Sweetwater Forum

Kaserne => Spielberichte => Thema gestartet von: Pappenheimer am 28. Februar 2020 - 08:34:55

Titel: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 28. Februar 2020 - 08:34:55
Es lohnt sich eigentlich nicht einen Thread für jede Schlacht aufzumachen, wo dann drei-vier Beiträge drin landen. Deswegen gibt's wie für den Polnischen Thronfolgekrieg ab jetzt hier einen Sammelthread mit künftigen Schlachten in Deutschland und Flandern.
Titel: Pfaffenhofen 1745 275 -Jahre
Beitrag von: Pappenheimer am 28. Februar 2020 - 08:41:40
Da wir am historischen Datum keine Zeit haben, hatte ich das Spiel zum 275. Jahrestag etwas vorverlegt.

Diesmal, auch um das Ereignis etwas intensiver zu beleuchten, habe ich meinen Schlachtbericht über mehrere Teile auf unseren Blog geschrieben.

https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/01/pfaffenhofen-1745-pfaffenhofen-1745.html
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/02/pfaffenhofen-teil-2-part-2.html
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/02/pfaffenhofen-1745-teil-3-part-3.html
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/02/pfaffenhofen-1745-teil-4-part-4.html

Kommentare könnt ihr gerne hier oder dort schreiben, wie es euch beliebt.

(https://1.bp.blogspot.com/-PZlJF9I2UZ0/XledErO0DBI/AAAAAAAAAbg/g-3yzZO2SSMDijCwgc3EXULN7mYTyp8ewCLcBGAsYHQ/s1600/Pfaf8.JPG)

Ich kann mir gut vorstellen, dass ich meine übrigen Schlachten aber wieder wie gehabt behandeln werde. War auch ein bisschen ein Experiment wie das ankommt mit einem Spielbericht über mehrere Teile.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 28. Februar 2020 - 13:47:34
Danke für den Schlachtbericht! Ich habe gerade nicht so viel Zeit über den Verlauf zu schreiben, möchte aber schonmal hervorheben, dass ich die Qualität der Fotos sehr gut finde! :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 29. Februar 2020 - 06:49:19
Ich habe mir den Link hier abgespeichert. Sobal dich kann, lese ich den Bericht :)
Danke für deine Mühen!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 29. Februar 2020 - 11:57:12
Vielen Dank für diesen und auch für alle Deine Spielberichte, der Mühe, welche Du aufbringst, zolle ich meinen Respekt.

Ich spiele nur äüßerst selten historische Szenarien (mit 28mm müsste man sehr stark herunterskalieren), aber die von Dir vorgeführte Möglichkeit der wiederholten Beschäftigung mit einer Schlacht erscheint schon sehr reizvoll, es erinnert mich an meine Zeit mit Flames of War, als die verschiedenen Szenarien in gewisser Weise die Spielstrategie vorgaben. Ich denke nicht, dass ich häufig genug spiele, um einen echten Lernerfolg zu verzeichnen, aber Du motivierst schon sehr dazu, sich sehr intensiv mit taktischen Möglichkeiten zu beschäftigen.

Apropos hätte es die Möglichkeit gegeben, die verdammten Panduren mit dem Bajonett aus den Weingärten aus dem Wald an Deiner linken Flanke zu scheuchen?
Die Angriffe der Kroaten und Säbel-lonelys Attacke ("Serbelloni dreht durch") waren bewußt gewählte Aktionen und keine blunder durch Würfelentscheidungen, oder?

Deine Spielberichte sind so interessant, dass man sich wirklich Zeit nehmen muss, um sie angemessen zu analysieren, und die Verweise auf Quellen sind aufschlussreich, aber zeitstehlend, ich wollte TYW-ler malen, verdammt.

cheers
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 02. März 2020 - 08:50:30
1.
Apropos hätte es die Möglichkeit gegeben, die verdammten Panduren mit dem Bajonett aus den Weingärten aus dem Wald an Deiner linken Flanke zu scheuchen?
2.
Die Angriffe der Kroaten und Säbel-lonelys Attacke ("Serbelloni dreht durch") waren bewußt gewählte Aktionen und keine blunder durch Würfelentscheidungen, oder?
1.
Theoretisch schon. Das Problem ist, dass Panduren mit einer Evade-Bewegung ohnehin aus dem Weg gehen können und daher meine besten Bataillone dadurch wahrscheinlich nur Zeit verloren hätten ohne was zu erreichen.

2.
Bei den Kroaten war es ein "Blunder". Wobei "Blunder" bei HoW weitesgehend auch eine Art von taktischem Fehler des Spielers ist. Sobald ein Dashing General eine 6 würfelt, müssen sich die entsprechenden Einheiten mindestens eine Bewegung auf den Gegner zubewegen. Wenn das in Nahkampfdistanz ist, müssen sie den Nahkampf ausführen. Diese Funktion heißt "Inspiring", d.h. dass die Soldaten einen motivierenden Befehl evtl. missverstanden haben. Das ist aber m.E. so ziemlich die einzige Form von "Blunder" in HoW und wie gesagt, wenn man seine Truppen nicht zu nah an den Feind schiebt, passiert das auch garnicht.
Bei Serbelloni ist das anders. Mein Gegenspieler sah einfach, dass es notwendig war zu attackieren. Seine rechten Kürassiere hatten ja erst eine meiner Kavallerieeinheiten geworfen, dann eine Verfolgung durchgeführt, damit die verbliebene Einheit aus Crussols 2. Treffen ebenfalls zum Rückzug gezwungen und hat dann in der folgenden Runde erneut angegriffen, obwohl sie schon 3 Hits drauf hatten. Doch Serbelloni hatte keine großartig andere Wahl, weil der Rest seiner Reiterei weit rückwärtig stand um sich zu erholen oder aus der Staffel wieder einrückte, jedenfalls nicht so rasch wieder würde angreifen können. Dennoch sah es natürlich einem Himmelfahrtskommando verflixt ähnlich eine angeschlagene Truppe gegen ausgeruhte Infanterie anstürmen zu lassen.

Tut mir leid, wenn ich Dich vom Malen abhalte.

Ich will mich jetzt auch ranhalten. Habe 2 Sets Briten bekommen und wenn die bis Fontenoy fertig wären, wäre das natürlich schick.  :D
Titel: Fontenoy am Jahrestag
Beitrag von: Pappenheimer am 11. Mai 2020 - 14:21:59
Nachdem ich über Jahre mit Blüchi ein großes Spiel der Schlacht bei Fontenoy geplant hatte, was natürlich besonders naheliegend war, weil er tolle Regimenter dafür bemalt hatte (La Couronne und Diesbach), habe ich nun mit meiner Frau und leider ohne passende Schweizer auf französischer Seite ein Spiel bestreiten müssen.

Mehr dazu in unserem Blog:
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/05/fontenoy-11-may-1745-fontenoy-11-mai.html
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/05/fontenoy-11-may-1745-fontenoy-11-mai_11.html
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/05/fontenoy-11-may-1745-fontenoy-11-mai_25.html

(https://1.bp.blogspot.com/-C_fmYGyj80E/XrPFZ2_sASI/AAAAAAAAAnI/_IjJx-f1iIY7hBMFpF5kRoSFtMomF-viwCLcBGAsYHQ/s1600/P%2B5.jpg)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Blüchi am 11. Mai 2020 - 16:51:49
Das holen wir nach. Arbeiten und gleichzeitig Kinder betreuen und sonst noch was in letzter Zeit ansteht geben mir gerade einfach zu wenig Zeit.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 11. Mai 2020 - 18:43:05
Das sieht auf jeden Fall sehr prächtig auf dem Schlachtfeld aus! :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 12. Mai 2020 - 05:50:09
Aaah, da ist sie, die große Schlacht :D
Vielen lieben Dank für deine Mühen :) Das Lesefutter wird heute im Laufe des Tages bei Kaffee und Plätzchen genossen :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Bil am 12. Mai 2020 - 17:32:22
Wow! Das nenn ich mal ein Schlachtfeld! Beeindruckend.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 12. Mai 2020 - 18:24:47
Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare.

@ Blüchi
Ja, zumal ich ja auch nicht mit Leuten von außer Haus spielen konnte, da das in Corona-Zeiten wie im Blog erwähnt ja eh nicht geht.
Irgendwann spiele ich es nochmal. Sicher nicht mit mehr Truppen, da mehr nicht mehr zu bewegen wären und auch nicht sinnvoll auf den Tisch passen. Ich würde nur gern dann mal die Minifigs von Paul durch Einheiten ersetzen, die stilistisch besser zum Rest meiner Armeen passen - also wieder solche 3D-Drucke wie ich sie schon auf meinem Blog vorgestellt habe: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/03/review-miniaturen-von-lukas.html
Man muss halt schon so 5-6 Stunden reine Spielzeit einrechnen und da darf man sich auch nicht mehr mit endlosen Regeldiskussionen verplappern. Geht aber sicher irgendwann. Ist ja auch mit Kindern derzeit schon wieder möglich. Die finden es cool und haben ihren Spaß beim Bewundern der Armeen.  :)

@ D.J.
Bin schon darauf gespannt, was Du zu "Deinem" Flügel sagst.  ;D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 13. Mai 2020 - 05:27:32
Ich hoffe, ich komme heute zum Lesen :)
Freue mich schon :D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 13. Mai 2020 - 09:01:44
Ich freue mich auch noch auf die Lektüre... Will ja wissen, a) ob ich im Vorfeld der eigentlichen Schlacht die schwere Batterie stürmen konnte und b) was meine Sturmtruppen gerissen haben sowie c) ob D.J.s Truppen auch ordentlich mitgezogen haben!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 14. Mai 2020 - 22:51:31
Danke für den Spielbericht - hat viel Spaß gemacht und war auch spannend zu lesen :) Sind unsere Niederländer also doch steckengeblieben, D.J. - ai, verdammich! Aber Briten und Hannoveraner sind vor uns gebrochen und wir konnten noch alles schön mit der Kavallerie für einen geordneten Rückzug decken :)
Der Kavallerieclash am Ende war ja cool, generell schöner Verlauf. Ich hätte den Briten und Verbündeten ja den Sieg gegönnt.

PS: Habe nun auch gelesen, dass durch den Fluss kein vorankommen war. Aber der Umgehungsversuch mit der Kavallerie war ja doch auch eine Aktion in meinem Sinne ;)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 15. Mai 2020 - 05:48:21
Ich bin leider noch nicht ganz durch, meld mich aber am Wochenende mit einem Feedback :)
 
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 15. Mai 2020 - 10:29:14
Habe nun auch gelesen, dass durch den Fluss kein vorankommen war. Aber der Umgehungsversuch mit der Kavallerie war ja doch auch eine Aktion in meinem Sinne ;)
Der Fluss ist die Schelde (auf französischen Karten Escaut und auf englischen Scheldt), der dicht an Antoing vorbei fließt. Hinter der Schelde war schwere französische Artillerie postiert, die Waldeck nicht ausschalten konnte, da der Fluss offenbar nicht passierbar ist. Historiker sind sich heute uneins inwiefern sie zum Ausgang des Kampfes zwischen Antoing und Fontenoy beitragen konnten. Der Fluss ist bei Tournai/Antoing noch recht schmal, jedenfalls noch nicht beschiffbar, aber gelegentlich wird gesagt, dass die Geschütze möglicherweise doch zu weit wegstanden. Ich fand es aber zu reizvoll und habe sie deswegen drinnen gelassen. Durch den Malus für "long distance" erzielte die Batterie 16-Pfünder aber eh nur 1-Hit pro Runde, wenn's hochkam.

Ich hatte dann am Aufbautag noch beschlossen rein wegen der Optik den Bourgeon-Bach hinzu zu fügen. Der hat aber keinen Einfluss auf Bewegung oder sonstwas, sondern ist rein dafür da, damit die Landschaft etwas charakteristischer für die Region ausschaut. Er wird auch in den beiden Büchlein zu Fontenoy nicht besonders erwähnt, aber abgebildet.

Vielen Dank für die Kommentare. Vielleicht mache ich nochmal etwas ähnliches, wenn es wieder eine interessante größere Schlacht gibt. Dann muss ich aber offenbar Jon Freitag mit einbeziehen.  :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Sorandir am 15. Mai 2020 - 21:08:24
Habe Fontenoy jetzt auch gelesen, kommt gut  :)
Wenn du bei deinem nächsten quasi-Multiplayer noch einen kleinen Posten zu vergeben hast, würd ich mich zu dero zwecken gebrauchen  lassen
... auch wenn sich mein Epochewissen auf Barry Lyndon beschränkt  ;D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 16. Mai 2020 - 13:54:43
Salut Sorandir,

dafür braucht man nicht viel Fachwissen. Ne Karte und ein Überblick genügt. Ist ja ungefähr wie die Instruktionen, die wir direkt vor der finalen Schlacht Deiner letzten Kampagne, abgeben sollten.
Das Szenario muss sich halt dazu anbieten - etwa wie mehrere seperate Kolonnen wie bei Quistello.

Vielen Dank nochmal für die Kommentare. :)
Titel: Melle 1745 Die Zweite
Beitrag von: Pappenheimer am 09. Juli 2020 - 09:26:31
Wir haben nun ein zweites Mal die Schlacht bei Melle gespielt.

Einen Bericht mit OOB findet ihr auf unserem Blog: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/07/the-battle-of-melle-july-9th-1745.html

Diesmal nur auf Englisch, da mich der doppelte Aufwand gestört hat, die Beiträge immer so überlang werden und die meisten Leser eh aus den USA sind.

(https://1.bp.blogspot.com/-9ngyB9iNKR8/XvB3TS_AyKI/AAAAAAAAAy4/ZBeNSTU1cMgVezLE4se7k7QC8aeQlnWqwCLcBGAsYHQ/s400/20200620_224159.jpg)
Titel: Gefecht bei Assche 12. August 1745
Beitrag von: Pappenheimer am 04. August 2020 - 22:17:02
Hier gibt's wieder einen Bericht auf Englisch.

https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/08/the-combat-at-assche-august-12th-1745.html

(https://1.bp.blogspot.com/-0uFgB45xEBY/XygKK8IWbpI/AAAAAAAAA48/xqo9eOe_zQU0L8EHSsnDFxxSKNeErLSjACLcBGAsYHQ/s400/Assche%2B2.jpg)

Das war echt ein irre spannendes Spiel und hat sehr viel Spaß gemacht. Genau die richtige Atmosphäre und dann noch ohne nervigen Aufbau einfach auf unserem Wohnzimmertisch.  8)
Titel: Gefecht bei Grimbergen - Santé!
Beitrag von: Pappenheimer am 19. August 2020 - 12:52:52
(https://1.bp.blogspot.com/-lP6gmLs5STI/Xzqn7T9z-FI/AAAAAAAAA8Y/Ep4ThD-VZGc6Z3eNaSYLSqZUW1CWOM_GgCLcBGAsYHQ/s400/20200815_192504.jpg)
Das letzte Gefecht der 1745er Kampagne in Flandern.

Hier geht's zu mehr Bildern und detailliertem Spielbericht (auf Englisch).
https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2020/08/the-combat-at-grimbergen-on-august-23rd.html
Titel: Gefecht bei Ramillies 1746
Beitrag von: Pappenheimer am 29. September 2020 - 14:08:17
Wir schreiben das Jahr 1746. Der Maréchal de Saxe schäumt vor Wut wegen dieses frechen FML Trips, der laufend französische Versorgungskolonnen angreift und aushebt. Zahlreiche Franzosen sind durch den Fuchs schon in Gefangenschaft geraten. deswegen ist der Maréchal begeistert als er von einem Unternehmen der Österreicher hört einen französischen Brottransport im Norden wegzuschnappen. Das ist die Chance! De Saxe versammelt mehrere große Kolonnen welche aus mehreren Richtungen kommend die Falle um Trips zuschnappen lassen sollen.
Ohne von den französischen Plänen zu wissen, trifft Trips in der Gegend nördlich Ramillies ein, wo er von stärkeren französischen Streifkommandos erfährt. Kurz vor Jadoigne beschließt Trips kehrt zu machen und zur Hauptarmee zurück zu marschieren. Er kann nicht mehr auf den Transport warten. So marschiert er an Ramillies vorbei an die Mehainge, die in diesem Sommer 1746 ohnehin schon eine bedeutende Rolle gespielt hatte. Nur der junge Obrist Esterhazy mit den niederländischen leichten Truppen verstärkt durch zahlreiche Ghilanyi-Husaren steht noch bei Ramillies. Im Morgengrauen des 26. August entdeckt Esterhazy plötzlich die Enden französischer Marschkolonnen, die scheinbar in der Dunkelheit von ihm unbemerkt vorbei marschiert sind. Esterhazy denkt, dass ihm so eine Chance nicht zweimal geboten wird und attackiert die Franzosen von hinten. Zwischen Offus und Ramillies entwickelt sich ein lebhaftes Gefecht. Wird es den Franzosen rechtzeitig gelingen kehrt zu machen? Können sie Esterhazys leichte Artillerie erbeuten?

(https://i.imgur.com/5MNnYCo.jpg)

OOB:
ALLIED
CinC: Oberst Esterházy (Dashing):
Initiative turn 1, have to attack the French rearguard
- 1 x Austrian Hussars (Ghilanyi) (large)
- 1 x Dutch artillery - inferior
- 1 Dutch (Frangipani (former Bavarian)) Hussars
- 1 x Dutch Vrijcompagnie (small) - inferior light infantry
- 1 x Dutch Vrijcompagnie - inferior light infantry



CinC: FML Trips (Dash.)
1) Obrist Adam Buday (?) (Dep.)
- 2 x Pandours (small) - standard light infantry
2) GFWM Marquis von Spada (Dash.)
- 2 x Dragoons (large)
3) GFWM Moroz (?) (Dep.)
- 2 x Austrian Hussars (Nadásdy …)

BP: 5


FRENCH
Lieut. Gén. de Saint-André (Dep.)

I) Brigadier Jomery ( ?) (Dep.)
- 1 x Dragons (small)
- 1 x Hussards (small) - inferior light cav.

II) Col. de Charge Soixante-Neuf (?) (Dash.)
- 4 x Grenadiers (small) - superior (standard for shooting)

III) MdC de Dautaine ( ?) (Dep.)
- 4 x cavalerie - inferior (standard for first round of melee charging only)

IV) Brigadier de Brissac (?) (Dash.)
- Gendarmes (large)

V) Arrieregarde : Brig.. d’Avanture (?) (Dith.)
- 4 bns. - standard (inf. for shooting only)

Reinforcements arriving in turn 4
6) De Jambon (Dith.)
- 2 x grenadiers - superior (standard for shooting)


BP: 6/7

Guns could be captured on a 2-6 / recaptured on a 2-6 (routing the troops with them)

Victory conditions:

Allied minor victory: Esterházy’s command survives the encounter
Allied decisive victory: breaking the French

French minor victory: bringing the Dutch guns to Jauche / capture Trips
French Major victory breaking the allies.


Limit:

7 turns.
Terrain: all BUAs: light cover
Streams fordable except in the swamps

Das Gelände vor dem Zusammenstoß:
(https://i.imgur.com/CNfNjg7.jpg)
Mit Sicht von Taviers nach Offus.

Auf die steil abfallenden Ufer der Mehainge habe ich verzichtet. Das Gelände bei Offus mit der Petite-Gette war schon aufwändig genug.

(https://i.imgur.com/fA393BK.jpg)
Blick von Offus nach Taviers und Franquenée.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 29. September 2020 - 16:55:57
Das sieht ja wirklich schon wieder fantastisch aus - auf dem Spielfeld machen deine Einheiten wirklich eine exzellente Figur!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 29. September 2020 - 17:20:54
Zitat
bringing the Dutch guns to Jauche
Lustig.

Die Kavalleriekolonne ist geil, die Namen auf dem Bild hilfreich.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 29. September 2020 - 17:36:42
Die Kavalleriekolonne ist geil, die Namen auf dem Bild hilfreich.
Die waren im jpg auch noch deutlich größer, aber ich muss mich ja hier an die Sweetwater-reglementierungen halten.

War auch schön mal mindestens bei der Linieninfanterie nur Marschierer nehmen zu können, da es einfach nicht soooooo viele Truppen sind.  8)
Titel: Ramillies 1746 2
Beitrag von: Pappenheimer am 29. September 2020 - 17:50:50
(https://i.imgur.com/GEtqNYt.jpg)
Wie auch im historischen Gefecht stürzte ich mich mit Esterhazys Truppen erstmal auf den Feind. Brigadier Avanture konnte mit sämtlichen Bataillonen nicht kehrtmachen.
Immerhin vermochte er eines seiner Bataillone ins Tal der Petite-Gette abzuziehen, damit es nicht auch in die ausbrechende Panik mitgerissen wurde.
Der Maréchal de Camp Dautaine und der Brigadier Brissac vermochten ihre Reiterei zu wenden, um sie den nachdrängenden Angreifern in den Weg zu werfen.

(https://i.imgur.com/t98RYXC.jpg)
Eine von Dautaines Einheiten prallte auf die erfolgreichen ÖSterreichischen ( ;) ) Ghilanyi-Husaren. "Charge!"  ;D

Ich ende hier mal mit nem Cliffhanger.  8)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 30. September 2020 - 06:38:21
Herrliche Bilder :) Deine Truppen machen auf dem Spielfeld richtig was her :)
Die Ideee mit den Titel in den Bildern ... ich glaube die klaue ich dir ;D
Wann geht es weiter? Oder überhaupt?


Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. September 2020 - 12:19:41
Wann geht es weiter? Oder überhaupt?
Es geht schon weiter - tröpfchenweise, je nachdem wieviel Zeit mir gerade zur Verfügung steht. Ich mag es aber solche eher interessanten Situationen eine Weile sacken zu lassen. Das gefällt mir ja auch an den Berichten von Maréchal Davout, wenn man ne Weile Zeit hat um zu spekulieren wie es wohl weiter geht.  :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. September 2020 - 13:22:23
(https://i.imgur.com/nPQVP53.jpg)
Maréchal de Camp Dautaines Angriff schlug zwar die österreichischen Ghilanyi-Husaren in die Flucht, führte aber auch zur Zerschlagung der angreifenden Einheit, die ihrerseits in das sich dahinter sammelnde Bataillon zurück flutete und dieses in so heillose Verwirrung stürzte, dass dadurch Brigadier d'Avanture sein erstes Bataillon einbüßte.

(https://i.imgur.com/Wk6QGun.jpg)
Immerhin konnte d'Avanture eines seiner Bataillone dazu nutzen den nachdrängenden niederländischen Parteigängern die Stirn zu bieten und sie mit einer Salve auf Abstand zu halten.
Aber andererseits konnte auch ich immerhin hoffen, dass bald die österreichischen Dragoner unter dem GWM Marquese di Spada bald einträfen um Esterhazys bedrängte Lage zu konsolidieren. Die Hälfte der niederländischen Freikompanien hatte Esterhazy vorsichtshalber auf die Straße nach Perwez zurück fallen lassen, ehe sie auf der französischen Reiterei auseinander genommen werden konnten. 
Ich versuchte durch die persönliche Anwesenheit (also von FML Trips) das Vorrücken von Moroz österr. Husaren zu beschleunigen.

Die Franzosen allerdings verfügten noch über zwei intakte Reiterregimenter unter MdC Dautaine und die große Einheit Gendarmes unter Brigadier Brissac bereit sich auf die armen niederländischen (ehemals bayerischen) Frangipani-Husaren zu stürzen ("neue" Einheiten und erster Einsatz in einem Spiel - ihr kennt das Thema?).
Die viel französischen Grenadiereinheiten unter Charge-Soixante-Neuf durchquerten gerade Offus und es war die Frage, ob sie sich rechtzeitig einfinden würden um den Ausschlag zu geben ehe meine österr. Dragoner zuschlugen?
Nebenbei überquerte die französische Vorhut mit Hussards et Dragons in Eilmärschen einen Nebenlauf der Petite-Ghette um ja nicht dem Vormarsch der Grenadiere in die Quere zu kommen.

Also: es bleibt spannend.  8)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. September 2020 - 13:36:06
Der Berliner Tabletop-Generalfeldmarschall bedankt sich beim Mitglied des  fränkisch-schwäbischen Adelsgeschlechts für die genaue Identifkation der Plastikheroen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. September 2020 - 13:46:55
Plastikheroen.
Die einzig wahren Heroen in dieser Schlacht sind Artminiaturen Zinn (Trips + Moroz).  8)

Morgen geht's in dem Stil weiter. Versprochen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 02. Oktober 2020 - 16:40:07
(https://i.imgur.com/6bwVG1C.jpg)
Da Jomery offenbar versuchte mit der französischen Vorhut Ramillies zu umgehen, sah sich Buday gezwungen mit seinen österr. Panduren zu reagieren.
Buday verließ Ramillies. Ein Trupp warf sich den franz. Husaren entgegen. Deren Angriff zwang sie allerdings auszuweichen und sich nach einem wenig effektiven Feuer hinter den Mauern der Höfe von Ramillies in Sicherheit zu bringen.
Der andere stellte sich d'Avantures französischen Füsilieren entgegen, um sie aufzuhalten.

(https://i.imgur.com/cyHqkbr.jpg)
Dautaine und Brissac griffen nun entschlossen an und trafen auf die niederländischen Frangipani-Husaren und Spadas österr. Dragoner.

(https://i.imgur.com/2FuFkLi.jpg)
Der Ausgang des Kampfes war dann allerdings für die beiden französischen Kommandeure verheerend. Die franz. Gendarmes und das Reiterregiment wurden in die Flucht geschlagen.

(https://i.imgur.com/ZMPw40O.jpg)
Die flüchtigen Regimenter zogen die dahinter stehenden Einheiten in Mitleidenschaft. Die Hälfte der französischen Kavallerie war also bereits verloren.
Die Österreicher mussten nun allerdings immerhin die Frangipani-Husaren und die Hälfte ihrer Dragoner sich sammeln lassen.
Lieutenan-Géneral de Saint-André sah keine weitere Chance als auf die Wirkung seiner Grenadiere zu hoffen.

(https://i.imgur.com/F1H4eCB.jpg)
Ich konnte entweder an der Straße nach Perwez bleiben und hoffen, dass ich noch ein paar angeschlagene französische Einheiten vernichten ließen oder mich auf Taviers und Franquenée zurückziehen, wo ich die wenig effektive leichte Infanterie sich verschanzen lassen könnte. Aber die Gegend war für meine Reiterei ungünstig, da das Ufer der Mehainge teilweise versumpft ist.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 03. Oktober 2020 - 16:49:09
Während die Franzosen Zeit zum Regruppieren brauchten, befahl FML Trips rasch GWM Moroz mit seinen Husaren Ramillies zu umqueren. De la Spada beorderte sein zweites Regiment zurück Richtung zu der Straße nach Perwez. Hier sollte es sich mit dem sich sammelnden Regiment vereinigen und bei nächst möglicher Gelegenheit wieder vorgeführt werden.
(https://i.imgur.com/kqoMYJn.jpg)
Brigadier de Jomery brach sein Vorgehen ab. Brigadier d'Avanture führte sein linkes Füsilierbataillon persönlich gegen Ramillies. Saint-André beorderte die Grenadiere gegen die Verbündeten.

(https://i.imgur.com/Rmq1wx3.jpg)
Immerhin konnte Esterhàzy seine leichten Truppen hinter Budays Panduren sammeln.

Mittlerweile trafen französische Verstärkungen in Form von 2 Trupps Grenadieren in Offus ein. Die Frage war, ob sie noch rechtzeitig zugunsten Saint-Andrés eingreifen konnten?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 03. Oktober 2020 - 17:03:28
Immer wieder interessant, wie sch... die Franzosen bei Dir sind. Die Darstellung ist übersichtlicher, das Geschehen mal wieder ein tolles Durcheinander, die taktische Situation herausfordernd für beide Seiten.

chapeau!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 03. Oktober 2020 - 23:38:22
War aber auch Pech dabei. Frangipani-Husaren habe ich als Inferior light cavalry eingestuft. D.h. dass sie nochmal schlechter als franz. Kavallerie sind (inferior cav. - standard for charge (1st round of melee). Franz. Kav. hat meistens den Vorteil, dass sie zumeist in Massen auftritt und sich gegenseitig Support liefern kann. Bei Bassignana haben sie ja auch die Schlacht entschieden in unserem Spiel.  8)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 03. Oktober 2020 - 23:53:30
(https://i.imgur.com/GMFBHcs.jpg)
Saint-André entschloss sich zu entschiedenem Handeln.

(https://i.imgur.com/IW7oAwy.jpg)
Die führenden österreichischen Husaren unter GFWM Moroz griffen die nunmehr abgesessenen franz. Dragoner unter Brigadier Jomery an, hinter die Jomery geschickt seine Husaren gestellt hatte. Eine kaum wirksame Salve empfing die unaufhaltsam wirkenden österr. Husaren.
(https://i.imgur.com/EGJ19rC.jpg)
Derweil ließ Brigadier d'Avanture seine franz. Füsiliere Ramillies erstürmen. Die Panduren hatten keine Chance im Nahkampf gegen die Füsiliere, die ungestüm die Mauern erklommen und alles niedermachten.

(https://i.imgur.com/87q2GNX.jpg)
Moroz Husaren schafften zwar die franz. Dragoner in die Flucht zu schlagen, aber waren auch selber in ihrer Moral gebrochen und fluteten zurück auf die Straße, die nach Jauche führt.

(https://i.imgur.com/5ZZqPxu.jpg)
Vielleicht doch besser Rückzug antreten, lieber Trips?  ???
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 04. Oktober 2020 - 02:12:41
Immer diese Cliffhänger...
er entschloss sich zu entschiedenem Handeln gefällt mir, irgendwie doppelt gemoppelt, aber irgendwie auch nicht.
Wenn die Dragoner von Husaren im abgesessenen Zustand erwischt werden, warum sind die dann nicht Kleinholz? Die Moroz-Huzzies waren doch nicht vorgeschädigt, oder hab ich was überlesen?
Titel: Gefecht bei Ramillies Finale
Beitrag von: Pappenheimer am 04. Oktober 2020 - 12:30:28
Wenn die Dragoner von Husaren im abgesessenen Zustand erwischt werden, warum sind die dann nicht Kleinholz? Die Moroz-Huzzies waren doch nicht vorgeschädigt, oder hab ich was überlesen?
Abgesessene Dragoner kämpfen bei mir wie franz. Linieninfanterie. D.h. sie können ne Salve schießen (-1 für small unit), dann kämpfen sie halt nen normalen Nahkampf (+ 1 supporting unit (franz. Hus.), - 1 small unit). Dann noch ein bisschen "Glück" und beide Einheiten sind vernichtet.

(https://i.imgur.com/jF66XiI.jpg)
Heftige Kämpfe rund um Ramillies. Moroz verbliebene Husaren griffen die angeschlagenen französischen Husaren unter Brigadier Jomery an und vernichteten sie im ersten Ansturm.

(https://i.imgur.com/XeV5AB6.jpg)
Saint-André ließ im Zentrum angreifen. Ein Trupp Grenadiere schlug die vor ihnen stehenden Panduren mit einem Bajonettangriff in die Flucht.
Die niederländische Artillerie und die leichten Truppen unter Esterhàzy hatten die rechts von den angreifenden Grenadieren stehenden franz. Grenadiere völlig auseinander genommen.

(https://i.imgur.com/OHh2LNE.jpg)
Die Franzosen in Ramillies nahmen einige niederländische Plänkler unter Feuer.
Das bewirkte wenig. Aber die flüchtenden Trenck'schen Panduren rissen die sich hinter ihnen sammelnden Frangipani-Husaren mit sich.

(https://i.imgur.com/s5Fl8RY.jpg)
Spadas österr. Dragoner kamen zu langsam, um noch etwas zu erreichen.

(https://i.imgur.com/lWX7YxI.jpg)
So hatte ich das Gefecht bei Ramillies knapp verloren.

Ich hatte 0 Punkte übrig, die Franzosen nur noch 1 P (sie hatten ja durch das Eintreffen von Jambons Grenadieren einen wieder drauf bekommen).
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 04. Oktober 2020 - 13:08:55
https://www.youtube.com/watch?v=c5OdCqUWRyo (https://www.youtube.com/watch?v=c5OdCqUWRyo)

Ramillies verloren, tja ein Marlborough bist Du doch nicht... ;D

Zugegebenerweise etwas unglücklich, wenn nur eine eingetroffene gegnerische Einheit den wichtigen Punkt zum Sieg generiert.

Die Regelung mit den Dragonern verwundert mich dann doch, den Zusammenhalt einer Linieneinheit würde ich ihnen eher nicht zusprechen. Und die Husaren müssten ja erst einmal an den geparkten Dragonerpferden vorbei...

Wie angesprochen ein interessantes Gefecht mit Deiner gewohnten aggressiven Spielweise auch in Unterzahl. Lass mich niemals ein Szenario für Dich entwerfen, ich würde Dich in einen Hinterhalt teuflischer Natur rennen lassen 8)

Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 04. Oktober 2020 - 15:23:40
Ramillies verloren, tja ein Marlborough bist Du doch nicht...

Zugegebenerweise etwas unglücklich, wenn nur eine eingetroffene gegnerische Einheit den wichtigen Punkt zum Sieg generiert.
Da hast Du wohl recht, aber der war ja auch überlegen und hatte britische Infanterie dabei...

Nee, aber im Ernst. Es gab 1745/46 mehrere Gefechte auf dem Gelände. Nur bei diesem war die Quellenlage ergiebig genug für ein halbwegs plausibles Szenario.

Das mit dem Punkt mehr war ja "meine" Schuld. Hätte ich bis Runde 4 gewonnen, hätten die Verstärkungen ja nicht reingezählt.  8)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 04. Oktober 2020 - 15:38:13
Jetzt fang nicht an mit der naturgegebenen Überlegenheit der englischen Infanterie, und "Schuld" ist ein Konstrukt der katholischen Kirche und der bürgerlichen Rechtsprechung, reden wir lieber von Faktoren.

