Da sowohl Schiffe als auch Drehorte zu aufwändig gewesen wären, wird überall gespart. Das "Schiff" des "Black Hawk" sieht lächerlich aus. Szenen auf See wurden gemieden und auf ein Maß beschränkt, dass überhaupt das Label Piraten Sinn ergibt. Die angebliche Residenz des Herzogs am Anfang ist offensichtlich eine Burgruine mit leeren Räumen etc.. Auch an Kostümen wurde massiv gespart. So haben die Söldner und auch die Piraten nicht mal Hemden unter den Wämsern(?).
Das Drehbuch ist extrem eigenwillig. Wie unter nem Youtube-Video jemand schrieb: selten so einen dämlichen Helden erlebt. Eigentlich überlistet der Tyrann Manfredo immer den "Helden". Dieser ist ja sogar so doof sich in ein Gefängnis zu flüchten! Dass er sich auch, als er sich bei Manfredo einschleicht, nichtmal maskiert, braucht wohl nichtmal nen gewieften Schurken als rechte Hand des Bösewichts... Warum aber am Ende die Piraten (?) und irgendwelche anderen komischen Typen einfach das Schloss stürmen können, wenn sie doch zuvor davor zurückschreckten, erschließt sich nicht. Naja, es gibt ja scheinbar auch keine Kanonen oder sowas in der Low-Budget-Welt, wo scheinbar auch keiner legitimistische Probleme mit dem Vorgehen des Usurpators hat.
Die Schauspielerei ist ebenso wie die Fechtszenen auf allerunterstem Niveau. Besonders witzig, wenn Landry z.B. schauspielern will, dass er nachdenken würde! Aber auch beim Fechten, wenn der eine nur den Degen (?) hinhält, wo der andere draufschlägt und dann zusticht. Kommt immer wieder vor. Oder wenn die Leute hysterisch wegrennen und sich einfach völlig unglaubhaft verhalten.
Sehr eigenwillig auch, dass es scheinbar ein Film der Frauen ist. Viele schöne italienische und französische Schauspielerinnen, die sich zwar zum Verwechseln ähnlich sehen und dem Verfolgen der Handlung Abbruch tun, aber wenigstens in ästhetischer Hinsicht Schauwert haben.

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« Letzte Änderung: 12. März 2020 - 12:18:26 von Pappenheimer »
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"Queen of the Pirates" (1960)
« Antwort #81 am: 18. März 2020 - 14:15:57 »

Wenn man Trash mag und einen irreführende Filmtitel nix ausmachen, dann ist "Queen of the Pirates" genau das Richtige!

"Queen of the Pirates"
I 1960
Regie: Mario Costa
Darsteller: Gianna Maria Canale, Massimo Serato, Scilia Gabel, Livio Lorenzon, Moira Orfei, Paul Muller, José Jaspe

Handlung: Italien im 17. Jahrhundert. Der fiese Herzog Alexander tyrannisiert seine Untertanen. Als er aber Sandra und ihren Vater, da sie sich gegen die Konfiszierung eines Drittels ihrer Ladung wehren (?), bestrafen will, ist das Maß voll. Sandra und ihr Vater machen sich als Piraten selbstständig. Der Piratenanführer Orlandese nennt Sandra fortan die Piratenkönigin.
Derweil ist ein Graf de la Groce an den Hof des Herzogs gekommen, weil er um die Hand von dessen Tochter Isabella anhalten will oder muss, denn der Graf ist pleite. De la Groce verliebt sich natürlich in Sandra und haut sie mehrfach raus, wenn der Herzog ihr oder ihrem Vater ans Leben will. Schließlich behauptet der Graf Sandra an den Herzog binnen 10 Tagen auszuliefern. Sie gelangt tatsächlich wider Willen in die Hände des Herzogs, kann aber irgendwie vom Grafen vom Galgen weg gerettet werden. Schließlich stürmen die Piraten und der Pöbel die Festung des Herzogs.
Damit alles stimmt wird plötzlich bekannt, dass Sandra die rechtmäßige Herzogin ist. Isabella, die ihrer Halbschwester immer nach dem Leben trachtete, muss abtreten.