Für 2021 wollte ich ein paar Deiner Szenarien durchspielen und hab mir ein paar alte Spielberichte angeguckt. Ich denke schon, dass Du aggressiver in Deinem Spielverhalten geworden bist, was Deine Spiele zu einem eindeutigen Ergebnis kommen lässt. Ich dagegen bekomme kaum ein Spiel in der Ära zum Abschluss, ich werde da wohl mal an den Umständen etwas schrauben müssen.

cheers
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 04. Oktober 2020 - 19:48:34
1.
Jetzt fang nicht an mit der naturgegebenen Überlegenheit der englischen Infanterie, ...

2.
Für 2021 wollte ich ein paar Deiner Szenarien durchspielen und hab mir ein paar alte Spielberichte angeguckt. Ich denke schon, dass Du aggressiver in Deinem Spielverhalten geworden bist, was Deine Spiele zu einem eindeutigen Ergebnis kommen lässt. Ich dagegen bekomme kaum ein Spiel in der Ära zum Abschluss, ich werde da wohl mal an den Umständen etwas schrauben müssen.
1.
Hat auch nichts mit Religion sondern mit Taktik zu tun.

Ich hab's anfangs nicht geglaubt, mir dann aber das Dettingen-Buch von 1993 zugelegt. Die britische Infanterie galt da mal nicht als so überlegen. 1743 wurde ausdrücklich die hannoveranische und österreichische für die Disziplin etc. gelobt.

1744 gab es keine nennenswerten Schlachten.

1745 zeigten sich die Franzosen entsetzt über die Wirkung der britischen Salven.
Bei Fontenoy waren aber auch nur wenige Hannoveraner dabei - und die werden auch nirgends negativ erwähnt, auch wenn sie nicht so weit auf Fontenoy vordrangen wie Durores Regiment (?).

Bei Dettingen und Lauffeldt hat sich die britische Kavallerie exzellent geschlagen - die französische aber war schlecht geführt - der Angriff der Cuirassiers du Roi in die RN Fusiliers bei Dettingen beinahe filmreif...

Mehr dazu vielleicht auf meinem Blog. 8)

2.
Teilweise habe ich einfach den Breaking Point runter gesetzt, dass man am Ende ein sinniges Ergebnis bekommt und nicht so sinnlos rumrechnen muss wie das eigentlich in den Regeln vorgesehen ist (z.B. + BP für eingenommene BUAs).
Ich weiß halt nicht, ob man mit anderen Regeln zu ähnlich eindeutigen Ergebnissen kommt.

Manchmal habe ich auch ne "extended version" bei Szenarien dazu entwickelt, als meine Sammlung größer wurde - aber größer muss nicht besser sein. Bei Guastalla war das aber cool mit 1-2 Einheiten mehr. :)
Titel: Die epische Schlacht von Simbach 1743
Beitrag von: Pappenheimer am 19. Oktober 2020 - 09:30:39
Da wir am Wochenende mal wieder nicht verreisen durften  :-[ , haben wir immerhin mein neues Simbach/Braunau-Szenario ausprobieren können.
Wir würfelten aus, wer welchen General übernimmt und ich bekam Berlichingen bzw. den später eintreffenden Prinz Karl von Lothringen.
Pallas Athene spielte Minuzzi. Minuzzi muss einfach 8 Runden überstehen und ich muss sie besiegen. Einfaches Szenario. Das Überqueren des Simbach abseits der Brücke stellt eine gewisse Finesse da. Man kann auch die Simbachübergänge samt Simbach in Brand stecken. Dadurch würden die Bayern verhindern, dass ich meine Artillerie beispielsweise über den Bach brächte.

(https://i.imgur.com/ZWizVoR.jpg)

Bayern OdB

CinC. FZM Minuzzi (Dith.)

1) Grenadiere zu Pferd (standard) independent
2) General Gabrieli (Dep.):
5xLineinfantry (inferior)
1xGrenadiers (standard)
2xlight Artillery (inferior)
3) Grenadiere (standard – small) independent
In Erlach
4) Obrist Fabretti (Dep.)
2 x Infantry Regiment Minuzzi (inferior) independent
5) General Preysing (Dep.):
1x Cavalry (inferior)
1x Dragoons (inferior)
1 x Hussars (inferior - small)
+ 1 x Hess. dragoons (standard) arriving in turn 2

+ 1 x Bav. dragoons (inferior) arriving in turn 2

Breaking point: 5/6

Österr. OdB

CinC FML Berlichingen (Dep.) / Prinz Carl (arriving on a 3-6 from turn 3) (Dith.)

1) Obrist Forgàch (?) (Dash.)
2 x gren.
1 x light artillery moving in turn 2
2) GFZM Thüngen(Dep.) :
4x infantry
1 x light artillery moving in turn 2
3) Obrist Thürheim (Dash.):
1x grenadiers (superior – small)
1x croats (standard – small)
4) GFWM Platz (Dep.):
3 x grenadiers (superior – small)
5) GFWM Conte Lucchesi (Dep.):
2xCuirassiers (standard)
1xDragoons (standard)
6) GFWM Comte de St. Ignon (Dep.):
1xCuirassiers (standard)
2xDragoons (standard)
7) GFWM Nadasdy (Dash.):
1x Hussars (standard – small) arriving in turn 2
8) FML Marschall (Dep.)
4 x infantry
1 x medium artillery all arriving in turn 3

Breaking point: 8/10

Terrain:
The Inn is impassable.
The Simbach is very difficult to cross:
In sector I on a 3-6 (ca. 40cm from the north)
In sector II on a 5-6 (ca. 40cm-120cm from the north)
In sector III on a 6

BUAs:
Simbach (light cover) burns on a 3-6 if shot at or laid fire to by adjacent troops.
Erlach & Mühle (light cover)


Limit: 8 turns.

(https://i.imgur.com/Pw2AXQX.jpg)
Ein Blick auf die Straße entlang nach Marktl.
Im Vordergrund in Erlach ganz rechts befindet sich ein kleines bayerisches Detachment Grenadiere, die als Vorposten den Kirchhof von Erlach verteidigen sollen. Minuzzi hat sein eigenes Regiment Infanterie unter Obrist Fabretti nahe der Straße zwischen Simbach und Erlach vorgeschoben. Daneben noch die Hohenzollern-Dragoner. Hinter dem Simbach auf dem südlichen Ufer steht die Masse von Minuzzis Infanterie unter Gabrieli. Außerhalb des Bildes befinden sich die Grenadiere zu Pferd kurz vor Braunau am Inn. Westlich von Simbach - hier überwiegend von den Gebäuden des Ortes verdeckt - steht Preysings Kavallerie. Minuzzi hat seinen Train bereits auf der Straße Richtung Marktl abgeschickt. Von dort erwartet er die herbeigerufenen bayerischen und hessischen Dragonerregimenter Gabrieli (in Rot) und König (in Blau).

An den Hängen des Schellenberges ganz im Westen befinden sich Berlichingens Massen an österreichischer Kavallerie unter St. Ignon und Lucchesi. Weiter östlich schließen sich die Panduren und Grenadiere unter Obrist Thürheim und dahinter die Massen an Grenadieren unter GFWM Platz an. Weiter nördlich marschieren die Bataillone unter FML Thüngen auf. Obrist Forgách kommandiert einige Grenadiere, die direkt auf Erlach losgehen und eventuell noch Artillerie zugeteilt bekommen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 19. Oktober 2020 - 09:47:45
Die  Grenadiere sollten die Bierkrüge abstellen und Fersengeld geben.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 19. Oktober 2020 - 11:46:57
(https://i.imgur.com/3HsbnYH.jpg)
Auch auf die große Entfernung vom Schellenberg aus konnte Berlichingen wahrnehmen, dass die Bayern von Minuzzi völlig umgruppiert wurden.
Ich war völlig erstaunt, dass Minuzzi sogar Fabrettis bayerische Bataillone und die Dragoner auf Thüngen zumarschieren ließ. Seine Reiterei zog Minuzzi an den Simbach vor. Wollte er gar übersetzen? Aber wozu? Seine Husaren und Raymond-Kürassiere würden dann meiner Infanterie gegenüber stehen.

Ich selber beschloss diese eigenwilligen Entscheidungen der Bayern weitesgehend zu ignorieren. Meine Kavallerie rückte auf den Simbach vor. Sollte sie dann eben Preysings bayerische Reiterei von hinten angreifen. Thürheim bekam den Befehl mit seinen Panduren schleunigst die Mühle am Simbach zu besetzen.

(https://i.imgur.com/jfeCA2P.jpg)
Forgách drang geschwind auf Erlach vor. Seine österr. Grenadiere beschossen den Kirchhof. Der Pfarrer brachte sich in Sicherheit.

(https://i.imgur.com/VC6J9kD.jpg)
Es schien so, als ob die Bayern die Simbachübergänge verstopft hätten. Derweil waren offenbar Verstärkungen für Minuzzi auf der Straße von Marktl eingetroffen, um seinen linken Flügel zu verstärken.

Obrist Thürheim hatte derweil seine Panduren in die Mühle geworfen. Seine Grenadiere marschierten um das Gehöft herum. Lucchesi überquerte mit meinen österreichischen Reitern und Dragonern den Simbach westlich der Mühle. Doch St. Ignon blieb zurück. Eile mit Weile oder was? Ich wurde ungeduldig.

(https://i.imgur.com/6uEArUl.jpg)
Forgáchs österreichische Grenadiere aber erstürmten todesmutig den Kirchhof. Die Salve der Bayern blieb ohne große Wirkung. Angesichts der Übermacht von Forgáchs Mannen räumten die geschlagenen bayerischen Grenadiere den Kirchhof.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 19. Oktober 2020 - 13:33:07
Ich warte zugegebenermaßen einfach auf die Fortsetzung des AAR, aber eigentlich könnte man nun schon anfangen, die Bewegungen zu analysieren, auch als Nicht-Partizipierender.

Mir fiel nur gleich ein Spruch von Napoleon ein, man solle den Gegner nicht dabei stören, wenn er einen Fehler macht.

Wenn also bei bekannten Szenariobedingungen die bayerischen Kräfte dem Gegner entgegen gehen, dann fürchte ich, dass dies zu starken Verlusten auf bayerischer Seite führt. Als Gegenthese möchte ich die Schlacht von Spichern anführen, wenn man wie in der Realität die Szenariobedingungen nicht kennt, führt seltsames Handeln manchmal zum Erfolg.

cheers

PS ich meinte Mars-La-Tour, nicht Spichern und bezog mich auf den Angriff mit stark unterlegenen Kräften
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 19. Oktober 2020 - 13:53:58
Sieht toll aus, wieder mal ein für Pappenheimer typisches herrliches Durcheinander, auch wenn hier seine Gegenspielerin für den Bayern-Stau um die Brücke verantwortlich ist ;)
Hast du wirklich schon so viele Bayern angemalt? Neben den ganzen Franzosen und Briten etc. habe ich das gar nicht mitbekommen...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 19. Oktober 2020 - 14:05:22
Hast du wirklich schon so viele Bayern angemalt? Neben den ganzen Franzosen und Briten etc. habe ich das gar nicht mitbekommen...
Ich hoffe, das Durcheinander ist schon dadurch eindeutiger, dass die einen hellblau und die Gegner überwiegend weiß sind.

Die meisten Bayern habe ich von hunwolf gekauft. Daher auch die für mich ungewöhnliche Basierung (6 Minis pro Base bei Infanterie) und das Fehlen von Shade bei den zugekauften Bayern.

Leider konnte ich diesmal die Bilder nicht nachbearbeiten.
Der Bericht geht heute Abend hoffentlich weiter (hab ein bisschen technische Probleme im Moment).

Ihr könnt aber weiter gerne spekulieren. Insbesondere die zur Hilfe kommenden berittenen Truppen aus Marktl auf bayerischer Seite sind ja recht spannend.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 19. Oktober 2020 - 14:34:03
Wenn es den Österreichern gelingt, einen sicheren Stand auf der anderen Seite des Simbachs zu bekommen, dann ist die Grundlage für den Sieg gelegt.
Ziel für Ö. ist es, den Gegner zu vernichten. Zieht sich der Bayer über den Fluss zurück und zerstört die Übergänge, so kann der Ösi seine Kräfte nur schwer in den Kampf bringen.
Wenn der Bayer seine Kräfte über den Bach bringt, dann riskiert er deren Vernichtung.
Das beste für den Bayer wäre m.E. ein Scheinangriff auf die herannahenden Truppen mit anschließenden Rückzug über den Bach nebst Abbrennen der Brücken. Die Truppen diesseits des Simbach müssen verhindern, dass der Ösi sich in Macht über den Fluß bewegt.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 19. Oktober 2020 - 14:58:36
Es ist m.E. nicht zweckmäßig, die bayerische Kavallerie direkt gegenüber der Mühle aufzustellen, die Gefahr geht von der herüberströmenden Kavallerie aus, nicht von den Panduren in der Mühle.
Die Bayerische Artillerie sollte eine Position einnehmen, von der sie den Bereich zwischen Simbach und Mühle bestreichen kann, flankierendes Feuer beim Übergang plus drohende Angriff durch Kavallerie oder Infanterie müssten Übergangsversuche hinauszögern.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 19. Oktober 2020 - 15:12:40
Was die Lage angeht, stimme ich Tattergreis zu!

Ansonsten finde ich diesmal alles gut verständlich. Da helfen auch die klar unterscheidbaren Farben, aber auch, dass du ganz gut dazuschreibst, welche Seite was macht bisher!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 19. Oktober 2020 - 15:18:22
Ich hätte als Bayer sogar von Anfang an meine Infanterie über den Bach zurückgezogen, ein Kavallerieschirm wäre eventuell wirksam gewesen (aber nicht beim tabletop), aber dann wäre ein langweiliges Spiel daraus geworden.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 19. Oktober 2020 - 15:24:07
@ tattergreis
Sehr gute Analyse.

Bevor FML von Marschall eintrifft, sind die Bayern ja auch erstmal an Infanterie nicht wirklich unterlegen. Dies spiegelt den Fakt wider, dass anfangs nur Berlichingen mit der österr. Vorhut angriff. Prinz Karl scheint später eingetroffen zu sein, worauf eine zeitgenössische Biographie hindeutet, in der Prinz Carl persönlich das Handeln Minuzzis und der Bayern bewertete und ihre Tapferkeit unterstrich.

Zumindest Minuzzi und teils auch andere Zeitgenossen haben die Simbach-Stellung für unangreifbar gehalten. Der Simbach - völlig entgegengesetzt zu heute - war im Frühjahr 1743 ein schier unüberwindliches Geländehindernis, das zum Inn hin obendrein versumpft war. Daher hat ja auch Berlichingen weiter westlich den Übergang gesucht und auch gefunden. Simbach selber dürfte eine Brücke für die Straße von Marktl nach Neuburg (und dann weiter Richtung Passau!) gehabt haben. Während der historischen Schlacht brannte Simbach. Davon zeugt das heutige Fehlen irgendwelcher älterer Bebauung vor Ort (siehe: https://wackershofenannodomini.blogspot.com/2017/09/ein-besuch-des-schlachtfelds-von.html ) Die zeitgen. Schlachtbeschreibungen erwähnen nur hölzerne Fußbrücken, die intakt gewesen sein sollen. Da die Kavallerie unter Lucchesi und St. Ignon aber hinüber setzte und auch die isoliert bei Erlach stehenden bayerischen Dragoner hinter Simbach zurück genommen wurden, muss es aber doch möglich gewesen sein den Bach zu überqueren.
Minuzzi verfügte über etwa 9.000 Mann.
Prinz Karl kam aus Böhmen mit einer größeren Armee, die 1744 40.000 Mann zählte, aber vielleicht 1743 noch etwas größer war. Diese Armee marschierte in mehreren Kolonnen, weshalb ich es für denkbar halte, dass nach der Vorhut Berlichingens nur noch ein Teil der 1. Kolonne eintraf.

Die bayerische Infanterie habe ich als Inferior eingestuft, aber mit der Möglichkeit Standard zu schießen. Ich kenne kein einziges Beispiel aus dem ganzen Krieg in welcher sich die bayerische Armee überlegen zeigte. Bei Rocoux wurde immerhin der bayerischen Infanterie auf Waldecks Flügel Ausdauer attestiert. Die Grenadiere habe ich als Standard Infantry eingestuft.
Die bayerische Kavallerie ist bis auf die Grenadiere zu Pferd ebenfalls Inferior. Die Bayern hatten viel Kavallerie, aber diese war oft schlecht ausgestattet und so mag es sein, dass mangels Pferden die Kavallerie kaum reiterische Expertise hatten. Auch bei der bayer. Kav. fehlen Hinweise auf erfolgreiche Kämpfe.
Die bayerische Artillerie war mindestens bei Simbach wirkungslos, vielleicht auch direkt vor der bayerischen Front nutzlos aufegestellt und ist daher - selten genug - bei mir inferior artillery.
Die hessischen Dragoner sind Standard. Egal welcher Truppenteil wurde den Hessen prinzipiell immer große Professionalität zugebilligt. Das Regiment König wurde bei Simbach fast völlig aufgerieben und musste für den Feldzug 1744 praktisch neu aufgestellt werden.
Titel: Es braut sich was zusammen an Kavallerie...
Beitrag von: Pappenheimer am 19. Oktober 2020 - 23:13:54
(https://i.imgur.com/1YCEzy4.jpg)
Die Lage von Preysing's bayerischen Raymond-Kürassieren am Simbach wurde durch den Beschuss aus der Wassermühle unhaltbar. Obendrein nahmen Thürheims österr. Grenadiere sie nun obendrein unter Feuer.
Immerhin gelang es Preysing mit dem Eintreffen nicht nur der Truppen aus Marktl sondern auch der Grenadiere zu Pferd das nummerische Übergewicht meiner österreichischen Kavallerie westlich dem Dorf Simbach auszugleichen.

(https://i.imgur.com/lrOsxO2.jpg)
Nadásdy hatte mit seinen paar österr. Husaren den Wald verlassen und würde meine schwere Kavallerie unterstützen können.
Derweil ließ der aufmarschierende Feldzeugmeister Thüngen seine Artillerie abprotzen und Fabrettis bayr. Bataillone unter Feuer nehmen.
Ich hatte beschlossen vorerst Forgách mit seinen Grenadieren in Erlach zu belassen und Fabrettis Bayern zu beobachten.
Prinz Karl traf von Neuburg kommend zusammen mit den zahlreichen österreichischen Bataillonen unter Feldmarschall-Lieutenant von Marschall ein. Würde er mit seiner Übermacht noch einen Einfluss auf die Schlacht haben?

Ich konnte mir aus Minuzzis Bewegungen keinen Reim machen. Fabretti verharrte mit seinen beiden Bataillonen und den Hohenzollern-Dragonern auf seiner Flanke gegenüber meinen heranrückenden 4 Bataillonen Füsiliere und GFWM Platz und seinen zahlreichen Grenadieren. Sollte Fabretti geopfert werden?

Mehr Bilder morgen.  :) 
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 19. Oktober 2020 - 23:31:58
Ja, ich denke, Fabretti wird geopfert. Wie bewertest Du Deine Entscheidung zum Einsatz der Artillerie gegen Fabretti?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 20. Oktober 2020 - 00:16:36
Wie bewertest Du Deine Entscheidung zum Einsatz der Artillerie gegen Fabretti?
Sie hatte sonst nichts zu tun, insbesondere da Forgách auch ohne Artillerieunterstützung Erlach bereits geknackt hatte. Ich führte die Artillerie immer wieder nach und ließ sie vorrückend feuern. Leichte Artillerie ist ja auch wirklich recht rasch und sollte sobald wie möglich Kartätschen feuern. Obendrein schien mir Fabrettis Truppe von Front und Flanke bedroht und hatte kaum eine Chance außer gegen den Simbach oder den Inn gedrängt zu werden. Die Straße durch Simbach (Dorf) war ja durch Gabrielis Infanterie verstopft.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 20. Oktober 2020 - 06:37:50
Hurra, wir haben eine Kontroverse (gut für die Einschaltquoten): ich glaube, es wäre besser gewesen, die Artillerie den Kampf auf der anderen Seite des Simbach unterstützen zu lassen, also eventuell zu den Grenadieren an der Mühle vorzurücken, damit auch die bayer. Kavallerie auf der anderen Seite des Simbach zu bedrohen, wenn auch nur mit Kugeln. Hätte sie das mit ihrer Reichweite eventuell gekonnt?
Titel: Die Kavallerieschlacht
Beitrag von: Pappenheimer am 20. Oktober 2020 - 08:36:19
Hurra, wir haben eine Kontroverse (gut für die Einschaltquoten): ich glaube, es wäre besser gewesen, die Artillerie den Kampf auf der anderen Seite des Simbach unterstützen zu lassen, also eventuell zu den Grenadieren an der Mühle vorzurücken, damit auch die bayer. Kavallerie auf der anderen Seite des Simbach zu bedrohen, wenn auch nur mit Kugeln. Hätte sie das mit ihrer Reichweite eventuell gekonnt?
Das Problem wäre gewesen, dass die Ari freies Schussfeld gebraucht hätte und das hätte Platz und Thürheims Bewegungen behindert.

Zur Überraschung von Berlichingen erdröhnte plötzlich die Erde. Preysing hatte den Angriff der bayerischen und hessischen Reiterei befohlen.

(https://i.imgur.com/mWK9xdq.jpg)
Die angeschlagenen bayerischen Raymond-Kürassiere und die hessischen Dragoner vom Regiment König stürzten sich auf das führende österr. Kürassierregiment von Lucchesis Kolonne. GFWM Lucchesi wurde in dem Chaos gefangen genommen.

(https://i.imgur.com/Cv97238.jpg)
Zwar wurde das angegriffene österr. Kürassierregiment in die Flucht geschlagen. Aber auch die hessischen Dragoner erlitten hohe Verluste, da Nadásdy sie von hinten attackierte. Sie konnten sich nicht zurückziehen und wurden daher gefangen genommen.

Nun blieb Preysing nur noch auf das Eingreifen der Grenadiere zu Pferd zu setzen, um sich Luft zu verschaffen. Denn die Raymond-Kürassiere wurden hinter die Husaren zurück gezogen.

(https://i.imgur.com/Dz9yEnZ.jpg)
Das ließen sich die bayerischen Grenadiere zu Pferd nicht zweimal sagen und preschten schwungvoll über das offene Gelände direkt in die österr. Kürassiere St. Ignons. Die bayerischen Gabrieli-Dragoner unterstützten den Angriff indem sie den österr. Nadásdy-Husaren in die Flanke fielen. Sowohl bayerische Grenadiere zu Pferd als auch österr. Nadásdy-Husaren wurden zum Rückzug gezwungen.

Damit hatte Preysing zwar vorerst das Vordringen meiner Reiterei gestoppt, aber auch ordentlich Federn gelassen - Verluste, die er sich weit weniger leisten konnte als ich.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 20. Oktober 2020 - 08:54:31
Interessant, diese Aggressivität in der bayrischen Führung... tolle Bilder von der schönen Kavallerie auf jeden Fall.
Titel: Ringen um Simbach
Beitrag von: Pappenheimer am 20. Oktober 2020 - 09:24:25
Nun überschlugen sich die Ereignisse.
(https://i.imgur.com/QlQbNLz.jpg)
Minuzzi hat sich selbst zu Fabretti begeben. Die bayerischen Hohenzollern-Dragoner machten kehrt und sollten anscheinend bis gegen den Inn zurück gehen. Doch es brach Chaos aus, als eines von Fabrettis Bataillonen von meinen Batterien und den eintreffenden österr. Grenadieren unter GFWM Platz unter Feuer genommen wurde. Die Männer gerieten in Panik und flüchteten.
Fabretti wurde von einer Kugel getroffen (9). Die österreichischen Grenadiere nahmen ihn gefangen.

Zeitgleich führte Obrist Thürheim seine Grenadiere in einem wütenden Angriff gegen Simbach. Die dort stehenden bayerischen Musketiere verloren gleich den Mut und räumten das Dorf ohne ernsthaften Widerstand.
Selbst die bayerische Artillerie geriet in Schwierigkeiten, da die geschickt Deckung suchenden Panduren sie gezielt unter Feuer nahmen.

(https://i.imgur.com/jymiUU0.jpg)
Damit hatte sich das Schlachtfeld grundlegend geändert.
(V.l.n.r.:  ) Die siegreiche österreichische Reiterei hatte Preysings agressive Versuche abgewehrt.
Im Zentrum war Thürheim mit seinen wenigen Mannen erfolgreich gegen Gabrieli vorgegangen. Seine Leute hatten aber auch geschickt beispielsweise die Wassermühle genutzt, während Gabrieli seine nummerische Übermacht garnicht zur Geltung brachte.
Weiter nördlich bei der Straße nach Neuburg waren endlich GFWM Platz und FZM Thüngen so nah heran gekommen, dass sie Fabretti in ernsthafte Schwierigkeiten brachten. Lange konnten hier die wenigen verbliebenen bayerischen Truppen, deren Rückzugsweg über die Simbacher Brücke scheinbar obendrein abgeschnitten schien nicht mehr durchhalten.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 20. Oktober 2020 - 09:42:42
Diesen Spielbericht bzw. den Link dazu habe ich mir abgespeichert und werde ihn die Tage in Ruhe lesen :)
Da freue ich mich schon drauf, auch wenn ich vermutlich wenig konstruktives zur Diskussion beitragen kann.
Aber auf alle Fälle Danke für deine Mühen :)
Titel: Finale Kämpfe um Simbach
Beitrag von: Pappenheimer am 20. Oktober 2020 - 10:08:51
St. Ignon und Lucchesis Adjudant (Dith.) zogen nun all ihre Reiterei für den entscheidenden Schlag zusammen. Da Preysing zuvor durch den Beschuss durch Thürheims Panduren seine Raymond-Kürassiere eingebüßt hatte, verfügte er nicht mehr über viel, was er diesem Ansturm entgegen setzen konnte.

(https://i.imgur.com/IP0VAMp.jpg)
So verwundert es wenig, dass die österreichischen Kürassiere und Dragoner nun Preysings bayerische Husaren und Dragoner in die Flucht schlugen.

Endlich führte Gabrieli seine bayerischen Musketiere und Grenadiere heran um ein weiteres Vordringen meiner Reiterei zu unterbinden.

(https://i.imgur.com/NtlnS8A.jpg)
Zwischen Erlach und Simbach hingegen gelang den Bayern ein seltener Coup. Forgáchs Grenadiere waren deutlich unterlegen und die Hälfte von ihnen wurde vernichtet und warf die Musketen weg, da die Bayern von allen Seiten auf sie eindrangen.

Derweil nahmen Gabrielis Bayern das Dorf Simbach dermaßen unter Feuer, dass Thürheim keine andere Wahl zu haben glaubte, als seine Grenadiere wieder heraus zu nehmen.

(https://i.imgur.com/P1dPEI8.jpg)
Er ließ sie durch Panduren ersetzen.

Gabrieli dachte mit denen leichtes Spiel zu haben und ließ Simbach mit gefälltem Bajonett stürmen. Thürheim schickte seinen Panduren Grenadiere zur Hilfe, welche eines der bayerischen Bataillone in der Flanke fasste. Doch ohne Erfolg.

(https://i.imgur.com/HY1G3np.jpg)
Thürheims Grenadiere wurden abgeschlagen und viele ertranken im Simbach. Seine verzweifelt sich wehrenden Panduren wurden von Gabrielis bayerischen Musketieren niedergemacht. Die bayerische Fahne wurde wieder in Simbach gehisst. "Victoria!" klang es durch das Dorf.

(https://i.imgur.com/IheNLFC.jpg)
Gleichzeitig hatte St.Ignon all seine Eskadronen zusammengezogen und diese österreichische Kavallerie stürmte auf ein bayerisches Bataillon zu. Dieses behielt allerdings die Nerven und schlug mit einer heftigen Salve die angreifenden österreichischen Kürassiere zurück.
Das war wohl die letzte Chance meiner Reiterei die Schlacht zu entscheiden.

(https://i.imgur.com/QJINy9X.jpg)
Doch die Entscheidung fiel am nördlichen Ufer des Simbachs.

Zwar konnte ein letzter Bajonettangriff von Forgáchs österr. Grenadieren von den erbitterten bayerischen Grenadieren abgewehrt werden.

Dafür aber waren nun GFWM Platz und FZM Thüngen angekommen und griffen in die Kämpfe ein. Platz österr. Grenadiere und Thüngens Füsiliere schossen die armen bayerischen Hohenzollern-Dragoner zusammen. Kopflos suchten sie das Heil in der Flucht. Viele Pferde rutschten die steilen Uferböschungen hinab, so dass die Dragoner in den Simbach stürzten. Thüngens Füsiliere setzten Fabrettis abziehenden Musketieren nach und rangen sie in einem kurzen ungleichen Kampf nieder.

(https://i.imgur.com/wzXLfjU.jpg)
Die Bayern nördlich des Simbachs gerieten ins völlige Chaos. Nur noch die bayerischen Grenadiere waren übrig.

Gabrielis bayerische Infanterie ballte sich rund um Simbach und inmitten der Häuser.

(https://i.imgur.com/JX2wYWA.jpg)
Fabretti ritt allein dem Simbachufer zu. "Rette sich, wer kann!" war die Losung.

(https://i.imgur.com/PIQbJIg.jpg)
Das war die Entscheidung. Die Armee des gefangenen Minuzzi war geschlagen. Er hatte keine berittenen Truppen mehr außer den gesammelten Grenadieren zu Pferd. Die Trümmer seiner Armee hatten keine einzige Chance als auf die bald überfüllte Innbrücke nach Braunau zu zuströmen.


Hier die Verluste (aus dem HoW-Forum kopiert) :
5th turn
Bavarians: 5 p. (Hessian dragoons lost)
Austrians: 9 p. (1 x cuir. under Lucchesi lost, Lucchesi captured (later replaced by a dithering commander))

6th turn
Bavarians: 3 p. (1 x Raymond cuir. lost (shot down by pandours!), 1 bn. under Fabretti lost (shot down by Austrian musketry and artillery), Minuzzi wounded and captured)
Austrians: 9 (8,5) p.

7th turn
Bavarians: 1,5 p. (1 x Bav. hussars lost, 1 x Gabrieli-dragoons lost both in HtH-fighting)
Austrians: 8 p. (1 x gren. under Forgách)

8th turn
Bavarians: -0,5 p. (Gabrieli-dragoons lost, 1 bn. under Fabretti lost)
Austrians: 7,5 p. (7 p.) (pandours routed in Simbach)

Total losses:
Bavarians: 2 x bn., 2 x drag., 1 x cuir., 1 x hus.1 x Hess. drag.
1 general wounded and captured (Lucchesi)

Austrians: 1 x cuirassiers, 1 x pandours, 1 x gren., (1 x gren. rallying)
1 general captured (Minuzzi)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 20. Oktober 2020 - 10:55:37
Danke für den Spielbericht! Das war also die Conclusio... Das Vorgehen der bayrischen Kavallerie war in dieser Weise dann doch sehr verlustreich und taktisch so nicht wirklich notwendig, wenn ich das richtig sehe.
In Simbach blockierte sich dann die bayrische Infanterie gegenseitig und es sieht teilweise auch so aus, als ob deren Artillerie dort auch nicht wirklich ein sinnvolles Schussfeld hat.

Was hat Pallas Athene hinterher zu ihrem Vorgehen gesagt?

Schöne Bilder wie immer und insgesamt gut verständlich!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 20. Oktober 2020 - 12:19:21
Was hat Pallas Athene hinterher zu ihrem Vorgehen gesagt?
Sie meinte, dass sie am Anfang lieber agressiver sein wollte, dass ich sie nicht gegen den Inn drückte. Das Problem für die Bayern ist ja auch, dass die Masse ihrer Truppen einen sehr beengten Raum hat. D.h., dass sie eigentlich keinen Platz für Rückzüge haben. Als Inferior Einheiten müssen sie 40 cm von ihren Gegner entfernt stehen, um sich zu sammeln.

Die Kavallerie agressiv einzusetzen, war wahrscheinlich der große Fehler. In Eilmärschen mit Gabrieli (6 Bataillone Infanterie!) nach Westen (d.h. Richtung dem Wald) zu ziehen ist von daher schwer, weil Minuzzi Dithering ist. D.h. dass selbst wenn Gabrieli mal ne 6 gewürfelt hat, musste man nachwürfeln und auf eine 1-2 wurde die Bewegung in eine normale statt einer doppelten umgewandelt.

Ich hätte als Bayer sukzessive Fabretti und die Hohenzollern-Dragoner über die Simbach-Brücke zurück gezogen und dann die bayerische Kavallerie im Raum zwischen Inn und dem Dorf Simbach massiert um sie in dem Fall einzusetzen, wenn sich die österr. Kavallerie an Gabrielis Bataillonen ne blutige Nase geholt hätte (dass das möglich war, sieht man ja an der einen Salve der Bayern, wo sie meine Kürassiere abwehrten). Linieninfanterie - auch inferior - mit Kavallerie zu knacken ist m.E. ein Va-banque-Spiel. Die bayerischen Grenadiere in Erlach waren m.E. von Anfang an auf verlorenem Posten. Sind aber auch nur einen halben Punkt wert und hätten umzingelt auch die Waffen strecken dürfen.
Die Österreicher haben ja immerhin prinzipiell das Problem mit der Artillerie außer in Simbach nicht den Bach überqueren zu können. Deswegen wäre Simbach anzuzünden, wenn alle relevanten Truppen gerettet wären, die große Option.
Dass FML Marschall mit seiner starken Ari und seinen 4 Bataillonen ne Rolle gespielt hätte, wäre eh unwahrscheinlich gewesen (gut bei uns hat er auch 2-mal das Vorrücken verweigert).
Dennoch war es insgesamt ja ziemlich knapp. Pallas Athene hätte nur eine einzige Einheit am Ende weniger verlieren dürfen - also z.B. mit ein bisschen Glück die Hohenzollern-Dragoner retten und mit voller Geschwindigkeit an den Inn ziehen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 21. Oktober 2020 - 12:38:39
Die Schlacht war mal wieder ein interessanter Einblick in Deine Feldherrenkunst, natürlich würde ich meine Truppen anders befehligen, ich bin mir jedoch sicher, dass Deine Aktionen bei HoW angemessener sind. Mir war z.B. gar nicht bewusst, dass das Verlegen der Truppen des Bayerngenerals Gabrielli von den Führungseigenschaften von Minuzzi abhängt. Und welch enormen Einfluss die Truppenqualität haben kann (nicht muss), ist mir nicht wirklich klar und mangels Zuordnungskompetenz für meine Überlegungen nicht relevant.

Ich hab ja schon geschrieben, dass für mich der Schlüssel zum Sieg für Ö. der erfolgreiche Übergang über den Simbach ist, um das zu präzisieren: schon der erfolgreiche Übergang von 5 Conte Lucchesi  und 6 Comte de St. Ignon (4 Kürassier- und 2 Dragonereinheiten) gefährdet die gesamte Stellung der Bayern. Um dies zu kontern, hätte B. (-ayern) m.E. sofort mit der Kavallerie die übergehenden Reiter über den Bach zurückwerfen müssen (weshalb ich den aggressiven Einsatz der bayerischen Kavallerie prinzipiell in Ordnung finde, er aber
mit allen zur Verfügung stehenden Truppen in guter Ordnung hätte geschehen sollen).
Auch wenn der Kav-angriff Bs nicht erfolgreich ist, ist die Schwächung der grössten gegnerischen Gefahr die Verluste wert.

Wenn der Übergang in Simbach neutralisiert werden kann (Abbrennen), dann stehen B. mehr Truppen für die Abwehr an anderen Orten zur Verfügung (Economy of Force). Dann wäre eventuell das Errichten einer Abwehrfront durch Infanterie und Artillerie gegen 5 und 6 und nachfolgende Truppen möglich gewesen. Die Platzierung der Artillerie außerhalb der Reichweite der Panduren in der Mühle und etwas entfernt vom (brennenden) Simbach wäre dabei zu bedenken gewesen.

Dass ich alle Truppen Bs möglichst schnell über den Simbach gebracht hätte, habe ich schon erwähnt, konzentriert überleben Truppen einfach besser.

Ich hätte die Panduren und Grenadiere weniger aggressiv eingesetzt, solange die Artillerie noch nicht zur Verfügung steht, aber anscheinend sind die Panduren wehrhafter als von mir vermutet. Ich neige dazu, erst meine Kräfte zu versammeln, aber ich spiele auch ohne Rundenbeschränkungen.
So wie Pappenheimer spielt, ist zugegebener weise interessanter anzuschauen und wie gesagt bei HoW höchstwahrscheinlich effektiver.

cheers

Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 21. Oktober 2020 - 16:20:51
Erstmal: astreine Analyse.

Ja, dass ein Dithering Oberkommandeur so reinhaut, ist schon hart, aber man kann das gegebenenfalls auch mit in die eigenen Kalkulationen als Spieler einbeziehen. Dithering CinC können einfach nüscht. Sie können nicht unterstützen beim Abbau von Hits und auch keine Befehlshaber "upgraden".
Dennoch wurde Simbach ja auch mal von einem Spieler (ich glaube, nichtmal ich) gewonnen als Bayer. Das Szenario war leicht anders, aber die Problematik mit den schlechten Truppen doch die Gleiche.

Ich hätte die Panduren und Grenadiere weniger aggressiv eingesetzt, solange die Artillerie noch nicht zur Verfügung steht, aber anscheinend sind die Panduren wehrhafter als von mir vermutet. Ich neige dazu, erst meine Kräfte zu versammeln, aber ich spiele auch ohne Rundenbeschränkungen.
Panduren sind eigentlich recht schwach. Obendrein war es nur ne kleine Einheit, was ich für Panduren auch für richtig halte (?).
Ausnahme bei leichter Infanterie sind bei mir Grassins etc., weil dich ja eher wie so ne Art eigenständiges Freikorps agierten, also Kav.+leichte Infanterie.
Panduren sind Standard Class light infantry. D.h. die kämpfen und schießen wie Inferior Infantry. Datt ist jetzt nicht der Hit. Aber dafür können sie mit einem Evade angreifenden Kavalleristen ausweichen und zuvor noch schießen (halt nicht sooo besonders gut). Ihre Stärke besteht darin, dass sie wie Artillerie Difficult Target sind, also schwer zu treffen, was ja auch plausibel ist. Deswegen sind die außer auf freiem Feld für Kavallerie auch ne harte Nuss und wenn auch recht ineffektiv sehr nervtötend. Ich hab da einfach 1-2 mal ne 5 gewürfelt und dadurch einiges an Glück gehabt.   8) Im Nahkampf in Simbach hatten die armen Panduren ja dann auch keine Chance.

Auf die Artillerie zu warten ist halt so eine Sache. Nachher steckt sie fest (ne 1 gewürfelt) oder sowas und Du vertrödelst die ganze Zeit. Außerdem MUSSTE ich ja so schnell wie möglich angreifen, da ich in Runde 8 verloren hätte, wenn ich die Bayern nicht besiegt hätte.
Laut dem Österr. Standardwerk ist die Menge der im Einsatz gewesenen Artillerie sowieso auf österr. Seite strittig. Kann schon sein, dass die so gut wie alle Artillerie auch in der Schlacht zurückließen, weil Berlichingen die sich ja dann auch bewahrheitende Chance erkannt hatte mit einem Schlag den Feldzug in Bayern für dieses Jahr (1743) entscheiden zu können indem sich ein irrer General mit dem Drittel der bayerischen Armee ihnen in den Weg stellte. Die Möglichkeit durfte man sich nicht entgehen lassen - auch wenn die zeitgen. Quellen den österr. Kampf als schwieriger und heroischer darstellten. Es hätte ja auch die Option gegeben, dass Minuzzi zusammen geschissen wurde und auf Seckendorffs Anweisung doch das Feld räumte und den Anschluss an Seckendorffs bayerischer Hauptarmee gesucht hätte.  :-X
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 21. Oktober 2020 - 17:03:10
Wiki über Panduren:
Zitat
Each Pandur carried four single-shot pistols, a fighting knife and a small knife.


Zitat
indem sich ein irrer General mit dem Drittel der bayerischen Armee ihnen in den Weg stellte
Und trotzdem ist er Dithering? Gibt es für Crazy-Ass Motherf... keinen Bonus?

Wie gesagt fehlt mir die Routine der Zeitnot, Jarovit kann ein Lied davon singen dass unsere SYW-oder-was-auch-immer-Schlachten meist unentschieden enden. Bin halt alt und will nicht mehr so schnell...siegen. 8)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 22. Oktober 2020 - 13:25:49
1.
Wiki über Panduren:

2.
 indem sich ein irrer General mit dem Drittel der bayerischen Armee ihnen in den Weg stellte
Und trotzdem ist er Dithering? Gibt es für Crazy-Ass Motherf... keinen Bonus?
[/quote]
1.
Ich hätte jetzt gedacht, dass zumindest die frühen Panduren sehr individuell bewaffnet waren und erst dann in Flandern vielleicht eher "normal" wirkten, als Trenck schon keinen großen Einfluss mehr auf sie hatte. Was besseres als "Standard light infantry" gibt's halt auch nicht in HoW, auch wenn die Panduren scheinbar die beste leichte Infanterie ihrer Zeit waren.

2.
Er hat halt innerhalb der Schlacht nicht besonders geschickt agiert - mein Eindruck von dem wenigen, was man wirklich über die bayerische Seite weiß. Er hat vor den Kämpfen um Erlach sein eigenes Regiment und die Dragoner über den Simbach zurück genommen. Als die Österreicher ernsthaft angriffen, scheint Minuzzi ja auch nicht einfach den Rückzug oder sowas eingeleitet zu haben. Leider habe ich bislang keine besonderen Notizen über Minuzzi finden können, auch kein Porträt oder sowas online, was natürlich bei seinem hohen Rang ein bisschen erstaunte. FM Seckendorff wollte Minuzzi nach Simbach auf jeden Fall der Prozess machen.
Titel: Huttenheim Juni 1744
Beitrag von: Pappenheimer am 19. November 2020 - 17:58:34
Um den guten tattergreis bei der Stange zu halten, mache ich hier mal ein Fass auf.

"The stage is set" wie es so doll heißt für das Gefecht bei Huttenheim.

Das Gefecht war ein kleines Geplänkel vor den Toren der alten Festung Philippsburg. Graf Seckendorff hat dort seine lange für neutral erklärte etwa 10.000 Mann "starke" bayerische bzw. kaiserliche Armee zusammen gezogen. Prinz Karl nahm dem alten Haudegen diese Neutralität einfach nicht mehr ab, was daran liegen mochte, dass sich Seckendorff recht unbemäntelt mit dem Maréchal de Coigny über einen kommenden Feldzug beriet, wobei die kaiserliche Armee zusammen mit den hessischen Streitkräften unter Generalleutnant Clement eine gewisse Rolle spielen sollte. Die Vereinigung dieser Truppen wollte Prinz Karl natürlich verhindern. Es kam ihm dabei zupass, dass seine leichten Truppen den gegnerischen haushoch qualitativ wie auch nummerisch überlegen waren und Coigny wie Seckendorff offensichtlich von Anfang an die Größe von Karls her immens überschätzten.
Anfang Juni 1744 begann Prinz Karl die Beteuerungen Seckendorffs zu ignorieren. Ein Trupp Husaren griff ein größeres Detachments der Freischärler unter dem berüchtigten Anführer Gschray an, welche von Neudorf auf den Ort Huttenheim zurück geworfen wurden. In der Gegend trafen die verfolgenden Husaren Nadásdys auf ein für die damalige Zeit typisches Kontingent verschiedener bayerischer Kavallerieregimenter, welche man damals für solche Aktionen oft scheinbar willkürlich zusammen mixte. Die Husaren wurden zurück geworfen, einer der Husaren fiel und vier wurden gefangen, während die Bayern 19 Mann verloren, welche in die Hände der Husaren geraten waren. Mein Szenario spinnt das Ganze weiter und geht davon aus, dass Prinz Karl einige Truppen gegen Gschrays Leutchen in Huttenheim entsendete und daraus ein größeres Gefecht entstand.

Hier meine Karte:
(https://i.imgur.com/2XErfTK.jpg)

Meine Ordre de Bataille:
Austrians

Prince Charles of Lorraine (Dith.) - replaced by Traun (Dash.) if wounded or captured


1) FML Nadásdy (Dash.) - Austrian Advance guard
2 x hussars

2) Obrist Thürheim (Dash.)
2 x Grenadiers (small)

3) Franz von der Trenck (Dash.)
2 x pandours (small)

4) GFWM Locatelli (Dep.)
3 x dragoons

5) G.d.Cav. Hohenembs (Dep.)
2 x cuirassiers

6) FML Schulenburg (Dep.)
3 x fusiliers
1 x light artillery

7) FML Bärnklau (Dep.)
3 x fusiliers
1 x light artillery

8) Independent
1 x medium artillery

BP: 5


Bavarian or Imperial army

FM Graf Seckendorff (Dash.)

1) Independent (Gschray)
1 x light inferior infantry (small) - in Huttenheim

2) Independent
1 x hussars (Frangipani)

3) Obrist von Lerchenfeld (Dep.)
2 x Grenadiers (small) - one of them in the redoubt)
1 x light artillery

4) Obrist Fabretti (Dep.)
2 x musketeers
1 x light artillery

5) FML Frohberg (Dep.) - Bavarian left wing cavalry in the fortress
1 x cuirassiers
2 x dragoons

6) GM le Roy (Dep.)
1 x Grenadiere zu Pferd (elite)
1 x Kürassiere (elite)

7) FML Preysing (Dep.) - in the Fortress
4 x musketeers
1 x medium artillery

8) GM Tavannes (Dep.)
1 x cuirassiers
1 x dragoons


BP: 5


Der Spieltisch hat die ungewöhnlichen Abmessungen von 1,60 x ca. 2,00 m, was daran lag, dass ich einfach keine Lust zu mehr Aufwand hatte, da wir unter der Woche spielten.
Ich und ein Bekannter spielten die Bayern, während Pallas Athene mit einer Freundin die Österreicher übernahm (bevor jemand fragt, das waren nur 2 Haushalte am Tisch).

Hier noch ein Foto zum weiteren Spekulieren über den Ausgang oder die ersten Bewegungen. Leider passte nicht alles aufs Foto. Glaubt mir einfach, dass ich mich an meinen eigenen Plan hielt.  :D
(https://i.imgur.com/8Nef840.jpg)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 19. November 2020 - 18:22:31
na dann Prost
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 20. November 2020 - 06:07:56
Ich freu mich drauf :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 20. November 2020 - 09:28:41
Ich auch 😊
Titel: Huttenheim 1744
Beitrag von: Pappenheimer am 24. November 2020 - 10:08:15
"An Seine Majestät Kaiser Karl dem Siebenten, zu allen Zeiten Mehrer des Reiches ….

Wenn mir hochgedachte Majestät erlauben wollen, so will Ihro kaiserliche Majestät unterthänigst vom letztens gegen die Truppen der Königin von Ungarn vorgefallenes Treffen vor den Thoren von der kaiserlichen Festung Philippsburg berichten.
Als von allen Seiten das Heranrücken des Feindes gemeldet wurde, da schloss ich mich dem Gros der kaiserlichen Infanterie an, die von Feldmarschall-Lieutenant von Preysing kommandiert wurde. Feldmarschall-Lieutenant von Frohberg ließ mir durch einen Boten melden, daß er selbstständig seine Stellung hinter den Festungsgräben abandoniert hätte, da er und Obrist Fabretti eine größere Menge feindlicher Kavallerie von einem Wald vorrücken sahen.

(https://i.imgur.com/QfsRoYO.jpg)
Unsere Bataillone verließen auch sogleich geschwind die Festung. Doch der Feind schaffte es noch vor unserem Eintreffen mit großer Übermacht den Obristen von Lerchenfeld mit seinen wenigen Grenadieren anzufallen, der eine kleine Schanze im Vorfeld der Festung deckte.

(https://i.imgur.com/hQKJdgY.jpg)
Auch zahlreiche Artillerie vermochten die Truppen der Königin von Ungarn aufzufahren, umb damit insonderlich Lerchenfelds Stellungen zu beschießen.

(https://i.imgur.com/JFiMLJg.jpg)
Während Lerchenfeld beinahe vollkommen von gegnerischen Grenadieren und den Trenckschen Halsabschneidern umzingelt wurde, warf sich Feldmarschall-Lieutenant Frohberg mit seinen Kürassieren voraus den feindlichen Husaren entgegen. Fabretti versuchte mit seinen Musketieren Lerchenfeld beyzustehen und mit seiner leichten Artillerie die Reihen der heran brausenden gegnerischen Kürassiere, die ihn zu überrennen drohten, zu lichten.

(https://i.imgur.com/XneNL54.jpg)
Derweil hatte das Feuer der Parteygänger unter Gschray, die in dem Dorfe Huttenheim lagen wenig bewirkt. Gschray wurde von einer Menge Infanterie angegriffen, während der Gegner mit einigen Dragonerregimentern Huttenheim zu umgehen trachtete.

(https://i.imgur.com/M7PsYRs.jpg)
Gschrays Hilferuf nutzte ihm wenig. Die nahe bey stehenden Frangipani-Husaren waren zu schwach, umb sich allein auf den Gegner zu werfen und wären wohl auch von den feindlichen Dragonern geworfen worden und Tavennes und le Roy konnten mit ihrer zahlreichen Reiterey unmöglich rechtzeitig bey der Hand seyn, obwohl sie in Eilmärschen vorrückten. So konnte die gegnerische Infanterie Huttenheim besetzen und wir mußten fürchten, daß es schwierig werden würde sie dort wieder hinaus zu werfen.

(https://i.imgur.com/c3yI6fF.jpg)
Gschrays Männer waren entweder in alle Winde zerstreut oder gefangen genommen worden. Immerhin erspähte ich durch mein Perspektiv, daß sich le Roy anschickte ein vorgeschobenes einzelnes gegnerisches Dragonerregiment anzugreifen, welches schwerlich durch die anderen Succurs erhalten würde. Das war von daher umb so günstiger, da ansonsten das Gelände durch einen Rheinarm und einen Teich für unsere Reiterey wenig favorable war. …"
Titel: Huttenheim 1744
Beitrag von: Pappenheimer am 24. November 2020 - 18:19:56
(https://i.imgur.com/qLCiOBs.jpg)
"Die infamen Panduren dieses großen Räubers Trenck mußten bald feststellen, daß es ihnen nichts nutzte, alß sie versuchten rasch ihrer Gefangennahme durch Preysings Musketiers zu entgehen, welche Lerchenfelds Grenadieren zur Hülfe eilten. Denn unsere guten Grenadiere schossen den Halunken vom Pferd.

(https://i.imgur.com/UjeDSkt.jpg)
Ein heftiger Kampf entbrannte auf breiter Front. Zwar hatten Lerchenfelds Grenadiere einen Angriff der feindlichen Grenadiere abgewiesen, wurden dann aber doch noch zur Räumung der Schanze unter hohen Verlusten gezwungen, alß eine zweyte Welle heran wogte. Immerhin erlitten auch die Angreifer so hohe Verluste, daß sie außer Standes waren Lerchenfelds Schanze ihrerseits zu besetzen.
Dennoch wurde die Lage für uns brenzlig. Denn Fabrettis Musketiere, die Lerchenfelds Flanke deckten, wurden von gegnerischen Kürassieren über den Haufen geworfen, obwohl Kartätschen von Fabrettis Artillerie in die Menge der Reiter der Königin von Ungarn hielten.
Feldmarschall-Lieutenant von Frohberg indessen mußte angesichts der starken gegnerischen Husaren zum Theil hinter die Festungsgräben zurück.

(https://i.imgur.com/0pCfvAy.jpg)
Immerhin gelang es unß alsobald Preysings Infanterie zu entwickeln, welche mit zween Bataillons in den Kampf umb die Redoute eingreifen konnte. Die Panduren hielten sich aber überall Deckung suchend lange.

(https://i.imgur.com/CDJH8qw.jpg)
Ein heftiger Zusammenprall der Reiterey beider Seiten hatte an unserem rechten Flügel zu einer Entscheidung geführt.

(https://i.imgur.com/3UQQAvH.jpg)
Geworfen von unßeren Frangipani-Husaren und schwerer Kavallerie wurde eines der feindlichen Dragonerregiment nahe Huttenheim in die Flucht geschlagen. Dabey gelang es le Roy seiner Reiterey die Zügel anzulegen, daß sie nicht etwa in die Feuerreichweite der gegnerischen Besatzung von Huttenheim selbst geriet.

(https://i.imgur.com/o4ViRat.jpg)
Beunruhigend war hingegen nun, es mochte gegen 9 Uhr seyn, die Lage auf unserer linken Flanke. …"
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Riothamus am 25. November 2020 - 04:11:07
Ein unübersichtliches Schlachtfeld. Jedenfalls kommt es mir so vor.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 25. November 2020 - 09:18:12
Eine unübersichtliche Situation, ein Detachement in Huttenheim in hoffnungsloser Isolation, eine überbesetzte Schanze, es entwickelt sich ein Bewegungsgefecht vor einer Festung.
Ich hab mir den Plan ausgedruckt und die Namen daneben geschrieben, es ist ein kleiner Vorteil, wenn die meisten Namen schon irgendwie bekannt sind(Preysing hat auch in den nap. Kriegen gekämpft).
Gibst Du die Aufstellung der Truppen auch für den Angreifer vor? Es ist ja ein fiktives Szenario, hätte Prinz Karl seine schw. Kav auch auf den linken Flügel platzieren können?
Titel: Huttenheim 1744
Beitrag von: Pappenheimer am 25. November 2020 - 13:52:25
Jetzt geht's mit der unübersichtlichen (?) Schlacht weiter.

(https://i.imgur.com/cwGGu7U.jpg)
"... Zu unserem Glücke gelang es Obrist von Lerchenfeld seine verbliebenen kaiserlichen Grenadiere in die verwaiste Schanze zu werfen, auch wenn diese Männer unter den vorangegangenen Kämpfen gelitten hatten und es fraglich war inwiefern sie dauerhaft diese Befestigung würden halten können.
Derweil stürmten erneut feindliche Kürassiere auf Fabrettis letzte Musketiers ein, die ihre Stellung behaupten sollten.

(https://i.imgur.com/cDxUbdn.jpg)
Während die Panduren von Preysings Infanterie zusehends unter schweres Feuer genommen und zum Rückzuge gezwungen wurden, erlitten Lerchenfelds Artilleristen zunehmend höhere Verluste.

(https://i.imgur.com/wn1tcOs.jpg)
Schließlich sahen sich Lerchenfelds Kanoniere in einem derart mörderischen Feuer, daß sie bey allem Heldenmuthe ihre Geschütze abandonierten und erst bei Fabrettis Zelten zum Halten gebracht wurden. Immerhin konnte die Lücke, welche durch die in die Flucht geschlagenen Musketiere Fabrettis, durch die unterdessen gesammelten Grenadiere unter Lerchenfeld gestopft werden. Lerchenfeld konnte nur hoffen, daß der Feind vor einem Nachstoßen angesichts der eigenen Verluste absehen würde.
Durch das Kartätschenfeuer von Fabrettis leichten Feldstücken wurde das zweite Treffen der königlich ungarischen Kürassiere in die Flucht getrieben werden.

(https://i.imgur.com/rvA10Tj.jpg)
Die große gegnerische Kolonne, die offenbar vom Prinzen von Lothringen selbst gegen Lerchenfelds Redoute geführt wurde schien unaufhaltbar vorzurücken und Lerchenfelds tapfere Verteidiger des Erdwerkes unter Beschuss zu nehmen.

(https://i.imgur.com/cvYp2LX.jpg)
Zur gleichen Zeit, während die Lage auf unserem linken Flügel bey der Schanze unhaltbar zu werden schien, griff der Gegner zwischen Huttenheim und dem erwähnten Teich unsere Masse an Reiterey an.

(https://i.imgur.com/Fzg6WK5.jpg)
Der Kampf an unserem rechten Flügel wogte nur kurz hin und her. Zwar wurden unsere Fangipani-Husaren und ein Theil von le Roys Reitern zum Rückzuge gezwungen, aber auch die anstürmenden Dragoner wurden auf die Ausgangsstellung zurück geworfen. "Victoria!" riefen unsere Reuter, die nachsetzen wollten, aber wegen der leichten Stücke des Gegners, die bei Huttenheim aufgefahren worden waren, von Tavennes zurück gehalten wurden. Wir hatten immerhin noch ein starkes zweytes Treffen, welches jegliches Sammeln der feindlichen Dragoner unterbinden sollte.
Ungeachtet der Massen an königl. ungarischen Füsilieren bey der Redoute, schöpfte ich neuen Muth, da Preysing einen Theil seiner Bataillone gegen diese Infanterie und die Panduren detachieren konnte. Obendrein hatte Preysings Batterie ihr Feuer begonnen, welches trotz der großen Distance dem Feinde zumindest einen gehörigen Schrecken einjagte.

(https://i.imgur.com/Xd9SWOJ.jpg)
Nachdem Preysings Musketiers durch ihre Salven bereits ein einzeln vorgerücktes ungarisches Bataillon zurück getrieben hatte, unternahm ein weiteres Bataillon des Feindes einen Vorstoß gegen Preysing, der nun 3. Bataillons mit ihrem fouriösen Feuer auf dieses conzentrieren konnte.

(https://i.imgur.com/BeGyIki.jpg)
Gegen 11 Uhr stieß Feldmarschall-Lieutenant von Frohberg an unserer linken Flanke mit seiner sämtlichen Reuterey vor und stürzte sich auf die verbliebenen gegnerischen Reitertruppen. Ein sich an dem Waldsaume bey der Redoute sammelndes Kürassierregiment wurde auf dem falschen Fuße erwischt und von einem unserer Dragonerregimenter vollkommen zerschlagen. Mit der Beyhülfe der Kürassiere warf sich ein anderes Dragonerregiment Se. Kayserl. Majestät mit aller Todesverachtung auf die letzten Husaren, welche der Herr von Nadásdy anführte. Diese wurden ebenfalls zum Rückzuge gezwungen und gedachter General von Frohberg war so kühn ihm nachzusetzen, damit sich dieser Haufe nicht mehr sammeln sollte.

(https://i.imgur.com/EjboS4n.jpg)
Unsere Entschlossenheit zahlte sich endlich aus.

(https://i.imgur.com/JuvzMXR.jpg)
Das isoliert vor Huttenheim kämpfende königl. ungarische Bataillon wurde durch das heftige Feuer der drey Bataillone, die Preysing gegen dasselbe gewandt hatte, in völlige Auflösung gebracht.

(https://i.imgur.com/o4jWZF2.jpg)
Zwar vermochte Prinz Karl von Lothringen mit seinen letzten Grenadieren Lerchenfelds Schanze zu besetzen. Doch da seine ganze Reiterey zum Teufel war - denn seine Dragoner hatten sich im Angesicht von Tavennes und le Roys Massen an guter Cavallerie nicht sammeln können und hatten das Feld geräumt - mußte der Prinz von Lothringen begreifen, daß sein ganzes Unternehmen gegen unsere Vorposten gescheitert war.

Mit den Trümmern seiner Infanterie, die auch kaum mehr die Kraft besaß einem Gegenstoße Preysings zu widerstehen, zog sich Prinz Karl zurück. Leider konnte ich mir nicht das Plaisir machen dem Prinzen von Lothringen in der nöthigen Weise nachzusetzen, da derselbe durch seine noch vollkommen vorhandene Artillerie die kaiserl. Truppen an einer Verfolgung hindern konnte.
Dennoch komme ich nicht umhin Ihro Kaiserl. Majestät einen völligen Sieg zu vermelden und bitte Kaiserl. Majestät mir fernerhin Instructiones zukömmen zu lassen, ob ich den geschlagenen Feind folgend nach Baiern vorstoßen oder Ihro Kaiserl. Majestät Hauptstadt Freiburg cernieren und zur Übergaabe auffordern soll. Dessen ohngeachtet will ich mich anschicken, dem Maréchal de Coigny Kunde von dem favorablen Sieg zu senden und mich mit Se. Excellenz und dem eintreffenden General-Lieutenant von Clement zu berathen wohin unsere ferneren Operationes ausschlagen sollen.

Derweil continuiere ich zu seyn Ihro Kaiserl. Majestät untergebener Diener und Sclave

Graf von Seckendorff

Philippsburg, den 2ten Juni 1744"
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 25. November 2020 - 13:59:53
Gibst Du die Aufstellung der Truppen auch für den Angreifer vor? Es ist ja ein fiktives Szenario, hätte Prinz Karl seine schw. Kav auch auf den linken Flügel platzieren können?
Ich gab alles vor wie auf dem Plan. Bei so einem "kleinen" Gefecht könnte ich allerdings auch statt Nummern die Brigadekommandeure dazu schreiben. Insgesamt war das Szenario ja sehr ausgewogen. Die qualitativ deutlich unterlegenen Bayern (fast alle Reiterei Inferior, Artillerie inferior und die meiste Infanterie inferior (außer fürs Schießen)) haben zumindest gute Stellungen und können auf der inneren Linie operieren, Preysing seine zahlreiche Infanterie gegen FML Bärnklaus und FML Schulenburgs Kolonnen zur Wirkung bringen.
Das Spiel hatte ein Zeitlimit von 6 Runden. In Runde 6 hatten zwar die Österreicher (bei mir Ungarn) beide Ziele erfüllt (Redoute und Huttenheim eingenommen) aber waren gebrochen (-3 Punkte). Besonders ihre Kavallerie hatte ein bisschen Pech gegen Frohbergs 3 kampfschwache Regimenter, die sich obendrein zur Not hinter den schmalen Festungsgraben zurückziehen konnten. Andererseits hätte auch Bärnklau seine Kolonne bereits in Runde 2 auffächern können, statt dann Bataillon auf Bataillon gegen Preysings ausgeruhte Musketiere zu führen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 25. November 2020 - 15:17:03
Ich fand die Situation unübersichtlich, weil ich keinen Plan erkennen konnte in der Aufstellung der österreichischen Truppen. Die Bayern haben auf das Erscheinen des Gegners erst einmal nur reagiert, die Initiative lag ja klar bei Karl.

Als Oberbefehlshaber freut es mich immer, wenn ich möglichst frei über meine Truppen verfügen kann, weshalb ich unhistorische Szenarien bevorzuge. Soll aber keine grundsätzliche Kritik an irgend jemanden sein, es ist nur eben eine persönliche Vorliebe.

cheers

Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 25. November 2020 - 15:48:10
Als Oberbefehlshaber freut es mich immer, wenn ich möglichst frei über meine Truppen verfügen kann, weshalb ich unhistorische Szenarien bevorzuge. Soll aber keine grundsätzliche Kritik an irgend jemanden sein, es ist nur eben eine persönliche Vorliebe.
Das Szenario war ja auch eher Spekulativ, da es ein solches großes Gefecht nicht gab. Die Einheiten eigenständig noch zu verteilen hätte sicher die Neuspieler eher verwirrt und v.a. Zeit vertrödelt. Außerdem waren die meisten Truppen ja in Kolonne. D.h. die bewegen sich dann 20 bzw. 35 cm und hätten entsprechend auch noch leicht irgendwo anders hin bewegt werden können. Gschray stellte ja nie wirklich eine Hürde dar.

Ich finde solche Vorpostengefechte immer reizvoll. Leider hat man meistens nur ein paar wenige Angaben in der Literatur dazu und den Rest muss man sich denken. Auf jeden Fall hat bei so einem Gefecht jede Seite noch deutlich mehr die Möglichkeit eigene Ideen zu entwickeln als wenn 2 Armeen in zwei gegenüberliegenden Linien formiert sind wie das in der Standardschlacht sonst abläuft.
Ramillies, Grimbergen und Suffelnheim sind da meine erste Versuche gewesen und ich denke, ich werde sowas noch öfter machen. 3 von 4 kamen bislang auf jeden Fall besser an bei meinen Mitkommandeuren als die großen Schlachtplatten à la Dettingen. 
Vielen Dank für alle Kommentare und nur her mit den Fragen. :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 25. November 2020 - 15:48:48
Da ich im Moment selber auch "viel zu tun" habe, habe ich das Spiel bzw. den Bericht gemütlich zurückgelehnt und wie Popcorn-Kino mit großer Freude genossen :)
Die Miniaturen, Details wie das Gatter mit der Bäuerin, das Gelände und die herrlich altmodische Sprache machen deine Berichte auch weitab vom taktischen Geschehen spannend und spaßig zu lesen.
Für eine tiefere Betrachtung habe ich mir den Thread als Favorit abgespeichert und werde ihn dann in Ruhe (vermutlich im Bett auf dem Tablett-PC) mit taktischem Interesse (und Notizen) verfolgen.
Vielen lieben Dank für deine Mühen :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 25. November 2020 - 16:17:06
Zitat
Vielen Dank für alle Kommentare und nur her mit den Fragen.

Problem ist, ich hab keine Fragen, aber ne Menge Kommentare  ;D

Ich fand das Gelände auch sehr anregend gestaltet, die Größe der Platte im Verhältnis zu den Größen der Einheiten ließ ne Menge Bewegung zu, was die Schlachten chaotischer und auch unübersichtlicher  :P macht ( I love it)

Dass Du, Pappe, nun gute Szenarien schreiben kannst, ist eine neue und begrüßenswerte Entwicklung. Just kidding. Wenn das Szenario sogar den Partizipierenden angepasst wird, dann ist das ja schon die hohe Schule des Wargaming events.

Icke interessiere mich gerade für sovjetische Kriegskunst im Kalten Krieg und den amerikanischen Weg des Entschlussfassen https://en.wikipedia.org/wiki/Military_Decision_Making_Process (https://en.wikipedia.org/wiki/Military_Decision_Making_Process). Ich könnte aus dieser meiner jetzigen Sicht etwas zu dem Szenario schreiben, aber ich möchte nicht immer fremde threads zukleistern. Bis ich selber einen AAR im Kalten Krieg hinkriege, dauert es aber noch.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 25. November 2020 - 17:09:00
Die Miniaturen, Details wie das Gatter mit der Bäuerin, das Gelände und die herrlich altmodische Sprache machen deine Berichte auch weitab vom taktischen Geschehen spannend und spaßig zu lesen.
Besonders beliebt waren bei unserem Besuch sogar die Herde Kühe, die man auf den Fotos fast nicht sieht.  ;D
Mir machte auch die Festung ne Menge Spaß. Obwohl das ja nur meine üblichen Mauern waren, hat es mir Spaß gemacht die so zu arrangieren, dass es ein bisschen Sinn ergab.