Diesmal hat man sich nichtmal bemüht ein irgendwie an Piratenfilme anmutendes Handlungsgeflecht zu schaffen. Dass Piraten überhaupt vorkommen, scheint schon sehr bemüht. Im Grunde ist es eine Robin Hood-Story mit böser Tyrann wird von rechtmäßigem Erben gestürzt Geschichte. Solche italienischen Piraten, die ja offenbar keine Barbaresken sein sollen, hat es nicht gegeben. Diese Mikroherzogtümer wie in dem Film sind ein beliebter Hintergrund solcher Streifen.
Bei Frisuren usw. wurde sich kaum Mühe gemacht ans 17.Jh. zu erinnern. Die Protagonistinnen sind entsprechend auch im Kerker "perfekt" geschminkt (Marke in den Farbeimer gefallen). Schauspielerisch ist es nach den Maßstäben dieser Produktionen aber eher auf der besseren Seite, da zumindest Lorenzon weiß Grimassen zu schneiden (den kennt man auch aus vielen damaligen auch Italowesternfilmen) und Muller deutlich besser fies grinsen kann als die sonst eindimensionalen Darsteller (auch wenn er mich stark an die Figur von Prinz John in dem Bernd-das-Brot-Film erinnert  ;D ).
Die Schiffe wurden scheinbar extra für die Produktion gebaut. Jedenfalls scheint es so, dass sie dieselben sind, die man auch dann in der Totalen sieht. Auch wurde anscheinend wirklich in der hübschen italienischen Zitadelle gedreht, die manchmal in Billigproduktionen nur reingeschnitten wurde.
Die ganze Handlung ist schwer hirnrissig. Selbst der Titel ist irreführend. Es gibt zwar Enterkämpfe dieser lächerlichen Bötchen (2 Stück und beides Zweimaster statt der angeblich starken Kriegsschiffe ...), aber Sandra ist offensichtlich garkeine Anführerin, sondern das Schiff wird von ihrem Ziehvater kommandiert. Außerdem wird die angeblich die Geschlechterrollen umdrehende Story rasch konterkariert, wenn Sandra doch nur als armes schwaches hochadeliges Weib offenbart wird.
Es gibt von 1951 eine US-Produktion "Anne of the Indies", welche das Thema Piratenkapitänin konsequenter anfässt.

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« Letzte Änderung: 24. März 2020 - 10:52:14 von Pappenheimer »
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"Der Löwe von San Marco" (1963)
« Antwort #82 am: 26. März 2020 - 15:19:34 »

Amüsanterweise bin ich vorgestern auf einen Film mit derselben Hauptdarstellerin gestoßen, der auch scheinbar Szenen aus dem Film "Queen of the Pirates" oder sowas ähnlichem älterem recycled hat. Bei den Kampfszenen also maximal 60% neu gedreht. Da hatte man damals offenbar null Probleme dabei. Die US-Vorlagen haben das ja auch nicht besser gemacht als der extra Lowbudget Abklatsch aus Italien.

"Der Löwe von San Marco"
I 1963
Regie: Luigi Capuano
Darsteller: Giana Maria Canale, Gordon Scott, Rik Battaglia, Alberto Farnese, Franca Bettoia

Handlung: Venedig wird im 17.Jh. (?) von Piraten heimgesucht. Manrico, der Sohn des Dogen, soll, weil seine Familie so arm sei (so what?), eine reiche Dame heiraten, mit er als Gesandter für Venedig nach Frankreich gehen soll. Doch der Piratenüberfall auf die Verlobungsfeier ist für Manrico der willkommene Grund sich im Untergrund zusammen mit anderen Verschwörern als "der Löwe von San Marco" den Piraten entgegen zu stellen. Es geht darum die Piraten zu besiegen bevor es die deutschen Söldner ihres Anführers Ostenburg schaffen. Dabei verliebt sich Manrico in eine Piratin, die nun hin und her gerissen ist zwischen ihrer Loyalität gegenüber ihrer Bande und ihrer Liebe zum Dogensohn. In einem finalen Kampf greifen Manricos Getreue das Schloss von Ragusa an, welches auch von den deutschen Söldnern am Morgen attackiert werden soll.