Freut mich, dass Dir der Stil zusagte. Mir macht der auch deutlich mehr Freude zu schreiben als dieser eher sachliche, den ich manchmal extra für den Maréchal und tattergreis verwende. Bei einem komplizierteren Gelände und mehr Orten mache ich das wieder eher unambientig.  ::)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 25. November 2020 - 17:30:33
Just kidding. Wenn das Szenario sogar den Partizipierenden angepasst wird, dann ist das ja schon die hohe Schule des Wargaming events.
Ich hatte die Aufgabe von meiner besseren Hälfte gestellt bekommen etwas für Anfänger rauszusuchen. Zuerst habe ich ein anderes Szenario ausprobiert, das ich zuvor nicht kannte. Das war zwar nummerisch ausgeglichen aber wenig reizvoll vom Gelände her außerdem gab es zu wenig Kavallerie. Ich wollte was, was ausreichend alle Waffengattungen samt leichter Truppen beinhaltet ohne allzu raffiniert zu sein - also nicht was wo eine Seite laufend vorsichtig Rückzüge hinlegen muss wie bei Rottofredo, Pfaffenhofen oder Simbach.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 25. November 2020 - 19:47:23
Interessante Schlacht und wieder tolle Fotos deiner schönen Figuren dazu! Ich hätte dich wirklich gern hier in meiner Gegend/meinem Spielerkreis - das wäre sehr bereichernd. Diese Kreativität bei Szenarien, der Umsetzung von Regimentern - herrlich!
Gewinnt ihr so denn immer wieder neue Spielpartner und Wargamer, Pappenheimer? Es ist schonmal ne gute Vorrausetzung, dass deine Frau und du beide spielt (hey, ihr könnt mit einem Haushalt schon zocken und die Kinder sind quasi auch schon bereit ;) ).

Ich finde ja deine Sprache hier im Bericht auch gut, ob die der entscheidende Faktor beim (manchmal) fehlenden Verständnis der Lage ist? Wichtig sind auf jeden Fall Bilder, die zwischendurch mal das ganze Geschehen von oben "zusammenfassen". So etwas in der Art gab es hier. :)

Bin gespannt, was der nächste Streich wird?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 26. November 2020 - 09:47:21
Bin gespannt, was der nächste Streich wird?
Ich habe fast alle Boxen schonmal runter auf mein Stockwerk geholt. Es wird also etwas größeres. Ich habe auch extra gestern ne Menge gebastelt. Mal gucken, was noch dazu kommt.  :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 26. November 2020 - 12:25:30
Bin gespannt, was der nächste Streich wird?
Ich habe fast alle Boxen schonmal runter auf mein Stockwerk geholt. Es wird also etwas größeres. Ich habe auch extra gestern ne Menge gebastelt. Mal gucken, was noch dazu kommt.  :)

Fein, fein  ;D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 26. November 2020 - 15:16:23
 ;D ;D ;D Ich freu mich :D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Riothamus am 27. November 2020 - 07:53:43
Ich muss mir das nochmal anschauen. Ich bin immer noch nicht wieder ganz da und hatte nicht kapiert, dass die Aufnahmen nicht alle von derselben Position aus erfolgten.

Klar, ein sich eher zufällig ergebende Auseinandersetzung ist nicht so planvoll wie eine geplante Begegung oder gar eine rangierte Feldschlacht und das hatte ich auch nicht erwartet. Aber da gelang es mir irgendwie, gar nichts zuordnen zu können...
Titel: Rocoux !
Beitrag von: Pappenheimer am 29. November 2020 - 22:17:01
Heute gibt's nen kleinen Teaser für tattergreis, Sorandir und D.J..

Es wird spannend und gigantisch. Die größte Schlacht, die ich bisher gespielt habe und die größte des 18. Jh. bis zu diesem 11. Oktober 1746.

(https://i.imgur.com/BpkGy3N.jpg)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 29. November 2020 - 22:51:04
Ich seh gut aus!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 30. November 2020 - 05:56:18
Ich seh gut aus!

Und ich erst! *in die Brust werfend und die Löckchen richtend*
:D
Titel: Roucoux Armeeaufmarsch
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 10:25:40
(https://i.imgur.com/wWquRgy.jpg)
Hier nun die Karte. Ich habe auf vielen Bildern versucht die gerade entscheidenden Charaktere darzustellen. Die Position von Veldtmann ist zweimal falsch auf den Fotos markiert. Veldtmann hat diese alte rote Klamotte und kommandiert bei mir Glinstra- und Schwarzburg-Infanterie, wobei die Schwarzburger für das deutsche Subsidienregiment Sachsen-Gotha stehen sollen. :)

CinC Maréchal de Saxe (Dash.)

I) MdC de Montagne (Dep.)
1 x infanterie légère (vol. royaux)
1 x infanterie de ligne (La Couronne)

BP : 1

Corps sous Lt.Gén. Clermont-Gallerande (Dith.)

II) Lt.Gén. de Fénelon (Dep.) killed on a 8-12 / Brig. Des Salles (Dep.) ?
2 x infanterie de ligne (Artois)
1 x artillerie légère

III) MdC de Thiard (Dep.) ?
2 x cavalerie (Com. Gén, Reine)

IV) Brig. Daubigny (Dep.)
3 x dragons (Orléans, D’Egmont, Col. Gén.)

BP : 2

Corps d’armée – Maréchal de Saxe

V) Lt.Gén. Clermont-Tonerre (Dep.)
3 x cavalerie (Mestre de Camp. Gen., Rl. Étranger)

VI) Lt.Gén. de Maubourg (Dep.) 8-12
4 x infanterie de ligne
1 x artillerie légère

VII) Brig. Daspremont (Dith.) / Lt.Gén Du Chayla (Dep.)
2 x gardes françaises

VIII) Brig. St. Clair (Dith.)
3 x Maison du Roi

IX) Lt.Gén. Hérouville (Dith.)
4 x infanterie de ligne (Navarre)
1 x artillerie lourd
1 x artillerie med.

X) Brig. Marquis de Colbert-Lignières (Dep.)
2 x cavalerie (Gendarmes)

XI) MdC Montmorency (Dep.)
3 x cavalerie (Berry, Cuir.)

XII) MdC de Seedorf (Dash.)
3 x infanterie de ligne (Seedorf suisse)
1 x artillerie légère

XIII) Brig. Maisonelle (Dith.)
2 x cavalerie (Clermont-Prince)

BP : 6

Corps du : Prince de Clermont (Dith.) / Löwendahl (R.) (Dash.)

XIV) Lt. Gén. Putanges (Dep.) / MdC St. Germain (Dep.)
3 x infanterie de ligne (Royal Suédois)

XV) D’Estrées (Dep.) / MdC Rosen (Dep.)
2 x hussards (Bercheny, Pollereski)
1 x cavalerie (od. Husaren)

XVI) MdC Armentières (Dash.)
2 x infanterie de ligne
2 x infanterie légère (Grassins, Morlières)
1 x artillerie med.

BP : 3

Reserve :

XVII) Lt.Gén. Contades (Dep.)
1 x infanterie de ligne
3 x suisses (Bettens, Diesbach) – superior

BP : 1

CinC Prinz Karl von Lothringen (Dith.) / FM Batthyiany (Dep.)

CinC Prinz von Waldeck (Dep.)

1) Independent
1 x Panduren

2) GM Zievel (Dep.) – 8-12 wounded / Brig. Hiemstra 8-12 wounded
2 x Bayern – in Ance
1 x Nl. Freikompanien (theor. noch 500 Kommandierte v. Bethlen ungar. Ö.)
1 x leichte Artillerie

3) GdK Prinz von Birkenfeld (Dash.)
2 x Nl. Kavallerie

4) GM Hammerstein (Dep.)
2 x hannoveranische Reiter (Hammerstein, Leibreg.)
1 x brit. Dragoons (6th “Inniskilling” dragoons)

5) Reserve: GM Veldtmann (Dep.) - 8-12 dead / GL Lippe (Dep.) – 8-12 wound.
2 x nl. Inf. (S.-Gotha, Oranien-Friesland)
1 x mittlere nl. Artillerie

6) GL Smissaert (Dep.) – 8-12 wounded / GL Aylva (Dep.)
2 x Nl. Inf.

BP: 3

CinC GL Sir John Ligonier (Dash.)

7) GL Zastrow (Dep.)
2 x hannoveranische Infanterie
1 x leichte Artillerie

8) GM Howard (Dep.)
2 x brit. Inf. (Onslow's, Pulteney)

9) GM Douglas (Dep.)
2 x Hessische Infanterie (Donop, Mansbach) - in Rocoux
1 x hannoveranische Infanterie (Böselager)

BP: 2

CinC Karl von Lothringen (Dith.)

10) FML Kollowrat (Dep.) / FZM Daun (Dash.)
2 x österr. Linieninf. (Bethlen, Wolfenbüttel)

11) FML Burghausen (Dep.) / FMZ Grünne (Dep.)
2 x österr. Linieninf. (Bayreuth, Salm)

12) FML Mercy (Dep.)
2 x Infanterie (Wurmbrand, Arenberg)
1 x österr. mittlere Artillerie

13) GFWM Baden-Durlach (Dep.)
2 x Linieninf. (Los Rios, Königsegg)

14) FZM Pallfy (Dep.) / Philiberth (Dash.)
1 x Kürassiere (Zollern)
2 x Dragoner (Ligne, Batthiany)

15) FZM Wolfenbüttel (Dep.) / GFWM Winckelmann (Dith.)
1 x Kürassiere (Diemar)
2 x Dragoner (Styrum, Liechtenstein)

16) GFWM Moroz (Dash.)
1 x Husaren (Kaloryi)

17) FML Trips (Dash.)
1 x Husaren (Nadasdy)

BP: 4


Limit: 6 turns

VC:
French – minor victory: capture all Dutch artillery and break Waldeck’s troops
French – major victory: break the troops of 2 allied commanders

Pragmatic army – minor victory: break 2 corps of the enemy
Pragmatic army – major victory: break 3 corps of the enemy or the “Corps d’armée”


(https://i.imgur.com/Mmlwq7b.jpg)
Hier habe ich mal die gesamte alliierte Armee auf ein Bild bekommen, die sich von Ance mit den Bayern bis Fexhe erstreckt. Trips kommandiert bei Fexhe, ein wenig von dem Gebäude verdeckt, eine Vorhut von Husaren.

Das Gelände mit den 3 Hohlwegen und den zahlreichen Hügeln und dem tiefen Einschnitt vor Fexhe und Enick war eine Herausforderung.

(https://i.imgur.com/bm3bvMq.jpg)
Die gesamte französische Armee auf ein Bild zu bekommen ist schwierig. Diesmal hatte ich nur ein Bataillon (hier nur 3 Basen) Royal Vaisseaux neu gemacht und einen Tag oder so davor fertig bekommen. Ich wettete schon darauf, dass die in die Flucht geschlagen werden.

(https://i.imgur.com/N6kZG6M.jpg)
Noch ein finaler Blick bevor es losgeht von den Höhen auf denen die verbündeten Armeen unter Waldeck, Ligonier und als Oberbefehlshaber Prinz Karl von Lothringen stehen auf die gegenüberlegene Ebene.
Die 120.000 Mann starke Armee unter dem Maréchal de Saxe hat Mühe sich irgendwie zu entfalten. So sind fast alle Brigaden noch in Kolonne.
Die Garden unter Du Chayla und das Corps de Réserve unter Contades mit v.a. Schweizern stehen hinter dem massiven Corps d'Armée.
Clermont-Gallerande am linken Flügel auf der Erhebung vor Varoux und der Prince (Comte) de Clermont vor Ance stehen schon direkt vor ihren Angriffszielen - allerdings auch in der direkten Reichweite der alliierten Artillerie.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 11:13:53
Man sind das viele Figuren.
Der Witz: ich meine das mal ernsthaft. Das Problem der Entfaltung der franz. Truppen ist ja offensichtlich.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 11:25:28
Ich war nicht der Oberbefehlshaber der franz. Seite, ich hab aber trotzdem aus Spaß einen Tagesbefehl geschrieben:
Zitat
Tagesbefehl:
Der Feind steht in einer Verteidigungstellung auf den Hügeln hinter Rocoux , sein linker Kavallerieflügel ist angelehnt an Ance, welches durch leichte Truppen besetzt ist, sein Infanteriezentrum erstreckt sich von der Straße von Tongres / Liege bis hin nach Enick. Sein rechter Kavallerieflügel liegt hinter Fexhe und Enick. Weder Rocoux, noch Liers/Varoux, noch Enick sind im Augenblick vom Feind besetzt.

Der Feind hat seine Artillerie vor seiner Front verteilt.

Der Gegner ist uns an Zahl unterlegen.
Ich erwarte, dass er deshalb auf den Höhen in seiner Stellung verbleibt.

Ich beabsichtige die Zerschlagung seines linken Flügels und seines Zentrums sowie die Verfolgung des fliehenden Gegners ins Defilée zwischen Millemont und dem Wald von Wetem. Da das Gefecht erst in der zweiten Tageshälfte beginnt, ist ein schnelles aggressives Vorgehen von allergrößter Wichtigkeit, Rückschläge können in Kauf genommen werden, es stehen Reserven zur Verfügung.

Die Truppen des Prince de Clermont attackieren mit Unterstützung der Kavallerie-Brigaden Maisonelle,  Colbert-Ligniéres und Montmorency  die Kavallerie des linken Flügels des Gegners auf den Höhen von Ance, Ance selbst wird dafür schnellstmöglichst mit dem Bayonett erobert.

Bei Erfolg fällt die genannte Kavallerie dem linken Infanteriezentrum in den Rücken, sobald dieses von der Infanterie in der Front attackiert wird. Sollte der Feind mit seinem Zentrum den Rückzug antreten, verhindert die Kavallerie den Rückzug nach Viset (außerhalb der Karte).

Nach der Vertreibung der gegnerischen Kavallerie und der Eroberung oder Umfassung  von Ance überflügelt die Streitmacht des Lt.Gen. Putanges  die Stellung des  Zentrums in Richtung des Waldes von Wetem.

MdC Seedorf greift das linke Infanteriezentrum von Aleurs aus an, Lt. Gen. Hérouville schließt sich links an, Lt.Gen.de Maubourg erobert Rocoux und unterstützt dann den Angriff von Lt. Gen. Hérouville .

 Lt.General Clermont-Tonerre verlegt seine Reitertruppen in hohem Tempo sofort auf unseren rechten Flügel vor Aleurs und folgt dem Angriff der Kavalleriebrigaden Maisonelle,  Colbert-Ligniéres und Montmorency, fängt diesen auf im Falle eines Misserfolges und unterstützt die Umfassung und Verfolgung des Gegners falls diese gelingt.

Das Corps des Lt.Gen.Clermont-Gallerande  positionieren sich vor Liers, Varoux ohne eine Besetzung der Orte zu verhindern, Hauptaufgabe ist die Abwehr eines Angriffs des gegnerischen rechten Flügels in Richtung der Straße Tongres/Liege.

 LtGen. Contades stabilisiert diese Abwehrstellung. Sollte der rechte Flügel des Gegners passiv bleiben, so bindet unser linker Flügel ihn, um eine Verstärkung des gegnerischen Zentrums zu verhindern. Sollte der Gegner den Rückzug antreten, so wird eine Einnahme von Millemont als vorteilhaft angesehen, wichtig ist, dass in diesem Fall sofort Meldung an mich und Lt.Gen.du Chayala vor Rocoux gehen.

Lt.Gen.du Chayala verbleibt als operative Reserve in Marschformation auf der Straße Tongres/ Liege und platziert sich vor Rocoux. Sollte der Gegner sich zurückziehen, marschiert  Lt.Gen.du Chayala sofort in Richtung Millemont.

MdC de Montagne verbleibt in der jetzigen Position und deckt damit den Aufmarsch des linken Flügels. MdC de Montagne hält sich bereit, um einem Vorrücken von LtGen. Contades  zu folgen.
etc etc

Ich denke, der Schlüssel zum Erfolg ist ein äußerst aggressives Vorgehen. Wenn man die Spiele von Pappenheimer anschaut, dann sind seine Erfolge auch zumeist auf Aggressivität und kluges Ersetzen angeschlagener Verbände begründet.
Ziel meines Planes ist das Vernichten des sich zurückziehenden Gegners. Ist aber vollkommen unrealistisch, dass sich der Gegner überhaupt zurückzieht (s. auch mein Beitrag im Waterloo thread)
Titel: Des Maréchal de Saxe Schwierigkeiten
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 11:28:11
Man sind das viele Figuren.
Der Witz: ich meine das mal ernsthaft. Das Problem der Entfaltung der franz. Truppen ist ja offensichtlich.
Dazu kommen die Instruktionen des Maréchal de Saxe, die eine völlige Umstrukturierung des gewaltigen Corps d'Armée vorsehen, worauf eigentlich erst der massive Angriff auf Rocoux folgen soll. Befolgen Du Chayla, Contades und Clermont-Gallerande den komplizierten Befehlen des Maréchal oder wird die typisch französische Liebe zu la gloire alles zunichte machen?
Wie wird der Prinz von Lothringen auf die beiden in seine Hände gefallenen Boten des Maréchal und von Contades reagieren? Er kennt so ziemlich die Pläne der Angreifer. Aber was hilft das bei seiner stark auf die Verteidigung der Höhen hinter Rocoux und Varoux ausgerichteten Aufstellung?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 11:42:18
Das ist ja alles viel lustiger als erwartet!

Als Anmerkung nochmal für den normalen Betrachter : mein Gefasel ist nicht der Tagesbefehl des Oberbefehlshabers, das bin ich nicht.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 30. November 2020 - 12:09:13
Allmächtiger, was für ein prachtvoller Aufmarsch und Aufbau!  :o
Ich bin verzückt, und meine das auch wirklich ehrlich!

Das ist ja alles viel lustiger als erwartet!
Als Anmerkung nochmal für den normalen Betrachter : mein Gefasel ist nicht der Tagesbefehl des Oberbefehlshabers, das bin ich nicht.

Wer hört schon auf dich?  ;D

Spaß beiseite:
Das wird ein feines Gefecht :)
Für Frankreich und (meine) Glorie bei Hofe ... so reitet denn, meine tapferen Recken, so reitet! Lasset uns die Felder und Hügel mit fliehenden Feinden füllen!
(Frei nach Shakespeare ;) )
Titel: Phase 1, der Sturm über Ance
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 12:22:21
(https://i.imgur.com/t4ALqjL.jpg)
Der Prince de Clermont beschließt keine Zeit zu verlieren. Zievels Artillerie nimmt die Massen französischer Truppen an seiner Flanke unter heftiges Feuer. Clermont befiehlt Armentières und Putanges die Wegnahme des stark besetzten Dorfes Ance. Er hat obendrein Seedorf mit seiner starken Schweizer Infanterie überzeugt entgegen den Instruktionen des Oberbefehlshabers nicht nach Lontin zu marschieren und sich den dort eh schon das Gelände verstopfenden riesigen Kolonnen unter Hérouville und Maubourg anzuschließen. Das kann entscheidend sein, denn der Marsch Seedorfs würde alle Bewegungen der massierten Kavallerie des Corps d'Armée behindern. Als eine Art Kompromiss schickt der Prince de Clermont aber dem Wunsch des Maréchal willfahrend seine gesamte Kavallerie unter D'Estrées gegen Aleurs, um sich links an die dort aufmarschierenden Reitermassen des Corps d'Armée anzuschließen. Das Ganze führt zu einer erheblichen Konfusion im französischen Zentrum und das unter den Rohren der hervorragend platzierten Artillerie der pragmatischen Armee!

(https://i.imgur.com/K2Q5yXJ.jpg)
Die führenden Bataillone des Corps Clermont-Gallerande erleiden erste Verluste unter dem massiven Artilleriefeuer der Alliierten. Clermont-Gallerande kann unmöglich in seiner Position verharren und auf Contades warten, wenn seine Infanterie noch zu etwas taugen soll. So erlaubt er dem alten Lt.Gén. Fénelon gegen Varoux vorzurücken und diesen Ort unter Feuer zu nehmen. Soweit es der Raum erlaubt, entwickelt Clermont-Gallerande mit seinen abgesessenen Dragonern eine Front gegen den tiefen Einschnitt vor Enick und Fexhe.
Contades hat die Schwierigkeit, dass er die französische Infanterie seines Corps de Réserve auch zur Unterstützung Montagnes herüber gegen die Ravine führen will, aber dazu hinter der Front seiner gesamten Schweizer Bataillone herum marschieren lassen muss. Montagne hat von ihm den Befehl erhalten seine Linieninfanterie an Clermont-Gallerandes Dragoner anzuschließen. Montagnes Volontaires können das Wäldchen in der Ravine besetzen von wo sie sogleich beginnen Trips Husaren unter Feuer zu nehmen.
Du Chaylas Gardes Francaises stehen einer Vorrückung von Contades Schweizern ohnehin im Wege. Du Chaylas Garden wollen sich beweisen. Der Sieger von Melle schließt sich der Maison du Roi an, um diese anzutreiben. Doch wo soll die Blüte Frankreichs einhauen, da Maubourgs massive Kolonne ihnen den Weg versperrt?

Der Prinz von Lothringen hört zwar das heftige Feuer an der linken Flanke doch beschließt mit seiner gesamten Armee auf Enick und Fexhe vorzurücken. Das scheint etwas widersinnig, da Braunschweig-Wolfenbüttels und Pálffys Massen an Reiterei bei Fexhe kein Gelände haben wo sie attackieren könnten.
Das zweite Treffen der österreichischen Infanterie verharrt in der Ausgangsposition. Immerhin haben diese zahlreichen Bataillone noch die Chance nötigenfalls auf den linken Flügel hinüber zu marschieren. Doch so eine Umformierung braucht Zeit und vielleicht unterschätzt der Prinz von Lothringen die Gefahr in der Waldecks linker Flügel schwebt(?).
Ligonier sieht eine brenzlige Situation voraus in der bald Douglas mit seinen Hessen und Hannoveranern schweben wird.  Er führt Generalleutnant von Zastrow und auch die britische Infanterie unter Howard heran, um vielleicht erschöpfte Bataillone in Rocoux und Varoux zu ersetzen.
Doch was tut Waldeck? Er lässt sein zweites Treffen Infanterie umformieren und schickt es in den Hohlweg zwischen seinen Kavallerieflügel und den Höhen hinter Rocoux.

(https://i.imgur.com/3VUiSIP.jpg)
Blutig wird der Kampf um Ance - das war klar. Armentières hetzt seine Infanterie gegen die Bayern, die angesichts der erdrückenden Übermacht mit dem Mut der Verzweiflung Ance verteidigen. Das Feuer der Bayern ist wenig effektiv. Nur wenige französische Füsiliere werden im Sturmlauf niedergestreckt. "Serrez vos rangs!" brüllen die Offiziere. Mit gefälltem Bajonett und mit Todesverachtung dringen die Franzosen vor.
Lieutenant-Géneral de Putanges hat sich mit Armentières genau abgestimmt. Die Deutschen seines Royal-Suédois erstürmen den südlichen Eingang von Ance. Die Bayern sind schockiert. Sie werfen ihre Waffen weg. In ihrer Flucht reißen sie ihre Kameraden an der anderen Flanke des Dorfes mit sich.
Während Armentières erste Welle flieht, dringen die blau uniformierten Füsiliere von Royal-Suédois ins Dorf ein. Nur wenige Bayern können sich retten. Erst hinter seiner kleinen Reserve aus niederländischen Freikompanien, die nun auch erschüttert werden vermag Generalmajor Zievel die Bayern zum Halten zu bringen. Doch werden sie sich im Angesicht des nachdrängenden Feindes sammeln können?

(https://i.imgur.com/rLGGc68.jpg)
Nur wenige französische Batterien beginnen zu feuern. Die Artillerie des Prince de Clermont steht zu weit weg und kann wegen der Enge des Raumes nicht vorwärts. Seedorfs Batterie nimmt die niederländische Kavallerie unter dem Prinzen von Birkenfeld weiter. 'Nicht schon wieder!' mag dieser denken, der sich an das Artilleriefeuer bei Fontenoy erinnert haben mochte. Auch dort hatte die niederländische Reiterei nicht viel bewirkt.
Maubourg lässt seine leichten Geschütze vor Rocoux abprotzen und den Ort unter Feuer nehmen. Er glaubt nicht mehr an den Plan des Maréchal. Wie soll er auch die Garden oder Contades vorbei lassen? Etliche Füsiliere seines führenden Bataillons wurden schon von Waldecks starker Artillerie niedergestreckt, die auf die Entfernung tiefe Schneisen in die tief stehende Kolonne reißt.

Was will Waldeck mit seiner Infanterie in dem Hohlweg? Er bräuchte einen Eilmarsch um daraus hervor zu brechen und in den Kampf um Rocoux einzugreifen. Ist nicht - eine halbe Stunde nach der Eröffnung des Feuers! - sein Befehl schon obsolet?
Ligonier hat keine Zeit sich mit Waldecks Problemen zu beschäftigen. Seine Kavallerie unter Hammerstein wird sich nötigenfalls opfern, falls sich die Grassins und Morlières nicht von den Panduren aufhalten lassen. Diese französischen Parteigänger sind kleine Korps in sich und die wenigen Panduren kein ausreichendes Hindernis.

(https://i.imgur.com/ocPsqeT.jpg)
Der Prinz von Lothringen muss reagieren. Soviel ist gewiss. Er verfügt über zahlreiche Infanterie und genug Kavallerie - doch diese würde zuviel Zeit brauchen, um Millemont und Wotem zu durchqueren. So bleibt er im alten Geleise und beschließt nichts an seinen Plänen zu ändern. Immerhin deckt er seinen eigenen Rückzugsweg mit der Straße nach Maastricht.

Obwohl die Corps unter Clermont-Gallerande, Contades und Du Chayla sich gegenseitig im Wege stehen, haben sie auf den Höhen vor Varoux/Liers eine schöne unangreifbare Stellung, wo sie ihre eventuell erschöpften Bataillone leicht hinter die Deckung des Höhenzuges zurück führen können, um sich dort zu sammeln. Außerdem ist Clermont-Gallerandes Artillerie in einer guten erhöhten Position um Varoux mit Kartätschenfeuer zu belegen. Ein Feuergefecht gegen die starke österreichische Artillerie wäre wohl wenig zielführend.
Die Gardes Francaises sind heiß darauf anzugreifen. "En avant! En avant!" rufen die Offiziere aus den ältesten Familien des Königreiches.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 12:26:06
Pappenheimer schrieb:
Zitat
Dazu kommen die Instruktionen des Maréchal de Saxe, die eine völlige Umstrukturierung des gewaltigen Corps d'Armée vorsehen, worauf eigentlich erst der massive Angriff auf Rocoux folgen soll. Befolgen Du Chayla, Contades und Clermont-Gallerande den komplizierten Befehlen des Maréchal oder wird die typisch französische Liebe zu la gloire alles zunichte machen?
Dazu schreibt D.J.
Zitat
Spaß beiseite:
Das wird ein feines Gefecht :)

 ???

Ich vermute eher es wird ein chaotisches Durcheinander. Pappe erwähnt die" ...komplizierten Befehlen des Maréchal"  und spoilert schon Ungehorsam  :D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 30. November 2020 - 12:37:56
Ungehorsam?
Welch ein böses Wort für ... hm ... überbordende Eigeninitiative  8)
Titel: Intermezzo: 2 Kavalleristen
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 13:26:11
Clermont-Tonerre und D'Estrées waren im selben Kegelclub. Äh, spielten schon einmal die eine oder andere Partie Hombre miteinander und trafen sich nun unter den Kanonen des Feindes um zu beratschlagen, was zu tun sei. Clermont-Tonerre sagte, er solle eigentlich warten bis die gesamte Artillerie des Corps d'Armée aufgefahren wäre, aber diese steckte zwischen Lontin und Aleurs fest. D'Estrées meinte, er habe keine Lust seine schönen Husaren im Kartätschenhagel opfern zu lassen nur um den Befehlen des Maréchal Folge zu leisten. Zum Glück hatte Clermont-Tonerre eine gute Bouteille Vin Rouge dabei, die der Maréchal scheinbar verschmäht hatte obwohl Du Chayla sie ihm mit besten Empfehlungen zugeschickt hatte. Die Flasche wurde geköpft und die Entscheidung getroffen. Man konnte schlecht zurück, um die Kavallerie aus dem Schussfeld zu nehmen. Also gab es nur eine Wahl: Attacke!

(https://i.imgur.com/M3k72cS.jpg)

So donnerten die Reitermassen auf den Hügel zu.

Der Prinz von Birkenfeld befahl den Gegenangriff und die Kavallerie prallte am Abhang aufeinander. Die Niederländer hatten den Vorteil des Geländes. Doch die Franzosen waren wild entschlossen und viele...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 13:27:16
Tut mir leid, dass ich ein paar Bilder zu groß hochgeladen habe. Bei mir geht's mit rüberscrollen. Die nächsten werden wieder kleiner.  :)
Titel: Kavallerieschlacht und Kampf um Rocoux
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 14:08:50
(https://i.imgur.com/WPmIbcq.jpg)
Der dichte Qualm machte langsam das Schlachtfeld unübersichtlich. Ligonier musste mitansehen wie Maubourg und Hérouville auf Rocoux zustürmten.
Der Prinz von Lothringen hatte sich endlich entschieden zumindest sein zweites Treffen unter FML Burghaus und GFWM Baden-Durlach in Kolonnen umzugruppieren und an die bedrohte linke Flanke zu entsenden. Bei der Distanz konnte das Manöver aber Stunden dauern, zumal diese Brigaden bald in die noch immer im Hohlweg feststeckenden Niederländer unter Smissaert hinein drängen würden.
Der Prinz von Waldeck bemühte sich Smissaerts Kolonne vorzuführen. Doch wohin? In Marschkolonne in den wogenden Kampf um Rocoux? Veldtmann hingegen hatte seine Infanterie umschwenken lassen um Hérouvilles Sturmkolonne unter Feuer zu nehmen.

(https://i.imgur.com/u2edeTg.jpg)
Der Hohlweg war ein Nadelöhr oder eine schreckliche Falle?

Lieutenant-General Hérouville selbst an der Spitze seiner vorstürmenden Männer wurde unweit dem Regiment Royal-Vaisseaux von einer Musketenkugel niedergestreckt und nach hinten geschleppt.

(https://i.imgur.com/eqRkb6c.jpg)
Der Kampf um Rocoux wurde mit aller Erbitterung geführt. Das hessische Abwehrfeuer hatte wenig bewirkt. Rasch erklommen die Franzosen von Süd und Ost die Mauern des Ortes. "Revanche!"-Rache für den getroffenen Kommandeur schrien die einen - "Vive le Roi!" die anderen. Hérouvilles grimmige Männer kannten kein Erbarmen und machten das Bataillon vor ihnen nieder. Das Maubourg entgegen stehende Bataillon musste schwer mitgenommen das Feld räumen. Doch waren die französischen Bataillone zu erschöpft so rasch das Dorf zu besetzen. Die Hälfte von ihnen zog sich zurück und brachte Unordnung in die tiefe dahinter stehende Kolonne. Maubourg entschied, dass sein führendes Bataillon unmöglich würde Rocoux halten können und entschied nicht damit in das Dorf vorzudringen, welches von der hannoveranischen Batterie dahinter sogleich bestrichen werden konnte.

(https://i.imgur.com/geiLAhg.jpg)
D'Estrées und Clermont-Tonerres Reiterei preschte derweil den Hang hinauf und hieb in die niederländische Kavallerie Birkenfelds. D'Estrées anführendes Regiment wurde dabei völlig zerschlagen. Aber Birkenfeld hingegen büßte binnen Kurzem beide Regimenter ein, die in wilder Flucht über den Hügel Richtung Maas davon stoben und Hammersteins hannoveranische und britische Reiterei in schwere Bedrängnis brachten.

(https://i.imgur.com/SYwcuqG.jpg)
Die Situation nach der Schlacht der Kavallerie war eine trostlose für die Pragmatische Armee. Die niederländische Armee unter Waldeck war zerbrochen. Bis auf ein paar Plänkler hatte Generalmajor Zievel nichts mehr dem Corps unter Clermont entgegen zu setzen. Seine tapfer ausharrende Batterie drohte überrannt, er selbst drohte gefangen genommen zu werden. Die Bayern zogen sich weiter zurück, da sie sich nicht sammeln konnten. Die Panduren lieferten sich ein auswegloses Scharmützel mit den nachdrängenden Grassins und Morlières.
Waldeck verfügte über keine Kavallerie mehr um den Rückzugsweg über die Pontonbrücken offen zu halten. Die Masse seiner Infanterie war noch garnicht zum Schlagen gekommen, da sich die Kämpfe an der Linken abgespielt hatten. Seine Reiterei hatte zwar günstig gestanden um den Feind zu erwarten, aber ungünstig zu reagieren, wenn Ance gefallen war.
Der Prinz von Lothringen war inzwischen in Lethargie verfallen. Beunruhigende Nachrichten waren von seiner starken Kavallerie eingetroffen. Das erste Treffen war bis auf die Linie Enick-Fexhe vorgerückt, dort aber in zunehmend schwereres Feuer geraten und hatte keine Lust sich gegen ausgezeichnet stehende Dragoner auf einer Anhöhe hinzuopfern, wobei der Angriff bergab und wieder hinauf alle Wucht verlieren würde.  Seine Kanonen arbeiteten noch immer hervorragend und hielten immerhin Clermont-Gallerande vor Varoux und Liers nieder.
Douglas hatte aber letztlich auch diesen Ort nicht mehr halten können, da Clermont-Gallerande sein Feuer mit Artillerie und Infanterie derart konzentrieren konnte, dass auch die Hannoveraner dort das Heil im Rückzuge hinter Ligoniers Linien suchen mussten.