Die Handlung ist wie gehabt schwer hirnrissig. Natürlich hat es diese Piraten nicht gegeben. Warum sollen die Venezianer, wenn direkt vor ihrer Stadt das Hauptquartier von denen war und dies offensichtlich war, dann nicht gleich die Kerle angreifen und sich laufend irgendwelche Überfälle gefallen lassen? Ähnlich beknackt, wenn am Ende der Kämpfe die Eroberer von Ragusa vor Mutwillen (?) oder aus Blödheit (?) die Kanonen der Piraten über die Mauern schmeißen um sie zu zerstören, statt sie einfach auf ihre Schiffe zu laden und mitzunehmen. Was diese Piraten denn überhaupt sein sollen, wird ebenfalls nicht verständlich. In ihrem Schloss auf einer Insel (!) haben sie Pferde. Man sieht aber keine Piratenflotte oder sowas. Das Schloss ist in verschiedenen Szenen vollkommen anders, woran man sieht, dass willkürlich Material zusammengeschnitten wurde (aus den typischen Filmen mit Piraten stürmen die Festung eines bösen Schurken...) Die ziemlich massiv eingreifende deutsche Schnittfassung, die den Film von 106 auf 89 Minuten verkürzte, macht die Sache nicht besser.
Venedig taucht nur am Rande auf. Man hat offensichtlich nicht an den passenden Locations drehen dürfen, so dass die Stadtkulisse zumeist nur im Hintergrund erscheint, wenn der Doge auf nem pimpfigen Kahn rumgerudert wird (von dem passenden Fahrzeug des Dogen haben die offenbar nie was gehört). Die "Schiffe" sind normale Fischerboote wie man sie noch heute in Venedig sieht, nix irgendwie historisches. Größere feuernde Schiffe sind offensichtlich aus nem anderen Film reingeschnitten.
Die Kostüme entsprechen der damaligen Rezeptur (Rüstungen und Koller aus Kunstleder ohne Wirkung). Irgendwie "histörisch". Mit den Piraten und vor allem der Hauptdarstellerin mit eindeutigen 1960er Frise hat man sich die wenigste Mühe gegeben.
Dem Schinken fehlt jegliche Spannung und leider selbst der standardmäßige Bösewicht. Vielleicht war Isabella, die Verlobte, dafür ursprünglich konzipiert oder der einfach wie ein Italiener aussehende deutsche Söldnerführer (sic!).
Gordon Scott schauspielert typisch wie in seinen Sandalenfilmstreifen hölzern wie allerdings auch der überwiegende Rest der Riege. Alberto Fanese als einzigen irgendwie mit nem Charakter bedachten Pirat war ein kleines bisschen besser.
Massenware aus Italy mit einem zu viel versprechendem Titel.

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« Letzte Änderung: 26. März 2020 - 15:22:01 von Pappenheimer »
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"Die schwarze Isabell" 1952
« Antwort #83 am: 27. März 2020 - 17:34:13 »

Die Peter Blood-Filme sind sowas wie Django. Mit den Fortsetzungen und Billigadaptionen wurde es nicht besser. Louis Hayward hatte schon 2 Jahre vor diesem Streifen im Remake des Klassikers "Unter Piratenflagge" (Captain Blood) von 1935 den verwegenen Blood dargestellt. Ich kann mir fast nicht denken, dass es so gelungen war, dass es einer Fortsetzung bedurfte...