Nun kam es darauf an, ob Du Chayla oder Clermont-Gallerande rechtzeitig Varoux besetzen würden. Die Gardes Francaises waren eigentlich noch zu weit weg, hätten aber für sich, dass die Bataillone größer waren, keinerlei Verluste bislang erlitten hatten und ausgeruht waren. Clermont-Gallerandes Infanterie hingegen hatte schwer unter dem bisherigen Artilleriefeuer und dem wilden Schießen der Verteidiger von Varoux und Liers gelitten. Ein paar Kartätschen der Hannoveraner und sie würden rennen...
Contades steckte immernoch mit seinen Schweizern hinter d'Aspremonts Gardes Francaises fest. Immerhin hatte seine französische Infanterie bald den aufwändigen Marsch von einer Flanke zur anderen des Corps de Réserve beendet! Montagne, der Contades unterstellt war, hatte mit einem geschickten Schachzug - das Wäldchen zu besetzen - die gesamte österreichische Armee Matt gesetzt. Würde diese nun all ihre Infanterie wegen ein paar Plänklern nach Fexhe und Enick hineinwerfen müssen? Die leichte Infanterie ist schnell und könnte Fexhe rasch einnehmen und von dort die Kavalleriemassen des rechten Flügels beschießen!
Obwohl wenig nach den Plänen des Maréchal de Saxe gegangen war, konnte er mit den Ergebnissen zufrieden sein. Binnen 2 Stunden hatten seine Truppen alle starken Plätze des Feindes gesäubert. Nun kam es auf Zeit an. Bald würde es dunkel werden und würde es den Hannoveranern vielleicht gelingen rechtzeitig Varoux und Rocoux zu bemannen?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 30. November 2020 - 14:38:29
"Was erlaube Waldeck?"  ;D
Okay, gut für uns, aber diese Frage muss erlaubt sein :)
Der Moment, wo man erstmal bei einem guten Tröpfchen  die Lage bespricht ... göttlich :D
Ärgerlich, dass die Entfaltung auf französischer Seite nicht so gut geklappt hat. Aber durch die (unbeabsichtigte) Konzentration der Kräfte haben wir da schon schön was erreicht.
Ärgerlich und bedenklich ist der Status meiner Infanterie!
Wäre es möglich, die vorerst zurückfallen zu lassen?
Immerhin will ich nicht als Schlächter der Fußtruppen verschrieen werden! Man weiß ja nie, wann das nächste Gefecht kommt  ;)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 14:47:28
Immerhin will ich nicht als Schlächter der Fußtruppen verschrieen werden! Man weiß ja nie, wann das nächste Gefecht kommt  ;)
Eigentlich sollen die Armeen in die Winterquartiere. Nur sah sich der Prinz von Lothringen - ja der Verlierer von Soor und Hohenfriedeberg und noch vielen Schlachten in der Folge mehr - dazu veranlasst dem Maréchal de Saxe eine Schlacht anzubieten, da er so ruhmlos nicht in die Winterquartiere wollte. Im Grunde sollte es an diesem 11. Oktober um nichts mehr gehen. Am 10. war es schon zu schweren Gefechten nahe Fexhe gekommen. Am 11. Oktober hatte der Prinz schon die Bagage mit den Zelten über die Maas geschickt. Deswegen hier in dem Bericht auch mal keine Zelte außer hinter Clermont. Der hält vielleicht mal ein Nickerchen, denn er wurde während der echten Schlacht mit Ermahnungen bombardiert warum er nicht früher Ance angriff und die Flanke der Alliierten aufrollte...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 15:10:45
Die Anzahl der Verluste ist vollkommen irrelevant, wir haben Truppen ohne Ende. Der Schlüssel zum Sieg liegt im Abschneiden der Rückzugsmöglichkeit der gegnerischen Truppen, wenn Waldeck noch mehr Truppen in Richtung Rocoux sendet, dann hilft das ja bei der Umfassung.
Zitat
Waldeck verfügte über keine Kavallerie mehr um den Rückzugsweg über die Pontonbrücken offen zu halten.
Mal abgesehen von den Siegbedingungen dieses Szenarios, wenn franz. Infanterie in den Rücken von Ligonier kommt, dann ist es Zeit die Waffen zu strecken.
Mir ist nicht klar, inwiefern die franz. Truppen  des Contades verschoben wurden.

Ich bin vollkommen verblüfft, dass unser Marechal de Saxe etwas anderes versuchen konnte als ein massiven Angriff aus der Bewegung nach vorne rechts, am rechten Flügel der Franzosen hatte das Gefecht ja schon begonnen, und "wir" waren dort an Zahlen hoch überlegen. Hätte er einfach so gehandelt wie der historische MdS, dann hätte der Fehler des Herrn Waldeck allein das historische Ergebnis zu unseren Gunsten verbessert.
Titel: Der heroische Kampf um Varoux und Kavallerie die 2te!
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 16:03:39
Die Verbündeten waren offenbar mit der Lage überfordert. Wo sollten sie zuerst handeln? Zievels Reste und Kanonen retten, die immerhin 8 Bataillonen zwei Stunden standgehalten hatten?
Zum wohl ersten Mal waren die Franzosen den Verbündeten eine Nase voraus. Du Chayla spornte D'Aspremont an und dieser legte einen Eilmarsch hin, welcher die Garden nach Varoux führte. Ein Bataillon besetzte das Dorf mit der Ordre es um jeden Preis zu halten und das andere klemmte sich in den Zwischenraum zwischen Varoux und Rocoux, um etwaige Versuche der Verbündeten den Ort von zwei Seiten zu bestürmen zu unterbinden.

(https://i.imgur.com/ivH59wm.jpg)
Douglas sprach kurz mit Zastrow und da man sich kannte, war der gleich bereit die Stellungen zurück zu nehmen. Doch was geschah da? Zastrows Hannoveraner verstanden wohl etwas falsch oder wurden von der Wut auf den Feind mitgerissen. Plötzlich hieß es: "Vorwärts! Es lebe der Kurfürst!" Damit stürmten die Hannoveraner den Abhang herab. Generalleutnant von Zastrow vermochte es nicht eines der Bataillone ins noch unbesetzte Rocoux zu dirigieren, da sie das direkt vor ihnen stehende anfallen wollten und das waren die Gardes Francaises!

(https://i.imgur.com/447c0ec.jpg)
Ein ungewohnt heftiges Feuer schlug ihnen entgegen. Auch von Rocoux her drang Musketenfeuer, da das Regiment Royal-Vaisseaux unterdessen den Ort besetzt hatte und die als zweites Treffen nachfolgenden Briten unter Feuer nahm. "Feu!" hieß es von allen Seiten.

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Siegesgewiss drangen die Hannoveraner vor. Etliche strauchelten. Auch Zastrow wurde mit in den Strudel gerissen und konnte nicht anders als "Vorwärts Kerls!" zu brüllen. Hier war es möglich unterzugehen oder in der Eroberung von Varoux und Liers in die Analen der hannoveranischen Armee einzugehen. Doch der Angriff brach an den Mauern von Varoux zusammen. D'Aspremont hielt seine Männer zusammen. "Vive le Roi!" riefen die Gardisten. Im Handgemenge wurden die meisten Hannoveraner aufgerieben.

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Während der Kampf um Varoux tobte beschloss Hammerstein, da er von der Gefangennahme von Zievel erfahren hatte, dass ein Rückzug auf Wotem keine Option war. Sein Adjudant hatte ihm vorgestellt, dass die Infanterie unter Smissaert, die nun Front nach Lüttich machte, einem Rückzug an die Maas im Wege stand. Es gab nun die Option sich mit seinen Regimentern nach Norden durchzuschlagen, wo das von Hohlwegen zwischen Faubourg St. Walburg und Wotem zerschnittene Gelände keine Möglichkeiten für Reiterattacken bot, oder aber anzugreifen. Hammerstein war ein zu alter Haudegen um da lange zu zweifeln. "Gott befohlen!" rief er und: "Angriff!" Die Briten im Zentrum die beiden hannoveranischen Reiterregimenter auf den Flügeln donnerte er über den Hügel. Die Attacke en choc gelang. Mit voller Wucht trafen die britischen Dragoner auf die französischen Reiter vom Mestre-de-Camp-Cavalerie Regiment, welches ja wegen des begrenzten Raumes nicht hatte zurück genommen werden können und schwer im Kampf gegen die Niederländer gelitten hatte.

(https://i.imgur.com/CJSXgLc.jpg)
Derweil hatten die Österreicher endlich vermocht ihre Fehler teilweise wieder gut zu machen. Die gesamte schwere Kavallerie wurde zurück genommen, das zweite Treffen sogar bis Houtain. Feldmarschall-Leutnant Mercy warf ein Bataillon Arenberg nach Enick hinein, um wenigstens dort den Franzosen die Stirn zu bieten. Trips und Moroz mit ihren Husaren ließen sich so weit wie möglich zurück fallen und sollten auf der Straße nach Maastricht aufklären, ob nicht ein paar Bauernkarren den Rückzug erschweren würden.
Viel mehr konnte der Prinz von Lothringen nicht mehr zum Ausgang des Kampfes beitragen wie es schien.

Clermont-Gallerande zog seine schwere Reiterei teils vor die mittlerweile etwas gelittenen Dragoner um diese zu maskieren. Er wollte eigentlich Fénelon bitten mit den Füsilieren Contades Schweizern Platz zu machen, aber hier standen sich wieder zuviele Truppen gegenseitig im Weg und Lt.Gén. Fénelon äußerte sein Bedauern, dass er nicht wusste wohin er denn ausweichen solle. Seine Batterie immerhin beschoss wie gehabt erfolgreich den Feind.

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Der Kampf am rechten französischen Flügel setzte sich beinahe wie zu erwarten fort. Armentières schickte all seine Bataillone gegen die Panduren, die versuchten die untätig verharrenden Bayern zu decken, die sich nicht fassen konnten. Lt.Gén. Putanges bereitete eine Wegnahme der geschickt postierten Batterie oberhalb Ance vor. Ein Bataillon näherte sich frontal und geriet dadurch in ein mörderisches Kartätschenfeuer. Wenn der Prince de Clermont nun nur seine Husaren gehabt hätte!
Seedorfs Schweizer kamen Putanges Royal-Suédois zur Hilfe, waren aber auch durch die eine halbe Stunde zuvor durch sie hindurch flüchtenden Reiter ein wenig verunsichert. Maisonelle und Montmorency führten ihre gewaltigen Kavalleriemassen nach - auch wenn nach wie vor die Frage war, was man mit sovielen Brigaden Reiterei an einer Stelle wollte?
Immerhin konnte sich links von Montmorency zwischen Lontin und Rocoux die Brigade Navarre entwickeln, auch wenn die schwere Artillerie immernoch nicht in irgendeiner Weise in eine brauchbare Schussposition gebracht war. Aber einem etwaigen Gegenangriff Waldecks konnte Hérouvilles Nachfolger gelassen entgegensehen.

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Waldeck hingegen war in völliger Verwirrung. Er glaubte seinen Ohren nicht zu trauen, als man ihm sagte, dass Hammerstein zur Attacke geblasen habe. "Was tut er? Was tut Hammerstein?" schrie er und biss in seine Handschuhe. Eben hatte er doch endlich geschafft Smissaerts Brigade auszurichten und sie ein wenig gegen den Gegner zu führen. Die überall herum rennenden Versprengten von Zievels Flügel konnten ihn aber kaum über den Ernst der Lage im Unklaren lassen.

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General Ligonier sah mit offenem Mund zu wie scheinbar unbeirrbar seine Infanterie einfach gestürmt hatte - ihm Ligonier musste das passieren, der bei Fontenoy die Rotröcke zusammen gehalten hatte!

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Der ganze verbündete rechte Flügel ähnelte einem Ameisenhaufen in den man hinein gestochert hatte. Der Prinz von Lothringen hatte viel zu spät irgendwas mit seinem zweiten Treffen anstellen wollen. Vielleicht hätte er Daun mehr Befehlsgewalt geben sollen? Sein erstes Treffen drängte sich rund um Enick - ein Teil davon in Gefahr in einer etwaigen Flucht von Zastrows Hannoveranern mitgerissen zu werden...

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Der Kampf am Hügel bei Ance war für die Franzosen so verzweifelt wie aussichtslos. Die angegriffenen Reiter wurden zersprengt. Hammerstein begnügte sich mit dem Erfolg, wohl wissend dass eine Verfolgung im Desaster enden würde, da er die unabsehbaren Massen an französischer Kavallerie vor sich in der Ebene sah - auch ohne Fernrohr! Diese würden ihn überrollen. Er konnte nur auf die anbrechende Abenddämmerung hoffen um wenigstens ein paar seiner Reiter in Sicherheit zu bringen.

Auf der anderen Seite waren Clermont-Tonerres und D'Estrées Kommandos erschüttert, aber noch nicht gebrochen. Sie wussten dass noch einmal soviele Truppen ausgeruht bereit standen sich im günstigen Moment auf die Hannoveraner und Briten zu stürzen wenn nur endlich einmal Raum zum Vorgehen wäre und sei es in Kolonne. Maisonelle, Montmorency und Colbert-Linieres waren bereit zu allem.

(https://i.imgur.com/obc89hz.jpg)
Die Entscheidung aber war links gefallen. Zastrows Infanterie hatte sich blutige Köpfe geholt. Die Gardes-Francaises jubelten über die Revanche für Fontenoy und Dettingen. Du Chayla war begeistert, dass sein Vorhaben die Garden glänzen zu lassen geglückt war. Eine Nennung im Schlachtbericht an den König war ihm sicher und D'Aspremont wohl die Beförderung.

(https://i.imgur.com/DkERADi.jpg)
Ein letzter Blick auf das Schlachtfeld.
Von unten nach oben aus Sicht der Franzosen:
Lt. Géneral de Contades hatte vor allem durch die Planung der Aushebelung der österreichischen Stellungen gewirkt. Hätte er mehr als drei Stunden gehabt, wäre Montagne vielleicht bis Fexhe vorgedrungen und hätte damit tatsächlich die österreichische rechte Flanke bedroht. Die Masse seines Corps de Réserve war garnicht zum Einsatz gekommen, da ihm die Gardes Francaises zuvor gekommen waren. Ein Angriff auf Rocoux war für ihn ebenso wie für seinen Kameraden Clermont-Gallerande unter den Bedingungen illusorisch gewesen.

Weiter östlich hatte sich Clermont-Gallerande hervorragend behauptet. Seine Truppen hatten heftiges Artilleriefeuer aus kurzer Distanz überstehen müssen. Seine Infanterie unter Fénelon hatte nirgends Raum zum Sammeln gehabt und konnte froh sein, als die Garden kamen, da sie wohl kaum hätten Varoux halten können. Seine Kavallerie unter Thiard und seine Dragoner unter Daubigny konnten nicht mehr als absichern und Kugeln fangen. Das haben sie aber immerhin gut gemacht.

Du Chayla hatte ungefähr erreicht, was er sich zum Ziel gesetzt hat. Die Lorbeeren waren ihm sicher. Es ist zweifelhaft wie es ausgegangen wäre, wenn Rocoux nicht im ersten Ansturm von den Hessen geräumt worden wäre und die Verbündeten die Dörfer hätten effizienter mit frischen Truppen versorgen können. Dabei standen ihnen einfach ihre allzu guten Stellungen selber im Wege, da man ja nicht die hervorragend gestellte Artillerie maskieren wollte. Außerdem war es viel schneller alles geschehen [3 von 6 Runden], als selbst der Maréchal de Saxe mit seiner gewaltigen Planung es hätte ahnen können.

Der große "Verlierer" der Schlacht war vielleicht der Maréchal de Saxe. Sein Aufmarschplan war vollkommen gescheitert. Zwar hatte die Massierung der Infanterie vor Lontin geklappt, aber ansonsten hatten sich die Truppen überwiegend gegenseitig behindert. Weder die schwere noch die mittlere Artillerie hatte vor Lontin aufgefahren werden können. Hätte man diese etwa vorbei gelassen, wäre wohl schon die Abenddämmerung herein gebrochen ehe die 8 Bataillone unter Hérouville und Maubourg irgendetwas ausgerichtet hätten, zumal diese ja auch eigentlich garnicht gegen Rocoux vorgesehen waren sondern ebenfalls neben 5 Brigaden Kavallerie (!!!) gegen Waldecks linken Flügel wie auch immer dort 8 oder 9 Brigaden hätten binnen 3 Stunden aufmarschieren sollen? Die persönliche Anwesenheit des Maréchal hat immerhin die tapferen Kommandeure Hérouville und Maubourg dazu angetrieben ihre gewaltigen Truppenmassen vorzuführen. Der Maréchal war aber der Sieger der Schlacht. Seine Armee hatte herausragend gekämpft. Insbesondere seine Infanterie war selten gewichen und selbst dann ließ sie sich trotz der Enge des Geländes wieder sammeln.

Trotz der großen Konfusion am rechten Flügel hatte der Prince de Clermont vermocht seine Aufgabe zu erfüllen. Es fragt sich m.E. nur warum er nicht den offensichtlich sinnlosen Befehl des Maréchal ignoriert hat und D'Estrées Kavallerie nicht besser nutzte. Wo dieser gegen die Niederländer Reiter gekämpft hatte, hätten das ebensogut Maisonelle, Montmorency oder Colbert tun können. Dass Armentières leichte Truppen die paar Panduren vertreiben würden, war ja sicher und dann hätten 3 Regimenter Kavallerie bereit gestanden um in die Flanke der Alliierten einzuhauen und die sich sammelnden Bayern beispielsweise in die Maas zu treiben oder auch bis Wotem vorzustürmen oder auch Hammerstein von hinten anzugreifen oder die Artillerie von Zievels Flügel wegzunehmen … Die Truppen unter Clermont aber hatten ausgezeichnet gekämpft und Seedorf hinzu zu ziehen war nicht so verkehrt, da dieser ja eh vor sich keinen Feind hatte. Eigentlich hatte Seedorf aber - man glaubt es nicht!!! - auch noch nach Clermonts Vorhaben gegen Birkenfeld und Hammerstein absichern sollen. So eine Angst vor 5 Kavallerieregimentern!

Ich freue mich auf eure Sicht auf die Dinge. Statistiken folgen noch heute Abend. Nur Figürchen habe ich nicht gezählt. Waren auf jeden Fall nicht alle meiner Franzosen am Start. Noch ne Menge in den Boxen geblieben (außer alle Artillerie).  :) 8)

Vielen Dank an tattergreis, Sorandir und D.J. für die Unterstützung. Ich finde/hoffe, ich habe eure Wünsche umsetzen können und ihr erkennt eure Befehle auf dem Schlachtfeld wieder.  :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 16:22:38
1.
Die Anzahl der Verluste ist vollkommen irrelevant, wir haben Truppen ohne Ende. Der Schlüssel zum Sieg liegt im Abschneiden der Rückzugsmöglichkeit der gegnerischen Truppen, wenn Waldeck noch mehr Truppen in Richtung Rocoux sendet, dann hilft das ja bei der Umfassung.

2.
Mal abgesehen von den Siegbedingungen dieses Szenarios, wenn franz. Infanterie in den Rücken von Ligonier kommt, dann ist es Zeit die Waffen zu strecken.
Mir ist nicht klar, inwiefern die franz. Truppen  des Contades verschoben wurden.

3.
Ich bin vollkommen verblüfft, dass unser Marechal de Saxe etwas anderes versuchen konnte als ein massiven Angriff aus der Bewegung nach vorne rechts, am rechten Flügel der Franzosen hatte das Gefecht ja schon begonnen, und "wir" waren dort an Zahlen hoch überlegen. Hätte er einfach so gehandelt wie der historische MdS, dann hätte der Fehler des Herrn Waldeck allein das historische Ergebnis zu unseren Gunsten verbessert.
1.
Es wäre ja eine Option für die Verbündeten gewesen nur die kleineren Corps der Franzosen zu zerschlagen. Das fand ich auch eine Möglichkeit das Spiel für diese Spieler interessant zu erhalten.
Im Grunde hatten die Alliierten zwar massiv weniger Truppen aber ausgezeichnete Stellungen und dadurch Artillerie die IMMER schießen konnte im Gegensatz zu der in der Ebene zugeparkten Artillerie der Franzosen.

2.
Contades hatte ja unter sich bei mir nur Infanterie (Noch mehr unnötige Kav. fand ich überflüssig und hätte auch angewürfelt werden müssen etc.). Er dirigierte dazu das kleine Corps Montagne, das immerhin nur 2 Einheiten hatte und somit enorm fragil war. Montagne hatte für sich, dass es für Contades ein bisschen interessanter wurde, da ja theoretisch Prinz Karl auch hätte wenigstens eine Brigade Infanterie nach Fexhe und Enick schicken und damit doch ein bisschen die französische Flanke bedrohen können. Karl hatte aber 1746 wie auch am 28.11.2020   ;D keinen Traun dabei und war entsprechend halt eben Prinz Karl und vielleicht mit seinen unzähligen Truppen etwas überfordert. 1746 ritt Karl ja auch hin und her und war ein bisschen überrascht, dass so spät doch noch ein Angriff auf seine Linke erfolgte.

3.
Im Großen und Ganzen verlief die Schlacht als Spiel ja recht historisch. Im Unterschied zur historischen Schlacht führte Waldeck bei uns keine Infanterie nach Ance. Es war mir unbegreiflich weshalb Waldeck irgendwie unbedingt Rocoux aushelfen wollte, wozu Ligonier immerhin 2 exzellente Brigaden bereit stehen hatte. In Runde 2 hätte Waldeck schon Veldtmann und Smissaert gen Ance führen müssen um die Franzosen vielleicht sogar hinaus zu werfen. Die Artillerie in der Schanze kann ja auch so schießen und braucht man nicht sinnlos bewegen. Nach Birkenfelds Niederlage hätte Hammerstein vielleicht ganz links ähnlich wie 1746 eine Attacke zur Entlastung reiten können, statt nach vorn. Grassins und Morlières sind doch kein Gegner für schwere Reiter, zumal sie auf dem Gelände nichtmal hätten plänkelnd ausweichen können, weil sie mit dem Rücken zur Maas = Tischkante standen.

Aufbauzeit:
ca. 4 Stunden (2 Stunden für das Gelände, das echt kompliziert war)
Spielzeit:
3,5 Stunden für 3 Runden (klingt viel, aber bei der Menge finde ich ne Entscheidung nach 3,5 Stunden schon ganz gut)
Abbauzeit:
ca. 2 Stunden (man muss ja nichts mehr ausmessen etc.)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 17:30:39
Warum haben wir gewonnen? Wurde das zweite alliierte Korps gebrochen? Selbst wenn dem so ist, ist doch kein Grund aufzuhören. Ich finde nicht, dass die alliierte Armee in irgendeiner Bredouille war, der Kavallerieangriff der Hannoveraner hat doch den Angriff der französischen Kavallerie zurückgeworfen.
Ich hab ja in etwa dargestellt, was ich geplant hab, zusammengefasst war das
-sofortige Eroberung von Ance
-massierter Angriff der Kavallerie auf die Kavallerie von Waldeck
- Infanterieangriff auf die Infanterie Waldecks inclusive Überflügelung und Bedrohung im Rücken durch siegreiche französische Kavallerie
- Binden der Truppen von Ligonier durch Demonstrieren vor Roucourt
-Sichern gegen Angriff auf linke Flanke im Raum der Straße nach Tongres

Wichtig war meines Erachtens eine Eroberung von Manövrierraum, um der überlegenen Stärke der Franzosen überhaupt eine Möglichkeit der Entfaltung zu geben. Dies ist nicht geschehen, der Marechal hat die Probleme ja noch verschlimmert (und gehört deshalb geschasst).

Gab es einen Plan der Alliierten? Selbst ein allgemeiner Haltebefehl hätte bei Befolgung einen Sieg gesichert, wenn man den Marechal einfach hätte machen lassen. Typischer Fall von Snatch defeat from the Jaws of Victory.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 17:46:50
Warum haben wir gewonnen? Wurde das zweite alliierte Korps gebrochen? Selbst wenn dem so ist, ist doch kein Grund aufzuhören.
Grund 1 aufzuhören: es war halb 12 und ich wusste wie lange ich noch abbauen muss.  ;)
Grund 2: Waldeck und Ligonier hatten ihren Breaking Point erreicht.

Zu Grund 2 muss ich sagen, dass ich diesen extra niedrig ansetzte, um die historisch eher geringen Verluste (bis auf die niederländischen) wider zu spiegeln und es zu ermöglichen bei der Menge an Truppen irgendwie in einer absehbaren Zeit zu spielen. Pallas Athene meinte dann auch, wenn der BP höher wäre - z.B. einfach einer mehr für jedes Corps/Armee braucht man halt 1-2 Stunden mehr und spielt dann effektiv einen Nachmittag + einen Vorabend. Aber dafür braucht man auch die Mitspieler, die sich das antun wollen bzw. können. Letzteres geht wenn wir nur zu zweit spielen nicht und in Corona-Times schon zweimal nicht.
Das war ja alles sehr abstrahiert. Ich fand's z.B. schade nicht mehr Briten auf der Platte zu haben, aber bei nur einer Einheit Briten mehr, hätte ich ja auch wieder entsprechend mehr Ösies(vielleicht +2), Niederländer (dito?) und natürlich auch Franzosen (+4?) gebraucht. Dann hätte es noch weniger drauf gepasst. Es waren ja eigentlich kurz vor der Schlacht zusätzliche Briten aus Großbritannien eingetroffen, die vielleicht nach Culloden wieder frei wurden...
Ich denke, das war insgesamt eine recht brauchbare Kompromisslösung, zumal ja außer der Bayern die meisten Alliierten ziemlich gute Truppen waren und es unwahrscheinlich war, dass diese allzu rasch brechen würden.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 18:06:33
Ist natürlich klar, dass das reale Leben unser Hobby stets auf inakzeptable Weise beeinträchtigt  :)
Ich denke trotzdem
Zitat
Ich finde nicht, dass die alliierte Armee in irgendeiner Bredouille war

Es war in keinster Weise ein überzeugender Sieg, aber ich hoffe, meine Einheiten haben an Gloire gewonnen.

cheers
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 18:21:35
Es war in keinster Weise ein überzeugender Sieg, aber ich hoffe, meine Einheiten haben an Gloire gewonnen.
Ich bin gespannt wie es sich spielt, wenn die Franzosenspieler am Tisch sind. Ist natürlich ein bisschen die Frage wieviele da mit spielen. Vielleicht setzen wir dann je nach Anfangszeit des Spiels einfach vor Ort den BP hoch, damit Du Dich freuen kannst.  :) Habe auch überlegt wie es wäre sich ein Limit von sagen wir 1 Foto pro Runde zu setzen, dass man sich mehr aufs Spielen konzentrieren kann, auch wenn man dann danach vielleicht ein bisschen die verschiedenen Verluste vergisst. Hm - mal schauen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 18:32:46
Wenn Du willst, dass ich mich freue, dann geben die Spieler*innen (egal wie viele) nach fast jeder Runde ein Votum ab. Jede*r äußert sich, ob sie/er denkt, dass er/sie bzw. ihre/seine Seite noch Aussicht auf Erfolg hat. Wenn eine eindeutige Mehrheit eine Entscheidung erkennt, dann steht das Ergebnis.
Hat was von matrix game.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 30. November 2020 - 18:44:05
Eine herrliche und wahrhaft prächtige Ansammlung von Truppen bei dieser Großschlacht des 18. Jahrhunderts!
Auch köstlich Tattergreisens und D.J.s Kommentare und Einwendungen im Austausch mit Pappenheimer zu lesen - schön! Großes Durcheinander und am Ende wird (wie meist bei Pappes Spielen) Aggressivität belohnt, sagte Tattergreis so ähnlich an einer Stelle...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 18:55:04
Die Aggressivität von Zastrow hat den Alliierten den Sieg gekostet :-X

Die Stellung der Alliierten hat ja eine gewisse Ähnlichkeit mit Waterloo, selbst Gedanken an Ligny sind nicht abwegig.

Was ich noch Pappe fragen wollte: Du betreibst einen unglaublichen Aufwand, Du triffst Dich mit Deiner sozialen Umgebung, und dann gibt MdS erkennbar schlechte Befehle. Ist es Dir nicht in den Sinn gekommen, ihn auf die Unmöglichkeit der Durchführung hinzuweisen? Gab es dazu ein feedback der Spieler*innen?

Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 30. November 2020 - 18:58:35
Was ich noch Pappe fragen wollte: Du betreibst einen unglaublichen Aufwand, Du triffst Dich mit Deiner sozialen Umgebung, und dann gibt MdS erkennbar schlechte Befehle. Ist es Dir nicht in den Sinn gekommen, ihn auf die Unmöglichkeit der Durchführung hinzuweisen? Gab es dazu ein feedback der Spieler*innen?

Das ist eine interessante Frage. Wenn der Spieler von MdS jetzt nicht super erfahren und bestimmt in seinem Tun wäre, würde ich da auf jeden Fall auch freundlich einen Hinweis geben.
Mir scheint aber, dass Dinge, die Pappenheimer so ganz gut findet, dich, Tattergreis aufregen würden... ;)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 19:16:11
Zitat
Mir scheint aber, dass Dinge, die Pappenheimer so ganz gut findet, dich, Tattergreis aufregen würden...
Das ist mir ein wenig zu kryptisch, ich bin mir unschlüssig, was Du meinst.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 30. November 2020 - 19:41:00
Ich meinte damit, dass er scheinbar seinen Mitspielern viel Freiheit lässt (was ja grundsätzlich auch gut ist) und wenn jemand etwas anders spielt oder in dem Sinn deines einen Posts hier einen "schlechten Befehl" gibt, dass eben als gelungene Simulation ansieht, da historisch auch nicht nur "gute Befehle" gegeben wurden. So in die Richtung...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 30. November 2020 - 19:49:18
Lustigerweise finde ich seine Szenariovorgaben sehr eng, sowohl zeitlich als auch die Platzierung der Einheiten betreffend. :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Sorandir am 30. November 2020 - 21:13:40
VICTORIA !
Das war ja mal spannend  :) Ich hab mit meinem Contades auf dem linken Flügel mitgefiebert !
Ich finde, meine Instruktionen wurden sehr passend umgesetzt. Dass meine guten Schweizer nicht zum Einsatz kamen ist schade,  aber ich wüsste auch nicht wo man die in dem Gedränge sonst hätte hinschicken sollen...
Pappenheimer, du brauchst nen größeren Tisch oder besser noch ne größere Wohnung  ;)    ;D

Und dass die Plänkler in dem Wäldchen so einen Eindruck hinterließen freut mich  :D.

Hat sich denn schon jemang geoutet, wer de Saxe war ?
Dessen Plan war wohl zu komplex, aber eine gewonnene Schlacht, wird Versailles bestimmt milde stimmen.

Wer hat denn die Gegner gespielt ?
Lothringen kommt ja auch nicht besonders gut im Spielbericht weg...

Auf jeden Fall war es wieder sehr toll, dass ich mitmachen konnte, beim nächsten Mal gerne wieder.


Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 30. November 2020 - 21:36:44
Ich meinte damit, dass er scheinbar seinen Mitspielern viel Freiheit lässt (was ja grundsätzlich auch gut ist) und wenn jemand etwas anders spielt oder in dem Sinn deines einen Posts hier einen "schlechten Befehl" gibt, dass eben als gelungene Simulation ansieht, da historisch auch nicht nur "gute Befehle" gegeben wurden. So in die Richtung...
Genauso sehe ich das auch. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Spieler von de Saxe mag hier vielleicht die Größe seiner Armee unterschätzt haben. Aber als Spieler ist er sehr zuverlässig, antwortet rasch auf E-Mails und verhält sich ansonsten auch sehr hilfsbereit.

Ich gebe allen Mitspielern als "Bote" oder "Aide de Camp" durch die Blume nen kleinen Tipp vielleicht die Entscheidung zu überdenken. Aber jeder hat seine eigenen Auffassungen und am Ende ist man immer schlauer. Es war auf jeden Fall mit diesem Oberkommandeur angenehmer als mit dem letzten französischen, da dieser wenigstens auf die Briefe der Unterkommandeure einging. Obendrein ist er in HoW sehr erfahren - wenn auch nicht mit Flandern 1746. Aber wer ist das schon?  ;D

Ich fand diesmal auch, dass es interessanter war, als wenn jeder Kommandeur nur eine Brigade hat. Hier waren es entweder zwei oder sogar noch mehr und man musste bei der Menge an Truppen schon mehr bedenken ...

@ Sorandir
Freut mich echt, dass Du wieder dabei warst. Du musst halt immer im Kopf haben, dass man bei HoW eigentlich keine Brigaden trennen kann. Heißt: das abgetrennte Bataillon von der Reserve hätte sich wohl kaum weiter bewegen können, wenn "Du" Dich zu weit weg bewegt hättest. Andererseits wolltest Du es ja auch nur postieren und dort lassen und das kann man ja wiederum gut und diese Option sollte man sich auch merken und nicht auf Teufel komm raus wegen ner gut gestellten Batterie 3-4 Bataillone rumstehen lassen.

Bin selber gespannt, was die nächste Schlacht wird. Piacenza vielleicht...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 01. Dezember 2020 - 06:13:58
Als vollkommen Unbedarfter zu dieser Epoche oder diesem Spielsystem, finde ich meine Befehle super umgesetzt.
Was aus Mangel an Raum nicht funktionierte, wurde wunderbar improvisiert und ich hatte beim Lesen des Berichts und dem Sichten der Bilder enorm viel Spaß :)

Zur Übersicht meiner Befehle
Befehlsdepesche an  Lt.Gén. Fénelon
Mein hoch verehrter Gèneral Fénelon!
Bringen Sie auf meinen Befehl hin ihre Infanterie de Ligne und Ihre Artillerie légère gen Rocoux in Stellung.
Bombardieren sie Rocoux auf das Schärfste und warten sie mit einem Angriff Mann gegen Mann auf das Eintreffen des Monsieur de Contades und seiner Truppen.

Mit hochachtungsvollen Grüßen
Lt.Gén. Clermont-Gallerande


Befehlsdepesche an Brigadier (?) Daubigny
Mein hochverehrter Daubigny
Bringen sie Ihre vorzüglichen Dragoner unverzüglich in eine Position links unserer Flanke und richten sich gen Fexhe aus, um uns dort zu sichern.
Ihre Dragoner werden sich der Kavallerie von Daubigny anschließen.  Unternehmen sie keine Angriffe, reagieren sie nur, wenn Gefahr für unsere linke Flanke bestehen sollte.

Mit tiefem Respekt 
Lt.Gén. Clermont-Gallerande
[/i]


Befehlsdepesche an de Thiard
Mein hochverehrter de Thiard,
Bringen sie Ihre vorzügliche Kavallerie unverzüglich in eine Position links unserer Flanke und richten sich gen Fexhe aus, um uns dort zu sichern.
Die Dragoner von Daubigny werden sich Ihnen anschließen.
Unternehmen sie keine Angriffe, reagieren sie nur, wenn Gefahr für unsere linke Flanke bestehen sollte.

Mit tiefem Respekt
Lt.Gén. Clermont-Gallerande
[/i]

Brief an de Saxe
An meinen Kommandanten Le Maréchal de Saxe
Ich bitte hiermit untertänigst um Erlaubnis,  meine Truppen insoweit aufzufächern, als dass ich mit ihnen in breiter Front gegen Liers und Rocoux angehen, und diesen Teil des zu erwartenden Treffens in einem ersten Waffengang bedecken kann.

In Erwartung Ihrer Befehle verbleibe ich hochachtungsvoll
Lt.Gén. Clermont-Gallerande
[/i]

Zweiter Brief an Maréchal de Saxe
Mon Cher Maréchal!
Es wird mir eine Ehre sein, ihre Anweisungen wortgetreu auszuführen.
Zuerst werde ich Rocoux mit der Artillerie bombardieren, um mit dem Eintreffen des Monsieur de Contades und der Truppen des hoch verehrten Marechal de Camp de Montange gegen Rocoux Mann gegen Mann vorzugehen.
Erst wenn Rocoux als gesichert gelten kann, wird ein Teil der Truppen Liers entsandt.
Meine Dragoner werde ich ihrem Vorschlag entsprechend zur Sicherung unserer linken Flanke gegenüber Fexhe positionieren.
Ich freue mich auf die Ehre mit Ihnen dieses Gefecht zu bestreiten und verbleibe mit tiefem Respekt
Gèneral Clermont-Gallerande
[/i]

Mir hat es erneut viel Spaß gemacht und ich bin mit der Leistung meiner Truppen als "Kugelfang" zufrieden ;)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 01. Dezember 2020 - 15:10:31
Vielen Dank, D.J., für die Mühen. Ist bestimmt auch amüsant für diejenigen, die nicht Deine Briefe etc. erhalten haben.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 01. Dezember 2020 - 17:39:43
Warnung, ich bin echt schlecht drauf!

Ich hab den Part des Generals Du Chayla übernommen, der mit dem Befehl über die Garde françaises und die Gardereiterei (Maison Du Roi) einen prestigeträchtigen Job hat. Ich fühlte mich durchaus geehrt, das war mein erstes Kommando in einem Spiel von Pappe.
Etwas ernüchternd war die Erkenntnis, dass meine Truppen mitten im Stau standen. Historisch gesehen waren sie bei der Schlacht anwesend, aber nicht im Kampfeinsatz.
...
In den Szenarien von Pappenheimer gewinnt der aggressive Spieler, der seine Truppen rechtzeitig durch frische Truppen ersetzt. Meine Vermutung ist, dass er ein Konzept für ein Szenario aus dem historischen Verlauf entwickelt.
Den Verlauf der historischen Schlacht hab ich mir auf Wikipedia angeschaut, übrigens etwas, was ich eigentlich vermeiden möchte. Aber da ich eh keine Figuren schieben würde, war das ganze eine passende Üung für MDMP (military decision making process).
Dann kam die erste Nachricht meines Oberbefehlshabers MdS:
Zitat
Mon cher géneral!

Die ganze Macht unseres Angriffes wird auf den Prinzen von Waldeck fallen, der sich auf den Höhen zwischen Rocoux und Ance [korrigiert im Brief später] aufgestellt hat. Die Armee wird in der Form entwickelt, dass all unsere Artillerie gegen diese Dörfer ausgerichtet wird um die Kavallerie und Infanterie unter Waldeck zu bombardieren. Haben Sie die Güte anzugreifen, sobald Sie das Vorrücken des Corps d'Armée wahrnehmen können. Sie könnten Ihre Infanterie rechts von Rocoux aber hinter unserer Artillerie formieren.
WTF?!  :o >:( Ich darf warten, bis das Spiel vorbei ist, weil bis die Artillerie vor mir aufgefahren ist, wenn ich mich rechts von Rocoux hinstelle, dauert schon mal ewig; was machen eigentlich die anderen Truppen, stehen die nur rum? )
Man kann das ja mal mit meinem Befehl vergleichen...

Mein derzeitiges Prozedere zum befehle schreiben:
-Receive the Mission
-Conduct Mission Analysis
-Courses of Action Development
-Courses of Action Analysis
-Courses of Action Comparison
-Course of Action Approval
-Orders Production

ja ich hab ne Macke

Ich erkläre das nicht näher, das würde zu lange dauern, sowohl die Erklärung für meine Macke als auch MADACAP

Maréchal Davout postete zu dieser Zeit seinen tollen Bericht über Waterloo, eine Erkenntnis der hist. Schlacht: Artillerie kann keine Truppen auf einer Hügelkette erschüttern.
Pappe spielt historisch, wenn es damals schnell gehen musste, dann ist das auch im Szenario so, ganz abgesehen davon, dass er full aggro mag :) 

MdS hat einen ganz anderen Ansatz, einen bedächtigen mit Artillerievorbereitung.
Das mag ich!!!!!!!!!!!!!! So würde ich spielen, wenn ich bei Imagi-Nation mal angreifen dürfte, ohne dass mich das Szenario zu etwas anderes zwingt (Fuck Moys).

Aber das klappt nicht in diesem Szenario!!

Das war übrigens nicht nur meine Meinung: unbekannter Author:
Zitat
Ja, ich denke auch, dass der Gute übersehen hat, dass er für seinen ganzen Angriff nicht viel Zeit hat. Es ist ja Mitte Oktober und ab dem Aufmarsch der Armee bis zum Einsetzen der Dunkelheit hat er vielleicht 2 Stunden Zeit.

Also habe ich wutentbrannt eine Ansammlung von Beleidigungen formuliert, dann umformuliert und dann das geschrieben:
Zitat
Sehr geehrter Herr Pappenheimer,
bitte übermitteln Sie folgende Botschaft an diesen Emporkömmling aus der Sächsischen Provinz:
An Ihre Exzellenz den Marschall von Frankreich,
es liegt wenig Ehre im Bombardieren von ein paar meines Wissens unbesetzten Bauerndörfern, und der Platz der Garde Ihrer Majestät sollte an der Spitze des Angriff liegen. Da aber der König Sie zum Befehlshaber ernannt hat, werde ich Ihren Empfehlungen Folge leisten mich mit meinen Truppen an den von Ihnen genannten Platz begeben. In Ihrer Weisheit werden Sie die Möglichkeit bedacht haben, dass der Feind unseren Angriff nicht abwarten wird und seinerseits mit seinem eigenen rechten Flügel vorgeht. Dies könnte unseren eigenen Angriff erschweren. Falls Sie für diesen Fall besondere Instruktionen haben, so wäre ich Ihnen verbunden, wenn Sie sie mir zukommen lassen würden. Ansonsten werde ich attackieren, sobald mir dies in irgendeiner Form möglich ist. Ich habe meinem Boten ein paar ausgezeichnete Laiber Käse, Brot und Wein mitgegeben, ich hoffe, Sie werden dem Marschall schmecken!
Auf Ihr Wohl!
Ihr ergebener Diener etc etc
An einen anderen General schrieb ich auch
Zitat
Werter Lt. Gen. de Maubourg,
bitte seien Sie so liebenswürdig, mir das Ziel Ihres Angriffes zu nennen, damit ich meine Truppen entsprechend ausrichten kann. Der verehrte Marechal de Saxe möchte, dass ich mich in eine Position "rechts" von Rocoux begebe. Ich möchte tunlichst vermeiden, dass unsere Truppen einander behindern.
Mars sei mit Ihnen!
Du Chayla
Das habe ich zitiert, um zu betonen, dass ich das Chaos vorhergesehen habe ::)

Ich denke ja, dass eh kein Mensch sich bis zu dieser Textzeile durchkämpft, aber zwei sinnlose Zitate kommen jetzt auch noch:
Zitat
An den Küchenmeister: Senden Sie dem Monsieur de Saxe ein lebendes Huhn.

Zitat
An den Marechal de Saxe:
Entsprechend Ihrer Befehle habe ich mich an die Spitze des Angriffs gesetzt, um die Truppen des Monsieur Ligonier zu binden. Auch habe ich Ihnen einen Nachtschmaus zukommen lassen, leider ließ die fortgeschrittene Tageszeit nicht zu, das Huhn noch entsprechend zu würzen. Damit Sie es baldmöglichst, wenn auch wahrscheinlich nach Einbruch der Nacht, ihrem Gaumen in einer angenehmen Umgebung zuführen können, habe ich von einer zeitaufwendigen Bombardierung von Rocoux abgesehen, zumal ich lieber Blut als Pulverschmutz auf den Uniformen meiner Soldaten sehe, sei es deren eigenes, sei es das Blut der Feinde.
Auf Ihr Wohl!
Das ist mein Versuch der Übernahme des Benehmens eines intriganten arroganten französischen Generals.

Mein eigentlicher Befehl sah dann so aus:
Zitat
Es ergehen folgende Befehle:

Die Infanterie nimmt Rocoux mit gefälltem Bayonett. Das erste Bataillon in Linie, 150 Schritt dahinter das zweite Bataillon in Linie. Die Kavallerie folgt unter meinem direkten Befehl in Formation de bataille (Linie) hintereinander im Abstand von jeweils 150 Schritt, dahinter die Artillerie. Wenn Rocoux genommen ist, sichert die Kavallerie gegen feindliche Angriffe, bis die Infanterie ihren Angriff auf die Höhen des Feindes fortsetzten kann. Falls Liers von Clermont-Gallerand erobert wurde, zieht die Brigade-Artillerie zwischen Liers und Rocoux und bombardiert die feindlichen Truppen auf dem Hügel oberhalb der Dörfer. Ist Liers nicht erobert, so bombardiert die Artillerie das Dorf Liers.
Viva la Revolución
Lt.Gén Du Chaka-laka

An Pappe: Sollte der Angriff des ersten Bataillons abgewehrt werden, so übernimmt Chakalaka das zweite Btl und versucht es erneut, Rocoux im Sturm zu erobern.

Man beachte, dass ich die vor mir liegenden eigenen Truppen nicht mal erwähne. Hätte nur verwirrt, ich hatte eh das Video vor Augen, wie Trump den Ministerpräsidenten/König/weiß nicht von Montenegro auf dem Nato-Gipfel zur Seite schubst  ::)

Meine Befehle wurden in meinem Sinne ausgeführt. Dank an die Ausführenden, sie können den beteiligten Truppen den Namen Roucout, Roucoux, Rocourt oder Liers auf die Fahnen schreiben!

cheers!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 02. Dezember 2020 - 08:50:20
Das ist richtig, ich orientiere mich am historischen Schlachtverlauf.

Historisch hatten die Alliierten im Schnitt sehr wenige Verluste, die Niederländer aber wiederum haarsträubend hohe. Entsprechend habe ich auch die Wahrscheinlichkeit hoch gesetzt, dass die historisch verwundeten bzw. gefallenen niederländischen Befehlshaber auch bei mir fallen - statt auf ne 11-12 auf eine 8-12. Diesmal war das aber ohne Wirkung. Bei mir ist es ja so (entgegen den Regeln), dass gefallene Kommandeure für eine Runde nicht ersetzt werden, ein Adjudant oder sowas übernimmt eben so gut es geht die Amtsgeschäfte. Danach übernimmt entweder ein Kommandeur, der auch zu dem Verband passt (z.B. ein anderer General des selben Treffens) oder ich würfle die Qualität des Kommandeurs aus. Binnen verhältnismäßig kurzer Zeit wurde bei Rocoux die Entscheidung herbei geführt und die Verbündeten zu dem - wohlgemerkt ohnehin vorgesehenen - Rückzug gezwungen. Daher bei mir nur 6 Runden Spielzeit. Andere Spiele bei mir haben auch schon 8-10 Runden, wenn es dazu passt (Laeffeldt begann morgens und dauerte bis in den Nachmittag).
Von daher wäre auch ein höherer Breaking Point für die Niederländer plausibel gewesen, weil diese tatsächlich am 11. Oktober sehr viel entschlossener als im Mai des Vorjahres kämpften.

Aber das war ja auch ein erstes Testspiel. Nachdem ich Bassignana das erste Mal gespielt habe, habe ich dann auch ein paar Faktoren ergänzt, die mir erst danach auf zeitgenössischen Karten aufgefallen waren und die das Spiel auf jeden Fall spannender machen.

@ tattergreis
Außerdem dachte ich, dass die Garden am besten zu Dir passen, weil Du ja selber soviel Freude an Deinen Mousquetaires de la Garde hast und die Gardes Francaises sind wahrhaftig eines der schmuckesten Regimenter (zusammen mit Apfelgrün/Sparre/Royal Suédois, die den Gardes sehr ähneln) in der ganzen Armee.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 02. Dezember 2020 - 16:25:25
Ich entwerfe Szenarien anders, aber das ist eigentlich egal, weil Vielfalt eh besser ist. Ganz schön finde ich, wenn der Nachschubweg / Line of Communication von Belang ist, ich finde das historischer als ein bestimmten Breakpoint. M.E. hat MdS im Spiel nur darauf gezielt, möglichst verlustlos dem Gegner Schaden zuzufügen.

Wie man vielleicht merkt, macht mir das Schmieden von Plänen Spaß, mehr als das Todwürfeln von Miniaturen. Ich würde mir wünschen, einen Kriegsrat vor einem Spiel abzuhalten, mit den Spielern der eigenen Seite also einen möglichst regen Gedankenaustausch zu führen.

Noch eine direkte Frage an Pappenheimer: wie hättest Du als MdS geplant? Hättest Du einen Infanterieangriff mit Deinem rechten Flügel unternommen?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 02. Dezember 2020 - 17:15:44
.
Ich würde mir wünschen, einen Kriegsrat vor einem Spiel abzuhalten, mit den Spielern der eigenen Seite also einen möglichst regen Gedankenaustausch zu führen.

Das habe ich bei dem einen Spiel, wo ich dabei war, auch schon gedacht! So ein Zusammentreffen vorher wäre ja von der Simulation her nicht unrealistisch und würde manche rein kommunikativen Probleme beheben. Da sucht man per doodle oder so eben einen Termin und alle reden kurz übers Netz, müsste ja gehen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 02. Dezember 2020 - 17:59:36
Wie man vielleicht merkt, macht mir das Schmieden von Plänen Spaß, mehr als das Todwürfeln von Miniaturen. Ich würde mir wünschen, einen Kriegsrat vor einem Spiel abzuhalten, mit den Spielern der eigenen Seite also einen möglichst regen Gedankenaustausch zu führen.
Ja, das wäre eh realistischer und man bräuchte die ganzen Briefe und das Rumgewürfel nicht mehr. Am besten das würde einen Tag X, der logisch wäre vor der Schlacht widerspiegeln.

Bin aber selber nicht so technikaffin und sowas wie Briefe auf Französisch oder so würde ich in dem Fall wegfallen lassen. Dann müssten wir uns mit 99% Wahrscheinlichkeit auf die Geschäftssprache Englisch einigen, damit auch Griechen, Franzosen, Briten und Amis mitreden können. Da gab es aber z.B. hier im Forum schonmal Bedenken wegen englischsprachiger Regelwerke oder Leute, die komplette Regeln privat übersetzen lassen, damit sie mitkommen.

Dann müsste die Uhrzeit in den USA, Griechenland, Deutschland und weiß der Himmel woher noch wer kommt genehm sein. Wenn ich mir anschaue wie oft einzelne Leute (diesmal zum Glück nicht) es nicht auf die Kette kriegen binnen 2 Wochen zu antworten oder alle Kommunikation verweigern, oder auch 2 von 6 Spielern sind gleichzeitig krank, dann ist das schwierig. Das Positive an der Idee sehe ich aber durchaus. Ich wäre für einen Chat. Solche Chatrooms waren früher an Foren wie das Sweetwater angekoppelt.

Was mich als de Saxe anbelangt sieht man ja vielleicht, wenn wir die Schlacht nächstes Jahr nochmal spielen. Ich wäre auf jeden Fall stärker auf meine Unterkommandeure eingegangen und hätte ein Ausscheren wie bei den Garden mit einkalkuliert. Sieht man bei Fontenoy, dass de Saxe wahrscheinlich gewisse Unwegbarkeiten mit ein rechnete.

Briefliche Kommunikation passt höchstes in Form von Depeschen während des Spiels selbst.
LittleWarsTV zeigt das sehr schön wie Kommunikation auch begrenzte im Tabletop aussehen sollte, z.B. bei der Marengo-Folge, als Masséna (?) bei Genua ohne irgendeine Verbindung zu Napi blieb.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 02. Dezember 2020 - 19:00:38
Eine Synchronisation von mehreren Spielern muss doch gar nicht sein, reicht doch, wenn Pappe ein Szenario hier einstellt sowie im HoW Forum, er ernennt im geheimen ein paar Leute welche die endgültigen Entscheidungen fällen, aber jeder der will darf  seinen Senf dazugeben. Hauptsache wir haben einen Grund zum Diskutieren.  :)
Titel: Gefecht bei Weißenburg 1744 in Grooooß (Der 3. oder 4. Versuch???)
Beitrag von: Pappenheimer am 29. Dezember 2020 - 18:13:13
Wir kamen vorgestern zum Zocken. Meine bessere Hälfte und eine Freundin spielten die Franzosen bzw. Kaiserlichen Truppen unter Coigny und Seckendorff. Ich glaube sogar wieder in derselben Verteilung wie schonmal vor ein paar Jährchen, als wir die Schlacht mit nem kleineren Szenario bestritten haben.

(https://i.imgur.com/9jksIjT.jpg)

French and Imperial army


Maréchal de Coigny (Dith.)

Arriving in turn 3


1) Avantgarde: Lt.Gén. de Coigny (Dith.)

3 x Dragons

1 x Hussards - can't move until turn 2

1 x cavalerie (Gendarmes) - can't move until turn 2


2) Lt.Gén. Balincourt (Dep.)*

4 x cavalerie - 2 can't move until turn 3, 2 arrive in turn 4


3) Lt.Gén. Montal (Dep.)

4 x Infanterie (2 of them German) - 2 can't move until turn 3, 2 arriving in turn 4

2 x medium artillery - arriving in turn 4

1 x howitzers - arriving in turn 4


4) Lt.Gén. Clermont-Tonerre (Dep.)

9 x infantry - 3 can't move until turn 3, 3 arriving in turn 4, 3 arriving in turn 5

2 x light artillery - 1 arriving in turn 4, 1 arriving in turn 5


BP: 10


Feldmarschall von Seckendorff (Dashing)

Arriving in turn 3


5) Brigadier Girard (Dep.) killed on a 8-12

3 x French infantry - arriving in turn 4


6) FML Preysing (Dep.) wounded on a 8-12

3 x Bav. grenadiers (small) - arriving in turn 3

4 x Bav. infantry (small) -  arriving in turn 4

3 x Bav. light artillery - arriving in turn 4


7) FML Mortaigne (Dep.) wounded on a 8-12

1 x Bav. horsegrenadiers - arriving in turn 4

1 x Bav. cuirassiers - arriving in turn 4

1 x Bav. dragoons - arriving in turn 4


8) GM Waldenheim (Dash.) killed on a 8-12

2 x Hessian infantry - arriving in turn 3

1 x Bavarian infantry arriving in turn 3


9) FML Seckendorff (Dith.) wounded on a 8-12

1 x Hessian infantry - arriving in turn 4

4 x Bavarian infantry - arriving in turn 4


BP: 7,5


FML Nadásdy (Dash.)


I) Obrist Forgách (Dash.)

1 x infantry (Superior) - can't move except on a 6


II) Obrist Morocz (Dash.)

2 x grenadiers (small) **

1 x light cavalry (small)


III) independent

1 x infantry


IV) GFWM Puebla (Dep.)

4 x infantry - don't move backwards until turn 8 except on a 5-6


V) "Oberfeuerwerker Maier" (Dep.)

2 x light artillery


VI) Obrist Trenck (Dashing) - can rally off one hit per turn on one of his units

3 x pandours


VII) GFWM Trips (Dash.) / GFWM Esterházy (Dash.)

4 x hussars


BP: 6,5


VIII) St. Ignon (Dep.)

3 x dragoons - arriving in turn 10 on a 5-6, 11 on a 4-6

+ 1 BP to Nadásdy's BP

Limit: 12 turns
             
Terrain:
Weißenburg - heavy cover

Schweigen & Altenstadt - light cover

Altenstadt churchyard, redoubt at Worm-Mühle, Chat. St. Remy - heavy cover

Lauter river - fordable

Victory conditions:

Austrians:
Major victory - Breaking one of the enemy's forces
Minor victory - Hold Altenstadt churchyard until turn 12

Allies:
Major victory - Capture Altenstadt, Altenstadt churchyard & Weißenburg until turn 10 OR break the Austrian army

Minor victory - capture all until turn 12

* Speculative, there must have been a lot of French cavalry there.

** speculative, but there were outposts and grenadiers and light troops would be reasonable

(https://i.imgur.com/yKNBo3b.jpg)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 29. Dezember 2020 - 18:23:01
Wurde ja auch mal Zeit!!!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 29. Dezember 2020 - 18:54:48
Aber sowas von - ich bin entzückt!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 30. Dezember 2020 - 06:48:00
Jupieduuuh ...  ;D
Es kömmt Lesestöffchen für Papa  ;D
Titel: 1. Akt: Vorhutsgeplänkel
Beitrag von: Pappenheimer am 02. Januar 2021 - 23:56:16
Lt. Géneral de Coigny wurde mit 3 Dragonerregimentern voraus geschickt das jenseitige Ufer der Lauter von meinen Vorposten zu säubern. Ich dachte mir, dass meine Grenadiere unter dem schneidigen Obrist Morosz leichtes Spiel haben könnten.

(https://i.imgur.com/HP2V11k.jpg)

Ich sah mich bald eines besseren belehrt. Morosz nahm die Pandurenreiter hinter die Grenadiere zurück, die nichts trafen, was kleiner als eine Windmühle war - und davon gibt's im Elsass wenig - von Windmühlen natürlich.
Obendrein erhielt der Lt.-Géneral bald Verstärkung durch Gendarmes und einem Husarenregiment.

(https://i.imgur.com/5UCHHAT.jpg)

Gleichzeitig wurde mir aus Weißenburg gemeldet, dass man Marschsäulen auf der Straße bei Schweigen gesichtet habe.
Daher befahl ich Generalfeldwachtmeister Trips seine Husaren neu zu gruppieren. Wenn Coigny wollte, konnte er möglicherweise an der Redoute bei der Worm-Mühle entlang vorstoßen. Meine Linie war zu dünn besetzt und Obrist Forgách bestand darauf mit dem Bataillon seines eigenen Regiments in dem heute Morgen von ihm genommenen Weißenburg zu verbleiben. Aber ob der halsstarrige Ungar wirklich meine Flanke mit einem einzelnen Bataillon halten konnte?

(https://i.imgur.com/VVfurZK.jpg)

Ich beschloss in jedem Fall Morosz über die Lauter zurück zu nehmen. Angesichts seiner Feinde und der scheinbar im Anmarsch befindlichen Hauptarmee des Feindes war jeder Mann wertvoll. Trenck sagte mir, dass er über die Lauter vorfühlen würde, ob der Feind auch gegen das Fort St. Remy vorginge. Mit seinen Panduren war er ideal um ein hinhaltendes Gefecht zu liefern.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 03. Januar 2021 - 10:38:45
Wollte nur Laut geben, dass ich mitlese :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 03. Januar 2021 - 17:57:50
Wollte nur Laut geben, dass ich mitlese

Freut mich ehrlich sehr. Ich komme nur leider nicht mit schreiben hinterher. Wäre auch unfreundlich gewesen nen Bericht zu schreiben, während die Freundin da war, die einmal Napoleon bei Aspern-Essling (CCN) und dann als Seckendorff bei Weißenburg mitgespielt hat. Außerdem spiele ich heute Abend lieber nochmal Campo Santo (mit meinen neuen spanischen Fahnen  8) ).
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Sorandir am 03. Januar 2021 - 18:16:20
Das ist ja schon fast ein Luxus-Problem, mehr und öfter zu spielen, als man zum schreiben kommt   :)
Ich verfolge jedenfalls auch den Spielbericht, die Schlacht hat ja fast keine 50 km von hier stattgefunden ...
Titel: 2. Akt Trenck greift an
Beitrag von: Pappenheimer am 04. Januar 2021 - 01:50:35
Wie beabsichtigt boten Trencks Panduren keine guten Ziele. Doch ihr Feuer beeinträchtigte die diszipliniert vorrückenden und feuernden Hessen auch nur kaum.

(https://i.imgur.com/gX6KvKP.jpg)

Meine auf dem Rideau aufgefahrene Batterie war da schon wirksamer.

Zeitgleich strömten Massen an französischer Infanterie und Kavallerie auf den verschiedenen Straßen auf die Lauter zu.

Seckendorff befahl Preysing so schnell wie möglich mit seinen bayerischen Grenadieren en colonne gegen das Lauterufer vorzustoßen. Morosz konnte sie nicht mehr daran hindern. Ich behielt ihn und die Grenadiere meiner Bataillone als eine Art Reserve im Zentrum zurück um sie dorthin zu schicken, wo ich sie am dringendsten nötig hätte.

(https://i.imgur.com/0GuTBxT.jpg)

Schlimmer als diese Übermacht schien mir aber als Trenck unvermittelt auf die hessische Infanterie zustürmte. Was sollte das? Zwei seiner Trupps wurden gleich niedergeschossen.

(https://i.imgur.com/hUqLCGK.jpg)

Mit dieser Katastrophe waren die Würfel gefallen. Trenck hatte nur noch ein Drittel seiner Truppen und somit stand meine Flanke weit offen. Generalmajor Waldenheim und was ihm folgte würde diese kümmerlichen Reste schnell überrennen und damit nicht nur Fort St. Remy nehmen sondern auch das Rideau angreifen und meine Artillerie wegnehmen können. Demnach blieb nichts anderes als Morosz und Trips mit der ehemaligen Vorhut und meiner Kavallerie so rasch wie möglich an meine rechte Flanke zu beordern. Nur diese Truppen waren vielleicht so schnell noch etwas zu retten.
Dass meine Artillerie nun die herannahende bayerische Reiterei unter Mortaigne unter Beschuss nehmen konnte, war nur kaum ein Trostpflaster.

(https://i.imgur.com/HHqHllm.jpg)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 04. Januar 2021 - 09:57:32
Da wollte wohl jemand die Seiten wechseln und etwas ist schief gelaufen...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 04. Januar 2021 - 10:38:45
Aber ganz fürchterbar  ;D
Dafür gefallen mir Platte, Minis und Bericht vorzüglich! Danke für deine Mühen  :)
Titel: 3. Akt: Seckendorff und Coigny wollen profitieren
Beitrag von: Pappenheimer am 04. Januar 2021 - 22:25:51
Es war offensichtlich, dass nun die Marschälle Coigny und Seckendorff Gewinn aus meiner Blamage schlagen wollten.

Lt.Gén. de Balincourt formierte seine Massen an Reiterei in Kolonnen und setzte mit ihr über die Lauter um Trips in den Rücken zu fallen. Doch steckte er dabei von Weißenburg her Flankenfeuer ein.
Auch hatte er die Wendigkeit von Trips Husaren unterschätzt, die nun sogleich kehrt machten und Richtung Weißenburg preschten, um das Aufrollen meiner linken Flanke zu verhindern.

Preysing sendete seine Grenadiere so nah an den Fluss, dass sie ein Feuergefecht mit meinem Zentrum unter GFWM Puebla aufnehmen konnten.
Waldenheims Hessen allerdings erlitten angesichts meiner Batterien so heftiges Kartätschenfeuer, dass eines der Bataillone den Rückzug antreten musste, während Mortaignes Kavallerie ebenfalls Verluste hinnehmen musste.

(https://i.imgur.com/bcf4zpE.jpg)

Balincourt war zu weit vorgegangen, um Trips zu entgehen, der sich mit seinen Husaren auf die führende Einheit seiner Kavallerie stürzte. Erschüttert vom vorigen Beschuss hatten die französischen Reiter keine Chance.

(https://i.imgur.com/su8MuUt.jpg)

Die fliehenden französischen Kavalleristen fluteten zurück in die nachfolgenden Truppen. Balincourt nahm seine verbliebenen drei Regimenter zurück auf die Anhöhe bei Weißenburg.

(https://i.imgur.com/bj84JJg.jpg)

Gleichzeitig während sich Balincourt bei Weißenburg ordnete, setzte Mortaignes frischere Regimenter bayerische Reiterei über die Lauter!
Titel: 4. Akt: Seckendorff scheitert
Beitrag von: Pappenheimer am 06. Januar 2021 - 00:33:57
Während die französischen Dragoner noch immer Lt.Gén. de Clermont-Tonerre daran hinderten seine Infanterie ordentlich zu entwickeln, überwand Mortaignes Kavallerie die Lauter und stürzte sich auf eines von Pueblas Bataillonen.

(https://i.imgur.com/Smgm4QQ.jpg)

Der Kampf wird hitzig geführt, doch ist er für die bayerischen Dragoner ausweglos. Ein geordnetes Infanteriebataillon lässt sich nicht so einfach brechen.

(https://i.imgur.com/t4fWsnD.jpg)
Preysing nimmt derweil 2 seiner gescheiterten Trupps Grenadiere zurück, während eines aushalten muss, weil es dahinter zu wenig Platz zum Rückzug gibt. Immer mehr Bataillone drängen die Anhöhe herab gegen die Lauter.

Trenck versucht mit seinen Panduren Fort St. Remy zu halten.

(https://i.imgur.com/Dmc8cOu.jpg)

Während die erste berittene bayerische Einheit zerschlagen wird, beginnt auch ein Drittel von Preysings Grenadieren die Flucht zu ergreifen. Obendrein hat meine Artillerie eines der hessischen Bataillone getroffen, das sich sammelte und so ebenfalls in die Flucht geschlagen. Feldmarschall Seckendorff ist zutiefst erschüttert.

(https://i.imgur.com/6KnRnZM.jpg)

Kann Coigny die Lage retten?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 08. Januar 2021 - 09:53:49
Nein, kann er nicht.
François de Franquetot vielleicht.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 08. Januar 2021 - 10:28:09
Ich hab mich ein wenig über den FPW informiert, da haben Hessen und Bayern gegen Franzosen gekämpft. Mein derzeitiges Projekt ist der TYW, da haben die Bayern auch gegen die Franzosen gekämpft. Mortaigne führt bayerische Truppen. Ich musste mehrmals nachgucken, welche Truppen von Dir geführt werden. Es ist wirklich verwirrend...

Wenn ich die Truppenzahl sehe, dann ist der Flußübergang durchaus machbar, aber irgendwie läuft was schief.

Die bayerischen Dragoner sind gegen Puebla gestürmt, hätten das auch die Kürassiere tun können? Und wäre das bei HoW ein Unterschied gewesen?

Mir erscheint der Angriff der Truppen Seckendorfs überhastet, oder täuscht mich der Eindruck?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 08. Januar 2021 - 10:40:42
Und Seckendorf ist Österreicher, noch Fragen?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 08. Januar 2021 - 10:50:15
Prächtiges Gewusel und auch herrlich aufgeregtes Gelände (im Gegensatz zu meinem unaufgeregten Gelände) ;) :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 08. Januar 2021 - 13:38:54

Zitate tattergreis:
1.
Die bayerischen Dragoner sind gegen Puebla gestürmt, hätten das auch die Kürassiere tun können? Und wäre das bei HoW ein Unterschied gewesen?
2.
Mir erscheint der Angriff der Truppen Seckendorfs überhastet, oder täuscht mich der Eindruck?

1.
Keith Flint geht ja garnicht vom Österr. Erbfolgekrieg aus. Er bewertet die Einheitentypen von Armee zu Armee unterschiedlich. Bei mir sind alle normale bayerische Reiterei Inferior - aber die Grenadiere zu Pferd z.B. Standard. Von daher wäre es kein Unterschied gewesen. Wichtig war, dass die Dragoner eine "supporting unit" haben.

2.
Das scheint so. Aber Seckendorff hatte da auch noch ein deutliches nummerisches Übergewicht. Der Reiterangriff war vielleicht nicht überhastet aber nutzlos. Preysing und Girard hatten ja schon alleine 10 Bataillone mit denen sie alleine bereits beinahe imstande gewesen wären meinen rechten Flügel zu überrennen. Wenn Reiter nichts unmittelbar ausrichten können, stelle ich sie normalerweise in die Reserve. Sie wären ja wenn die bayerische oder französische Infanterie bei Altenstadt die Linie durchbrochen hätten gut die Batterie auf der Rideau von der Flanke nehmen können. Aber man wird sehen, was Seckendorff draus lernt...
Titel: 5. Akt: Coigny greift an
Beitrag von: Pappenheimer am 09. Januar 2021 - 00:13:32
Montal erhielt nun den Befehl mir Weißenburg zu entreißen. Sein heranstürmendes Bataillon scheiterte aber rasch im Abwehrfeuer und musste zum Sammeln zurück gezogen werden.