"Die schwarze Isabell" (Captain Pirate)
USA 1952
Regie: Ralph Murphy
Darsteller: Louis Hayward, Patricia Medina, John Sutton, Charles Irvin, Malú Gatica

Handlung: Nach seinen Abenteuern hat sich Blood als Arzt niedergelassen und will Dona Isabella heiraten. Doch er wird angefeindet, weil er Sklaven bei sich in der Praxis versteckt. Schließlich wird Blood der Angriff auf Cartagena vorgeworfen. Er wird verhaftet, doch mit Hilfe seiner Verlobten wieder befreit und sucht nun mit seiner alten Mannschaft den wahren Übeltäter. Eine Art Schnipseljagd durch drei Weltmeere beginnt, wobei er immer wieder Piraten trifft, die scheinbar die Täter waren, ihm dann aber einen Hinweis geben, wer es wirklich gewesen sein soll. Von Martinique aus kommt er so wieder in die Karibik. Die Tavernenbesitzerin Duval gibt ihm ungewollt den entscheidenden Hinweis und getarnt als Arzt findet er auf dem Schiff von Kapitän Coulevain heraus, dass dieser Portobello angreifen soll.
Blood ist getarnt als spanischer Oberst vor dem angeschlagenen Seeräuber Coulevain dort und organisiert die Verteidigung des Hafens. Unter anderem versenkt er sein eigenes Schiff in der Hafeneinfahrt. Als Coulevain eintrifft, ist aber auch Captain Evans, Bloods Gegenspieler zur Stelle und verrät dem Gouverneur von Portobello Bloods wahre Identität. Doch Bloods Falle gelingt und der Coulevains Schiff läuft auf Bloods Wrack und wird von Bloods Geschützen von Land aus zusammengeschossen. Blood untermauert seine Unschuld. Evans war der Verräter und er kann Isabella dadurch ebenfalls befreien.

Schwachsinnige Piraten und ne Menge Zufälle - das hätte auch der Untertitel dieses Streifens sein können. Zufällig trifft Blood laufend die Leute, die er sucht, auch wenn es die dann nicht waren. Dessen eindeutigen Hinweisen folgt er dann auch immer und dann findet er ebenso zufällig hunderte Seemeilen weiter wieder die gesuchte Person, da sie sich just genau da immernoch aufhält, wo sie der Informant vermutete (der auch als Gegenspieler mal die Wahrheit sagt - warum???). Radar oder sonst ein Ortungsgerät brauchten Seeräuber damals absolut nicht, wenn es so einfach war Kapitän XY über den halben Globus zu suchen. Die Befehle der Spanier und der Seeräuber sind oftmals sowas von dämlich! Da schießen die scheinbar nur ein bisschen angerosteten riesigen Langrohre des Forts weniger weit als die dem Kaliber und der Rohrlänge her deutlich kleineren Schiffsgeschütze von Blood. Da die Physik nicht funktionieren will, befiehlt der spanischer Kommandeur einfach mehr Schwarzpulver zu nehmen, dann flögen die Kugeln schon weiter. Ahja! Und noch ein besserer Held - der Capitaine Coulain, der auf nem Schiff, das im Sinken begriffen ist und schon schwer Schlagseite hat, befiehlt mit den Kanonen weiter zu feuern. Mit den Kanonen, wo das Wasser schon durch die Stückpforten laufen müsste und auf was? Auf die Fische? 
Dass der Angriff mit einem Schiff auf einen bedeutenden Hafen aussichtslos ist, wird ja auch mal kurz angeschnitten als ein Seeräuber sagt, sein Schiff sei dazu zu klein. Man muss sich mal anschauen welche Mengen an Truppen Morgan oder L'Olonois für solche Operationen brauchte!
Der Rest ist 1950er Massenware. Dona Isabella trägt teils Kleider die eher an "Vom Winde verweht" erinnern. Die Spanier und Co so Marke Groooob-17.Jh.-Theaterrumpelkammer.
Louis Hayward schauspielert nahezu unterirdisch. Die Rolle würde sicher mehr hergeben. Sieht man ja an Eroll Flynn. Auch Yves Lambrecht hat's besser gemacht. Patricia Medina ist eine resolute Heldin und stellt den Rest des Cast so ziemlich in den Schatten.
Schiffe offenbar wieder aus anderen Filmen reingeschnitten. Grob passend für den Zeitschnitt. Die Masse der Szenen offensichtlich im Studio runtergedreht ohne viel Lust oder Esprit.

Darsteller *
Bilder *
Schiffe *
Story
« Letzte Änderung: 27. März 2020 - 17:37:38 von Pappenheimer »
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