(https://i.imgur.com/7jhDRtO.jpg)

Nach dem Rückzug dieser Truppe begann Montal mit der Bombardierung von Weißenburg aus 3 Batterien. "Mein Gott! was für eine Hölle für die Verteidiger!" dachte ich. Doch Forgách machte keine Anstalten zu weichen.
Im Zentrum gelang es Lt.Gén. Clermont-Tonerre endlich erste Bataillone an die Lauter zu führen. Lt.Gén. de Coigny hatte seine franz. Dragoner endlich zurück genommen, wenn das auch bei dem Gedränge am Flussübergang schwierig war.

(https://i.imgur.com/Orw69rA.jpg)

Sehr zum Erstaunen nicht nur von Feldmarschall Seckendorff sondern sogar von mir selbst wurde ein Sturmangriff durch Waldenheims letzte Hessen von Trencks Häuflein an den Mauern von Fort St. Remy abgewiesen. In panischer Flucht rannten die Hessen in die Lauter und brachten Waldenheims letztes Bataillon - einige Bayern - in Verwirrung. Die zweite Angriffswelle gegen meinen rechten Flügel war damit zerschlagen. Aber FML Seckendorff stand ja auch noch mit 5 frischen Bataillonen dahinter um den Angriff zu erneuern!
Trenck räumte Fort St. Remy! Würde Morosz geschwind genug das zerschossene Gemäuer besetzen?

(https://i.imgur.com/bndsmTg.jpg)

Im Zentrum wurde die Lage auch immer kritischer. Es schien als träfen meine Füsiliere garnichts mehr. Immerhin gelang wiederholt das Auswechseln der Garnison von Altenstadt und die Redoute bei der Worm-Mühle bot guten Schutz.
Die erschöpften Verteidiger von Altenstadt sammelten sich im Kirchhof des Dorfes.

(https://i.imgur.com/OOixpkS.jpg)

Montal sah keine andere Wahl als so rasch wie möglich Weißenburg im Sturm zu nehmen und damit meinen linken Flügel zu zerschlagen, da ja meine Husaren wohl kaum den dadurch frei die Lauter passierenden französischen Bataillone wohl kaum aufhalten konnten.

(https://i.imgur.com/OJE1sLL.jpg)

Wie lange würde der Forgách durchhalten unter dem Artilleriefeuer und würden die Bayern mir am Fort St. Remy zuvor kommen?
Titel: 6. Akt Das Gemetzel auf den Flügeln
Beitrag von: Pappenheimer am 10. Januar 2021 - 01:34:42
Morosz schaffte es meine Grenadiere ins Fort zu werfen. Und nicht nur das: von ihm angefeuert stürzten sich Ihro Majestät Grenadiere mit aller Entschlossenheit auf Waldenheims letztes Bataillon, das so en choc geworfen wurde, daß es in heilloser Flucht auseinander stob.

(https://i.imgur.com/WbC3TDI.jpg)

Mit gefälltem Bajonett ließ sodann Clermont-Tonerre meine Redoute bei der Worm-Mühle angreifen. Die attackierenden Franzosen konnten zwar zurück geworfen werden, aber die bisherigen Verluste durch das anhaltende französische Artilleriefeuer ließen keinen Zweifel übrig, daß die Redoute in Kürze unter der Macht des Feindes fallen mußte.

(https://i.imgur.com/NqtCEeT.jpg)

Zwar gelang es Forgách unter der Aufbietung letzter Kräfte erneut einen Angriff auf Weißenburg abzuschlagen und die zurück gehenden Deutschen von einem französischen Fremdregiment rissen das dahinter stehende sich sammelnde Bataillon in die Flucht davon - aber es schien auch hier nur noch eine Frage der Zeit, weil sich auch die tapferen Verteidiger der geschwächten Wälle kaum mehr halten würden, denn die Verluste in ihren Reihen stiegen stetig und Montal gönnte ihnen keine Atempause.

(https://i.imgur.com/xclQpL0.jpg)

Durch die horrenden Verluste des ersten Treffens vorsichtiger geworden ging Feldmarschallleutnant von Seckendorff nur langsam auf die Lauter zu und das machte Morosz so gewitzt auf ihn vorzurücken und ihm Salve auf Salve entgegen zu feuern.

(https://i.imgur.com/MvfQ4LF.jpg)

Der Kampf im Zentrum wurde mit solcher Erbitterung vom Feind betrieben, daß Puebla seine wenigen Bataillone um Altenstadt zusammen zog da die Verteidigung dieses Ortes zur Sicherung unseres Abzuges unabdingbar schien, auch wenn es die Gefahr mit sich brachte, daß Feldmarschall Seckendorff mit Preysings bayerischer Infanterie zwischen Rideau und Altenstadt über die Lauter vorstoßen würde.

(https://i.imgur.com/jmqSedL.jpg)

Schließlich räumte das die Redoute an der Worm-Mühle verteidigende und von Clermont-Tonerres zwey Batterien zusammengeschossene Bataillon selbige. Doch das war nicht die einzige fatale Entwicklung in diesem Augenblicke...

(https://i.imgur.com/0s9R3zv.jpg)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 10. Januar 2021 - 15:10:04
Auch ich lese hier mit, halte mich aber mangels Fachkenntnis über die Zeit zurück.
Der Bericht ist aber trotzdem sehr sehr spannend zu lesen und super kommentiert und bebildert. Also bitte nicht nachlassen!
Dein Gelände und deine Miniaturen gefallen mir eh. Es hat seinen eigenen Charakter, ebenso wie das von Maréchal. Und ich kann mir von euch beiden ausreichend Ideen mitnehmen :)

Danke dir für deine Mühen.
Titel: 7. Akt: Finale am Rideau
Beitrag von: Pappenheimer am 10. Januar 2021 - 21:45:22
Vielen Dank für den Kommentar, D.J..

"Feldmarschall Seckendorff erkannte offensichtlich die Schwächung meiner Stellung am Rideau und ließ Preysing seine Grenadiere über die Lauter marschieren. Sie stürmten auf meine Artillerie los und erbeuteten sogleich eine Batterie. Durch ihre Verluste im Nahkampf sah sich Preysing offenbar dazu gezwungen sich nicht sogleich auf die nächste Batterie zu stürzen.
Gleichzeitig hatte der Feldmarschall eine Brigade französischer Infanterie über den Fluss geschickt, damit Altenstadt von mehreren Seiten zugleich unter Feuer genommen werden konnte.
Zum Glück hatte Se. Exzellenz Prinz Karl von Lothringen rechtzeitig 3 Regimenter Dragoner unter St. Ignon abgeschickt, die nun gerade in dem Augenblick eintrafen, als Pueblas Bataillone in der Gefahr schwebten von den bayerischen Batterien und der französischen Infanterie zerschlagen zu werden.

(https://i.imgur.com/xWB7Jmp.jpg)

Unter dem schweren Artilleriefeuer war Forgáchs Bataillon schließlich zugrunde gegangen und ein deutsches Fremdregiment besetzte Weißenburg. Das erlaubte es den Franzosen mit ihrer Kavallerie Weißenburg unbeschadet zu umgehen und General-Feldwachtmeister Trips anzufallen. Auch wenn Ihro Maj. Husaren ausgezeichnet fochten, wurde eines der Regimenter unter Trips in die Flucht geschlagen. Doch hatte es damit auch unsere Flanke gesichert.

(https://i.imgur.com/YoQOaDR.jpg)

Die Franzosen und Bayern beschossen mein Zentrum aus allen Rohren mit 6 Batterien.

(https://i.imgur.com/lRdol8B.jpg)

Ich selbst (Nadásdy) war unterdessen von einer Kugel getroffen, als ich Pueblas Bataillone zu sammeln suchte.

(https://i.imgur.com/VK2elzw.jpg)

Feldmarschallleutnant Seckendorffs Bayern und Hessen wagten es nicht weiter vorzurücken, was es Morosz erlaubte die Hälfte seiner Grenadiere von der Stellung vor dem Fort abzuziehen und gegen Preysing und seine bayerischen Grenadiere zu führen. Er kam gerade rechtzeitig und die armen Bayern wurden mit einem entschlossenen Bajonettangriff zersprengt.

(https://i.imgur.com/kwwTnkm.jpg)

Gleichzeitig sprengten St. Ignons Dragoner heran und warfen sich auf Preysings letzte bayerischen Grenadiere, die nun ebenfalls zerschlagen wurden.
Eines der Dragonerregimenter kam um Puebla zu retten und griff todesmutig ein Bataillon Franzosen an, welches keine Chance bekam. Aber auch unsere Dragoner waren völlig vernichtet und fluteten zurück.

(https://i.imgur.com/ozgYZvQ.jpg)

Generalfeldwachtmeister Pueblas Bataillone waren vollkommen erschöpft und abgekämpft. Das mörderische Feuer der feindlichen Batterien setzte ihnen zu.

(https://i.imgur.com/Jw8oWZv.jpg)

Doch zu unserem Erstaunen stellten wir fest wie sich die bayerische Armee sodann begann zurückzuziehen. Scheinbar hatte St. Ignons Attacke den Willen des Gegners gebrochen. Dadurch konnten wir geordnet abziehen.
Bey allen Verlusten des Feindes kam das Gefecht einem Sieg gleich, auch wenn Ihro Maj. Truppen Weißenburg verloren hatten."

(https://i.imgur.com/YkAVW6V.jpg)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 11. Januar 2021 - 10:15:50
Vielen Dank für den sehr umfangreichen Bericht, der Aufwand für einen AAR ist ja nicht unerheblich.
Der optische Eindruck ist hervorragend, das Gelände sehr ansprechend gestaltet (das Riesengebäude ist bisserl groß).
Die Figurenmenge ist beachtlich und kontraproduktiv  :) .

Das Szenario lässt das Bestreben erkennen, allen beteiligten Spielern eine Gewinnchance einzuräumen. Seltsamerweise gewann der Verteidiger.

Die Beschreibung ist unterhaltsam und abwechslungsreich gestaltet, ich brauchte ein wenig Mühe, mich zurechtzufinden, doch hat es sich gelohnt.

Zum Ablauf möchte ich anmerken, dass mir unklar ist, wo die Angreifer einen Schwerpunkt gesetzt haben, mir erscheint es wie ein unvorbereiteter Angriff aus der Marschbewegung.
Das Szenario erlaubte 12 Runden, allerdings erscheint die Artillerie erst in der vierten Runde. Am PC ist es schwer zu ergründen, ob genügend Zeit für eine artilleristische Vorbereitung zur Verfügung stand, oder ob das Szenario dieser Art von Angriff einen Riegel vorschob.

Kontraproduktiv ist die Zahl der Einheiten, weil dem Angreifer m.E. nicht genügend Raum zur Verfügung steht und der Überblick erschwert wird. Auch verleitet ein großer numerischer Vorteil dazu, sein Heil in der Dampfhammermethode zu suchen.

Ich hätte es begrüßt, wenn der Zentrumsangriff massiv mit der Artillerie vorbereitet worden wäre, währenddessen die Truppen unter Forgach zerrieben werden.
Wenn der Angriff auf der rechten Flanke gelingt, werden zumindest die Reserven aus dem Zentrum gelockt, anderfalls kann eine Flankendrohung auf das Zentrum aufgebaut werden, was die Position des Verteidigers im Bombardement unerträglich machen müsste, zumal die Stellungen dann umgangen werden können und den Verteidigern der Rückzug abgeschnitten wird. Ist die Masse der Angreifer über den Fluß, so ist die Schlacht entschieden, egal wer irgendwelche Punkte noch besetzt.

cheers
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 11. Januar 2021 - 16:15:22
Salut tattergreis!

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Zur Menge der Einheiten: ich habe einfach alles, was ich in meiner Vorlage für beide Seiten fand aufgefahren. Wenn ich mir die zeitgen. Karte zur Schlacht anschaue (bei europeana oder sowas), war die österreichische Lauter-Seite tatsächlich nur dünn besetzt und wenn die wenigen Bataillone zumindest für ein paar Stunden hinreichten den Abschnitt zu verteidigen, muss das Schlachtfeld ja wirklich sehr schmal gewesen sein und entsprechend gedrängt die übersetzenden Truppen vorgegangen sein. Man denke allein schon an die 9 Bataillone unter Clermont-Tonerre, die erwähnt werden - also nach Kopfstärke allein so stark wie die gesamten österr. Truppen!

Insgesamt war das Spiel aus meiner Sicht reizvoller, weil es eben stärker als beim kleineren Szenario für die Angreifer die Herausforderung gab diese Massen an Truppen überhaupt zu dirigieren. Die Spielerin von Coigny hatte halt etwas mehr Erfahrung mit den Regeln und daher vielleicht nur so geringe Verluste (2-3 Einheiten). Andererseits - es ist nunmal doch ein Glücksfaktor dabei - hatte "Seckendorff" eben auch mal horrendes Pech. Das betrifft weniger seine/ihre bayerische Infanterie oder der vielleicht unnötige Angriff der Kavallerie, sondern die beiden hessischen Bataillone. Die halten eigentlich ne Menge aus und dass sie so rasch hintereinander flüchteten war schon Pech. Natürlich hatte ich auch ein ziemlich glückliches Händchen Morosz mit den Grenadieren nach Rechts zu beordern, wo sie am dringendsten gebraucht wurden. Wäre Weißenburg 1-2 Runden früher gefallen, wäre dieser Schachzug allerdings vielleicht auch genau der Falsche gewesen, da ich bis auf die Husaren ja nichts hatte die linke Flanke zu decken und Husaren gegen ausgeruhte Infanterie hätte keinen Sinn ergeben.

Wir alle hatten ne Menge Spaß dabei.

Falls es Dich interessiert: ich hatte am Ende noch ganze 2,5 Punkte und bin auch nur knapp einer Niederlage von der Schippe gesprungen (meine Verluste: 1x Husaren, 2 x Panduren (1 Punkt zusammen), 1 Batterie, 1x Dragoner, 1 x Infanterie (Forgách natürlich)). Mit ein bisschen mehr Pech in den letzten 2 Runden hätte ich ja auch verlieren können, wenn Pueblas Füsiliere nicht immer nur auf 3-4 Hits sondern auch mal auf 5 gekommen wären. Da "half" mir freilich, dass die bayerische Artillerie kein Scheunentor traf (nur einmal ne 5 gewürfelt mit 3 Batterien über wieviele Runden? 6?).
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 11. Januar 2021 - 16:17:18
Ich werde den ganzen Bericht die nächsten Tage noch einmal am Stück genießen.
Sollte ich Fragen haben, löchere ich dich  :D
Nochmal vielen lieben Dank für deine Mühen :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 11. Januar 2021 - 16:50:32
tatter wrote:
Zitat
Ich hätte es begrüßt, wenn...Artillerie vorbereitet...Flankendrohung... Bombardement...Verteidigern der Rückzug abgeschnitten

Pappe pariert:
Zitat
Wir alle hatten ne Menge Spaß dabei.

Wenn ich einen Spielbericht lese, dann analysiere ich den Gefechtsverlauf. Mir ist aber bewusst, dass für den Spieler die Suche nach den richtigen Taktiken nicht unbedingt an erster Stelle steht. Wenn ich selbst spiele, ist
Zitat
ne Menge Spaß
zu haben auch wichtiger.
Wollte ick nur mal gesagt haben.

Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 14. Januar 2021 - 13:33:11
Sodele, ich habe den Bericht gestern begonnen und gerade eben zu Ende gelesen.
Meine Güte, ist der detailliert und umfangreich! Das war schön zu lesen und machte Spaß :)
Zum Geschehen selber hatte Tattergreis schon gut gefragt und du auch geantwortet. Bleibt mir nur das große Lob an deine Miniaturen und dein Gelände, dass ich einfach liebe :)
Titel: Das Gefecht bei Mont Saint André
Beitrag von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 10:29:48
Wir haben nun letztes Wochenende endlich mal wieder ein Spielchen mit HoW gemacht.

Das Szenario stammt natürlich wieder von mir.

Wir schreiben das Jahr 1746. Das französische Oberkommando versuchte einmal wieder der leichten Truppen der Pragmatischen Armee habhaft zu werden. Feldmarschall-Leutnant Baranyay war mit seinen Truppen in den Raum Mont Saint André vorgestoßen. Seine Vorhut unter Obristwachtmeister Beck verblieb bei Mont St. André während Baranyay mit seinen Husaren bis nach Hottomont vorstieß.
Der Maréchal de Camp de Froulay erkannte die Gelegenheit den allein bei Mont St. André stehenden Beck durch eine umkreisende Bewegung von Löwen kommend und seine Vorhut nach Gérompont vorschiebend zu umzingeln und somit auszuschalten. Doch konnte Baranyay jederzeit Beck zur Hilfe kommen.
Im historischen Gefecht flüchtete Baranyay Richtung Hottomont. Baranyay ließ einen Teil seiner Husaren zurück und stürzte sich mit dem Rest auf die Beck verfolgenden Berchény-Husaren und warf sie zurück. Durch die flüchtenden Husaren geriet auch die nachsetzende Infanterie unter dem Colonel de Castellane in Unordnung und auch der mit zwei Geschützen und zahlreichen Truppen eintreffende MdC Armentières konnte das Blatt nicht mehr wenden. Castellane wurde gefangen genommen und die Franzosen zogen sich insbesondere durch das Hinzustoßen der österreichischen Husaren unter FML Trips unter schweren Verlusten zurück.

(https://i.imgur.com/xqg2rVI.jpg)

Ich habe diesmal die Franzosen gespielt.

OOB

Austrians

CinC
FML Baranyay (Dash.)

1)
OWM Beck (Dep.) - at Mont St. André
1 x Austrian light infantry - small
1 x British light infantry - small
1 x hussars - small

2)
GFWM Morocz (Dash.)
2 x hussars (Ghilányi & Beleznay)
1 x hussars (Beleznay)

3)
FML Trips (Dash.)
2 x hussars (Kalnoky & Nadásdy)
1 x hussars (Esterházy) -- at Liernu (can't be moved without a 5-6)

BP: 3,5

French

CinC
MdC de Froulay

I)
Avantgarde (Dep.)
1 x hussars (Berchény)
1 x light infantry (Morlières)

II)
Independent:
1 x dragoons

III)
Col. de Castellane (Dep.) - wounded on a 8-12
2 x infantry

IV)
MdC Armentières (arriving in turn 3)
3 x infantry
1 x light artillery
1 x dragoons
1 x light infantry (Grassins)

BP: 2,5/5

Limit: 8 turns

All villages light cover
The stream is fordable.

(https://i.imgur.com/SohraJP.jpg)
Die Anfangssituation: Beck mit seinen Panduren in Mont St. André und seinen Freikompanien sowie ein paar Husaren am Ufer der Jauchette. Meine Vorhut bei Gérompont. Die beiden Fachwerkgebäude stellen Hottomont dar, wo sich Baranyays Hauptmacht befindet. Ganz weit im Hintergrund an der Straße von Namur erscheinen schon die Husaren unter Trips.

(https://i.imgur.com/7SjpN6i.jpg)
Baranyays Blickwinkel.

Demnächst geht es weiter mit den ersten Kämpfen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 11:10:57
Baranyays Blickwinkel.
Danke. Ich hoffe, das Gefecht interessiert Dich dann auch.  :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 18. Februar 2021 - 11:18:43
Link hierhin ist abgespeichert :)
Die Nebenhöhlen sind zwar immer noch dicht, aber die Augen sind schon nicht mehr so verklebt, dass ich hier nicht mit großem Interesse folgen könnte :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 18. Februar 2021 - 11:25:25
Zitat
Danke. Ich hoffe, das Gefecht interessiert Dich dann auch.  :)

Selbst wenn ich nix poste, interessieren mich HoW-Sachen grundsätzlich. Und es hilft, wenn wenigstens ein paar Namen bekannt sind (Löwen und Charleroi z.B.)
Titel: Mont Saint André 2
Beitrag von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 11:51:01
Sehr schön, tattergreis.

Hier geht es auch gleich weiter.

(https://i.imgur.com/u5hcvb1.jpg)
Zu meinem Erschaudern kam FML Trips rasch heran und schaffte es auch seine Husaren aus Liernu nachzuziehen.

FML Baranyay entschied alle seine Husaren von Hottomont aus nach Gérompont zu führen um sich offenbar auf meine ihrerseits nunmehr isoliert stehende Vorhut zu stürzen.

(https://i.imgur.com/8NaSzY5.jpg)
Nach einem kleinen Feuergefecht am Jauchette-Bach begriff Beck scheinbar, dass er auf diese Weise gegen meine Morlières nur den Kürzeren ziehen konnte und befahl den Angriff. Seine Husaren (1 kleine Einheit) und Freikompanien (1 Einheit) stürzten sich im selben Moment mit einer Attacke auf meine Morlières, als meine Dragoner Mont Saint André attackierten. Denn mit ein bisschen Piffpaff war das Dorf nicht einzunehmen.
Dummerweise kam genau im selben Augenblick auch Baranyay mit seinen Husaren heran und ich konnte die Berchény-Husaren entsprechend nicht gegen Beck verwenden, sondern musste sie umdrehen und mit ihnen irgendwie Baranyays drei (!!!) Einheiten heranbrausende Husaren aufhalten.

(https://i.imgur.com/eTfmArB.jpg)
Meine Morlières wurden natürlich beinahe zerschlagen und zogen sich ein Stück zurück ohne sich allerdings sammeln zu können, da sie ja jetzt von allen Seiten beinahe umzingelt waren.

Die aus Mont-Saint-André hinaus geworfenen österreichischen Panduren hatten sich auf die Freifläche Richtung Löwen zurückziehen müssen und liefen damit praktisch meiner Infanterie unter Colonel Castellane in die Arme, die langsam genug heran marschiert war, nun aber diese armen Teufel zusammenschießen sollte.

(https://i.imgur.com/vtNnn1c.jpg)
Dies gelang zwar. Aber auch die Husaren unter FML Trips waren in einem Höllenritt von Hottomont über Rosière vorgestoßen und fielen einem von Castellanes Bataillonen in den Rücken. Castellanes Infanterie stand also kurz davor vollkommen aufgerieben zu werden.

(https://i.imgur.com/ScoS3x1.jpg)
Das war offenbar des Fiaskos nicht genug. Denn zeitgleich stürzten sich Baranyays Husaren von Gérompont kommend auf meine Vorhut, die angesichts der Übermacht und auch da sich die Morlières ja hätten erstmal sammeln müssen keine Chance hatten. Meine Vorhut wurde also vollkommen zerschlagen. Die große Geschwindigkeit hatte für den Augenblick den Ausschlag gegeben. Daher beschloss ich die Dragoner sich in Mont-Saint-André verschanzen zu lassen von wo sie zumindest jegliche Versuche auch ihnen zu Leibe zu rücken erst einmal abschlagen konnten.

Binnen kurzer Zeit hatte ich drei Einheiten eingebüßt und stand kurz vor der Vernichtung. Doch Armentières war im Anmarsch auf der Straße von Löwen und er war meine einzige und letzte Hoffnung.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 18. Februar 2021 - 12:26:17
Wurden Trips Husaren nicht von der Brücke irgendwie verlangsamt?

Könntest Du die Franzosen in der OoB durchnummerieren?

Dashing verleiht anscheinend Flügel...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 14:53:54
Wurden Trips Husaren nicht von der Brücke irgendwie verlangsamt?

Könntest Du die Franzosen in der OoB durchnummerieren?

Dashing verleiht anscheinend Flügel...
1.
Nein. Dafür ist ja die Brücke gut. Trips hat die Regimenter eines nach dem anderen über die Brücke geführt bzw. durch den Bach setzen lassen (das hat Trips auch sehr geschickt gemacht, so dass die Regimenter letztlich etwa zeitgleich in dem Terrain nördlich Rosière eintrafen), der auch nur die Hälfte EINER Bewegung abzieht. In Kolonne bewegt sich Kavallerie 35 cm. D.h. dann z.B. 17,5 + 35 = 52,5 cm.
Bei einem Dashing-Commander ist ja die Wahrscheinlichkeit für ne doppelte Bewegung sehr hoch. Das finde ich aber auch gerade in dem Szenario plausibel. Die österr. Husaren haben ja immer wieder solche Gefechte für sich entschieden auch gegen deutlich größere Verbände. Das kann ja nur durch die größere Geschwindigkeit passiert sein und das bildet die hohe Chance zur doppelten Bewegung m.E. ganz gut ab.

2.
Wurde erledigt.

3.
Stimmt.
Wenn man sich den Ausgang vieler solcher Gefechte anschaut und wie gefürchtet Trips und Co bei den Franzosen scheinbar waren, scheint mir die Einstufung aber auch gerechtfertigt.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 18. Februar 2021 - 15:03:59
Der Punkt mit der doppelten Bewegung scheint mir erstmal nicht unstimmig. Aber dazu ein paar Fragen:

Gibt es eine Begrenzung, wie oft das nacheinander geht? Gibt es nach so einer doppelten Aktion eine längere, erzwungene Pause? Oder Erschöpfungsmali?
Gerade wenn sich ein Gefecht länger hinzieht, wäre etwas derartiges sehr realistisch, da die Pferde das nicht unbegrenzt mitmachen (zumal sie leichte Kavallerie selten frisch ist, wenn der Feldzug schon ne Weile geht. Bei Grande Armée gibt es da die Regel für blown horses (nach einem Galopp bzw. Angriff müssen die Pferde erstmal geschont werden und beliebig oft geht so etwas in einer längeren Schlacht auch nicht.
Titel: Mont Saint-André 3
Beitrag von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 15:16:12
Zu Trips Leidwesen traf nun endlich Armentières ein und griff sogleich an. Trips sah keine Chance außer weiter zu machen wie bisher und attackierte mit einem seiner Regimenter Castellanes letztes Bataillon.

(https://i.imgur.com/cqJkUqy.jpg)

Dieses wurde auch sogleich zerschlagen. Doch das im Kampf erschütterte Husarenregiment fiel dann auch seinerseits dem heftigen Feuer von Armentières heranrückenden Einheiten zum Opfer.

(https://i.imgur.com/bNf7iyX.jpg)

Froulay hatte seine gesamte Infanterie eingebüßt. Aber Trips stand nun selbst unter Druck. Auch ein zweites Regiment wurde zusammengeschossen.

(https://i.imgur.com/Q6xd5IX.jpg)

Das Schicksal auch meiner Truppen hing an einem seidenen Faden. Ich durfte keine Einheit mehr einbüßen, sonst hätte ich verloren. Daher ließ ich die Dragoner meiner Vorhut in Mont Saint-André und versuchte eine möglichst unumgehbare Aufstellung mit Armentières Corps einzunehmen.

(https://i.imgur.com/EjOvfZU.jpg)

Tatsächlich führte das dazu, dass Baranyays drei Husareneinheiten gleichsam wie zwischen Gérompont und Mont Saint-André eingekeilt waren und dort auch noch das allerdings recht ineffiziente Feuer meiner Dragoner über sich ergehen lassen mussten. Trips wurde mit seinem letzten Regiment Husaren ausgeschickt meine Linie auf der Straße nach Rosière zu umgehen.

(https://i.imgur.com/jvKojVu.jpg)
Während Armentières Artillerie Baranyays bzw. Moroszs Husaren auf Abstand hielt, stürzten sich tatsächlich Trips letzte Husaren bei Rosière (hier ganz im Hintergrund) auf eines meiner Bataillone. Ich konnte es nicht mehr ausrichten, vermochte aber immerhin Armentières Dragoner und die Grassins zur moralischen Unterstützung hin zu schicken. Und sie hatten Glück. Oder Trips hatte Pech? Sein Angriff brach zusammen. Unter hohen Verlusten wurden die attackierenden österreichischen Husaren in die Flucht geschlagen.

Gerade rechtzeitig hatte ich damit in Runde 8 das Gefecht für mich entschieden. Aber die Verluste waren hoch.

Österreicher:
3 x Husaren (alle von Trips)
1 x Panduren
(0 Punkte übrig)

Franzosen:
1 x Husaren
3 x Infanterie (einmal davon leichte Infanterie - sogenannte Morlières)
(1 Punkt übrig)

In unter 2 Stunden ein flottes Gefecht. Es hat gefetzt auch wenn ich ne Weile befürchtete, dass es durch die vielen Ortschaften und Hindernisse etwas statisch werden könnte. Aber die Einstufung von Trips usw. als Dashing hat meine nummerische Übermacht ausgeglichen und zu einem ausgewogenen Spiel geführt. Der Gegenseite hat's auch Spaß gemacht.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 15:19:34
Der Punkt mit der doppelten Bewegung scheint mir erstmal nicht unstimmig. Aber dazu ein paar Fragen:

Gibt es eine Begrenzung, wie oft das nacheinander geht? Gibt es nach so einer doppelten Aktion eine längere, erzwungene Pause? Oder Erschöpfungsmali?
Sowas gibt es nicht. Es ist ja auch nicht so, dass man immer automatisch die doppelte Bewegung kriegt. Oftmals hält man seine Kavallerie auch einfach solange zurück bis man ne 5 oder 6 würfelt, also bis der erhoffte richtige Moment eintritt.

Funfact am Rande:
Ich habe es geschafft in dem Spiel meine Einheiten genau verkehrt zu verteilen.
Heißt: ich habe meine Nadásdy-Husaren Baranyay und die Ghilanyi-Husaren Trips gegeben obwohl es eigentlich umgedreht historisch richtig wäre. Tztztz.  ;D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 18. Februar 2021 - 16:06:48
1.
Zitat
Franzosen:
...
(1 Punkt übrig)

Vive l´Empereur!

2.
Zitat
obwohl es eigentlich umgedreht historisch richt wäre

Aah, Du hast geschummelt. Das macht 1. noch schöner ;D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 18. Februar 2021 - 16:48:06
Schönes, abwechslungsreiches Gefecht! Hat mir gut gefallen und das es doch recht ausgeglichen wurde, finde ich gut. :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 18. Februar 2021 - 17:02:41
Das macht 1. noch schöner ;D
Freut mich, dass Du Deinen Spaß hattest.

Ich bastle gerade an nem größeren eigenwilligen Gefecht um auch die Zeit bis Piacenca, Rocoux und Rottofredo zu überbrücken. Was ganz ungewöhnliches mit Massen an französischer Infanterie gegen eine meistenteils aus Reitertruppen zusammengesetzte österr. Streitmacht (Gefecht bei Diest, 1747). V.a. interessant werden die Siegbedingungen, auch wenn sie Dir dann vielleicht nicht so behagen werden...  ;)
Titel: Gefecht bei Diest 1747 1
Beitrag von: Pappenheimer am 02. März 2021 - 12:53:14
Wir schreiben das Jahr 1747. Der Maréchal de Saxe hat im Vorjahr zahlreiche Städte eingenommen, doch ein paar der großen Ziele wie Maastricht sind ihm noch nicht gelungen zu erobern. Immerhin hat er den Prince de Conti als mächtigsten Rivalen aus dem Feld geschlagen. De Saxe wird nun von der Hofclique dazu angetrieben seine methodische Vorgehensweise ein stückweit aufzugeben und den Gegner zur Schlacht zu zwingen. Zu dem Zweck u.a. erhält der Maréchal de Camp de St. Germain 4 Brigaden Infanterie (Eu, Royal, Ségur, Rohan) sowie eine Vorhut aus Grenadieren und wenigen Berittenen um in den Raum Diest vorzustoßen. Zu seiner Überraschung trifft St. Germain an diesem 16. Juni 1747 weder in Aarschoot noch in Zichem auf Widerstand. Doch in Diest befindet sich Beck mit seinen leichten Truppen: Carlstädter und alliierte Freikompanien. Recht unweit lagert Feldmarschallleutnant Baranyay mit seinen Berittenen bereit um OWM Beck zur Hilfe zu kommen. Von Herenhout kann auch Generalwachtmeister Arberg mit seinen Bataillonen (eigentlich allesamt vom Regiment Damnitz) heran rücken.

(https://i.imgur.com/fRpKkHq.jpg)

French
MdC St. Germain (Dep.)*

I
1st brigade - Eu - Col. Comte de Castellane  (Dep.)
4 x infanterie (Eu/Royal-Wallon)
II
2nd brigade - Royal - Marquis de Pusignieu (Dep.)
4 x infanterie (Royal/Beauvoisies)
III
3rd brigade - Rohan - Mestre de Camp de Rohan (Dep.)
4 x infanterie (Rohan/Beaufflers-Wallon)
IV
4th brigade - Ségur - Marq. de Langeron (Dep.)
4 x infanterie (Ségur/Vermandois)

V
Brigadier Rougé (Dep.)
2 x grenadiers (8 coys)
2 x light artillery
1 x hussars - small
1 x dragoons - small

BP: 6


Allies
FML Baranyay (Dash.)**

1)
OWM Beck (Dash.) at Diest
2 x Austrian light infantry (Carlstädter)
1 x Dutch/British light infantry
2)
GWM Morosz (Dash.) ?
3 x hussars (Ghilanyi, Beleznay, Károlyi)
3)
OWM Rücki (Dep.)
2 x Carlstädter (Cav.)
4)
GFWM Sparda (Dash.)
2 x dragoons (Ligne/Styrum)
5)
GWM Arberg (Dep.)*** - arriving in turn 2 (can move in turn 2)
3 x Infanterie (Damnitz)
1 x grenadiers ( 2 coys) small

BP: 4,5 / 6

Ich habe diesmal die Österreicher gehabt und Pallas Athene die Franzosen - die Massen an Franzosen!

(https://i.imgur.com/9ee10qN.jpg)
Der Anblick der gewaltigen französischen Marschkolonne war beeindruckend und ich fragte mich wie ich mit meinen überschaubaren Kräften damit fertig werden konnte, insbesondere falls es den Franzosen gelang ihre Artillerie auf den Hügel nahe Diest aufzufahren und von dort aus Diest zu bombardieren.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 02. März 2021 - 13:44:36
Zitat
Der Anblick der gewaltigen französischen Marschkolonne war beeindruckend und ich fragte mich wie ich mit meinen überschaubaren Kräften damit fertig werden konnte, insbesondere falls es den Franzosen gelang ihre Artillerie auf den Hügel nahe Diest aufzufahren und von dort aus Diest zu bombardieren.

Deine Neigung zu aggressivem Handeln und die taktische Situation lässt mich vermuten, dass Du die Kolonnen angegriffen hast, um sie an der Entfaltung ihrer Schlagkraft zu hindern :)
Titel: Diest 1747 2
Beitrag von: Pappenheimer am 03. März 2021 - 10:37:17
@ tattergreis
Gute Prognose.

Beck hat den Befehl offensiv zu verteidigen. Ich will die Franzosen auf keinen Fall die Chance zur Entfaltung geben.

(https://i.imgur.com/ZXeAsAc.jpg)

So schiebt er den Großteil seiner Plänkler auf der Straße nach Zichem oder auf den Hügel La Justice de Diest vor.

Derweil schicke ich Sparda mit seinen Dragoner Richtung Rillar. Die Masse meiner Kavallerie bricht bei der Abtei von Averbode auf, um Beck zur Hilfe zu eilen.

(https://i.imgur.com/jaVHi7o.jpg)
Rougé entsendet sodann seine Dragoner und Husaren ohne sie umzuformieren gegen meine Freikompanien, die nur kurz feuern und sich dann den Hügel herab absetzen müssen.

(https://i.imgur.com/mfRWV0I.jpg)
Mittlerweile ist aber auch Arberg mit seiner Infanterie bei Testelt eingetroffen und erhält von mir den Befehl in Eilmärschen Sparda zu folgen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: chris6 am 03. März 2021 - 11:37:25
Tolle Bilder! Wie Gemälde von Schlachten!

Sind das die alten GW Spielmatten oder Neue von einer anderen Firma?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 03. März 2021 - 11:44:07
Ich liebe die Bilder auch wie immer!
Interessant auch diese Unterschiedlichkeit der Armeen :)

Was stellt die Base mit zwei recht hohen, hellbraunen, eckigen Pfeilern dar? Galgen? Die Dinger stehen auf dem Hügel La Justice... ;)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 03. März 2021 - 11:46:29
Das sind stargates, aus denen kommen später Space Marines.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 03. März 2021 - 11:58:13


Was stellt die Base mit zwei recht hohen, hellbraunen, eckigen Pfeilern dar? Galgen? Die Dinger stehen auf dem Hügel La Justice... ;)
Das sind die Pfeiler von dem Galgen. Wenn der Galgen nicht in Benutzung war, standen eben die steinernen Pfeiler nur so herum. Solche Pfeiler sieht man auf fast jedem zeitgenössischen Gemälde der Schlacht bei Fontenoy. "La Justice de..." ist auf Französisch sowas wie "Das Hochgericht"="Die Hinrichtungsstätte von...".
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 03. März 2021 - 12:00:48
Sind das die alten GW Spielmatten oder Neue von einer anderen Firma?
Die eine Matte ist von GW - war damals die letzte die verfügbar war.

Die andere stammt von ByFire&Sword. Die Qualität ist deutlich schlechter. Sie verliert auch nach Jahren in Benutzung noch Flock und liegt auch einfach nicht so faltenfrei auf dem Tisch. Die haben dann m.E. kurz nachdem ich die Matte gekauft habe, die Herstellung dieser Matten eingestellt. Kann mich auch irren. Ich verwende sie in Ermangelung von was besserem.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 03. März 2021 - 14:23:04


Was stellt die Base mit zwei recht hohen, hellbraunen, eckigen Pfeilern dar? Galgen? Die Dinger stehen auf dem Hügel La Justice... ;)
Das sind die Pfeiler von dem Galgen. Wenn der Galgen nicht in Benutzung war, standen eben die steinernen Pfeiler nur so herum. Solche Pfeiler sieht man auf fast jedem zeitgenössischen Gemälde der Schlacht bei Fontenoy. "La Justice de..." ist auf Französisch sowas wie "Das Hochgericht"="Die Hinrichtungsstätte von...".

Danke! So dachte ich es mir auch, schließlich wohne ich selbst am Galgenberg, so heißt er, meiner Stadt. Da haben sie im 17. Jh. genau so eine Konstruktion eingerichtet, nachdem der reinhölzerne Galgen mehrfach durchgerottet war.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: chris6 am 03. März 2021 - 18:55:05
Das mit den Matten hatte ich befürchtet..... :(
Titel: Diest 1747 3
Beitrag von: Pappenheimer am 04. März 2021 - 11:48:51
Derweil war Sparda mit meinen Dragonern im Rücken von Saint Germains großer Kolonne eingetroffen.

(https://i.imgur.com/XecT8nT.jpg)
Die österr. Dragoner greifen also die Brigade Eu (bei mir Navarre) im Rücken an. Eines der Bataillone, schafft es zwar sich umzudrehen, doch ...

(https://i.imgur.com/6dDg2J0.jpg)
unterliegt es im Nahkampf und flieht anschließend Richtung Zichem.

(https://i.imgur.com/kz1ts1p.jpg)
Der französische Oberbefehlshaber sieht keine andere Wahl um meiner lästigen Plänkler Herr zu werden als in meine Freikompanien hinein zu attackieren. Unter hohen Verlusten werden die französischen Dragoner und Husaren abgewiesen.

(https://i.imgur.com/0CkQw5j.jpg)
Beck schickt sodann seine leichte Infanterie vor um Rougés Artillerie auf sich zu ziehen und die Bedienungsmannschaften zu dezimieren. Derweil haben meine österreichischen Husaren die Umgehung um das Marschland bei Zichem abgeschlossen und attackieren die französische Infanterie, die sich aber teils ausrichten kann.

(https://i.imgur.com/s6gmCXR.jpg)
Während einer von Rougés Grenadierpulks zerschlagen wird, kann ein Bataillon der französischen Füsiliere nur zum Rückzug gezwungen werden trotz Flankenangriff. Auch die Verluste unter meinen österr. Husaren sind bedeutend.

(https://i.imgur.com/lgvLmjd.jpg)
Rougé lässt seine Artillerie umschwenken und Kartätschen in die Reihen meiner Plänkler feuern. Meine österr. Irregulären ziehen sich bis an das Tor von Diest zurück, während ...

(https://i.imgur.com/wszFFPR.jpg)
die niederländischen Parteigänger in die Flucht geschlagen werden.

Meine Husaren sind nun aber auch in einer wenig beneidenswerten Lage, direkt gegenüber überwiegend ausgeruhten französischen Bataillonen und mit wenig Raum zum Manöverieren. Ich hoffe sie sobald wie möglich über die Leigracht zurück zu nehmen. Aber ob das gelingt?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 04. März 2021 - 12:53:00
Kurzer Einwurf:
Ich habe gerade etwas viel um die Ohren, daher muss ich alles später nachlesen  :-\
Aber vorab Danke für deine Mühen  :D
Freue mich auf dein Lesefutter :D
Titel: Diest 1747 4
Beitrag von: Pappenheimer am 05. März 2021 - 12:59:55
(https://i.imgur.com/l33jnEA.jpg)
Als ich eben Morosz und meinem anderen Husaren-Anführer den Befehl zum Zurückgehen über die Leigracht geben will, stürmen plötzlich einige der Husaren vor. Die feindlichen Füsiliere können sich ausrichten und die angreifenden österr. Husaren werden zerschlagen.

(https://i.imgur.com/0Jv8sCr.jpg)
Somit habe ich nunmehr 2 meiner 5 Husareneinheiten verloren und die Franzosen bereiten sich darauf vor jeden weiteren Angriff abzuweisen. Eine Brigade französische Infanterie wird an dem Galgenberg von Diest herum geschickt, um die Lage für Becks Irreguläre, die noch vor dem Tor von Diest stehen, unhaltbar zu machen. Ich kann nur hoffen, dass die französische Infanterie wie gehabt langsam marschiert und ich bis zum Abendgrauen standhalten kann. Unter der Gefahr, dass die Truppen ihren Oberbefehlshaber verlieren, habe ich mich nach Diest begeben um dort die Moral zu stärken (Hits abzubauen).

(https://i.imgur.com/71lk3g3.jpg)
Da sich die Brigade Eu (bei mir Navarre) nun vor Zichem und Scherpenheuvel entfaltet hat, erachtet Sparda einen weiteren Angriff mit unseren österr. Dragonern für sinnlos. Um aus der Musketenreichweite der Franzosen zu entkommen, werden die Dragoner sogar zurück gezogen. Dafür ist endlich Arberg mit seiner Brigade Infanterie bei Rillar über die Leigracht gegangen und beginnt auf die Brigade Eu zuzumarschieren. Ich hoffe vor allem auf meine Grenadiere. Eine Idee ist auch, dass starker Druck von Rillar her Saint Germain dazu verleiten könnte, starke Kräfte in Zichem (die beiden Fachwerkhäuser bei mir) zu lassen, damit er diese Stadt nicht verliert.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 05. März 2021 - 13:51:36
Das Gefecht ist eine schöne Lehrveranstaltung zum Thema: Vorhut und Nachhut, wozu braucht man sowas? Dass die Leigracht gar keinen Schutz bietet, war der franz. Seite aber bekannt, oder?
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 05. März 2021 - 15:44:59
Das Gefecht ist eine schöne Lehrveranstaltung zum Thema: Vorhut und Nachhut, wozu braucht man sowas? Dass die Leigracht gar keinen Schutz bietet, war der franz. Seite aber bekannt, oder?
Die Leigracht ist passierbar, halbiert aber die Bewegung. Bei den Sümpfen (blaue Strichlein bei Zichem) ist das Gelände nicht passierbar.

Meine Dragoner hatten eine Menge doppelte Bewegungen und haben sich en colonne bewegt.

Im Prinzip - ich verrate nicht zuviel wahrscheinlich - hatte die Brigade Eu bei Zichem die gleiche Funktion wie meine leichte Infanterie bei Diest. Diese Truppen erkaufen erstmal Zeit. Die Franzosen würden einen großen Sieg erreichen, wenn sie am Ende Zichem und Diest halten.

In der Phase hatte ich auch schon die Idee die Wälder südlich der Straße und Scherpenheuvel mit meinen Dragonern zu umgehen um dann in die Kämpfe bei Diest einzugreifen.

Zum Gelände noch kurz:
Zichem, Scherpenheuvel und Diest sind befestigte Städte (entsprechend den zeitgen. Karten) und so nach HoW heavy cover (-2)
Die übrigen Orte sind unbedeutend - light cover.
Die Leigracht ist passierbar - außer bei dem Marschland.
(Der Bach bei Pillar ist nur Staffage, weil er eben auf den Karten auch auftaucht.)
Rundenlimit ist 8 (der Berricht ist etwa bei Runde 6).
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 06. März 2021 - 07:55:58
Interessante Schlachtdarstellung, tolle Bilder bisher! Schön klare Beschreibung auch 😊
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 06. März 2021 - 11:18:01
Ich habe jetzt einfach nur mal das Augenzückerchen genossen :)
Gelesen wird später in Ruhe.
Trotzdem ... einfach nur klasse anzuschauen :)
Titel: Diest 1747 5
Beitrag von: Pappenheimer am 08. März 2021 - 09:40:49
Nun ließ ich mit Arbergs Infanterie mit aller Entschlossenheit vorgehen.

(https://i.imgur.com/T5aEXLl.jpg)

Bei Scherpenheuvel trafen französische und österreichische Füsiliere aufeinander. Das Abwehrfeuer konnte sie nicht aufhalten. Zwar erleiden meine Füsiliere hohe Verluste und müssen sich zurückziehen. Aber eines der Bataillone der Brigade Eu wird in die Flucht geschlagen.
Gleichzeitig mit dem Kampf auf der Straße durchqueren Arbergs Grenadiere den an der Leigracht gelegenen Wald, um die Flanke der Brigade Eu zu bedrohen.

(https://i.imgur.com/nmfz5RR.jpg)
Kurz darauf holen die Franzosen zu einer Verzweiflungstat aus. Eines ihrer Bataillone stürmt auf die mittlerweile entfalteten Bataillone Arbergs zu, verliert aber soviele Männer durch das ihnen entgegen schlagende Feuer, dass sich die französischen Füsiliere auf Scherpenheuvel zurückziehen müssen.

(https://i.imgur.com/oozcoe4.jpg)
Spardas Dragoner kommen aber auch nur mühsam und langsam durch den Wald voran und werden in die Kämpfe bei Diest nicht mehr eingreifen können.

(https://i.imgur.com/hGQ6HcA.jpg)
Dafür greifen nun Arbergs Grenadiere eines von Castelllanes letzten Bataillon an, das sich zwar ausrichten kann, aber doch durch den würtenden Bajonettangriff in die Flucht geschlagen wird.

(https://i.imgur.com/InhV536.jpg)
St. Germain hat immerhin noch eine Reserve von 4 Bataillonen auf die Linie Zichem - Scherpenheuvel geworfen um einem Nachdringen von Arbergs Infanterie die Stirn zu bieten.

(https://i.imgur.com/5UVRUXt.jpg)
Derweil fällt vor den Mauern von Diest die Entscheidung. St. Germains Versuch mit einer Brigade Infanterie Becks noch immer südlich Diest herum plänkelnde österreichische leichte Infanteristen auszuheben misslingt wegen der Langsamkeit der Infanterie und auch Rougés Batterien bewirken wenig.

Gleichzeitig sollen Rougés verbliebene Grenadiere die Mauern von Diest erstürmen. Doch diesmal schießen die Verteidiger zielsicher und strecken zahlreiche Grenadiere nieder.
Dann erreicht mein Befehl rechtzeitig Morosz, der seine Brigade die Leigracht erneut überqueren lässt. Eines seiner Husarenregimenter greift frontal ein französisches Bataillon an, damit dieses nicht in die Flanke des anderen Husarenregiments schießen kann, was seinerseits Rougés arme Teufel attackiert. Die Grenadiere werden vollkommen überrascht. Nach vorn die Mauern herauf zu stürmen und dann auch noch eine Attacke von Links abzuwehren ist zuviel. In heilloser Flucht strömen sie über die Straße.
Rougés Husaren und Dragoner stehen zu weit weg um zugunsten der Grenadiere etwas zu bewirken.

(https://i.imgur.com/zABaqXN.jpg)
Damit enden die Kämpfe.

Saint Germain hat es binnen 4 Stunden (8 Runden) nicht vermocht Diest einzunehmen. Sein Corps hat hohe Verluste hingenommen - mehr als eine Brigade sind in die Flucht geschlagen. Daher sieht er sich dazu gezwungen auf der Straße nach Tielt den Rückzug anzutreten.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: chris6 am 08. März 2021 - 09:47:46
Wunderbar, wie Kino, nur mit Figuren, also besser!
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 08. März 2021 - 09:55:51
Stimmt! Und keine Dinge, die einen stören, wie meist im Kino :D Gratulation zum Sieg! Sehr bewegtes Gefecht! Irgendwie war ich beim Lesen für die "armen" Franzosen...
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 08. März 2021 - 12:39:04
Irgendwie war ich beim Lesen für die "armen" Franzosen...
Kann ich verstehen. Ich habe mich auch immer wieder gefragt, was sie hätten besser machen können mit der Übermacht.

Vielen Dank für die Kommentare.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 09. März 2021 - 08:20:16
Den Bericht habe ich gestern abend gelesen und hatte richtig viel Spaß damit  ;D
Sehr schöne Bilder, wilde Kämpfe ... perfektes Kopfkino!
Danke für deine Mühen :)
Titel: Das Gefecht bei Slut 1746 1
Beitrag von: Pappenheimer am 19. April 2021 - 15:27:09
Kurz vor der Schlacht bei Rocoux kam es zu einem Rückzugsgefecht zwischen den Dörfern Feixhe und Slut. Ich habe keine detaillierten Infos über das Gefecht, aber mal ein Szenario mit ein paar Freiheiten gestaltet. Gedacht war das Ganze als 4-Spieler-Partie. Hat auch super Spaß gemacht.

(https://i.imgur.com/as3FScI.jpg)

Avantgarde Francais:
Le Prince de Clermont (Dash.)

1) M. de Maisonelle (Dep.)
2 x cavalerie
2) Lt.G. de Putanges (Dep.)
5 x infanterie
2 x artillerie légère
3) Marquis de Cambis (Dep.) - arriving in turn 2
3 x cavalerie

Monsieur D'Estrées (Dep.)

4) M. de Rosen (Dep.)
2 x cavalerie
5) Lt.G. de Berchény (Dep.) - arriving in turn 2
3 x hussards
6) MdC de Beauffremont (Dep.) - turn 2
2 x dragons
7) MdC Armentières (Dep.) - turn 2
2 x infanterie légère
2 x infanterie

The Pragmatic rearguard
FML Trips (Dash.)

1 - Buday (Dash.)
3 x Panduren
2 - Esterhazy (Dash.)
4 x österreichische Husaren
3 - independent
1 x leichte österreichische Artillerie

General-Leutnant von Druchtleben (Dep.)

4 - Zastrow (Dash.)
2 x hannoveranische Infanterie
1 x Hessische Infanterie
5 - Baden-Durlach (Dep.)
2 x österreichische Infanterie
1 x British infantry
1 x Hannoveranische leichte Artillerie
6 - Palffy (Dep.)
2 x österreichische Dragoner
2 x österreichische Kürassiere

(https://i.imgur.com/Xur2JFl.jpg)

Mein erstes Bild stammt schon aus Runde 2. Ich agierte diesmal als Feldmarschallleutnant Trips und war gewissermaßen von meinem Verbündeten, General von Druchtleben, abhängig, weil ich kaum hoffen konnte mit 3 Häufchen Panduren das Dorf Roelinge eine längere Zeit verteidigen zu können. Ich rang mit mir, ob ich meine leichte Artillerie trotz ihrer geringen Reichweite nicht sicherheitshalber auf der anderen Seite des Flüssleins Geer belassen sollte.

(https://i.imgur.com/qd14Sqr.jpg)
Die Franzosen unter dem Prince de Clermont führten zahlreiche Bataillone gegen Roelinge heran. Zwei Drittel meiner leichten Infanterie hatte ich zur Verteidigung des Dorfes abgestellt. Die zwei französischen Batterien, die gegen Roelinge vorgingen machten mir allerdings Kopfzerbrechen, auch weil meine zahlreiche Kavallerie zwischen Roelinge und Bruge kaum Raum haben würde durchzubrechen und effizient in die Kämpfe um Roelinge einzugreifen.

(https://i.imgur.com/pskyjEx.jpg)
Zu meiner Überraschung zog Druchtleben sein erstes Treffen bestehend aus hannoverianischer und hessischer Infanterie weit auf der Anhöhe bei Bruge vor. Ein britisches Bataillon legte er in den Weiler Slut hinein, während seine österreichischen Fußtruppen langsamer vorgingen. Die beeindruckende Menge an Kavallerie blieb hinter dem Flüsschen zurück.
D'Estrées war sichtlich selbst erstaunt. Um für die Massen an Infanterie und Dragoner, welche die Ebene überschwemmten Platz zu machen, hatte er seine schwere Reiterei en colonne gegen die Anhöhe vorrücken lassen.
Titel: Re: Gefecht bei Diest 1747 1
Beitrag von: Aranunbis am 25. April 2021 - 23:15:03
Wir schreiben das Jahr 1747. Der Maréchal de Saxe hat im Vorjahr zahlreiche Städte eingenommen, doch ein paar der großen Ziele wie Maastricht sind ihm noch nicht gelungen zu erobern. Immerhin hat er den Prince de Conti als mächtigsten Rivalen aus dem Feld geschlagen. De Saxe wird nun von der Hofclique dazu angetrieben seine methodische Vorgehensweise ein stückweit aufzugeben und den Gegner zur Schlacht zu zwingen. Zu dem Zweck u.a. erhält der Maréchal de Camp de St. Germain 4 Brigaden Infanterie (Eu, Royal, Ségur, Rohan) sowie eine Vorhut aus Grenadieren und wenigen Berittenen um in den Raum Diest vorzustoßen. Zu seiner Überraschung trifft St. Germain an diesem 16. Juni 1747 weder in Aarschoot noch in Zichem auf Widerstand. Doch in Diest befindet sich Beck mit seinen leichten Truppen: Carlstädter und alliierte Freikompanien. Recht unweit lagert Feldmarschallleutnant Baranyay mit seinen Berittenen bereit um OWM Beck zur Hilfe zu kommen.



Noch nie von dem Gefecht gehört und auf die Schnelle nichts im Netz gefunden.  Wär klasse wenn du zu neuen Szenarien ne Referenz angeben könntest, wo man über die historische Schlacht nachlesen könnte.
Titel: Re: Gefecht bei Diest 1747 1
Beitrag von: Pappenheimer am 26. April 2021 - 09:44:03
Noch nie von dem Gefecht gehört und auf die Schnelle nichts im Netz gefunden.  Wär klasse wenn du zu neuen Szenarien ne Referenz angeben könntest, wo man über die historische Schlacht nachlesen könnte.
Aurel von le Beau/Rudolf von Hödl: "Österreichischer Erbfolgekrieg" Seidel& Sohn, Wien, 1914, Band 9, S. 534-535
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 26. April 2021 - 10:22:20
Was du hier machst, ist wirklich toll! Wieder ein interessantes Szenario 😊
Titel: Slut/Slins 1746 2
Beitrag von: Pappenheimer am 26. April 2021 - 14:11:04
Während ich schaffte meine Husaren bei Bruge vorzuführen, hat Buday leider mal wieder getan, was wohl niemand gebrauchen kann ...

(https://i.imgur.com/THNQXht.jpg)

Ein Teil seiner Panduren brach aus Roelinge aus und attackierte die in einer Angriffskolonne aufmarschierten Truppen des General Putange. Erbarmungslos wurden die anstürmenden Plänkler niedergemacht.

(https://i.imgur.com/Vs1PIAY.jpg)
Gleichzeitig brachte Putanges seine leichter Artillerie heran, die er gegenüber meiner Reiterei abprotzen und das Feuer eröffnen ließ.

General von Druchtleben informierte mich, dass er die prekäre Lage meines Flügels erkannt habe und mir ein oder zwei Bataillone zur Verteidigung Roelinges abstellen würde. Dummerweise kam es aber auch hier zu einem offensichtlichen Missverständnis. Denn statt seitlich abzurücken, sah ich wie plötzlich die ganze hannoveranische Brigade Zastrows vorstürmte!

(https://i.imgur.com/jjZXGI8.jpg)
Ein heftiges Musketenfeuer der Infanterie unter MdC Armentières schlug seinen Einheiten entgegen.

(https://i.imgur.com/vq0SxJV.jpg)
Der Kampf insbesondere der hessischen Musketiere und Grenadiere war rasch entschieden, vor allem da sie gegen wohl geordnete Linieninfanterie kämpften. Während die hannoveranischen Infanteristen gegen die französischen Plänkler immerhin auch dem Gegner Verluste zufügten und sich nur zurückziehen brauchten, wurden die Hessen aufgerieben.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Samonuske am 26. April 2021 - 19:31:44
Ui liest sich richtig spannend  :)
Titel: Slut/Slins 1746 3
Beitrag von: Pappenheimer am 27. April 2021 - 19:02:56
Ich hatte die Verteidigung von Roelinge aufgegeben.

(https://i.imgur.com/IppR3aQ.jpg)

Deswegen zog ich meine leichten Truppen auf eine Linie zwischen dem Flüsschen und Bruge zurück. Die aufgerissene Lücke wurde durch meine Husaren gestopft.

(https://i.imgur.com/vaZWuGe.jpg)

Meine Panduren schienen mir nicht geeignet den Massen an Infanterie unter Putanges aufzuhalten.

(https://i.imgur.com/WDGXJyg.jpg)

Während der Prince de Clermont Massen an Kavallerie hinter Armentières Infanterie zusammen zog, hatte er eine Brigade Reiterei an das von einem Bataillon Royal-Suédois besetzte Roelinge herum gesendet.

(https://i.imgur.com/as5XhH7.jpg)

Tatsächlich kam, was zu befürchten war. Die französische Kavallerie stürmte heran und überrannte meine Batterie am Ufer der Geer.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Aranunbis am 27. April 2021 - 22:42:14
Klasse. Danke.
Vielleicht als kleine Inspiration für das nächste Szenario. Nordheim, Aschaffenburg, Schärding, Kaaden, Roßhaupt, "What-if" Plan
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 28. April 2021 - 07:17:05
Hui, das liest sich bisher superspannend,aber leider auch nicht sonderlich erfolgreich für dich.
Aber Kopf hoch, der Charakter eines Generals kann nur durch Niederlagen geschmiedet werden ;)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 28. April 2021 - 19:47:09
Druchtleben sollte massiv angreifen, nicht zersplittert. In der Realität wäre ein Decken des Rückzugs die richtige Aufgabe für die ungenutzte Kav, aber beim TT sollte er versuchen, den gesamten rechten Flügel der Franzosen mit verbliebener Inf und Kav zu zerschlagen.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Riothamus am 28. April 2021 - 23:00:02
Wieder ein toller Bericht. Tattergreis stimme ich zu.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 29. April 2021 - 10:20:31
Maisonelle zog sein leicht geschwächtes Regiment zurück, während das andere dazu auserkoren wurde Budays Panduren zu überrennen.

(https://i.imgur.com/C9Mo6R9.jpg)

Die Panduren sollten diesmal nicht plänkeln, sondern standhalten. Denn es gab eine Chance, dass meine Husaren über die angreifenden französischen Reiter herfallen konnten. Und das taten sie dann auch.

(https://i.imgur.com/PCvJNMQ.jpg)

Putanges konnte seine Bataillone nicht zum Einsatz bringen, auch weil Maisonelle den Weg versperrte, aber auch, da ihm vielleicht die nötige Ermutigung seines Vorgesetzten, des Prince de Clermont, fehlte.

(https://i.imgur.com/5pYZ02a.jpg)
Derweil beschloss Druchtleben zur Behauptung von Bruge alles auf eine Karte zu setzen. Pálffys Dragoner und Kürassiere donnerten über den Hügel und griffen die Cuirassiers du Roy an.

(https://i.imgur.com/7DNVbK4.jpg)
Gleichzeitig versuchte D'Estrées in einem verzweifelten Angriff Druchtlebens zweite Infanteriebrigade zu schlagen. Doch blieben seine Husaren im Abwehrfeuer stecken. Seine Dragoner nahmen Zastrows letztes Bataillon auf dem Hügel unter Feuer ohne freilich viel damit zu erreichen.

(https://i.imgur.com/bg007if.jpg)
Der Kampf auf der nördlichen Seite des Hügels wogte hin und her. Armentières Infanterie beschoss eines von Pàlffys Regimentern.

(https://i.imgur.com/OTwQcZu.jpg)
Die Kavallerie des Prince de Clermont behauptete sich recht gut. Die Cuirassiers mussten sich ebenso zurückziehen wie die österreichischen Styrum-Dragoner, welche sie attackiert hatten.
Doch gleichzeitig wurden zwei Drittel von D'Estrées Husaren in die Flucht geschlagen. Seine ramponierte Dragonerbrigade zog sich lieber wieder zurück.

(https://i.imgur.com/kyxjsxA.jpg)
Und dann erst bei Roelinge: Maisonelles Kavalleriebrigade wurde komplett aufgerieben durch meine Husaren. "Victoria!"

(https://i.imgur.com/hbj2DP7.jpg)
Armentières Linieninfanterie erklomm den Hügel einfach zu spät (ich hätte sie auch eher gegen Slut eingesetzt).

(https://i.imgur.com/qFhuqoq.jpg)
Auf einem finalen Bild kann man vielleicht ein bisschen den Ausgang besser überschauen.

In der letzten Runde haben die Franzosen 2 schwere Reiterregimenter, 1 Dragonerregiment und 2 Husarenregimenter verloren.


Auch wenn am Ende der Ausgang eindeutig erscheint, war es das eigentlich garnicht. Vor allem am Anfang haben die Franzosen durch ihre nummerische Übermacht gut Raum gewonnen. Scheinbar kam nur ihre Infanterie zu langsam voran. Sie haben am Ende kein einziges Bataillon verloren.
Meine eigenen Verluste lagen bei einer leichten Batterie, 1 Trupp Panduren und 1 Bataillon hessische Infanterie.

Ich habe es geschafft 2 von 3 Dörfern zu verteidigen und somit gelang Druchtleben und den leichten österreichischen Truppen eine gute Abwehr und die Gewährleistung eines ruhigen Aufmarsches der Pragmatischen Armee auf den Höhen bei Rocoux.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Maréchal Davout am 29. April 2021 - 11:47:02
Toller Spielbericht, prächtige Armeen und auch eine gut geschilderte Entwicklung der Ereignisse!

Druchtleben sollte massiv angreifen, nicht zersplittert. In der Realität wäre ein Decken des Rückzugs die richtige Aufgabe für die ungenutzte Kav, aber beim TT sollte er versuchen, den gesamten rechten Flügel der Franzosen mit verbliebener Inf und Kav zu zerschlagen.

Kommt aufs TT an. Bei La Grande Armée würde das Decken des Rückzugs bzw. auch die leichte Kavallerie der Sieger in Schlussphase von Belang sein, um das Ausmaß von Sieg und Niederlage nochmal deutlich zu verschieben.
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 29. April 2021 - 12:21:44
Als franz. Kommandeur der folgenden Schlacht war ich an einer entscheidenden Schwächung Druchtlebens interessiert.

Nein im Ernst, die Regelung bei LGA ist sehr interessant; Husaren in der Verfolgung sollten auch besser als in der Schlacht selbst wirken (Ausnahme Preußen, die sind im SYW immer Über).
Zitat
Gleichzeitig versuchte D'Estrées in einem verzweifelten Angriff Druchtlebens zweite Infanteriebrigade zu schlagen. Doch blieben seine Husaren im Abwehrfeuer stecken.
Zu Verzweiflung bestand also kein Anlaß.

Ich mag es, wenn Schlachten und Gefechte in Geschichten eingebunden sind, dieses Gefecht wäre auch gut als Auftakt vor der Schlacht von Rocoux zu spielen, allerdings weiß ich nicht, wie gut man bei HoW erlittene Verluste eines Gefechtes übertragen kann. Macht ja wenig Spaß, wenn man von Anfang an sehr verletzliche Truppen hat.

cheers
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 29. April 2021 - 13:59:19
@ tattergreis
Das Szenario sah vor, dass die Franzosen siegen, wenn sie 2 der Dörfer erobern und umgedreht, wenn die Verbündeten zwei der Dörfer halten. Am Ende hatten ja die Franzosen nur recht geringe Verluste, aber ihre Chance die Dörfer zu erobern vertan. Damit blieb ihnen noch die magere Möglichkeit einfach unsere Armeemoral zu brechen.

Druchtleben hatte demnach kein Interesse anzugreifen. Ein Dorf (auf der zeitgen. Karte "Slut") hatte er erstmal mit einem Bataillon britischer Linieninfanterie besetzt. Er entschied sich nachdem Zastrows hannoveranisch-hessische Brigade schwer angeschlagen war lieber eine vorgeschobene Verteidigung zu versuchen. Deswegen ließ er Baden-Durlachs zwei österreichische Linienbataillone gegen D'Estrées Husaren und Dragoner vorgehen. Das war vielleicht von daher auch sinnvoll, weil sonst die Husaren Zastrows letztem Bataillon auf dem Hügel in die Flanke gefallen wären oder die hannoveranische Batterie überrannt hätten.

Wer das mag, kann da sicher Verluste übertragen. Da der Maßstab ein anderer ist vielleicht der Einfachheit halber, dass derjenige mit höheren Verlusten im Gefecht bei Slins danach ein Bataillon weniger bekommt. Zu Rocoux kommt aber dieses Jahr sicher noch was auf unserem Blog. Erstmal schauen, ob wir da wieder ein Spiel zu viert hinbekommen wie bei Slins. Hat mega viel Spaß gemacht bei 2 gegen 2.  :)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: tattergreis am 29. April 2021 - 15:42:24
Zitat
Hat mega viel Spaß gemacht bei 2 gegen 2
Mit die interessanteste Herausforderung beim TT ist das Entwerfen von Szenarien (wem sag ich das? ;D ) Da ich keine historischen Szenarien verwendete (obwohl, ich hab mal "Antitam mit Fow-Truppen" gemacht), musste so ein Szenario schon in eine allgemeine Richtung deuten. Mit Mehrspieler-Szenarien kam noch das Element der Rollenzuteilung dazu, welchen TTler überträgt man das passive Halten eines Flügels (obwohl man genau weiß, dass der TTler spätestens in der zweiten Runde angreift).

Ich hab mal einen erfolgreichen Angriff von US-Fallschirmjägern auf ne deutsche Panzerkolonne inzeniert, der deutsche Spieler hat vollkommen gegen Befehl gehandelt, aber man kennt eben seine Pappenheimer  ;D
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 03. Mai 2021 - 13:04:26
Da ich keine historischen Szenarien verwendete (obwohl, ich hab mal "Antitam mit Fow-Truppen" gemacht), musste so ein Szenario schon in eine allgemeine Richtung deuten. Mit Mehrspieler-Szenarien kam noch das Element der Rollenzuteilung dazu, welchen TTler überträgt man das passive Halten eines Flügels (obwohl man genau weiß, dass der TTler spätestens in der zweiten Runde angreift).
Naja, einmal musstest Du ein historisches Szenario schon verwenden.  8)
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: D.J. am 04. Mai 2021 - 06:11:20
Mir hat der Spielbericht super gefallen :)
Die taktische Nachbesprechung muss ich noch nachlesen, da hänge ich übelst hinterher  :-\
Titel: Re: HOW Schlachten in Deutschland und Flandern 1742-48
Beitrag von: Pappenheimer am 10. Mai 2021 - 16:52:43
Mir hat der Spielbericht super gefallen
Freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat.  :)